Es ist wirklich mühsam. Die Sammlung der sogenannten “Bookmarks” oder Favoriten – also Webseiten-Links, die man sich für später aufhebt. Ich bin seit jeher einer, der ständig durch die Weiten des Netzes tigert, auch immer wieder einfach einer Webseite folge und dann der Nächsten und so weiter – sozusagen den Spuren im Schnee folge… dabei entdeckt man immer wieder völlig überraschende oder ungewöhnliche Dinge, Projekte, Design & Layouts oder spannende Menschen. Es macht Spass und hat halt ein wenig von Schatzsuche, vermischt mit etwas Abenteuer. Auch findet man dabei immer wieder neue und interessante technische oder konzeptionelle Ideen, die man mal später gut gebrauchen bzw. anderweitig auswerten kann – oder auch Wissen, das man bei einer bestimmten Gelegenheit verwenden möchte.
Und so sammeln sich im Laufe von einer Woche zwischen zehn bis hundert solcher Links in meiner Sammlung an. Meistens aufgeteilt in Technik, Design, Leben, Blogs, Mode & Fotografie, Architektur und Musik. Und dann gibt es noch Diverses. So weit, so gut.
Das große Problem ist aber die Menge. Man kann sich ausrechnen, was sich da so alles in einem Jahr ansammelt – und wie schwer es wird, Übersicht zu bewahren. Immer wieder gehe ich dann diese Listen durch und versuche ein wenig aufzuräumen, doppelte EInträge zu entfernen – aber das ist wirklich mühsam. Auch muss man jedes Mal aufs Neue entscheiden – ist dieser Link noch wertvoll oder nicht? Dieser Blog oder dieses Layout? Dieses Design oder diese Infos zu einer Software oder einem Tool? Oder Hilfe und Informationen? Schwierig.
Und ich habe auch schon alles versucht – einfach weniger abzuspeichern (die Tastenkombination ist aber einfach zu schnell & bequem gedrückt), die Listen zu exportieren und in anderen Formaten und dann mit Software-Tools zu organisieren, habe mir auch auf den Servern eigene OpenSource-Lösungen installiert, die diverse Link-Portale imitieren und das “taggen” von Links ermöglicht – und natürlich externe Services und Free-Angebote… aber ich gebe ungern meine Sammlungen aus meinen Händen. Es muss ja nicht jeder wissen, was ich mir so durchlese…
Einzig die radikale Lösung war bisher immer die Erfolgreichste – ähnlich wie bei anderen Lebensansätzen… einfach beinhart die Linkliste eines Tages – am besten in der Früh – löschen. Zeitig in der Früh deswegen, weil man da noch zu schläfrig ist, um genau zu verstehen, was man gerade tut – besser so. Denn natürlich bereut man es immer nach ein paar Tagen, wenn man verzweifelt nach einem Link sucht. Aber es fühlt sich auch besser an im Endeffekt.
Und deswegen habe ich heute einen noch radikaleren Ansatz vollzogen – und heute die Bookmarks/Favoriten gelöscht und den Tastatur-Shortcut zum abspeichern ebenso deaktiviert. Ich habe es einfach satt. Es ist sinnlos geworden, zig-hunderte oder tausende Webseiten zu sichern – man kann sie eben nicht alle lesen oder speichern. Das ging vor zehn Jahren herrlich, damals war auch alles viel überschaubarer – aber heute poppen jeden Tag unzählige Blogs und Webseiten sowie großartige Online-Projekte auf. Eines ist besser als das andere. Jeden Tag und ununterbrochen in einem fort. Und den Rest an “besonderen” oder “wichtigen” Seiten – nun, auch die Suchmaschinen sind besser geworden – man findet heute recht schnell das Gesuchte ohne viel Aufwand… oder zumindest ein brauchbares Äquivalent.
Man sollte einfach in Frieden und genussvoll durch das Web streifen – man stößt so oder so auf spannende und beeindruckende Seiten – das ist nicht mehr so schwer, wie früher. Adé Bookmarks – und wirklich beeindruckende oder wichtige sowie oft gelesenen Seiten bleiben und sollten mir so oder so im Gedächtnis bleiben (und in weiterer Folge im Browser-Verlauf). Also – schauen wir mal, wie lange ich es ohne diese Funktion schaffe…




Noch besser wäre eigentlich ein Verfallsdatum, dass die Bookmarks zum Beispiel nach 30 Tagen löscht. Gibt es sowas bei Opera?