Abendgestaltung

Eigentlich wollte ich jetzt einen etwas längeren Blogeintrag schreiben, merke aber, dass mir das Thema gerade zu schwerfällig ist. Vielleicht klappt es morgen besser. Aber immerhin war heute ein schönes Wetter – leider natürlich viel zu wenig Sonne, aber am späten NM war dieses ganz eigene, warm-kühle Wetter, bei dem man (ich) recht entspannt durch relativ leere Gassen spaziert, die Luft einsaugt und einfach diese gleichmäßige, schattenlose Ausleuchtung der Szenerie beobachtet. Erinnert an einen Diffusor in der Fotografie, wo alles ganz weich gezeichnet ist.

Und – ich verbinde das Wetter wiedermal mit der guten alten Zeit, als ich mit einem damaligen Schulfreund immer wieder in einen nahegelegenen Park bei der Schule am Nachmittag bzw. in den Ferien ging, wir uns dort bei einer Baumgruppe wie kleine Robin Hoods einen Bobachtungsposten suchten – und Mäuse und Ratten in den Gebüschen beobachteten. Zeitweise fütterten wir die auch mit mitgebrachtem Käse. Rückblickend eine sehr fragwürdige und seltsame, aber auch regelmäßige Aktion und sie hat damals enorm viel Spass gemacht. Die Straßenkinder gehen Ratten füttern. Das Leben. Den Mäusen verpassten wir sogar Namen und das Ganze ging, soweit ich mich erinnern kann, einige Jahre vor sich hin. Irgendwann waren sie aber dann alle weg. Aja, und irgendwie stimmt da das Wettergefühl heute mit dieser Erinnerung überein.

Es gab heute zu Mittag, als ich in der Stadt unterwegs war, sogar einen ganz kurzen Moment, wo ich in mir schon die Vorfreude auf kommende Gewitter verspürte. Ich liebe Gewitter. Die paar Stunden vor und nach einem Gewitter jeweils gehören zu meinen absoluten und kostbaren Glanz-Lebens-Momenten… nur da blühe ich zu 100% auf, das restliche Leben ist sonst eher so 80%-60%. Mhhhh, das erste Frühlings/Sommergewitter wird hoffentlich ein wahrer Genuss! Ich freue mich schon wie ein kleines Kind darauf… ich gehe da auch immer nach Möglichkeit dann direkt davor und beim Beginn spazieren, im Idealfall in der Nähe eines Waldes… denn da ist der Geruch des Gewitters am stärksten! Kann es gar nicht mehr erwarten!

Übrigens, wenn wir schon wieder beim Kind sein sind. Was mache ich heute als 30-jähriger, zurückgezogener und asozialer, männlicher Nerd-Single, der gerade keine Lust hat, an einem Projekt zu arbeiten oder sonst irgendeine Leistung zu erbringen? Richtig, ich futtere Kernöl-Bio-Chips, schaue Cartoons, lasse mich dabei verblöden und spiele zudem nebenbei alte SNES-Games alias Donkey Kong I bis III… und was macht ihr so an diesem Samstag-Abend?


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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