Argh. Ich ärgere mich schon wieder. Über diese Enstirnigkeit von “Selbstverständlich sind wir alleine im Universum, das kann kein Zufall sein”. Warum, warum, warum nur? Warum tue ich mir solche Diskussionen nur an – sie machen einem nur psychisch fertig. Wirklich. Wie kann man nur als Mensch auf sich selber so kleben, sich selber behindern und seine eigene Sicht so enorm verstellen? Tut mir leid, ich gehöre zur anderen Fraktion. Das Universum ist so “fett” und “groß”, es sind so viele Billionen, Myriaden und mehr Brösel da draußen und dann will mir jemand erzählen, dass wir da im Mittelpunkt der Intelligenz und des Seins stehen. Na klar – und die Sonne dreht sich um die Erde.
Ich habe da mal eine – vom Maßstab her mit den Sandkisten sicherlich völlig falsch – Visualisierung erstellt. Unsere Erde ist in einem Sonnensystem. Das sind schon paar Brösel. Von diesen Sonnensystemen gibt es noch viel mehr, die bilden alle zusammen auf einem gewaltigen Haufen Galaxien. Aber auch von denen gibt es wiederum wirklich enorm viele, die auch in Haufen herumkurven. Die bilden wiederum weitere Haufen bzw. Cluster, die wiederum noch größere Super-Haufen bilden die dann – nach dem heutigen Wissensstand – fast schaumartig herum wabbern. Was danach kommt, weiß man nicht… aber unabhängig davon, muss man sich doch mal diese gigantische Menge schon alleine bei den Galaxien mal vorstellen. Und sich klar machen, dass wir zwar weit schauen können, aber nicht mal unsere eigene Galaxie richtig erforscht haben (so gut wie “kaum”), geschweige denn, dass wir nicht mal einen vollständigen Einblick in unsere Sonnensystem haben – und sogar noch über Pluto und Co. streiten bzw. wieder deklassifizieren.

Und jetzt kommt jemand daher und faselt was von A) das kann kein Zufall sein, das muss jemand gemacht haben (Gott und so – gähn. Immer Gott, wenn sich der Mensch was nicht erklären kann. Warum sollte er das tun, wo hat er das gemacht, weshalb hat er das gemacht, warum klatscht er uns einfach da in irgendein Eck irgendwo am äußeren Rand einer Galaxie und vor allem woher kommt er und wer hat ihn gemacht und so weiter – und jeder der jetzt antwortet mit “Er weiß schon warum”, gehört an die Wand genagelt. Das ist keine Antwort. Aber dazu ein anderes Mal… und B) mag sein, dass es groß ist, aber sowas Intelligentes wie uns gibt es ganz sicherlich kein zweites Mal. *klatsch*
Ich verstehe nicht, warum man sich so widerstrebend diesen Dingen annähert… woher die Angst? Dass jemand besser sein könnte? Dass alle Gedankenmuster über Religion, Ich-Bezug und zentraler Punkt des Lebens in Frage gestellt werden? Ich vertrete auf jeden Fall die Meinung, dass wir NICHT alleine sind… und ich rede jetzt nicht von geheimen Verschwörungs-Besuchen auf der Erde, Entführungen und Sex mit Außerirdischen (da muss man sich sowieso an den Kopf greifen, aber eh klar – Freud lässt grüßen), noch von Raumschiff-Patroullien, die die Erde bereits morgen assimilieren – und schon gar nicht von Kulleraugen, langen Fingern und grünem Blut… sondern ganz schlicht und ergreifend von Leben. Egal ob als Amöbe, Moos, Landtiere, Flugtiere oder vielleicht sogar Raum-Lebewesen (nein, nix spirituelles und übersinnliches – sorry – sondern alias Viren und Bakterien, also ganz nüchtern und trocken). Kann mir keiner erzählen, dass es das nicht irgendwo (vermutlich sogar zur Genüge) gibt. Und Religion soll man bitte als Spirituelles für’s eigene Seelenheil – oder was auch immer – sehen von mir aus, aber bitte nicht als wissenschaftliche Antwort für Alltagsdinge, die wir uns (noch) nicht erklären können. Man darf schließlich nicht vergessen, dass man – geschichtlich gesehen – bis vor einiger Zeit noch glaubte, dass die Sterne oben auf einer Kuppel kleben und man am Rand runter fällt…
So. Grgrgrgrgrgr. Danke.
Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.
1. was hast denn gegen das liebe gott?
2. die erde ist natürlich nicht das zentrum – sondern ICH
Na – gegen den lieben Gott oder die Religion (egal welche) habe ich so gar nichts – die kann und soll es ruhig geben – und jeder soll seinen Glauben haben und ausleben. Aber man soll Glauben auch als das behandeln, was es ist: etwas Spirituelles.
Und nichts mit dem man Naturgesetze, Bildung, Wissenschaft, Forschung und Co. erklärt. Das ist gefährliche Vermischung. Religion soll einen Leitpfad für den eigenen Umgang mit sich selber und den Mitmenschen ermöglichen und – von mir aus – die Suche nach der inneren Erleuchtung, Glück und was auch immer… aber sonst bitte dort bleiben, wo sie am besten aufgehoben ist: im jeweils eigenen Kopf.
Dazu passend: http://orf.at/stories/2101909/