Holz. Teil I

Also – wer irgendwie in letzter Zeit mit mir zu tun hatte, der weiß, dass ich anplane und langsam auch beginne, vieles in meiner Wohnung auf Holz umzustellen. Das beginnt bei Kleinigkeiten und völlig normalen Dingen wie zum Beispiel ein Kugelschreiber aus Holz bis hin zu größeren Dingen wie eine Arbeitsplatte in der Küche aus Massivholz bis hin zu völlig verrückten Dingen wie ein vollständiges Waschbecken aus Holz. Aber auch weitere Ideen sind vor allem heute tagsüber entstanden – beispielsweise eine kleine Stehlampe, Teelicht-Untersetzer und so weiter… man kann ja vieles aus Holz machen – und auf kleinere Mengen habe ich zur Zeit einen recht guten Zugriff.

Oben ein unbehandeltes Brett aus dem Baumarkt, unten 2~3 mal geölt und fast durchgetrocknet. Man sieht schön, dass die Maserung stärker wird, ein leicht gelblicher Ton trägt zu einer sympatischeren Farbe bei und das Holz fühlt sich auch geschmeidig, aber trotzdem trocken an.

Hinter der Holzsache steht aber nicht nur der eine Geschmack, der sich im Laufe der Jahre bei mir nun ändert – ich habe nach mehr als einem Jahrzehnt und noch länger einfach genug von kaltem, unpersönlichen Metall-, Glas- und Plastik-Möbel – sondern es stehen auch praktische Gründe dahinter. Deswegen spielt da Massivholz eine wichtige Rolle – ebenso der Einsatz von so wenig wie möglichen Zusätzen wie Lacke, Leime und so weiter. Massivholz deswegen, weil es stabil ist, lange hält – sehr lange bei richtiger Pflege – es sich nachträglich immer wieder bearbeiten lässt (z.B. abschleifen, zuschneiden, neu einlassen mit Öl und so weiter) und es bei “natürlicher” Behandlung auch lebt – also sozusagen atmet. Das bewahrt viele positive Eigenschaften, die für mich interessant sind. Und ich will viel mit Holz direkt aus der Natur machen – und damit auch Kosten sparen – auch langfristig, ein beschädigtes Holzteil lässt sich einfach leichter austauschen oder abändern, als irgendein Metall- oder Plastikteil bei einem Möbelstück.

So – das alles nur zur Einleitung für Teil I, denn in den nächsten Wochen werden immer wieder Einträge dazu kommen – gewissermaßen also eine Serie – damit sich eben jeder auskennt.

Momentan bin ich noch beim Holz sammeln, planen und überlegen – wobei ich eigentlich eh recht genau weiß, was ich will. Küchen-Arbeitsplatte und Unterplatte, Stehlampe für’s Wohnzimmer, Ecklampe für’s Bett, Wandhalterungen, Waschbecken im Badezimmer, Holzplatte auf der Waschmaschine, kleines Holzregal für Schuhe und sowas, Holzrahmen für den Badezimmer-Spiegel und so kleine Alltagsgebrauchsgegenstände und noch ein paar andere Kleinigkeiten.

Das Holz zu bekommen ist eine rein preisliche und oder organisatorische Frage – zweiteres ist mal das größte Problem, da ich gerade einen kleinen Zugang zu relativ frischem Totholz und dergleichen habe. Das nächste ist das Bearbeiten – leider steht mir keine Werkstätte zur Verfügung und außer einer kleinen Säge, einem schwachen Mini-Akku-Bohrer und Hammer und Nägel gibt’s leider nicht viel Unterstützung (eine kleine Tischkreissäge wäre nett und notwendig, ebenso wie ein Schleifband/stein – und der notwendige Platz dafür eben). Dann das dritte Problem noch – wie behandeln alles, was wie schützen und so weiter?!

Vom Anfang zum Ende - 1: direkt aus der Natur, 2: mit grob entfernter Rinde nach 5 Tagen trocknen, 3: gesäubert und leicht angeschliffen, 4: geschnitten und 1 mal geölt, noch in der Trockenphase...

Mit der letzten Frage bin ich schon wesentlich weiter als mit dem ganzen Rest, da laufen auch schon die Experimente – und die sind recht eindeutig und klar. Für fast alle Zwecke wird es bei rein geöltem Holz bleiben – nur das Waschbecken eines Tages wird tatsächlich richtig versiegelt – mit schlagbeständigen und wasserfesten Lack. Ansonsten nur pures Holz und Leinöl. Es ist dennoch ausreichend beständig gegenüber Wasser und Hitze – Stichwort Küchenplatte. Außerdem hat Holz noch einen netten Vorteil, natürliche Säuren im Holz wirken der Bakterienbildung entgegen, deswegen freue ich mich auch schon auf mein Schneidebrett aus Holz. Das zerfledderte aus Plastik habe ich gleich mal entsorgt.

Am Anfang war ich übrigens recht skeptisch, denn der erste Versuch mit dem Ölen war eher so ein “Aha. Und weiter?”-Effekt. Man muss sich erst öffnen, wenn man es nicht gewöhnt ist und sich bewusst machen, dass man eben einen anderen Werkstoff als bisher in Verwendung hat. Geöltes Holz bleibt gewissermaßen Holz, die Oberfläche wird nicht glatt versiegelt wie bei Lacken, die Poren bleiben offen, die Maserungen treten stärker hervor, das Holz atmet weiter, kann Wasser aufnehmen und so weiter – aber sympathisch ist, dass diese Effekte wünschenswert sind. Denn dem Holz passiert nichts ernsthaftes dabei und es beginnt auch durch sein Zutun im Laufe der Zeit Lebensspuren zu zeigen – auch das will ich.

Übrigens habe ich unterwegs in den Öffis in den letzten Tagen fast 200 Seiten mit Infos über diese Dinge in mich geschlungen – und das hat mir gezeigt, dass ich am richtigen Weg bin. Holz und reines Leinöl – beides zusammen ist völlig unbedenklich, beinhaltet also nicht so wie andere Mittel irgendwelche umweltbelastenden oder gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe und ist zudem auch Lebensmittelverträglich.

Somit stehen also die nächsten Schritte fest – Geld, Transport und Werkzeug muss her. Das Wie, Was und Wo ist bereits geklärt… Das Holzprojekt ist übrigens insofern für mich auch wichtig, weil ich dadurch meine Wohnung neu durchforste, säubere und organisiere und mir dadurch zugleich die Türen für neue Lebensabschnitte wie Umzug, niedrigere Alltagskosten, mehr Freiheit und neue Interessen und andere Dinge öffne.


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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  1. Inasabi says:

    holzwaschbecken?
    teelichtuntersetzer?
    ähmmm – ich sollt wohl nicht soviel whiskey trinken….

    holzkatzen, holzplomben, holzhandy, holzpolster, holzglühbirnen, holzweg, …..


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