Also gleich vorneweg, ich habe wenig Ahnung von Pferden, vom Reiten noch sonstigem. Ja, ich kein Experte. Null. Ich war in meinem Leben nicht mal eine Handvoll oft Reiten – aber immerhin, ich bin oben gesessen. Und schon damals hat es mich gestört, welche Unmengen an Zaumzeugs, Verschnallungen und Verschnürungen da notwendig sind, damit der kleine Mensch sicher im Sattel sitzt und das “wilde Tier” kontrollieren kann. Pferde mögen durchaus kräftig sein und haben kein allzu großes Problem, einen Menschen zu tragen (oder eine Last zu ziehen), aber dennoch – Sattel plus Mensch plus sonstigem… eigentlich nicht fein.
Aber nicht mal das stört mich so, sondern das Zaumzeug. Und noch genauer – welche, die mit den Gebisseinsätzen arbeiten. Warum ich auf das komme? Weil neben mir gerade ein alter, klassischer Schinken im TV läuft, mit vielen Pferden – und jedes mal fällt auf, wie verrückt die Pferde herum kauen, sabbern, ziehen und dergleichen… kein Wunder, wenn man Metallstücke oder einen Riemen im Maul hat.
Mal ganz ehrlich… hat sich schon jemand selber mal einen Sperrriemen in den Mund geschoben oder diverse Backenstücke? Ich finde, das ist eine Tierquälerei. Unabhängig davon, dass es sich seit Jahrhunderten bewährt haben mag. Ich kann mir kein Tier vorstellen, dass sich absichtlich stunden- oder tagelang irgendwelche Dinge in den Mund schieben oder hängen lassen möchte. Und dann wird auch noch – oft mit Gewalt – daran gezogen und gelenkt. Mit den Nasenriemen ist es das Gleiche. Ich zitiere aus einer Webseite rund um Pferde:
Der Nasenriemen beschränkt, wie weit das Pferd das Maul öffnen kann. Diese Einschränkung der Öffnung des Mauls hat mehrere Vorteile:
- Sie verringert die Möglichkeit, dass das Pferd seine Zunge über das Mundstück schieben kann.
- Sie verringert die Möglichkeit, dass das Mundstück bei Pferden, die sich nicht leicht wenden lassen, zur Seite heraus rutscht.
Fällt was auf, egal wie, es ist so oder so eine Einschränkungen und “Halterung”, damit es irgendwie funktioniert. Man mache das mal mit einem Menschen – damit er den Mund nicht soweit aufmachen kann, weil ja sonst alles raus rutscht. Ich wette, so schnell kann man gar nicht schauen und es stellen sich alle auf die Beine und rebellieren. Was mich weiters etwas erstaunt, dass in diversen Foren rund um dieses Thema nicht das grundsätzliche in Frage gestellt wird, sondern maximal Argumente wie diese – von Pferdefreunden – kommen:
*Nur weil eine soundso-Zäumung gebisslos funktioniert, heißt das doch noch lange nicht, dass ich meinem Pferd nicht auf anderem Wege weh tun kann. Soll es besser sein, ich verursache meinem Pferd im Maul keine Schmerzen, dafür aber auf der Nase?*
Was für ein Argument? Da wird eher diskutiert, welche Form bei welchem Einsatz welche Schmerzen verursacht und dass bei Turnieren diese und jene Zäumung besser ist, um dem Tier nicht die Nase zu brechen (verrückt oder). Oder man diskutiert darüber, dass man dann halt zwei Bewertungsklassen einführen sollte bei Veranstaltungen – mit und ohne. Anstatt mal über die Wurzel an sich nach zu denken. Aber mit so einer Denkweise steht man alleine da. Deswegen lasse ich das Turnier-Thema auch gleich wieder weg, weil hier sträuben sich sowieso die Nackenhaare in alle Richtungen.
Pferde sollten frei herumlaufen können, von mir aus noch auf einer Koppel und sogar von mir aus noch alle drei heiligen Zeiten als Reittier. Aber bitte ohne metallischen Mundstücken oder Riemen und auf Turnieren haben die rein gar nichts zu suchen. Pferde sind keine freiwilligen Sprungtiere. Und wenn schon Turniere, dann hat gefälligst das Pferd als Erster einen “Pokal” zu bekommen und nicht der Reiter, der ja immer als der große Held gefeiert wird. Wer sein Pferd liebt, der schickt es doch nicht auf eine streßige Veranstaltung, auf die ein Pferd nie freiwillig gehen würde, würde es nie über Sprungtore schicken, über die ein Pferd nie freiwillig springen würde und fesselt sein Tier doch nicht mit allerlei Riemen, Ketten und Ringen. Mag sein, dass es seit Menschheitsgeschichte so war – aber das ist keine Rechtfertigung. Und ja, man kann mich als radikal und übertrieben hinstellen. Mir egal. Und ja, auch Katzen in der Wohnung sind nicht fein. Ich weiß.



