Das Schriftbild

Beim durchstöbern meines alten, eigenen Archivs bin ich auf diesen alten Text gestoßen. Lustig – so was ähnliches wollte ich heute sogar schreiben – also reposte ich hier meinen eigenen Eintrag: “Heute schmökerte ich mal wieder zur Abwechslung auf Praegnanz.de durch die Kommentare zu den Themen Schriften und es ist erstaunlich, wie viele Kontroversen entstehen können. Auch auf anderen Seiten im Netz entspinnen sich Glaubenskämpfe zwischen Arial, Verdana, Times New Roman oder Georgia (…). Da werden in elendslangen Diskussionen die Vor- und Nachteile des Schriftbildes und des Hintergrundes geführt, die Entstehungsgeschichte und vieles mehr… sachliche Diskussionen finden sich interessanterweise kaum. Vermutlich kann man die auch nicht führen, denn woran soll man sich orientieren? Ist die Farbe Blau oder Grün schöner? Oder doch Rot? Sinnlos.

Dennoch teilweise spannend zu lesen und auch wenn die Frage ob mit Serifen oder ohne vermutlich nie zu einer allgemein gültigen Antwort führen wird, beschäftige ich mich momentan ein wenig in den paar Minuten der Freizeit, die gerade eher eingeschränkt ist, mit der Thematik. In den letzten 5~7 Jahren war ich selber ja ein Anhänger von serifenloser Schrift, speziell auf Webseiten, aber in den letzten Monaten stellt sich auch hier ein radikales Umdenken ein.

Während in der vorherigen Familiengeneration meinerseits Bücher schon immer ein sehr großer und wichtiger Bestandteil waren, ich selber als Kind mich ebenfalls damit richtiggehend bedecken konnte (viele, viele Bücher), hat der Abrutsch Umstieg als Jugendlicher in die elektronische Welt die Lesegewohnheiten meinerseits enorm verändert. Es mussten klare, serifenlose Schriften sein, bloß keine Verzierungen, kühl, kalt und neutral. Klar und keine Ablenkung. Eben ein wenig “technisch”, vermutlich auch wegen des “Coolness-Faktors”. Da erinnere ich mich an die Zeiten meiner Flash-Seiten, wo kleine Pixelschriften in den Menüleisten zu finden waren – das würde mir heute nur noch in speziellen Situationen einfallen. Es sollte eben ein Unterschied zu Büchern sein, da ich in meiner Ansicht eine deutliche Trennung sehen wollte und auch als zwei völlig unterschiedliche Medien wahr nahm.

“Georgia” im Blog. Sofern die Glättung der Schriften am Computer eingestellt ist, vermutlich die am besten lesbare Schrift. Die Mobile-Version am Handy berücksichtigt das nicht, was aber auch Sinn macht aufgrund der “kleinen” Größe des Displays. (Hinweis: hier im neuen Blog ist (noch) keine Georgia!)

Doch es ist Zeit, seine Meinung zu revidieren. Denn die Zeiten von überfrachteten, über-verspielten Webseiten ist glücklicherweise vorbei – und in einer Zeit, wo man mit Informationen fast im Sekundentakt überhäuft wird, ist der Inhalt und die Lesbarkeit auf Webseiten ungemein wertvoll geworden. Irgendwie muss man schließlich die immer weiter wachsende Informationen und das Wissen heutzutage zugänglich machen, sie zu verkürzen gelingt jedoch nur bedingt – wo kann oder soll man Informationen weglassen, ohne den Inhalt oder die Aussage zu verändern? Somit ist es, meiner Meinung nach, wichtiger denn je die Grenze zwischen Buch und dem elektronischen Medium zu reduzieren oder gar aufzuheben. Die neuen, aufkommenden E-Book-Reader sind da vielleicht einer der Keile, die da Risse in die Trennmauer bringen können, aber das ist noch zu wenig.

Ich habe meinen Monitor ein wenig gedimmt vor einiger Zeit, denn auch echtes Papier in einem Buch ist selten strahlend weiß – der Leseeindruck ist gleich wesentlich angenehmer und dezenter. Und ich versuche nun auch bei schriftlichen Inhalten in Dokumenten wieder durchgängig Serifen-Schriften zu verwenden, momentan gefällt mir “Georgia” recht gut, natürlich nur, sofern sie groß genug ist und auch der Zeilenabstand etwas erhöht wird. Kommt nicht nur dem Schriftbild und der Lesbarkeit zu Gute, sondern zudem auch den Augen. Ich möchte wieder das Buch-Feeling der Kindheit auch am Monitor erleben… denn ehrlich gesagt: wer von Euch hat schon mal eine komplette, hunderte Seiten lange Geschichte am Monitor gelesen – egal ob am Heimcomputer, Netbook oder auf sonst einer mobilen Art und Weise?

Aber generell ändert sich der Geschmack – das Selbe gilt auch für die Layouts von Seiten. Starre Seiten, deren Breite vorgegeben sind, machen auf visuell ausgestalteten Seiten durchaus Sinn, ansonsten macht man mir aber mehr Freude, wenn sich die Seitenbreite proportional der Bildschirmbreite anpasst. Persönlich ziehe ich da eine zentrierte 60%-Breite der Bildschirmfläche vor. Genug Raum rundherum, aber breit genug um nicht kilometerlange zu scrollen. (Natürlich sollte eine Minimal-Breite von ~550 Pixel nicht unterschritten werden). Ok – ich schweife ins technische Blabla ab, zurück zum Thema… mich würde mal wirklich interessieren, welche Schriften und Größen ihr so bevorzugt im Online-Alltag oder auch beim Lesen von Print-Medien? Gute Beispiele oder Kritiken?”


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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  1. Emanuel says:

    Also – ich habe diesen Beitrag aus einem alten Blog von mir übernommen… und bemerke jetzt nachträglich, dass da irgendwie mindestens zwei komplette Absätze fehlen und der Inhalt etwas konfus ist – ich glaube auch, dass da noch Bilder dabei waren damals. Mh, merkwürdiger Beitrag aus heutiger Sicht.


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