Uff – das ist schon der zweite Alltags-Bericht über das Einkaufen. Und eigentlich habe ich den Artikel schon mal gepostet, vor langer Zeit – geändert hat sich natürlich nichts.
Die altbekannte Situation… man steht bei der Kasse. Es ist heiß, man ist müde, man ist genervt und man kratzt bereits ganz knapp am Kreislaufkollaps vorbei. Der Magen ist leer, der Boden wankt leicht unter den Füßen, der Atem geht schneller. Die ältere Dame vor einem trägt ein Parfüm, so dass man sich fühlt, als würde man von einem Serienmörder mit Chloroform betäubt, hinter einem ein junges, hübsches Mädchen, das so dicht an einem steht, dass man einerseits die Muskel spannt um massig und männlich zu wirken und um etwas Eindruck zu schinden, andererseits ist man sich nicht sicher, ob sie nicht nur das Tascherl zupfen möchte, weiter vorne ein Mann in den mittleren Jahren, dessen Fahne aus 3 Meter Entfernung einen Brechreiz verursacht – und an der Kasse sitzend dann der junge Nachwuchs, der sich alleine und ohne Unterstützung durch das mühsame Kassenleben schlagen muss, völlig überfordert und nervös ist, weil natürlich genau seine Schlange dreimal so lange ist wie bei den Altgedienten.
Alles nicht so schlimm – ein täglicher Klassiker. Aber mit einem großen Problem. Die Unfähigkeit oder das fehlende Einschätzungsvermögen der Mitmenschen, die Warterei an der Kassa sinnvoll zu überbrücken… zum Beispiel, in dem man das Geld vorbereitet oder wenigstens die Geldbörse sucht einstweilen.
Aber nein – jedesmal das große Erstaunen bei den Leuten, wenn sie an der Reihe sind… da wird dann hektisch und nervös nach dem Geld gesucht, Schweißperlen auf der Stirn und lange Gesichter. Wieder warten. Minuten später ist das Börserl gefunden, es kann endlich gezahlt werden und dann kommt der nächste an die Reihe. Und – Überraschung – er muss an der Kasse was zahlen!?! Jaja, mit sowas war nicht zu rechnen… naja, dann müssen wir halt beginnen, das Börserl zu suchen. Hat aber vorher bereits fadisiert Stunden in der Schlange verbracht.
Und so geht es immer weiter. Man regt sich auf, dass nichts weiter geht, man so lange warten muss und der da vorne so lange braucht… aber selber mal grob schätzen, was ihr eigener Spass denn so kosten könnte und vielleicht gleich mal schauen, ob man den Betrag ungefähr oder das Geldbörserl vorbereiten kann?
Nein. Das dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Warum auch immer.
Ich habe vorhin gerade wieder ein paar der alten Einträge meines alten Blogs gelesen – und ich muss sagen, dass sie mich wirklich selber berührt haben. Nicht weil ich so gut schreibe oder einen sonstigen Blödsinn, sondern aufgrund des Inhaltes… und weil ich die letzten Tage auch wieder vor so einer Entscheidung stehe… oder stand. Ich poste den Eintrag ohne besondere oder zusätzliche Kommentare – das Erstaunliche daran ist übrigens, dass ich ihn fast genau vor einem Jahr geschrieben habe. Damals hatte ich meinen Job gekündigt… dieses Mal bin ich aus einem liebgewonnen Projekt ausgestiegen:
“In den letzten Wochen hat sich in mir ein kleiner Keim gebildet, der unablässig versucht, sich an die Oberfläche zu bohren. Welcher Art er ist, vermag ich selber nicht zu sagen, aber ich spüre, dass er intensiv auf eine radikale Änderung meines Lebens drängt.
Und wieder ein neuer Tag…. dieses Mal sogar und endlich wieder mit etwas Sonne. Immerhin – vielleicht ist das ein gutes Zeichen… denn gestern habe ich viel nachgedacht, lange überlegt und mich mit einem Gegenüber ausgetauscht – und beschlossen, tatsächlich einen neuen Weg zu gehen… und Projekte endlich zu beenden bzw. sie los zu lassen – den Kopf in eine neue Richtung zu drehen, ihn frei zu bekommen, frischen Wind zu schnuppern und neue, wesentlich klarere Gedanken zu fassen.
Und vor allem mich wieder einem Kapitel meines Leben zuwenden, dass ich vor vielen Jahren zugeklappt habe – meine eigene, ungebunde ‘Kreativität’ (klingt jetzt so hochtrabend), völlig losgelöst von irgendwelchen Verpflichtungen, Vorgaben oder Berücksichtungen externer Faktoren und dergleichen. Die Zeiten, als ich zuhause in meiner Freizeit praktisch jeden einzelnen Tag neue ‘Dinge’ machte und wie am Fließband ausspuckte – Grafiken, Animationen und so weiter – und nichts dabei berücksichtigen musste.
Irgendwie ist heute schon wieder ein seltsamer Tag… die Stimmung ist komisch und verfälscht – und irgendwie unsympathisch. Kann zwar nicht sagen, woran das liegt, aber gefällt mir nicht. Sie wirkt so ernst, fast ein wenig depressiv und ich frage mich nur ‘Warum?’ und habe keine passende Antwort.
Dafür gibt es wenigstens etwas anderes – erfreulicheres – denn als ich heute an den Stadtrand gekommen bin, war etwas überraschend doch sowas wie leichter Schnee. Damit hätte ich nicht gerechnet, denn schließlich war das in den letzten Tagen in der Stadt nicht wirklich zu bemerken oder erkennbar. Für einen Schneemann ist es natürlich viel zu wenig, man könnte es eher mit Frost vergleichen – oder dem billigen, etwas trostlosen Schnee aus der Sprühdose für die dekorative Weihnachtsbeschmückung der Fenster – aber immerhin ist damit nun zum ersten Mal ein wenig Winterstimmung in mir… hallo Winter!
Es ist unglaublich, was sich auch in der heimischen Szene der Blogs mittlerweile getan hat, ernsthaft. Eigentlich wollte ich heute sehr zeitig aufstehen und etliche andere Dinge erledigen, bin auch seit halb fünf wach – aber bin dann irgendwie an etwas völlig anderem hängen geblieben… und zwar an diversen Listen verschiedener, österreichischer Blogs. Und man muss wirklich sagen – die Qualität hat sich ziemlich gesteigert.
Vor allem deswegen, weil man bei einigen nur per Zufall draufkommt, dass sie aus Österreich sind. Erst durch Querlinks oder Nebenbemerkungen da und dort stellt man fest – der ist aus Wien, Niederösterreich, aus Tirol, aus der Steiermark und so weiter… die Bloggerlandschaft ist stark gewachsen. Und viele davon sind zwar nicht besonders groß oder man kennt sie vermutlich nur in kleinen Kreisen, aber etliche unter ihnen arbeiten auch komplett mit eigenen Bildern und recherchierten Themen – und wenn man da sich mal so durchklickt, stellt man fest “Hey, das kann ja richtig was”.