Text-Archiv

Irgendwann heute tief in der Nacht, habe ich noch einen kleinen Fehler beim Team-Projekt korrigiert und dabei eine Datei aus irgendeinem Backup vor langer Zeit gesucht… und natürlich nicht gefunden. Ich habe schon wieder zuviel an Datenmüll auf meinen Festplatten. Eigentlich hatte ich ja den festen Vorsatz Anfang des Jahres, wirklich nur das Notwendigste vom Notwendigsten zu speichern und alles andere auf Hardcore-Style einfach zu löschen. Man kann heute nicht jedes Datenfutzerl speichern… also können schön, aber ganz ernsthaft – wer schaut sich dann die 5 Terrabyte-Platten nochmal an – gefüllt mit tausenden von Ordnern, Emails, Fotos, Musik, Filmen, Backups, Programmen, Notizen, Bemerkungen und so weiter…? In der Theorie irgendwann einmal in ein paar Jahren, wenn man wieder mal so schauen möchte, was man früher gemacht hat. Und so halt. In der Praxis passiert das aber nicht wirklich.

In der Kürze liegt die Würze, deswegen werde ich relativ bald wieder mal hier aufsaugen müssen und soviel Datenstaub wie möglich entfernen. Aber eigentlich war das nicht der Grund für das Posting hier. Denn wie ich so sinnierend durch die Ordner streife und diese verdammte und ****-Datei suche und natürlich nicht finde, stoße ich auf einen unbenannten Ordner und entdecke plötzlich ein komplettes Archiv einer meiner alten Blogs. Und zwar einen, den ich fast vollkommen vergessen hatte, der aber ebenfalls damals mit weit über 300 Einträgen gefüllt war. Das war die Zeit, als ich Jekyll als Blog-Engine verwendet hatte – und noch vor Blosxom und kurz nach WordPress – in so einer Zwischenphase damals.

Wirklich überraschend – habe mich ein wenig durch die Seiten durchgelesen – meine Güte, fast wie ein altes Fotoalbum aus der Kindheit, richtig nostalgisch. Da habe ich mich noch richtig mit Themen auseinandergesetzt, Meinungen kundgetan und viele Dinge des Lebens abgewägt, die heute ihre Antwort nun gefunden haben… spannend irgendwie. Ich würde mittlerweile wirklich gerne einen Teil der alten Archive einspielen, muss aber wirklich zugeben dieses Mal, dass ich einfach keine Ahnung habe, wie das geht. Denn die Archive sind in den unterschiedlichsten Formaten, von Textdateien bis hin zu exotisch formatierten Datenblöcke und so weiter – je nach Blogsystem der damaligen Zeit. Vielleicht werde ich auch einfach Stück für Stück immer wieder welche einstellen nachträglich – ein Prozess der so allerdings sicherlich quasi ein ganzes Jahr benötigen würde.

So oder so – ich merke, wie schön es ist, so konsequent seinen eigenen Blog zu schreiben und damit sein Leben ein wenig “niedergeschrieben” zu haben. Andere lassen irgendwann im Alter ihre Biografie niederschreiben, ich schreibe sie mir fortlaufend selber. Diese Entdeckung vom Ordner heute Nacht ist einer der wenigen Momente, wo die Sammelwut von alten Daten einmal wirklich Sinn gemacht hat…


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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