Farbschema

Warum grün? Warum um Gottes Willen ist diese ****-Seite hier grün? Es haut einem die Augen aus, blickt man längere Zeit darauf und dann woanders hin, sieht man Linien und Farbflecken und überhaupt. Wie wäre es mit einem modernen, sauberen Look? Warum müssen solche Geek-Dinger immer nach Nerd, Geek und Bastelwerk ausschauen?

Gute Fragen! Wirklich. Mh, ich versuche eine Antwort zu geben… erstens ist es meine Seite, wem es nicht passt – wir leben glücklichweise in einer Kultur, wo jeder im Groben seine eigene Kreativät ausleben kann (sofern natürlich die Ressourcen und tatsächlichen Freiheiten mitspielen). Niemand ist gezwungen, diese Seite zu besuchen, zu verwenden oder dergleichen!

Aber es spielen auch noch andere Faktoren mit. Praktische als auch völlig sinnlose. Beginnen wir mit dem Praktischen: ich bin viel und oft am Netbook mittlerweile. Ich versuche meinen “Arbeitsplatz” seit geraumer Zeit immer wieder zu verändern, dem Körper auch etwas Abwechslung zu bieten, um nicht immer in der gleichen Schildkrötenhaltung am Tisch zu sitzen. Und Netbooks haben nun mal die Eigenschaft, dass ihr Akku nicht ewig läuft. Man benötigt eine Steckdose und das kann lästig sein. Ein schwarzer Hintergrund spart ganz einfach Energie. Auch wenn es nur ein minimaler Hauch ist.

Und zudem – unlängst in einem Forum aufgeschnappt: Wer schaut schon gerne stundenlang in eine Lampe?

Da hat er recht! Stundenlang starrt man auf eine oft weiße, leuchtende Fläche. Dabei würde auch sonst niemand auf die Idee kommen beispielsweise in eine Halogenlampe zu starren oder im Sonnenstudio die Augen offen zu lassen… Stunde um Stunde.

Es ist auch ein interessanter Nebeneffekt zu beobachten – ich schreibe die meisten der Texte am Abend, während des Essens, des Fernschauens oder einfach im Bett, wenn ich genug von TV, Social-Media, Facebook und Software habe und einfach nicht mehr “Computer” will, dann nehme ich mir mein Notebook und schreibe – es ist gewissermaßen in dem Moment ein Papierersatz und kein Gerät. Und am Abend habe ich zumindest keine Festbeleuchtung in meiner Wohnung, es ist eher gedämmtes, sanftes Licht – und würde man da längere Zeit in die Lampe starren, ist man, sobald man woanders hinblickt erstmal “blind”. Es dauert eine Zeit, bis die Augen sich an den Kontrast-Wechsel gewöhnt haben… und das ermüdet sie auf Dauer enorm.

Seitdem ich den Bildschirm auch auf dem Netbook umgestellt habe – etwas schwächer, die Leuchtkraft sozusagen reduziert habe und generell im Editor wie in alten DOS-Zeiten grün auf schwarz schreibe, hat sich einiges verbessert. Man kann problemlos aufblicken und woanders hinschauen – ganz ohne Beeinträchtigung. Zudem reduziert das Farbschema den Text auf das Wesentliche. Es standen ürbigens Grün und Bernsteinfarbe zur Verfügung in meiner persönlichen Auswahl, ich habe mich mal jetzt für Grün entschieden, in der Annahme, dass es auf Dauer noch ruhiger wirkt als der gelb-gold-orangene Bernsteinfarb-Ton – beide waren jedoch anno dazumal die oft einzige Farbe bei Bildschirmen. Und damit kommen wir bereits zum nächsten Punkt…

Der alte DOS-Stil ist auch deswegen nicht unbewusst gewählt, weil er für mich die alte, klassische Computer-Ära bedeutet. Und das erinnert mich an die Zeiten, als das WorldWideWeb noch in den Anfängen steckte, Facebook und Twitter noch unbekannt waren und auch generell alle Programme noch sehr rudimentär und simpel gestrickt waren. Und ich mag das… ich war immer schon ein Anhänger von Minimalismus, Einfachkeit und Schlichtheit und minimalen Anforderungen. Übrigens auch ein Grund warum Text-Files… und nicht PDFs oder sonst was…

Also, alles in allem ist das Grüne und Schwarze eine Kombination zwischen “Praktisch” und “Nostalgisch”.


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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