RSS – was ist das?

Immer wieder erlebe ich die Überraschung und höre “Was ist denn eigentlich dieses RSS, was macht man damit?”. Leider hat RSS es bis heute nicht geschafft sich in der breiten User-Masse ein bekanntes Standbein aufzubauen – dabei ist es eigentlich eine unglaubliche praktische Möglichkeit, am Laufenden zu bleiben… mit viel Zeitersparnis. Deshalb werde ich mal anhand eines sehr einfachen Beispiels erklären, was man mit RSS tun kann.

Die Situation. Du gehörst zu einem der User im weltweiten Netz, die jeden Tag die Nachrichten online lesen. Und vielleicht auch noch zwei, drei andere Blogs von Freunden und Bekannten. Und zudem zwei weitere Webseiten, auf denen es News zu interessanten Dingen wie einem Hobby oder dergleichen gibt.

Das Problem. Ok, soweit ist alles klar. Das bedeutet aber auch, dass man nun jeden Tag jede dieser Seiten aufrufen muss, um zu schauen, ob es überhaupt News gibt. Denn es kann sein, dass zum Beispiel in den Blogs seit gestern gar keine neuen Einträge vorhanden sind! Oder man zum dritten Mal die Nachrichten-Seiten aufruft, aber feststellen muss, dass eigentlich keine interessanten News für einen dabei sind. Blöd, oder? Verbraucht viel Zeit für nichts.

Die Idee. Wäre es nicht fein, wenn es die Möglichkeit geben würde, auf einer einzigen Seite zu sehen, ob es bei irgendeiner der Webseiten heute einen neuen Beitrag gibt? Und wenn ich erst mal den Titel sehen könnte, damit ich überhaupt weiß ob es überhaupt interessant ist? Ohne, dass ich alle Seiten einzeln abgrasen muss?!

Die Lösung. Ja, gibt es… nämlich RSS! Ich lasse das technische Blabla beiseite und zeige besser ein praktisches Beispiel anhand des Services von [Netvibes.com](http://www.netvibes.com). Also wir legen dort mal einen Account an. Nachdem wir das geschafft haben, bekommen wir eine zugepappte Seite mit tausenden von Chaos-Kästchen… die löschen wir mal gleich alle (kleines x rechts oben bei den Kästchen). Und zwar solange, bis wir eine leere Fläche vor uns haben. Siehe Bild 1.

Ok… nun haben wir die Möglichkeit, diese Seite mit eigenen “RSS-Feeds” zu füllen. Also auf deutsch gesagt: Wir wollen nun dort alle Seiten sammeln, von denen wir regelmäßig wissen wollen, ob es auf ihnen etwas Neues gibt. Dazu fügen wir nun diese Seiten hinzu, indem wir oben links auf “Inhalte hinzufügen” klicken und dort “Feed hinzufügen”.

Als erstes Beispiel nehme ich meinen eigenen Blog. Hier reicht es einfach die Web-Adresse anzugeben, weil der Feed automatisch erkannt wird. Auf meiner Seite gibt es nur einen, deshalb wird mir direkt darunter dann auch nur ein Feed-Kästchen vorgeschlagen. Das wollen wir auch und klicken das Kästchen an. Was passiert nun?

Voilà! Wir sehen unseren ersten, erfolgreichen eingebundenen RSS-Feed. Er zeigt uns die Überschriften der aktuellen Blog-Artikel meiner Seite ein. Und wielange es her ist, dass sie geschrieben wurden… Sobald ich nun hier in meinem Blog einen neuen Eintrag schreiben, seht ihr kurze Zeit später bei Eurem Netvibes-Account in diesem RSS-Kästchen die Überschrift des neuen Eintrags – seid also immer am Laufenden, ob es etwas neues bei mir gibt… oder eben nicht!

Aber nur einer ist natürlich zu wenig. Wie man an dem obenstehenden Bild sehen kann, geht das natürlich auch mit den anderen Blogs, Newsseiten und so weiter. Alle, die einen RSS-Feed anbieten. Und schon seit ihr wie die Profis jederzeit up-to-date, was und ob und wo sich etwas auf den Webseiten tut… damit kann man beispielsweise dutzende Nachrichtenportale lesen und bleibt ständig über die Vorgänge in den arabischen Ländern informiert. Oder über das Wetter. Oder auch über das TV-Programm. Oder über seine Lieblingblogs. Bei Netvibes kann man auch mehrer Kartei-Reiter anlegen für verschiedene Kategorien. Sogar Youtube-Video-Channel lassen sich damit “beobachten”.

Netvibes ist übrigens nur eine von hunderten Möglichkeiten. Sogar Eure Browser wie Opera, Firefox, Intern Explorer und so weiter haben die Funktion zumeist integriert, aber es gibt auch eigene “RSS-Reader”, die man sich auf den Computer installieren und damit hunderte Webseiten beobachten kann. Genauso Handy-Applikationen und so weiter und so fort. Eine Suche in Google oder dergleichen nach RSS-Reader und ähnlichem bringt Euch sicher weiter… :)

So, ich hoffe, das war nun einigermaßenverständlich und zeigt Euch, was oder wozu RSS verwendet werden kann… und es vielleicht auch selber verwenden. Denn ich mag nicht mehr 20 Webseiten am Tag abgrasen, nur um zu schauen, ob sich was getan hat. Und Nachrichten-Webseiten besuche ich so nur dann, wenn sie mich dem Titel nach auch wirklich interessieren. Aja, und RSS ist kostenlos – auch die meisten Tools dazu, ebenso wie Netvibes und vergleichbare Services!


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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