Fuck you

Mein Textprogramm begrüßt mich gerade mit dem Spruch “Just because it worked doesn’t mean it works”. Wie wahr und treffend zugleich. Ich habe ja vor zwei Tagen meinen Fotoblog angeworfen – nach langem wieder eines dieser Teile, die so richtig mit einer Datenbank und all diesem Zeugs arbeiten… und nicht so wie mein kleiner süßer Textfile-Blog hier ohne dem Zeugs.

Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich das Rudimentäre und Einfache so gern hab. Je simpler die Technik, um so weniger Wartungszeit benötigt man und umso weniger Fehler kann es geben. Seufz. Die gute alte Zeit… wo ist sie nur hin?

Einkaufen

Heute blogge ich mal etwas, wo man durchaus sagen könnte “Warum hat jeder dieses pseudo-idiotische Verlangen, den kleinsten Stuss des Lebens online zu stellen?”. Tja, keine Ahnung, ich gehöre auf jeden Fall dazu. Also – nach einer viel zu kurzen Nacht, in dessen Vorabend Tofu-Erbsen-Gotchi und ich amüsiert am TV-Bildschirm klebten und uns über die heimische Volksverblödung lustig machten – und ich dadurch dann irgendwie endgültig picken geblieben bin und mit der weiteren Folge, dass ich das Bett somit erst um zwei in der Früh belegte – und zusätzlich auch noch vergessen hatte, den Wecker um halb sechs Uhr in der Früh zu deaktivieren – bin ich dementsprechend etwas schlaff aufgewacht und kroch um acht in der Früh durch den Supermarkt – um den Massen zu entgehen.

Aber einfach reingehen und seine Sachen nehmen, zahlen und wieder heim kriechen und man hat seine Ruhe… geht nicht. Denn – da war sie. Die Frau, die ich nicht kannte, die aber an diesem Morgen vor hatte, mein buntes Supermarkt-Glücksgefühl zu zerstören. Mit Vorsatz, ich weiß das!

Der erste Schritt ihres Putschversuches meiner herrschenden Schokoladenabteilung-Glückshormon-Welt war, dass sie sich bereits beim Eingang mit dem Einkaufswagen gleich mal quer stellte und mir gefühlte, lange und mühsame Minuten den Weg versperrte. Was sie tat, entzog sich meiner Kenntniss, aber es war klar – sie versuchte mich auszuschalten. Nachdem wir uns beide irgendwann dann endlich mit dem Einkaufswagen durch die elektronischen Türen gestoßen hatten (die immer mit einer drei-sekündigen Verspätung öffnen – autsch) rollten wir auf getrennten Wegen durch die Reihen der Regale. So. Mir fiel ein, dass ich dringen Milch und Eier kaufen wollte – für die wochenendlichen Palatschinken – und schob mich zum Kühlregal.

Wer stand da? Richtig – die Gute. Und stand prompt vor der Milch und blockierte zudem den Weg zu den Eiern… das Einkaufswagerl quer über den Durchgang stehend, ihre breiten Schultern als zusätzlicher Block und die spitzen Schuhe als Drohung. Ein Durchlassen oder zur Seite schieben gab es nicht, trotz einer hörbaren und kräftigen Aufforderung. Also bin ich den ganzen Weg zurück und versuchte über einen größeren Regal-Umweg einstweilen zu den Eiern zu kommen und während mein Feind ja die Milchpackungen belagerte. Doch… ich wurde ausgetrickst. Sie stand bereits – nach ihrer Abkürzung – dort und studierte wie zufällig natürlich die Eierpackungen intensiv. Ich gesellte mich also zu den Chips und beobachtete sie aus dem Augenwinkel. Fast eine Minute lang… in der Zeit starrte sie nur die Packungen an und tat rein gar nichts. Es war klar – diese Aktion war ein Versuch mich mürbe zu machen. Nun gut – Herausforderungen sind dazu da, sie zu meistern – also bin ich zurück zur Milch. Immerhin – ich war da nun endlich erfolgreich.

Es ging dann wieder zu den Eiern zurück, denn mein Feind war augenscheinlich nun ins Nichts verschwunden – und ich suchte mir eine der Packungen aus. Doch um ganz sicher zu gehen, ob mit der Packung alles in Ordnung war, drehte ich sie mehrfach hin und her und schaute zusätzlich durch das durchsichtige Plastik auf das Produkt meiner Wahl… und fiel prompt einem Anschlag zum Opfer. Denn eines der aufgebrochenen Eier entleerte sich dabei fast vollständig in meinen Jacken-Ärmel. Nur mit viel Glück blieb meine Hose verschont… das konnte kein Zufall sein. Fast hätte sie es geschafft.

Frustriert und leicht fluchend ging es weiter zu den Packungen mit Mehl, Nudeln und sonstigen Teigwaren. Wer stand dort? Richtig. Sie belagerte also bereits die Essensvorräte, versuchte mich damit von der Lebensmittel-Versorgung abzuschneiden, mich auf eine tückische Art und Weise auszuhungern. Und das mitten im Supermarkt. Ich rollte tollkühn und dezent langsam hinter ihr vorbei, um in einem unbeobachteten Moment zuschlagen zu können. Es bedurfte durchaus ein wenig Geduld, doch als sie sich nach rechts lehnte, griff ich blitzschnell nach einer Packung mit glattem Mehl. Zog sofort auch wieder meine Hand zurück und versuchte nun vor ihr bei den Süßigkeiten zu sein – ja, ich weiß… keine Schokolade. Aber von Marzipan hat ja keiner was gesagt (hust). Lassen wir das Thema… Ich weiß nicht, aber sie hatte auch Verbündete – das ist mir auf jeden Fall klar. Denn plötzlich schnitt mir einer der Regalschlichter den Weg mit einer der Kehrputzmaschinen ab. Ich musste also warten… solche Zufälle… und dann…. schlagartig, war sie wieder da. Sie hatte sich über einen anderen Regalweg an das Zielobjekt angepirscht und blockierte abermals den Zugang. Sie stand vor dem Marzipan.

Dieses Mal war ich zu müde für weitere Konflikte, rollte einfach zur Kassa, blieb aber dann leider doch noch einmal kurz stehen und begutachtete die Ausläuferregale von Käse und anderen kulinarischen Köstlichkeiten. Ein fataler Fehler… denn wie könnte es anders sein, mein Feind nützte die Gelegenheit sofort und platzierte sich in der Warteschlange an der Kasse vor mich. Auffallend langsam und träge bewegte sie sich dabei, räumte absichtlich das komplette Förderband voll und blieb dann einfach stehen. Richtig, das Band bewegte sich unablässig, sie blieb stehen. Und zwar solange, bis das Förderband fast wieder leer war und sich vorne alles auftürmte. Und dann schnellte sie nach vorne, räumte alles wieder blitzschnell ein und verließ den Schauplatz des Geschehen. Und ich stand starrend und müde da, wurde von hinten bedrängt, endlich weiter zu machen und stolperte wenige Minuten später aus dem Supermarkt. Sie hätte mich fast gebrochen.

Müde wankte ich also heim und überlegte mir, welche Tricks ich anwenden hätte können… immerhin gab es auch ein wenig Sonnenschein und meine Wohnhöhle war nicht mehr weit entfernt… mmrrrrrr…. doch wer wankte vor mir am Weg – und natürlich mit zwei Einkaufssackerl rechts und links? Jap, da war sie wieder – ich bin dann stagnierend auf der Fahrbahn daneben heimwärts gestolpert.

Beim nächsten Mal lege ich eine Schleuderspur mit Senf in den Regalreihen und Chips mit Katzenfutter gemischt als Fahrsperren. Und werfe saure Würmer nach ihr. Und ja – es ist mir dabei völlig egal, dass sie fast 90 Jahre alt, 1,50 groß ist und schwerhörig.

My Anti-Tumblr

Vielleicht kennen einige von Euch die Blog-Plattform “Tumblr”… falls ja, dann wisst ihr auch, dass man dort unglaublich tolle Bilder und Fotos finden kann, tausende und abertausende. Fast jede der Sammlungen ist beeindruckend zum größtenteil und man kann sich tagtäglich stundenlang darin verlieren und von einem Tumblr-Blog zum nächsten hüpfen. Aber Tumblr ist nicht nur eine Anhäufungen von Models, sexy Bildern und Lifestyle-Party-Fotos, sondern auch eine zugegeben sehr gute und extrem einfache Plattform zum (vorwiegend Bilder) bloggen. Jeder kann sich dort in wenigen Minuten einen Blog einrichten und Bilder anderer Blogs “re-posten” oder seine eigenen hochladen – vom PC, übers iPhone, Android-Handy und so weiter… für jeden Zweck gibt es eine Applikation. Man kann auch Videos posten oder sogar Audio-Files (beispielsweise gibt es eine Nummer bei der man anrufen kann, die Bandaufnahme lässt sich dann bloggen)… das Ganze ist extrem einfach und für jeden verständlich bzw. zugänglich.

So. Ich habe heimlich und ganz geheimnisvoll selber eine zeitlang einen eigenen Account dort gehabt und ihn durchaus intensiv für mich selber ganz privat verwendet, hunderte Bilder gesammelt und re-bloggt – und dann vor etlichen Monaten wieder gelöscht, weil ich einfach von der Bilderflut übersättigt war. Auch wenn es süchtig macht.

Gestern in der Nacht jedoch war ich knapp wieder dran, einen neuen Account anzulegen – denn: ich würde gerne eine Möglichkeit schaffen, hin und wieder doch mal einen Schnappschuss aus der freien Wildbahn über das Handy zu bloggen. Einfach um die Bilder zu archivieren, andererseits um sie später auch für diesen Blog hier bei Artikel verwenden zu können und zudem gibt es vielleicht den einen oder anderen, der total wissbegierig ist und sehen möchte, was ich denn gerade so im Leben treibe. Da wäre Tumblr natürlich die ideale und beste Lösung dafür!

Aber – wer mich kennt, der weiß natürlich, dass ich gerne unabhängig bin und selber im Online-Leben bestimmen möchte, wie und wo meine Daten verarbeitet werden. Zudem will ich mich nicht bewusst in jede zweite Social-Medie-Plattform hängen – Facebook und Twitter müssen reichen, sonst ist es einfach zuviel des Guten. Allerdings ist das gar nicht so leicht… den diese Online-Services sind gut durchdacht, technisch ausgereift und bieten Möglichkeiten, die man selber nur schwer “nachstellen” kann und können auch stark individualisiert werden – kostenlos noch dazu.

Aber – wer mich noch ein wenig mehr kennt, weiß schließlich auch, dass ich da nicht so schnell aufgebe oder sowas einfach schlucke… und so trifft es sich gut, dass ich ja erst [vor wenigen Tagen](http://www.muli.nl/Infos/2011-02-19-Updates.html) “versehentlich” auf dem anderen Server ein WordPress-Blog eingerichtet habe. Und den eigentlich ja auch gleich wieder einstampfen wollte, wie berichtet… doch vorhin überkam mich plötzlich glücklicherweise der Geistesblitz und mir wurde bewusst, dass es ja für mein Androidhandy eine WordPress-Applikation gibt.

Und so habe ich jetzt in einer “kreativen”, schnellen Stunde vor wenigen Minuten einfach ein eigenes Design erstellt, den Blog wieder aktiviert, mit dem neuen Template bestückt und Handy-blog-tauglich gemacht. Und et voilà… ich darf nun mein Online-Mobile-Bildarchiv präsentieren: xxx / Update

Nun kann ich völlig problemlos jederzeit von unterwegs Bilder über das Handy posten – praktisch im selben Schema wie bei Tumblr. Ich werde jetzt dann noch einen Link zusätzlich integrieren, damit ich die Bilder von dort dann auch gleich hier mit einem Copy & Past-Code in Artikel bei Bedarf einbetten kann – und schon ist die Selfmade-Lösung fertig…. und sie liegt in MEINEN eigenen Händen (Server). Mmmmmh, so macht das elektronische Leben Spass.

Libyen und das Schweigen

Ich hatte vorhin gerade im TV nebenbei EURONEWS laufen, als es plötzlich eine Live-Schaltung in das libanesische Staatsfernsehen gab, in der Muammar al-Gaddafi per Telefon zugeschaltet war. Die Sprecherin des europäischen TV-Kanals versucht merkbar dezent im Hintergrund eine Übersetzung zu bekommen und dürfte schließlich über einen Computer (zumindest war Tastenklappern zu hören – Chat alias Skype?) Bruchstücke einer Übersetzung von jemanden kurzfristig erhalten haben. Natürlich ist es klar, dass diese Situation für eine Sprecherin schwierig ist – so gesehen eine gute Leistung und sicherlich streßig. Bemerkenswert waren aber neben der Übersetzung, die in diesen Teilen nur wenig Sinn machte, die Zusatzbemerkungen.

*(…)*
*Er spricht anscheinend über Kaiserin Elizabeth.*
*(…)*
*Äh…. wie klar er gerade ist, ist mir jedoch nicht klar.*
*(…)*
*Er spricht etwas wirr über verschiedene Länder und Staatsmänner.*
*(…)*
*(Ende des Telefonats) (Anm. “Es scheint so”) (Mh) Dann hat er wohl aufgelegt.*
*(…)*
*(Diverse Infos und Anmerkungen) Ob er in Besitz aller geistigen Fähigkeiten ist, kann man nicht sagen. (…)*

Wäre es nicht so traurig und gäbe es keine Toten bei diesem historischem und beeindruckenden Vorgang, der zur Zeit in den südlichen Ländern – von uns aus gesehen – stattfindet, dann wäre es beinahe lustig. Aber leider ist es das nicht – und zudem ist es immer wieder erschreckend, wieviel Macht ein einzelner Mann und seine Person sowie Charakter als solches über ein ganzes Land hat. Hier liegt buchstäblich das Schicksal eines Landes in die Händen eines einzigen Mannes (mitsamt seines Stabes) – dem es einerseits zerrinnt – und auf der anderen Seite dabei die Faust immer fester zudrückt.

Verrückt eigentlich, dass dies überhaupt möglich ist. Aber eigentlich gab und gibt es das ja auch bei uns. Traurig und fragwürdig zugleich. Kann man nur hoffen, dass sich in Tunesien, Ägypten, Libyen, Bahrain und so weiter alles zum Guten wendet. Zudem finde ich, dass – auch wenn man sich sonst nicht für Politik und Nachrichten interessiert – sich hier durchaus informieren und wissensmäßig am Laufenden bleiben sollte. Denn einerseits sieht man hier das oft verschüttete basis-demokratische Prinzip und deren Wirkung der Macht bei entsprechender “Koordinierung” und zugleich ist es ein historisches Ereignis, das wir in unserer Generation erleben dürfen. Gaddafi beispielsweise ist mein gesamtes Leben lang bereits das Synonym für Libyen – kein Wunder, nach 30~40 Jahren an der Macht.

Und ganz ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass all diese “Staatsmänner” in meinem Leben fallen werden. Abgelöst werden und durch Söhne ersetzt – ja, oder aus Altersgründen sterben und dergleichen – auch… das hätte alles irgendwie in das erwartete Verständnis vielleicht gepasst – aber diese Umwälzung durch das eigene Volk (Volk zumindest der groben, flüchtigen Ansicht nach) und noch dazu erfolgreich (Libyen vermutlich)… ist nun ja doch einmalig. Der Abstieg von Muammar al-Gaddafi, Muhammad Husni Mubarak als auch Zine el-Abidine Ben Ali – drei Gesichter, die seit meiner Geburt immer wieder als Figuren in Zeitungen und TV-Nachrichten mein Bild des Süden stark prägten – sind nun die gefallenen und zerbrochene Gallionsfiguren. Eine spannende Zeit!

Übrigens gab es gestern auf ARTE eine ebenfalls interessante Reportage über Pablo Emilio Escobar Gaviria – dem früheren größten Drogenbaron Kolumbiens und einem der reichsten Männer überhaupt anno dazumal. Ich habe bereits vor etlichen Jahren seine Biografie und noch etliche andere Bücher über ihn gelesen, ebenfalls spannend… ein Mörder, ein Politiker, einer der Gründer der großen Drogenkartelle, dessen Netz-System sich sehr effizient bis heute durchgesetzt hat und ein Familienmensch. Schon damals war ich zugegeben fasziniert und angesteckt – nicht vor seiner Tat als solches – die ist abstoßend und wirkt bis heute wie ein dunkler Schatten über das gebeutelte Land Kolumbien und deren angrenzenden Länder – sondern vor der “Leistung”, es von einem Viehzüchter bis in die Politik zu schaffen – auf Wegen, die eigentlich unfassbar klingen und zugleich völlig real und erfahrbar sind. Vielleicht war er selbst eine gespaltene Persönlichkeit – speziell nach dem Bild der gestrigen Reportage, in der sein Sohn und der Umgang mit der Familie porträtiert wurde – und dabei aber auch zusätzlich die Söhne seiner Mordopfer zu Wort gekommen sind. Im Laufe und Rahmen des TV-Beitrages haben sich diese Söhne der zwei Seiten dabei auch zusammengefunden und sich dabei gegenseitig Frieden geschworen. Interessant diese Form von “Sozialstudie” mitzuerleben. Spannend war es aber vor auch allem deswegen, weil in Kombination mit dem Vorwissen über seine Aktivitäten aus den von mir gelesenen Büchern, sich ein vollständiges Bild – gemischt nun mit der Worten und einem Rückblick seines Sohnens – bot. Und – der Kern – auch hier erstaunlich (und zugleich wiederum auf eine interessante Art und Weise logisch), wie ein einzelner Mensch soviel Gewalt und Macht ausüben kann, dass ihm buchstäblich jeder zu Boden liegt und es keine Grenzen zu geben scheint.

Man darf nie vergessen – dieses System der Macht funktioniert immer nur dann, wenn sich niemand der “Anderen” auflehnt, wenn Missstände und kleine Alltags-Delikte stillschweigend akzeptiert werden, sich die “Anderen” der Angst ergeben und einfach desinteressiert an der Umgebung und der Politik bleiben und sind. Dann können diese Dinge völlig problemlos passieren. Und diese “Anderen” sind wir. Wir, das “einfache” Volk… das auch in Europa einfach nur stumm da sitzt und schaut. Und wenn man nach Politik fragt, hört man nur ein “Interessiert mich nicht, eh zwecklos oder verstehe ich nicht oder will ich einfach nicht. Nein, ich schaue oder lese keine News – wozu?”. Und genau das baut wieder ein Steinchen der Mauer des Schweigens auf. Auch wenn breite Medien ebenfalls zum Spielball der Mächte gehören – das kennen wir schließlich auch von unseren eigenen, österreichischen Tagszeitungen, wieviel Stimmungen und “Interpretationen” da getragen werden – ist das keine Entschuligung meiner Ansicht nach, es einfach zu lassen. Wenn man aufmerksam ist, versteht man auch das “dahinter” der Polemisierung der Nachrichten und kann vieles zwischen den Zeilen lesen.

Ein Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Arbeit fälscht – mal ehrlich. In jedem anderen, kleinen Arbeiterjob würde man wegen der Aufdeckung dieser Dinge einfach seinen Job verlieren. Hat sich nicht qualifiziert, hat bei der “Bewerbung” somit geschummelt. Klar – jeder – auch von uns – hat “Dreck am Stecken” und jeder verschafft sich mal da und dort bewusst oder unbewusst mit kleinen “Anpassungslügen” ein besseres Standbein im Leben. Doch als Politiker, als Person einer öffentlichkeitswirksamen Position und als “Stellvertreter des Volkes” – fällt ihm die Pflicht zu, erst recht ein wesentlich höheres Level zu belegen als der kleine Arbeiter ums Eck. In dieser Position ist das, was beim kleinen Volk eher dennoch als Kavaliersdelikt gesehen wird, einfach wesentlich gravierender. Erstaunlicherweise steht das deutsche Volk aber breit dahinter (zumindest den Massen-Medien nach). Auch hier also das gleiche Bild… man legt sein Vertrauen in die Hände und vor allem in den Charakter einer Person – und lässt ihm da und dort einiges durchgehen.

Dabei müsste oder sollte der Ansatz völlig anders sein. Wer seine Aufgabe gut macht – wunderbar. Wer “Blödsinn” anstellt, hat seinen Platz einfach zu räumen – dieses Prinzip, das in der Privatwirtschaft völlig normal und gang und gäbe ist – und wo man wegen wesentlich geringeren “Vergehen” mal schnell eben gekündigt wird, sollte in der Politik auch gelten. Wer die Anforderungen nicht erfüllt – der Nächste bitte. Ganz simpel. Klingt hart, aber so ist es am Jobmarkt der Kleinen ebenfalls. Mal schnell in Karenz gehen – und schon gibt es “Einsparungspläne” zufälligerweise, mal eben eine neue Kosten/Gewinn-Rechnung anstellen und schon werden strategische Arbeitsplätze hundertfach vernichtet, usw… Warum gibt es diesen Persilschein in der europäischen Politik bzw. bei Politikern – wo denen praktisch nichts passiert? Egal, ob jemand Steuern hinterzieht, Doktorarbeiten fälscht, Preisabsprachen oder geschmierte Gewerkschaften, sinnlose Gesetze alias Glühbirnen-Aus für Stärkung des Wirtschaftsmarktes auf Kosten der anderen und so weiter… das liebe Volk sitzt da, zuckt mit den Achseln, schaut weg und rührt keine Finger. Und zahlt weiterhin die Gehälter, die Schmiergelder, erhöhte Preise durch Absprachen und stimmt schweigend Gesetzen zu, deren Sinnhaftigkeit nicht mal die sogenannten, anonymen “Experten” erklären oder verstehen können.

Wir finanzieren unsere eigene Ausbeutung und persönliche Bereicherung einiger weniger Menschen – die entweder ganz oben oder auf der ganz dunklen Seite der Macht stehen. Und schweigen. Und raunzen aber dann recht kräftig, wie “sinnlos es ja ist, sich damit zu beschäftigen” und warum man schon wieder weniger im Geldbörserl hat.

Zur Demokratie noch – es macht einem traurig, die europäischen Gedanken zu den Aufständen in den südlichen Ländern zu lesen und zu sehen. Da schweigt man Jahrzehnte lang in Europa, lässt den eigenen Wirtschaftsmotor des Netzwerk “Tourismus” davon beleben, lässt das dortige Volk zugrunde gehen (ja, auch ich habe dort Urlaub gemacht und auch wir waren froh, dass es so billig ist und ja, wir haben kein Trinkgeld gegeben und ja, keiner hat darüber ernsthaft nachgedacht oder Mitleid oder ein schlechtes Gewissen gehabt und ja, es ist immer Zeit, seine Ansichten neu zu überdenken) und dann kommt es zu den Aufständen und schweigt.

Aber nur soweit, dass man sich alle Optionen offen hält (klassische Diplomatie – ein dezenter, süffisanter Wink zu Wikileaks), kritisiert aber zugleich unverholen, dass man beispielsweise die Muslimbruderschaft (unabhängig jetzt von ihrer Ideologie gesehen jetzt) als politische Kraft sehr kritisch sieht, in ganz Europa davor warnt und hinter dem Handrücken zu einem Boykott und Verhinderung aufruft… Soviel also zu unserem europäischem Demokratieverständnis. Solange also die politische Kraft in unsere Denkweise und Lebensweise passt – solange sind wir für die Demokratie. Sobald es aber uns nicht passt oder es bedrohlich wirkt, beginnen wir den anderen vorzuschreiben, was sie besser tun sollten und nicht… Ein Schelm, wer jetzt böses denkt.

Libyen und das Schweigen II

Das geht ja schnell – ich habe vorhin per Mail ein Feedback bekommen zu dem Text rund um unsere Politik. Ich habe jetzt kurz überlegt, ob ich das schreiben oder veröffentlichen soll – aber man soll sich ja Kritik stellen. Also in entschäfter und eingedeutschter Form war die Frage oder Erkenntnis, dass ich ebenfalls “Nutznießer in unserem Land bin und genauso den Luxus beanspruche – beginnt bereits bei meinen Computern – ich als IT-Freak -, der auf Kosten von Billiglohn-Arbeitern in Armutsgebieten produziert wird” sowie dass man “mich selten wo auf der Bühne stehen sieht und ich dabei die Missstände anprangere”.

Stimmt. Das an die eigene Nase greifen, soll man nie vergessen. Aber das habe ich bereits schon mal früher geschrieben – ich gehöre tatsächlich, im Gesamten gesehen, zu den wenigen Menschen auf dieser Erde, die das Glück haben, NICHT in einem Armutsgebiet zu leben oder deren Alltag NICHT mit kriegerischen, politisch-, wirtschaftlich- oder religiös-motivierten Auseinandersetzungen gewaltsam durchsetzt ist. Ich lebe wie die meisten von uns in einem sehr ruhigen, wohlstandsgefütterten Bequem-und-Zurücklehn-Land und kann beispielsweise diese Blogeinträge schreiben, ohne verhaftet zu werden – wie es ja vielen Bloggern in anderen Ländern schon passiert ist (in China werden gerade SMS bzw. das Kurzwort “Jasmin” gefiltert und strafbar gemacht – das Wort steht als Synonym für Demonstration). Und nutze damit und dabei auch die materiellen und humanen Ressourcen, Menschen und Systeme anderer Länder, die auf Grund dessen arm oder leer gebeute(l)t sind und werden und kann groß über das “sich auflehnen” schreiben und darüber philosophieren.
Vollständigen Artikel lesen…

Leben abseits. Und dann doch nicht…

Ich hab vor langem mal das Foto davon gepostet, als die Nachrichten weltweit darüber ausführlich berichteten. Nun per Zufall auch das Video gefunden… eigentlich traurig, dass wir es nicht mal schaffen, uns vor uns selbst zu schützen. Wie soll das dann mit dem Rest funktionieren?

Cirque du Soleil

Nur ein kurzer Log-Eintrag, bevor es endlich in das Bett geht… der heutige Abend stand ganz im Zeichen eines Besuches beim Cirque du Soleil. War sehr schön – allerdings gibt es leider bis auf das hier kein Foto (EDIT: fehlt durch Blog-Update)… denn das war natürlich streng verboten. Menschliche Körper, die sich verbiegen und schwingen, an gewaltigen Luftballons durch das Zelt schweben, oder sich an riesige, schwere Kron-Lustern an der Decke schmiegen… vermischt mit verträumten Kulissen, garniert mit Live-Musik der feinsten Art. Das Ganze ist übrigens ohne Tiere und kein klassischer Zirkus, sondern eher ein Farben-Licht-Fantasie-Spektakel.

Um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, was dort passiert – für den Fall, dass jemand den Cirque du Soleil nicht kennen sollte – hier ein Auszug aus der anderen Show anno dazumal, wo ich ebenfalls war – “Alegria”. Auch das Lied selber hat sich bis heute bei mir festgebrannt – auch wenn bei der heutigen Show ebenfalls einige schöne Lieder mit spanischen Gitarrenflair dabei waren…