Wabi-Sabi Leben

Also jetzt muss ich mal ganz offen was zugeben… ich bin nämlich heute in der schlaflosen Nacht durch irgendwelche Zufälle beim Stöbern in diversen Architektur-Blogs über den Begriff “Wabi-Sabi” gestoßen – und mir wurde bewusst, dass dieser bisher in meinem Wortschatz noch nicht vorkam, warum auch immer… Umso überraschter war ich natürlich auch, als ich feststellte, dass der Wabi-Sabi-Lebensstil eigentlich genau auf meinen hoffentlich recht bald und zukünftigen eigenen Wohnungs-Style (dem ich ja jetzt schon die ganze Zeit jetzt nachlaufe und nachbastel) zutrifft – oder zumindest die Idee gut bezeichnet.

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Keine Ahnung, warum ich als fleißiger Architektur-Zen-Minimal-Leser-Fan und sowieso als grundsätzlich treuem Minimalismus-Fanatiker bisher noch nie darüber gestoßen bin. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

“Ursprünglich bedeutet “Wabi”: sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit “Sabi”: alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet.

Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren (Gundert).”

Ist das nicht schön? Man kann ruhig lachen, weil es natürlich auch noch auf ein paar mentale Aspekte bei mir wie die Faust auf’s Auge passt. Amüsant irgendwie. Na auf jeden Fall habe ich dann noch mitten in der Nacht begonnen, ein wenig das weltweite Netz mit meinem Handy zu erkunden und bin auf viele Beispiele gestoßen, wo ich mir gedacht habe “Ja, ja, GENAU so mein(t)e ich das alles!”. Ich beziehe mich dabei übrigens jetzt rein auf den Einrichtungsstil und auch da in einer Light-Variante sozusagen… also sprich zum Beispiel Holz, Steine, unbehandelt oder nur leicht geformt und die Vermischung von Rustikal mit hellen und luftigen Räumen.

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Denn das ist auch zugleich eine Angst, an der ich vorbei arbeiten möchte… wie treue Blogleser ja wissen, versuche ich zur Zeit eben vieles auf Holz umzustellen, habe aber dabei immer im Hinterkopf, dass ich vermeiden möchte, dass es “rustikal” und “depressiv” wirkt. Als Österreicher muss man schließlich immer etwas aufpassen, denn das Schlimmste wäre nämlich, wenn ich eines Tages feststellen würde, dass meine Wohnung einen bäuerlichen Stil bekommen hat (eh kaum möglich, aber man weiß ja nie). Denn dann heißt es wirklich sich im zukünftigen Grabe umdrehen. Bloß nicht! Zugleich besteht bei Holz auch die Gefahr, dass es in der Wohnung – vor allem bei dunklen Holz-Tönen – recht schnell schwer, düster oder wuchtig wirkt – auch nicht so gut.

Was ich somit anstreben ist das Leichte, Helle, Freundliche und viel, viel und viel Luft rundherum, aber dennoch massives Holz, das roh, grob und stabil ist – also eine feste Wertigkeit und Langlebigkeit verströmt und sozusagen unverwüstbar ist. Auf den hier beigefügten Fotos sieht man zum Beispiel auch solche Holzblöcke im Badezimmer oder Essbereich – so was mag ich besonders.

Kurz und gut habe ich jetzt also endlich einerseits einen Begriff für meinen angestrebten Style in der Wohnung gefunden – warum ich den erst mit 30 finde, keine Ahnung – und zugleich auch ein bisschen visuellen Input für weitere Ideen. So gehört sich das. Insofern sind die dunklen Augenringe heute schon ok… man muss auch Abstriche machen können.

Hinweis: alle Bilder unterliegen dem Copyright der jeweiligen Autoren – Bildcredits.


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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