Heute – angeregt durch ein Gespräch mit einem Kollegen – habe ich mir mal wieder gedacht, wie dumm ich früher war… Soviel unnötiges Zeug gekauft, soviel unnötig für Dinge Geld ausgegeben, die weder Bestand noch Wert hatten – und soviel unnötig Zeit dafür investiert. Wirklich unnötig und ohne Ziel.
Zwar habe ich jetzt nie zu denen gehört, die sich irgendwelche Luxusartikel ständig geleistet haben – so zum Beispiel 20 Paar an Nike-Schuhen oder sowas für’s Regal… im Gegenteil, dazu war ich eh schon immer zu spartanisch – andererseits wenn ich mir anschaue, was ich alles zum Beispiel an Elektronik-Zeugs die letzten Monate entfernt und ausgemistet habe, oder auch an Dingen wie Stative und sowas, dann beginnt man schon zu überlegen… Es sind zwar kaum teure Dinge dabei gewesen und ich habe sie alle auch immer verwendet – aber manchmal denke ich mir schon ‘War es das alles wirklich und ernsthaft Wert?’…
Hätte ich wirklich die kleine Digicam noch gebraucht, obwohl ich ja entweder mit dem Handy oder gleich mit der großen Spiegelreflex-Kamera fotografiere? Hätte ich wirklich zwei billige Grafiktablets benötigt, anstatt gleich ein besseres? Hätte ich den oder den zweiten bezahlten Online-Account da und dort nicht einsparen können? Wozu habe, oder besser hatte ich, zwölf Stative? Weder besitze ich diese Anzahl an Kameras, noch an Leuchten oder Reflektoren?! Hätte ich wirklich eine zweite Fotopapierrolle benötigt? War die zweite kleine Taschenlampe ernsthaft notwendig?
Klingt jetzt alles lächerlich natürlich, da ja für viele – oder die meisten Leser zumindest – das alles nur klassische Peanuts sind… Dinge eben, die man sich im normalen Leben halt leisten und irgendwie im Alltag als normaler Ausschuß bereits integriert und als solche unbewusst auch deklariert sind. ‘So ist halt das Leben und das gehört alles dazu’ – quasi dieser Ton. Nur immer öfter denke ich mir, dass das alles reiner Quatsch ist. Ich will damit weder unsere ‘zivilisierte’ Gesellschaft des Konsums in Frage stellen – das ist sinnlos und bringt nichts… habe ich auch schon lange aufgegeben – aber ich für mich frage mich schon selber, warum ich das zugelassen habe, obwohl ich bei solchen Dingen doch zumeist und zumindest gedanklich die Vernunft sprechen lasse oder es meist versuche….
Aber jetzt mit 30 sitze ich da, hatte vor kurzem noch knappe 20 Kilo an Kabel und Stecker auf einen Berg zusammengehäuft vor mir liegen, ohne zu wissen, wofür die überhaupt alle sind, dutzende Bücher, wo ich eigentlich auch schon beim Kaufen irgendwie unbewusst wusste, dass ich sie vermutlich nie ernsthaft lesen werde und so weiter und so fort…
Nur das besitzen von Dingen macht tatsächlich nicht glücklich – oder zumindest nicht mich… Und immer mehr und mehr merke ich, dass sie mir eine Funktion bieten müssen – wenn sie das nicht tun, dann beginnt ihr Wert für mich radikal zu sinken. Und das heißt nicht, dass ich jetzt spartanisch mich aus einem Lehmtopf ernähren möchte – weiterhin sind ein Loft, Terasse, ein gutes Essen und ein wenig Exklusivität und dergleichen, gepaart mit dezentem Wohlstand auch für mich feine Dinge, die man ausleben oder erreichen möchte… aber mal im Ernst… da bringt eine zweite Kamera oder eine zweite Taschenlampe auch nichts?! Alles nur Ballast und völlig sinnlos.
Mh. Ich bin teilweise wirklich unvernünftiger, als ich mich selber so einschätze. Gehört wohl unverweigerlich zum Mensch sein dazu – macht mich aber trotzdem nicht glücklich…




hey, du wirst erwachsen.
Ja, im Gegensatz zu manchen Leuten, die noch mit Lego und so spielen und dutzende Kilo davon in Vitrinen horten….