Verblendung

Nachträglich wiedermal etwas Leinwand-Atmosphäre – Tofugotchi und ich haben uns “Verblendung” im Kino angeschaut, zur Abwechslung mal auch in einem anderen Kino der größeren Klasse (furchtbar die vielen Menschen, wir sind alle wie Sardinen), netter Film und ein paar “spannende” Szenen – auch wenn laut Gotchi die erste Fassung doch anders war und für Kenner der Neue vielleicht ein wenig zu langatmig. Mir – als offizieller Nichtkenner – war es aber dennoch recht kurzweilig und hat er Spass gemacht.

Unabhängig davon, musste ich nun beim einem TV-Ausschnitt um die herzige Vorgehensweise des “Cyberspace-Eindringens” (mit Drähten, ganz alter Film) unwillkürlich an die alten Klassiker-Movies denken – alias “Hackers” und Co. mit der damals recht “jungen” Angelina Jolie im Jahre 1995… meine Güte, wie schnell die Zeit vergeht. Da war der Drang zum Hacker und kleinen Cyberkriminellen in jedem von uns (in unserer kleinen, sehr überschaubaren Community… Mikegotchi weiß, was ich meine). Mal eben irgendwo in einen Rechner eindringen, mal eben Personen aufspüren und tracken wie in “Der Staatsfeind Nummer 1″ und dergleichen – das lässt Techniker-Film-Jolie-Freak-Herzen höher schlagen.

Aber man merkt auch, wie sehr sich die Zeiten geändert haben – und wie sehr real alles geworden ist. Heute hat man allerdings auch als Freak eher damit zu tun, so wenig Spuren wie möglich zu hinterlassen, beschäftigt sich fast mehr mit dem “Verstecken” als dem Aufspüren von Dingen. Irgendwie hat sich die Zeit und Geschichte doch ein wenig umgedreht, auch wenn Hacker und Cracker-Gruppierungen heute unter der Symbolhaftigkeit einer Anonymous-Gruppe agieren.

Kurz und gut – die Zeiten von Telefonhacking und Co. sind vorbei (hat es das bei uns je ernsthaft gegeben?) und ich werde heute meine ganzen alten Computerbücher über “Phreaking”, “Hacking” und sonstige, dicke Wälzer endlich in den Papierkorb schmeißen. Völlig veraltet und sowieso sinnlos… ein Netzwerk-Administrator bin ich ja dann noch – glücklicherweise – nicht geworden. Sich damit heute zu beschäftigen macht keinen Spass mehr und ist auch sinnlos.

Wieder mehr Stauraum in der Wohnung. Oder mag jemand die Bücher?


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Ausflug, Essen, Kino, Eis,…
Alle für einen, einer für…?
Geeks und Nerds II
ARTE TV: Geeks und Nerds
Radfahren
8bit-Key-Chiptunes



DEINE MEINUNG