Es scheint ein wenig Fahrt in die Blosxom-Geschichte zu kommen und es beginnen bereits da und dort diverse Überlegungen, wie man das Ganze angehen sollte… mal meinen Senf.
Blosxom :: the zen of blogging – steht für minimalistisches Bloggen und ist meiner Meinung nach der ganz große, fette Bonuspunkt mit dem man müde WordPress-User und Co. am besten auch ansprechen und neugierig machen kann.
Ein Remake und Relaunch von Blosxom birgt etliche Gefahren, die bei fast allen der neuen “kleinen” Blog-Engines in den letzten 3~4 Jahren passiert ist – sie wollten dann doch alle zu viel… und eines Tages dann war es ein fettes, vollgestopftes Ding und man hatte erst recht wieder das, was man eigentlich nicht wollte. Wenn man sich den Ursprung von WordPress, Joomla (Mambo) anschaut oder anderen – die ersten Versionen und dann heute die Erschlag-mich-mit-Millionen-Funktionen-Versionen vergleicht, weiß man wie schnell das geht.
Deswegen hier mein Input an die Profis als ehemaliger Hard-Core WordPress-, Symphony-, Redaxo- (die haben aber die Kurve wieder gepackt), Joomla-, Serendipity-, Textpattern- und Co.-User.
Meine Ideen für einen neuen Blosxom-Core sind:
Das “Zen” erhalten.
Blosxom sollte auf jeden Fall weiterhin so ‘minimalistisch & klein’ bleiben wie es ist (es waren mal 500 Zeilen oder so), um nicht WordPress nach zu hecheln oder so wie andere CMS eines Tages plötzlich doch wieder wieder alles bieten zu wollen, überladen zu sein und dutzende Dateien und Include-Files mitzuschleppen.
Blosxom sollte also ein Kompetitor der ‘anderen Art’ bleiben, da genau der Minimalismus (nur ein kleines Script, solide Textfiles als Content-Träger,…) der große Bonus ist, mit dem es heutzutage gegenüber den Full-Feature-Engines wieder stark punkten kann – und sich von anderen Blog-Engines und CMS deutlich unterscheidet und damit hervorsticht.
Sonst entsteht schnell ‘nur’ eine Art von MT, Melody, Symphony CMS oder Redaxo ~”Light” Version- damit zu punkten wird einerseits heute schwierig sein und ist zudem auch eine Frage der Sinnhaftigkeit und Brauchbarkeit (siehe Remake Melody = MT, da kann man eher dort ansetzen).
Eine Datenbank-Anbindung sollte auf jeden Fall optional bleiben, da die Nicht-Anbindung an DB’s ebenfalls einer der großen und angenehmen Bonuspunkte bei Blosxom ist, auch Mini-Bonus gegenüber Moveable Type und auch zB. neue WordPress-Aussteiger oftmals anspricht und es dadurch auch bis heute ohne große wiederkehrende Updates und Anpassungen lauffähig geblieben ist – auch Versionen aus 2003 laufen problemlos.
Denn – es gibt nichts nerverendes für einen User als eine Meldung zu lesen alias “Es wird mindestens MySQL 4.5 benötigt, ihre Version ist jedoch 4.0.”. Außerdem bleibt es damit portabel – ein Blogumzug benötigt keine Datenbank-Einspielungen und Dumps, sondern nur ein FTP-Copy&Past – ist also für jeden kleinen User ‘beherrschbar’.
Zudem läuft es auch weiterhin auf jedem kleinen No-Name-Provider, unabhängig von MySQL-Versionen/Updates, Provider-Einstellungen, Hacks und Co – zumindest bei meinen Tests mit mehr als 6 verschiedenen Providern (Webspaces).
Wenn man also das “Zen” erhalten kann, dann kann man Modern Blosxom heute gut verbreiten und problemlos argumentieren auf die Frage “Was, noch eine der üblichen, alternativen Light-Blog-Engines? Gähn.”
Die Installation für DAUs sollte im Idealfall alias “Drag and Drop” möglich sein, ohne dass er extra DBs einrichten muss oder sowas kennen sollte. Solange er etwas per FTP hochladen kann, weiß was eine Textdatei ist – geschafft.
Fein wäre es, Zusätze wie Kommentare, Online-Administration/Editor und Co. als unabhängige Module bzw. Plugins einzuhängen, um den Main-Core von Blosxom selber immer so extrem schlank, unabhängig und überschaubar zu halten – und man damit den Update-Zyklus auch punktuell auf die Module selber beschränkt.
Als bildliches Beispiel: User sollten sich ähnlich wie bei diversen Linux-Distributionen sich ihr Wunschpaket bzw. Umfang zusammenstellen können. Lauffähig muss es aber auch so wie Blosxom jetzt mit einer Datei sein.
Ein Online-Texteditor (vermutlich unablässig für die Masse). Meine persönliche Bevorzugung wäre eine Formatierung mit einem Markdown- oder Textile-Editor, das hat sich zumindest in meinem Umkreis am besten integriert und lässt alles sauber – und läuft solide. Diverse klassische Full-WYSIWYG-Editoren richten nämlich in den falschen User-Händen noch immer katastrophale Ergebnisse an und hinterlassen Formatierungs-Code-Leichen je nach Browser und Version. Stichwort Validation und Einfachkeit – und meine Erfahrung nach ~10 Jahren Webseiten erstellen und betreuen.
Kommentare. Die sind ein schwieriges Thema, da immer recht umfangreich – es wird eine Administration, Email-Benachrichtigung, Freischaltung, Spamschutz in mindestens zwei Stufen und so weiter benötigt, sicher muss es auch sein… Bei anderen ‘kleinen’ CMS ist das nämlich immer einer der Punkte die dann dauerhaft auf ‘wackligen’ Beinen stehen und nie so richtig klappen oder nicht die Features bieten wie bei WP (Trackbacks, FB-Integration, Auto-Login via OpenID-, FB-, Twitter-, Google-Account und Co. lassen grüßen). Heute mag sich keiner mehr extra wo neu registrieren oder einloggen – rechtlich muss man es aber als Blogbetreiber einfordern, sonst folgt die Abmahnung.
Die Kommentar-Funktion sollte also vielleicht wie ein eigener, zusätzlicher und vollständig unabhängiger Core mit einzelnen Modulen gehandhabt werden – auch hier um Update-Zyklen/Umfänge beim Main-Core von Blosxom beschränkt zu halten. Wer mag, kann auch Disqus und Co. verwenden alternativ (das ist recht praktisch für WordPress-Umsteiger, die ihre Kommentare mitziehen wollen – Export/Import lässt grüßen).
Wünschenswert wäre damit eigentlich:
-) Weiterhin eine kleine Mini-Datei mit der man minimalistisch Bloggen kann und die aber kein Perl-Klon vom PHP SNEWS-CMS und Co. ist.
-) Bloggen mit Textdateien. Der Bonus.
-) Kategorien weiterhin in Folder-Struktur.
-) Ein simpler Online-Editor zum anlegen von Textdateien mit Markdown oder Textile.
-) Eine rudimentäre Upload-Funktion von Bildern mit Anpassung der Größe (resize).
-) Archiv-Funktion bzw. Liste
-) Erstellung von statischen HTML-Dateien, solange Textfiles als deren Basis erhalten bleiben
-) Die geringsten technischen Anforderungen an einen Webspace/Provider und User überhaupt.
-) Weiterhin ein simples HTML-Template-System, wo man jedes x-beliebige CSS-Free-Template in wenigen Handgriffen ohne große HTML-Kenntnisse anpassen kann.
-) Entwicklung von simplen Desktop/Android/iPhone-Editoren, die nichts anderes tun, als Textdatei schreiben ermöglichen/erstellen und in gewünschten Ordner am Server hochladen.
Und im Idealfall… wird Blosxom nicht größer und umfangreicher als die alten Versionen, sondern nur flexibler. Auch ein Grund, warum ich das Archiv auf [Muli.cc](http://muli.cc) überarbeiten werde und nur die wichtigsten hervorhebe. Blosxom steht für minimalstes, einfachstes und schnellstes Bloggen… bzw. sollte stehen. Bei richtiger “Promotion” und Unterstreichung dieser Punkte kann man sicherlich auch mit genau den “eingeschränkten” Funktionen am meisten Punkten.
Die User sehnen sich wieder nach Einfachkeit, Überschaubarkeit und dem “simple Zen-Lifestyle”. Nicht umsonst heißt es: Less is more!
(Alle anderen sollen zu WordPress, MT, Textpattern, GetSimple XML und Co. gehen.
Schade, dass ich nicht PERL programmieren kann – ich hätte sowas wie Blosxom schon vor vielen Jahren und vermutlich noch kleiner, minimaler programmiert. Und es dann “Zen Muli” genannt.



