Der heutige Samstag hat wieder mal für einiges an Kopfzerbrechen gesorgt. Das Ganze hat gestern tief in der Nacht begonnen, als ich ein neues Interview für das Teamprojekt fertig vorbereitet hatte und danach mich weiter durch die bunten Blogwelten klickte. Und bin mit der Versuchung in Berührung gekommen… mit der süßen, zarten Versuchung, die einem umschmeichelt und umgarnt, die versucht einen in den Bann zu ziehen, die möchte, dass man ihr erliegt und hilflos in die Dunkelheit der offenen See folgt… aber ich konnte mich schlußendlich doch wehren.
Der erste, beinahe fatale Fehler war, dass ich über einen, von mir regelmäßig gelesenen, Blog gestolpert bin, dessen Layout und Optik mich an die guten, alten Zeiten meiner eigenen Blogs erinnerte. Schönes, helles Design, tolle Features, Plugins am laufenden Band, Verknüpfungen zu Social-Plattformen, sehr feine Kommentarmöglichkeiten und das Ganze versprüht auch noch “Leben, Freude und Spass”. Und der zweite Fehler war, zu bemerken, dass sich dort verdammt viele User herumtreiben. Wenn man nach so einer Seite dann auf seinen eigenen Old-School-DOS-Blog zurückkehrt, das Bastelwerk sieht, die Stille… das “Retro-Retro-Out”… dann fragt man sich schon – warum hat man eigentlich jemals diesen Weg plötzlich gewählt? Warum klebt hier nicht wie früher ein eleganter, schnicker Blog, der automatisch dieses “Toller Hecht-Typ” verkörpert… anstatt einem Farbschema, dass auch Neulingen gleichmal die Augen aushaut?!
Man kann es sich eh denken – da ich schnell frustriert bin bei sowas, hatte ich natürlich um eins ~ halb-zwei in der Nacht bereits einen neuen Blog in kürzerster Zeit am zweiten Server installiert, eine halbe Stunde später bereits mehr als acht verschiedenen, feine und trendige Designs eingebunden und auch bereits begonnen, die Inhalte von hier auf den neuen Blog zu übertragen (so wie schon fünf bzw. sechs-mal in den letzten Jahren zuvor). Und dann… habe ich plötzlich abgedreht und bin schlafen gegangen. Untypisch für mich.
Heute morgen dann – nach einem sehr zeitigen und herrlichen, langen, morgendlichen Spaziergang zwischen Nebeltautropfen, Vogelgezwitscher und kühlem Sprühregen durch den Wald – bin ich dann wieder mit reinem Geist hier gelandet. Und habe mich geärgert. Darüber, dass ich noch immer dieser alten Angst nachlaufe, den “Anschluss” zu verlieren. Die natürlich auch einmal berechtigt war, als ich damals mein Modeprojekt und dergleichen führte… dort war die Optik, das Layout und die Schnelligkeit der Inhalte sowie der Newsbeiträge enorm wichtig und dienten als Grundlage für den Erfolg – und dieser Trieb hat auch viel gebracht. Nicht nur tausende User, sondern auch einen festen Punkt in der Szene. Nur – diese “Gewohnheit” der damaligen Jahre ist jetzt aber fehl am Platz. Das hier ist ein privater, ruhiger Blog (mein Ruhestand – haha), der keinem Trend unterliegen soll – oder gar tausende Besucher anziehen möchte und sollte. Aber… das muss ich noch immer und immer wieder lernen.
Natürlich wäre es fein, wenn sich auch hier mal wieder viel tut, Kommentare (sic!) geschrieben werden, sogar mal reichhaltige Diskussionen sich bilden und ein reger Platz der Kommunikation entsteht – aber nicht auf Kosten eines Hypes, den ich sowieso bereits schon mal bespielt habe.
Also habe ich am Vormittag heute den neuen Blog gleich wieder deaktiviert (er schlummert jetzt) und mich meiner Spielwiese hier gewidmet. Und ein paar “Aufbesserungen” vorgenommen.
1) Der fehlerhafte RSS-Feed. Auch Mikegotchi hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass der RSS-Feed leider Fehler enthielt, also ihn gleich mal neu gemacht und mit etwas Seufzen auch wieder die Inhalte vollständig eingebunden. Damit ist es also möglich die Beiträge auch wieder komplett in Eurem bevorzugten Reader zu lesen (für all jene, die noch nicht wissen, was RSS überhaupt ist, schreibe ich in Kürze eine Erklärung und Anleitung dazu).
2) Eine Suchfunktion. Denn das hat auch mich selber schon länger gestört, dass man nicht mal eben nach “Da gab’s doch schon mal was zu dem Thema!?” suchen kann. Das ist also nun möglich, die Suchbox findet ihr in der Seitenleiste.
3) Die Kommentare. Abgesehen davon, dass man nun auch die Überschriften der Einträge zusätzlich anklicken kann, um zu den Kommentaren zu kommen, habe ich sie optisch ein wenig abgespeckt, mit Linien abgetrennt – damit sind sie nun ein “Nuancerl” übersichtlicher in dem grünen Chaos.
4) Durchblättern. Wenn man auf einen Eintrag direkt klickt (Überschrift oder Kommentare) oder über einen Link vom RSS-Reader oder Suchmaschine direkt kommt und nur den einzelnen Beitrag selber sieht, findet sich nun unten am Ende eines Artikels die Möglichkeit sich zum vorherigen bzw. nächsten Eintrag zu klicken. Damit kann man mehrere Einträge nacheinander mitsamt der Kommentare lesen, ohne, dass man jedesmal zurück auf die Startseite gehen muss.
5) Anzahl der Artikel. Mini-mini-Feature. Diese findet sich ganz oben bei der Überschrift gleich im Intro-Satz. Diese Zahl war für mich selber bei anderen Blogs nämlich auch immer interessant, weil sie zeigt, ob jemand konsequent bloggt oder nicht. Blogs mit 20 Beiträgen sind meistens uninteressant, weil sie nur wenig “Content tragen” oder sehr neu am “Markt” sind.
Und dann habe ich noch ein paar Darstellungsfehler und dergleichen behoben. Eine Textauszugs-Funktion für den RSS-Feed möchte ich allerdings noch basteln – und ein paar so kleine Dinger wie Kalender, Archiv und sowas im Laufe der nächsten Wochen.
Ich muss standhaft bleiben. Dieser grüne Texthaufen macht nämlich mehr Spass, auch wenn die andere Variante “süßer” schmecken würde und “cooler” wieder wäre. Aber herber Geschmack beginnt ja im Alter auch reizvoller zu werden… zudem: nichts ist in den Stein gemeißelt. Vielleicht lasse ich mich ja doch eines Tages zu einem jungen, süßen, attraktiven Blog wiedermal verführen…



