In den letzten Tagen gab es zweimal in meinem Bezirk keine Straßenbeleuchtung in der Nacht – herrlich. Im ersten Moment ungewohnt und es dauert auch ein wenig, bis man bemerkt, was los beziehungsweise falsch ist… aber ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Stimmung solcher Straßen sehr mag. Es ist dunkel, sicherlich sinkt auch die Sicherheit und das Gefühl dafür natürlich – ich wohne ja nicht gerade in der feinsten Gegend und man erlebt auch so manche kleine überraschungen… aber trotzdem.
Im Normalfall werden die Straßen durch diese klassisch weißen Lichter erleuchtet, die Kreuzungen in meiner Gegend hingegen mit den gelblich-orangen Lichtern und hin und wieder kommen noch diverse Leuchtreklamen hinzu. Wenn die alle aber mal plötzlich wegfallen, dann erst bemerkt man die vielen, vielen gedämpft beleuchteten Fenster. Überall lauter kleine Wohnhöhlen, die in den dunklen Straßen fast wie in den Felsen gehaut wirken, ähnlich einer versunkenen und verwachsenen Stadt irgendwo in den Anden oder so… großartig.
Zusammen mit der Kälte, Musik oder einem guten Hörbuch in den Ohren und der Dunkelheit der stillen und leeren Straßen – und dem gelblich-orang-warmen Lichtern muss ich zumindest willkürlich an Fell, Fackeln und Urzeitbehausung denken. Wir sind irgendwie nur mehr geworden, aber sonst hat sich anscheinend nicht viel geändert… unsere kleinen, stapelbaren Wohnhöhlen.



