Ach Montag.

Klar, der Montag kommt immer. Und egal in welchem Verhältnis man zum Leben gerade steht, der Montag hat immer etwas von Grau, Fadisation, Frustration oder Unnötigkeit. Das ist meistens der Tag, wo die unangenehmen Dinge des Lebens beginnen. Oder besser gesagt der Woche. Da, wo man sich um die Arbeit, das Geld, die Wohnung, die Rechnungen, Pflicht-Beziehungsmenschen und allerlei organisatorischem Zeugs alias Ich-versuche-zu-überleben-im-Großstadtdschungel kümmern muss. Nervt. Klipp und klar. Aber so ist es halt und das kann wohl auch keiner abdrehen.

Mühsam ist der Tag sowieso, wenn man schon in der Früh aus dem Bett kriecht, als gab es keine Evolution, einem ein Beißerchen schmerzt, weil man in der Nacht einen Albtraum von den Katzen hatte und vermutlich Zähneknirschend unter dem Polster halberstickt lag – die Biester hatten sich im Traum im Küchenschrank unmerklich vermehrt und versuchten mich gezielt aus dem Zimmer zu bekommen, so dass ich beinahe flüchten musste – wenn die Haut eine Ausstrahlung einer frischen Kraterlandschaft am Mond besitzt, man kalte Finger hat, weil natürlich zu wenig gegessen am Vortag, jetzt aber keine Zeit mehr bleibt, schnell was zu besorgen, wenn die Katze erwartungsvoll neben einem klebt und ihre längsten Haare zum besten gibt in der Hoffnung, dass man sich mit ihr sozial beschäftigt (Wann? Jetzt? Geht nicht.) und wenn überhaupt das Wetter draußen dieses Grau in Grau besitzt, dass an Wien genauso klebt wie der Hundekot direkt vor der Eingangstüre. Montag eben.

Dann habe ich gestern Nacht versucht, ein bisschen kreativ zu sein… humanitärer Fehlschlag mir selber gegenüber. Schon lustig, da beginnt man entspannt kreativ zu sein, möchte Spass und Erfolg haben, nur um dann einen halben Tag später völlig entnervt und entkräftet eine völlig unnötige Grafik fertig zu bekommen, die man mittlerweile sowieso schon verflucht, aber geschlagen geben… niemals. Und die man am Schluss dann so oder so in den digitalen Mülleimer klopft. Getriebene Seele.

Besonders hasse ich diese trockene Kälte. Mit klammen Fingern den Text hier tippen. Und den netten Bauarbeiter gegenüber am Dach, den ich schon in der Früh anstarren durfte, als der Kran neben ihn meine Wohnung mit gefühlten 5000 Watt ausleuchtete. Willkommen im Kino. Heute das Lichtspiel “Ich sitze halbnackt am Tisch und esse die Brösel von gestern auf”. Großartig. Und der Bauarbeiter, der seit fast zwei Wochen permanent seine Kreissäge schwingt und glaubt er kann wie ein Rambo einen Holzbalken nach dem anderen zerkleinern. Ein an den Kopf geschnallter Amboss, auf dem Nägel geschmiedet werden, ist angenehmer.

Ok, ein SMS ist gekommen… ich sollte also loskurven. Raus in de graue Stadt und in die U-Bahn rein. Ich hasse U-Bahnen, hab ich das schon mal erwähnt? Autobusse würden vollkommen reichen in einer Großstadt, einfach mehr davon und besser vernetzen und alles ist gut. Montag.


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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