…es geht vorbei. Morgen bricht bereits ein neues Jahr an und das Hamsterrad beginnt sich erneut zu drehen. Das ist einerseits das Angenehme am Leben – man weiß, dass Rad hat kein Ende, ist unendlich in seiner Form und egal was man tut, man bleibt man irgendwie im Rad des Lebens hängen – andererseits heißt es Schritt für Schritt den immer gleichen Weg gehen. Oder besser gesagt laufen. Denn heute – in unserer schnelllebigen Zeit – kann man nicht mehr langsam und gemütlich durch das Leben spazieren, man muss ständig mitlaufen, am Ball sein, schneller als die anderen, besser als die anderen… und stolpern sollte man natürlich schon gar nicht. Und wer sich zu weit aus dem laufenden Rad lebt, fällt hinaus.
Aber auch hier beruhigend – das Hamsterrad ist fest im Universum – dem Hamsterkäfig – verankert. Man kann sich also aussuchen, ob man entweder im Einstreu sitzen bleibt, oder ob man sich mit dem einzigen, vorhandenen aktiven Gegenstand auseinandersetzt… dem Hamsterrad.
Und die wenigen, die es wagen, die Käfigstäbchen hochzuklettern, um vielleicht einen neuen Horizont zu entdecken, fallen dann relativ weit wieder runter. Nur ganz wenige, die hartnäckig an den Gitterstäben nagen und vermögen, sich durch die dünnen Spalte zu quetschen, die entdecken ein völlig neues Universum. Neue Abenteuer! Werden aber naturgemäß leider recht oft entweder als verrückt abgestempelt (“Schau, der nagt schon wieder stundenlang. Der hat ein Problem.”) oder von der umgebenden Gesellschaft wieder zurück in den Käfig gesetzt (“Na, des kann man ja net machen!”).
Also laufen oder nagen. Laufen ist sicher, aber ermüdet geistig und körperlich… solange bis man stolpernd im bereits etwas schiefen, quietschenden Rad hängt und auf das Einschläfern wartet. Oder man nagt. Dauert ewig, nur wenige beißen sich durch, manche verlieren eine Zahn oder ziehen sich eine Vergiftung durch die Stäbe zu… aber ein paar schaffen es. Und von denen schaffen es auch einige wenige, hinter die nächste Kastenwand zu kommen.
Ich habe mich für das Nagen im kommende Jahr entschieden. Ein kleines, überschaubares Eck ausgesucht, leider nur sehr wenig Einstreu und nur ein paar Maiskörner und ein paar Tropfen aus dem Trinkfläschchen, aber auf der anderen Seite… je dünner und kleiner, umso besser kommt man durch die Gitterstäbe durch.
Auf zu neuen Abenteuern… mein Werk beginnt morgen. Ausbruch aus der Hamsterkäfig-Matrix.
Der heutige Tag ist etwas anders verlaufen als geplant, denn eigentlich wollte ich mich tagsüber mit Marygotchi außerhalb der Stadt treffen und zudem dann auch mit Sonnenschein. Hat nicht geklappt. Aber dafür ist nun im Rahmen des Teamprojektes eine neue Ausgabe online.
Der zugehörige Aufwand hat um 4:45 Uhr begonnen und um 18 Uhr geendet. Länger als geplant, aber das ist sowieso jedes Mal so und immer das gleiche Spiel – also nicht wetiers überraschend. Nun sitze ich etwas emotionslos da, es ist bereits dunkel und ich stopfe Kürbiskernöl-Chips in mich, habe etwas übermüdete Augen und kalt ist es auch.
Ich hoffe, dass ich vor Silvester noch Marygotchi, Sonnenschein, Erbse und Mike sehe – die Zeit vergeht unglaublich schnell. So schnell wie schon lange nicht mehr… keine Ahnung woran das liegt. Das der Dezember schon wieder vorbei ist, ist mir ein wenig unbegreiflich – der hatte doch gerade erst begonnen? Liegt das am Alter, an den kurzen Tagen oder den chaotischen, voll gefüllten und leicht streßigen Tagen in letzter Zeit?
Naja. Jetzt kann man dann auch wiedermal beginnen, überall das Datum bei den Webseiten und in der Handhabung im Kopf auf 2011 umzustellen. 2011. Arg, eigentlich dachte ich als Kind, als ich vorm TV und Raumschiff Enterprise saß, dass das ein Zeitalter ist, das völlig unreal, nicht greifbar und so ganz weit weg ist. Nun ja… dazu passt vielleicht das folgende Video:
Guten Morgen kleiner Blog. Gestern war Weihnachten – ein etwas stressiger Tag. 1x Freundschaft, 1x Mutter, 1x Vater, 1x kleine Schwester, 1x Großmutter, 1x andere Großmutter und Großvater – aja und Friedhof war auch noch dabei. Aber es ist überstanden. Der friedliche Weihnachtstag bestand zur Hälfte aus im Auto sitzen, Essen und Stiegen steigen. Aber man kann immerhin sagen, dass irgendwie sich alles doch noch gut ausgegangen ist. Nun – das war also der “heilige Tag” 2010. Die Weihnachtsstimmung selber war zwar nur punktuell und Minutenweise da, aber gut – es hätte auch ganz anders und wesentlich unlustiger sein können.
Tja, und in ein paar Tagen ist auch schon wieder das nächste Jahr! Ein neuer Anfang, eine neue Chance, ein neuer Beginn – zumindest der Zeitrechnung nach. Es ist wirklich beeindruckend, wie schnell die Tage dahinfliegen, je älter man wird. Eigentlich könnte man jetzt bereits darüber sinnieren, welche der üblichen Neujahrsvorsätze man sich aufschreiben und vornehmen möchte – aber mal ganz ehrlich… funktioniert das? Hat das bei jemanden schon je wirklich geklappt? Bei mir in den letzten knappen ~30 Jahren nicht.
Allerdings kann ich, zumindest aus der jetzigen Sicht, stolz behaupten, dass ich es online doch noch vor Jahresende und ganz unabhängig geschafft habe – mein elektronisches Leben zu minimieren. Ich habe nun tatsächlich nur mehr drei Webseiten – mein [Portfolio](http://www.emanuel-s.com), mein persönliches sowie diesen Blog hier. Die ersten beiden Seiten benötigen keine permanente Pflege und damit bleibt 2011 hoffentlich viel, viel mehr Zeit für das gemeinsame Team-Projekt. 2011 wird das Projekt-Jahr. Muss es auch und will ich auch. Privat dient das weltweite Netz somit nur mehr als Spielwiese und zum herumstöbern – genauso wie die Computer-Kiste nur mehr für freies, kreatives genützt werden soll – Grafiken, Illustrationen oder Fotos.
Nächstes Jahr möchte ich Weihnachten ganz anders angehen – mit einer Person etwas fix ausmachen und einen sehr ruhigen, beschaulichen Abend verbringen. Und die ganze Familienwiese und dergleichen dann auf verschiedene Tage aufteilen und viel mehr Zeit nehmen überall. Und zudem bereits Wochen vorher klar stellen: keine materiellen Geschenke – egal ob von mir oder zu mir. Gemeinsame, entspannte Zeit ist wesentlich kostbarer.
Heute – an einem sehr passenden Tag – habe ich alle anderen Domains sozusagen auch “sichtbar” stillgelegt. Nun gibt es keinen Zweifel mehr und auch kein Zurück. Es ist endgültig Zeit ein Kapitel abzuschließen und einem neuen zu zuwenden.
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Diese Grafik, beziehungsweise den Hinweis, findet man nun auf allen Webseiten, von denen ich ja fast eine ganze handvoll besitze. Ich werde mich als “persönlicher User” aus dem Netz zurückziehen und das [Team-Projekt](http://www.c-heads.com), andere [Profile](http://www.emanuel-s.com) und “Jobs” für mich sprechen lassen. Man soll schließlich aufhören, wenn es am Schönsten ist! Das goldene, unabhängige und freie Leben im aktuellen, elektronischen Netz ist schon am verblassen heutzutage. Wer weiß, was die Zukunft bringen wird…
Ich werde mich auf jeden Fall bis dahin wieder eher Grafik-Programmen widmen, vielleicht auch wieder 3D-Programmen und zudem meiner Kamera ein neues Leben einhauchen. Also Fotos machen, einfach selber kreativ sein und bei “realen” kreativen Projekten teilhaben. Die Welt ist schließlich noch groß da draußen vor den Fenstern. Und es ist übrigens auch Zeit, im näheren Umkreis da und dort menschlich loszulassen. Zwischenmenschliche Beziehungen kann man nicht künstlich am Leben erhalten. Entweder diese Verknüpfung lebt oder sie ist tot. Ein Zwischending gibt es da nicht – und sollte es auch nicht geben.
Und ja, das alles unabhängig von Neujahr, Weihnachten und diesen Tagen. Und es ist gut so.
Im Laufe der letzten Tage, als ich in der Stadt unterwegs war, ist mir ein weiteres mal bewusst geworden, wie stark anonym unsere Gesellschaft geworden ist – und zugleich wie eng verwoben wir alle sind. Ein einfaches Beispiel – man möchte eine kleine Straße überqueren, ein Auto kommt, bleibt steht und der Fahrer gibt einem ein kurzes Handzeichen. Er signalisiert einem, dass man die Straße überqueren darf und man vertraut auch darauf. Selber bedankt man sich ebenfalls mit einem Handzeichen – aber aus mehr besteht dieser Vorgang nicht. Man hat nicht einmal das Gesicht des anderen gesehen – dazu ist die Scheibe zu verspiegelt.
Ebenso – eigentlich müsste man fast sagen “erstaunlich” – ist das Gewühl auf einer Einkaufsstraße. Da stehen, gehen und laufen tausende Menschen in unterschiedliche Richtungen – und dennoch berühren sie sich kaum. Ich bin gestern über die Wiener Einkaufstraßen spaziert und habe auf der ganzen Strecke praktisch niemanden berührt. Man weicht sich aus, geht einen Schritt zur Seite oder der andere bleibt kurz stehen – es ist eine permanente, stille Kommunikation miteinander, jedoch ohne persönliche Substanz. Wer mal den Kopf gesenkt hält, kann trotzdem, ohne jemanden anzublicken, durch die ganze Stadt laufen und fahren, still kommunizieren und handeln – im Einklang mit den anderen.
Vieles ist einfach in uns verankert. Warum schiebt einer den Einkaufswagen im Geschäft zur Seite? Man macht es automatisch, lässt dem anderen Platz, möchte nicht im Weg stehen… vieles davon liegt in der eigenen Erziehung und unserem gesellschaftlichen, jeweiligen Umfeld – aber ich bin auch der Meinung, dass auch ein kleiner Funke dabei ist, der einem gewissen Instinkt folgt.
Regeln einhalten, miteinander auskommen, sich in irgendeiner Form respektieren. So gesehen ein egoistischer Vorgang, der dem Selbstzweck dient. Halte ich mich daran, kann und darf ich es auch von dem anderen erwarten. Und das wiederum kommt mir selber zugute. Eigentlich verständlich, müssen schließlich etliche Milliarden Menschen – die alle einzelne Unikate mit ihren eigenen Ansichten, Gedanken und Ziele sowie Handlungen sind – miteinander irgendwie auf dieser Erdkugel auskommen – sonst bricht das absolute Chaos aus – oder eben bewaffnete Konflikte. Man stelle sich nur den Straßenverkehr vor, wenn jeder keinen Millimeter zurückweicht. Das Ergebnis wären Staus, Konflikte und Zeitverlust. Dinge, die auch in der Natur durch Grundinstinkte verhindert werden, da sie die Art, Rasse oder Gattung schwächen.
Man könnte es weiter aufdröseln. Sind wir egoistischer als Tiere oder ist es umgekehrt? Abgesehen von der grundsätzlichen Frage, ist eine Trennung zwischen Mensch und Tier überhaupt sinnvoll…? Man denke nur wie stark instinkt-gesteuert wir sind. Bei enorm vielen Handlungen im Alltag. Eine Mutter wird ihr Kind unter allen Umständen verteidigen – ein Grundinstinkt, geht ein Mann oder eine Frau am anderen Geschlecht vorbei, “zieht” man bis heute unbewusst den Geruch oder Parfüm des anderen in sich und bewertet ihn, Menschen, die sich nicht leiden können, halten automatisch Abstand, ihre aufrechte Körperhaltung verstärkt sich dabei und die Bewegungen sind wesentlich bedachter – um den anderen keinen Angriffspunkt zu vermitteln. Wir bewerten den anderen nach seiner Stimme, Geruch, Gangweise und Statur – ohne es aber bewusst zu machen. Laufen viele Menschen in eine Richtung, laufen die anderen wie bei einer Herde nach. Wir sind nach wie vor bei Angst oder bei Schock gelähmt, wir lachen unverweigerlich mit und passen uns der Gruppe an, damit wir integriert sind (ohne aber dessen bewusst zu sein), wir meiden instinktiv Gefahrensituationen und so weiter und so fort.
Aber es gibt einen Unterschied – im Tierreich ist der Selbstzweck in einer ursprünglichen Ansicht wesentlich höher, da er ja auch der Arterhaltung dient. Auf schwache Tiere kann keine Rücksicht genommen werden, denn es verlangsamt die ganze Herde und gefährdet den Bestand. Wer sich die Pfote oder Hufe verletzt hat, ist dem Risiko eines frühzeitigen Todes ausgeliefert. Auch generell – in der Natur an Altersschwäche zu sterben, ist eher eine Seltenheit. Da wird stattdessen der nächste Winter oder Trockenperiode zur natürlichen Selektion. Nur die starken und besten kommen durch – und erhalten somit den Artbestand und garantieren eine fortlaufende, stabile Evolution. Der Mensch hingegen bleibt stehen, hilft einem Verletzten auf der Straße, einem Rollstuhlfahrer, alten Menschen und so weiter. Die Frage ist warum? Worin liegt der “Gewinn” für die Gattung Mensch, einem anderen zu helfen? Damit einem selber geholfen wird, wenn man selber mal betroffen ist? Eigentlich wäre das dann doch auch ein reiner Selbstzweck und Egoismus.
Selbstlose Hilfe. Meiner Meinung nach gibt es die nicht wirklich. Jede Form der Hilfe befriedigt zugleich auch das eigene Ich – ohne dass man das jetzt verwerflich sehen muss. Wenn ich jemanden etwas schenke, ihn unterstütze oder sonstwie “helfe”, dann deswegen, weil ICH wollte, dass es dem anderen gut geht bzw. ICH der Meinung bin, dass dieser Mensch die Hilfe notwendig hat. Unabhängig ob der andere es erbeten hat – die Entscheidung dazu kommt von innen. Der Mensch und die soziale Ader. Eigentlich dient es nur dem dem Selbsterhalt oder Selbstzweck – so oder so. Und es funktioniert, denn die Menschheit wächst und ist stabil in ihrer Form – seit Jahrtausenden. Das soziale Gefüge ist damit eigentlich die Optimierung und Verbesserung aus dem Selbsterhaltungstrieb im Tierreich. Wir verteidigen nicht nur weiterhin das Revier gemeinsam und verteilen die Arbeit auf die Gruppe um eine höhere Produktivität zu erreichen, sondern wir helfen den anderem “selbstlos” – um das eigene Ich und die Gruppe zu verstärken. Unbewusst und-oder bewusst. Natürlich könnte man Gesetze, gesellschaftliche Regeln und so weiter auch einbinden, aber ich denke, das System würde sich auch so ganz automatisch einpendeln. Es funktioniert in der Grundform bei allen Völkern – manchmal abgestumpft durch Krieg und Armut, aber der Funken an sich ist überall da.
Der Autofahrer, der mich über die Straße lässt, hat nicht viel davon, er hat Zeit verloren, er kennt mich nicht, ich ihn auch nicht, man wird sich vermutlich nicht ein zweites Mal über den Weg laufen und auch sonst gibt es keinerlei Bezug oder tiefgründiges. Aber es dient dem gesamten, komplexen System und stärkt mich – und zugleich ihn. Es ist eine fortlaufende, ununterbrochenen stille, gemeinsame Kommunikation und Basis, die uns alle gegenseitig am Leben erhält.
Ja, sinnfreies und sinnloses Posting, ohne Mehrwert oder produktiven Inhalt oder irgendeiner Erkenntnis, aber es war halt gerade in den Fingern drinnen und musste raus.