Gestern war es nach langer Zeit wieder soweit… “Die Natur ruft” lautete das Motto – und so stapften Tofugotchi und ich gestern bei herrlichem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel los, um ein wenig von der schönen Landschaft zu genießen. Mit dabei wie immer die beiden Hundegotchis, die vor lauter Bewegungsdrang schon fast am Platzen waren. Das Wetter war auch dieses Mal wirklich sehr fein!

Nachdem wir ja bei diesen Ausflügen auch immer wieder Abwechslung suchen, sind wir an diesem Tag in dieser Nacht fröhlich und gut aufgelegt in beinahe unberührte Natur gestapft. Gerade mal eine lächerliche Handvoll an ganz kleinen Öl-Tanks fanden sich vereinzelt zwischen den Bäumen, hin und wieder auch mal dezent zwischen Rehen und Maulwürfen ein paar Güterwaggons und abgesehen von dem schweren Maschendraht-Zaun, der die Wildnis tief durchschneidet, sagen sich hier sicherlich Hasen und Igel “Gute Nacht”, sobald man sich umdreht.
Die beiden Hundegotchis liefen sofort weg trotteten brav und gesittet neben uns – wie treue Weggefährte – die ihren Gebieter niemals im Stich lassen würden. Andere Hunde laufen einfach ins Gedicht oder so, aber da sie ja brav trainiert und ausgebildet sind, muss man sich da ständig keine Sorgen machen. Sogar ein paar Kunststücke wurden mir vorgeführt, so zum Beispiel auf das Bein und in den Magen über das Bein und elegant vorbei hechten. Schaut beeindruckend aus, leider war die Kamera dafür zu langsam. Erst nachträglich ist mir eingefallen, dass ich ja von dem Sprung auch ein Video machen hätte können. Naja, das nächste Mal halt.
Nachdem wir genug frische Luft eingeatmet hatten, zog es uns weiter, denn wir wollten unbedingt noch etwas Sonne bei der – für diese Ausflüge immer üblichen – Autobahn-Lärmschutzwand genießen. Ein paar Gehminuten später waren wir dann auch dort – und man muss wirklich sagen… so viel Ruhe vor anderen Menschen und so hat man selten!

Wie man schön auf dem Bild hier oben sehen kann, zieht sich der herrliche Wald rechts entlang des fast unberührten Spazierweges. Was übrigens auffallend war dieses Mal, dass Tofugotchi nicht wie sonst immer 10 Meter weiter vorne war – denn normalerweise schleppen die Hundegotchis sie fort wie bei einem Schlepplift – dafür bin ich mehrfach nur knapp mit dem Leben davon gekommen, als sich die Leinen heimtückisch und – aufgrund der hohen Geschwindigkeit – surrend um meine Füße legten und versuchten mich ins dunkle Gedicht zu ziehen. Man muss schon seine Augen aufmachen… aber glücklicherweise handelt es sich dabei um eine dünne, braun-schwarze Leder-Leine, die man im Dunklen aber so was von gar nicht ganz besonders gut sieht!
Nachdem wir unseren Lungen also diesen Wald-Wand-Spaziergang gegönnt hatten, bog Tofugotchi plötzlich so unvermittelt ab, wie es nur südländische Autobusfahrer bei Steilküsten und ohne Bremsen können… ich konnte gerade noch Anschluss finden und wäre fast im tiefen, unendlichen Wald verloren gegangen… aber praktischerweise braucht man bei den Hundegotchis einfach nur den knackenden Ästen und dem Gekeuche folgen… und schon war ich mitten in einer Szene von einem 60er Thriller-Film, so einem, wo der Agent durch den Wald schlüpft und man hinter jedem Baum den klassische Bösewicht mit seiner schmalen Pistole vermutet.

Die Hundegotchis hatten es von Natur aus leichter – sehen ja eh sowieso nix und orientieren sich nach der Nase – und waren auch recht unbekümmert – und Tofugotchi, wie auch immer sie das macht, hat entweder ein eingebautes Radar oder kennt die Wege tatsächlich in und auswendig. Meine Wenigkeit beschäftigte sich beim hinterher Laufen mit den gegebenen Boden-Aggregats-Zustände, die sich zwischen völlig schlammig bis zu völlig trocken und fest offenbarten. Sprich, mit dem einen Bein wegrutschen und mit dem anderen Fuß festkleben und nicht weg können.
Glücklicherweise hatte ich ja die Kamera dabei und so war es mir möglich – da schlägt das kindliche Agentenherz höher – mit dem Blitz von meinem Fotoapparat die Landschaft hell auszuleuchten. Also für immerhin einem Bruchteil einer Sekunde. Ausreichend um noch das letzte Ausflugsfoto zu schießen… denn das rote Augenleuchten, dass auf uns hechelnd zu stürmte, war zugleich auch aus das Letzte, was wir sahen… dann sprang das Hundegotchi und es wurde dunkel um uns…

Nachdem mich übrigens das Hundegotchi ausgespuckt hatte und ich das beste Essen meines Lebens – das ist eine andere Geschichte – in mich gestopft hatte, fuhr ich quer durch die Pampa wieder heim. Mit einem – an den Toren von Wien – sogenannten “Betriebsstörungsblabla-wir-ziehen-den-Zug-mal-eben-ein-und-bitte-schauen-sie-wie-sie-selber-heimkommen”-Zug. Ja, die liebe Bahn. Aber der Tag hat trotzdem Spass gemacht!
Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.