Buch und Buch und Buch

Gestern war ich mit einem besonderen Menschen, sprich Erbse, in der Kälte draußen. Und Beerenpunsch trinken. Und irgendwelche komischen Teig-Plättchen essen. Aja und Vanillekipferl stopfen. Und Cafe, aber von dem hab ich die Finger gelassen, sonst wäre ich vermutlich mit einem Herzinfarkt am Boden vereist.

Danach ging es weiter – in eine etwas größere Buchhandlung und dort begannen wir herum zu stöbern. Wie kleine Kinder, deren Fäustlinge fast so groß sind wie sie selber. Genauer gesagt in Kinderbüchern und man darf ganz offen sagen, dass wir beide mit leuchtenden Augen und ganz gierig vor den Kisten gestanden sind. Nach einer kurzen, herzhaft zügigen Auswahl ging es dann ab zur Sofaecke quetschen und dort wurde dann mit prüfendem und kritischem Blick ein Beutestück nach dem anderen begutachtet. Ob es eh lieb genug ist, ob es eh kindgerecht ist und das Wichtigste: ob es uns gefällt. Da wird mal schnell eine Figur zerpflückt und ein Pinselstrich hinterfragt und überlegt, ob man das nicht am Computer besser machen kann.

Aber das Beruhigende – wir lassen uns trotz unseres Alters noch immer von kleinen, dahin gekritzelten Eichhörnchen, Igeln, Bären und vollgefressenen Mäusen beeindrucken. Und sind ganz neidisch auf die Herzhaftigkeit der Figuren und dass man selber nicht einfach in so ein Buch hinein springen kann. Und somit war der Nachmittag eigentlich perfekt verträumt… ja, wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte. Erbse hatte nämlich drei Bücher in der Hand. Ein Problem, das zweite und das Dritte. Jedes der Bücher herziger als das andere. Und Erbse ganz große feuchte, glänzende Augen – ungefähr so wie ein kleines Kind, dass vor dem Süßwarengeschäft an der Scheibe klebt.

Eigentlich sollte jetzt der Blogeintrag damit entspannt enden, dass Erbse mit den erstandenen Büchern glücklich heimwärts fuhr… aber nein. Denn die grausame Wahrheit ist, dass bei uns dann doch dieses erwachsene, seriöse und ernste Denken einsetzte, überhand nahm und uns schließlich wachrüttelte. Geld, Sparen, Wozu, Investition, usw… spätestens in dem Moment merkt man dann, dass man kein Kind mehr ist. Oder besser sein darf. Oder besser sollte? Kein Eichhörnchen und keinen Igel für zuhause. Soll die Geschichte wirklich so enden? Mhhh…..


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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