Sorry, das wird jetzt ein depressiv-genervt-schimpf-Eintrag, aber es ist soooo unglaublich mühsam in den Öffis zu fahren! Nicht wegen den Öffis an sich, sondern wegen den Fahrgästen. Heute musste ich bereits um fünf in der Früh auf und bin um sechs Uhr bereits in der dunklen Stadt und der Straßenbahn unterwegs gewesen. Quer durch Wien – zum anderen Ende der Stadt. Stundenlange Fahrt, die aber noch einigermaßen erträglich war… Abgesehen von dem Termin, der für mich nur Zuschauen und Abwarten bedeutete, war der Vormittag auch noch in Ordnung.
Aber dann ging es den selben Weg durch die mittlerweile belebte Stadt zurück. Straßenbahnen und andere Verkehrsmittel sind durchsetzt von Mitbürgern – und Krankheitserregern. Ich bin ja sonst sehr unbedarft und keiner der ständig mit einer Chlor-Seife sich abschrubbt und jedes Glas und Dose viermal abwischt… ich habe als kleines Kind schon im Dreck und Schlamm herumgewühlt und ich denke, das hat mich auch vor vielen Erkrankungen bewahrt – einfach weil es den Körper abhärtet, er besser Abwehren kann, da geschult und nicht wegen jedem Bazillus gleich kippt. Aber gegen das was in den Öffis und auf den Straßen und Geschäften los ist, ist das ein Dreck dagegen.
Kennt jemand diese Punkte, die Fliegen hinterlassen, wenn sie auf Gläsern, Wänden, Fenstern und Lampen sitzen? Das sind kleine Speicheltropfen. Bei Fruchtfliegen kann man das gut beobachten. Jetzt nehme man diese Hinterlassenschaften und multipliziert sie mit dem Faktor 100. Das enstpricht ungefähr dem “Auswurf” eines Mitbürgers.
Da wird gehustet, gerotzt, geschleimt, gekratzt, geschlatzt und was weiß ich noch alles. Speziell in den Nacken der Mitbürger oder in das Gesichtsprofil.
Ich habe ganze zwei volle Straßenbahnstrecken gebraucht, um einen dieser humanen Bazillenschleudern los zu werden. Erst steht der Typ hinter mir und erstickt fast an seinem eigenen Sekret, das er in regelmäßigen Abständen aus sich rinnen lässt, nur um in der nächsten Straßenbahn sich vor mich zu pflanzen und gezielt einzelne Bazillen, Viren und Sekrete auf mich prasseln zu lassen. Ein Attentat könnte man nicht besser machen… wer braucht Autobomben? Man gehe in eine Menge und rotze und schlatze mal rum – der Effekt ist auch verherrend. Echt. Ich bin richtig angefressen.
Ich wette, dass mindestens die Hälfte aller Grippe-Erkrankungen locker vermeidbare wären, wenn sie A) zuhause bleiben würden oder B) sich wenigstens in ihre Jacken, Ärmel oder sonstige verdeckenden Textilien ergießen würden. Man muss doch nicht röchelnd und mit weit offenen Mund quer durch ein Verkehrsmittel husten – noch dazu im 10-Sekunden-Takt, stundenlang. Nicht, dass mir der andere nicht leid tut – aber ein wenig Humanität seitens des Betroffenen ist ja wohl nicht zuviel verlangt?!
Eine der Unsitten ist auch das Schlatzen bei den Stationen. Fruchtfliegen auf einem Kuchen sind ein Dreck dagegen – soviel Speichelfluss können die nicht mal produzieren, als ein – zumeist jüngerer, männlicher – Mitbürger bei einer Straßenbahnstation!? Da rinnen literweise Speichelflüsse vorbei… was da cool sein soll, verstehe ich nicht.
Für Bazillen und Co. sind wir Menschen echt sowas wie Disneyland oder ein anderer Vergnügungspark. Man kann sich austoben und wird dabei noch an der Hand geführt zur nächsten Attraktion.
Also wenn ich morgen nicht krank bin, dann wäre es fast ein Wunder. Ächz.



