Das liebe Training

Irgendwann, mit knappen 31, kommt man ja doch schön langsam in die Jahre – wenn wir uns alle mal ehrlich sind. Vor allem, wenn man ein Computer-Schildkrötenhaltungs-Mensch ist, wie ich bekannterweise. Zwar habe ich das Glück von schlanken Genen und laufe daher wie ein abgemagerter Blumendraht sportlich durch die Landschaft, aber dennoch sammeln sich durch die täglichen Tonnen an Süßigkeiten durch die tägliche Ernährung da und dort “Ablagerungen” an. Wie es halt bei Männern so ist, lässt da dann zum Beispiel ein leicht genährter Bauch grüßen. Und das geht nicht. Wirklich. Sicher nicht.

Vor zwei oder drei Jahren – oder doch vier? – hatte ich mal eine sehr brave Phase, wo ich monatelang jeden Tag ein braves Training machte, mich zuhause an der Stange hochzog, mir selber in ganz kleinen Etappen und mit minimalen Erweiterungen Stück für Stück eine richtige Ausdauer heranzüchtete… da waren tägliche Liegestützen und Co. praktisch kein Problem. Von einer Einzigen ging es dann erst im 5er-Takt aufwärts, später wurde bereits in 10er und 20er-Einheiten gemessen. Aus heutiger Sicht kann ich mir das fast gar nicht mehr vorstellen. Und das ärgert mich und frustriert. Der leichte Waschbrettbauch hat sich schon lange verabschiedet – leider. Zeit also dagegen anzukämpfen.

Nachdem ich ja in Kürze einen neuen Lebensabschnitt antrete, ist es also wirklich Zeit, JETZT wieder aktiv zu werden – und zwar bevor es zu spät ist, man endgültig vorm TV versumpert und sich der wohltuenden Verweichlichung widmet. Aber ich werde das natürlich langsam und sinnvoll angehen und in kleinen Schritten die nächsten 3 Monate brav an mir arbeiten. Im Gegensatz zu damals, wo ich einfach auf Gutdünken handelte, greife ich dieses Mal auf Unterstützung zurück sowie auch auf ein paar Applikationen – also lasse mal zur Abwechslung wieder auch den Computer mit einfließen. Für den Anfang verwende ich unter anderem zum Beispiel eine ganze kleine Applikation am Handy, die die Trainingseinheiten in kleine Häppchen auf den Tag aufteilt. Man beginnt ganz leicht und steigert sich dann Schritt für Schritt. Anfänglich mal da 3 und da 6 Liegestützen, Chrunches und Co. verteilt, so dass man auf ein gewissen Tagespensum kommt, später steigert sich es sich natürlich leicht von Tag zu Tag und konsequent – so dass man irgendwann bei 100 Einheiten im Gesamten (und mehr) täglich ist. Mit einer solchen Herangehensweise kann ich erfahrungsgemäß gut und auch ausdauernd arbeiten.

Vor allem – mit über 30 funktioniert schließlich so ein “Von Heute auf Morgen”-Training einfach nicht mehr so, sondern man sollte wirklich das Ganze mit viel Bewusstsein und auch einer Portion Vorsicht angehen. Gelenke und Co. haben da einen anderen Spielraum, wie ich unlängst bei einer übermütig genommenen Stufe feststellen musste – da zog das Bändchen im Knie ordentlich und schmerzhaft. Aber es heißt nicht nur brav den Körper wieder ölen und festigen, sondern es gehört unter anderem auch viel Wasser trinken dazu – etwas mit dem ich noch kämpfen muss. Zwar komme ich sicherlich mit allen Getränken auf die zwei-einhalb bis drei Liter pro Tag, aber es fehlt die Regelmäßigkeit und Konsequenz – und ein zusätzlicher Liter schadet nicht wirklich. Eine Zeit lang war ich auch da gut unterwegs, was nicht nur dem Körper, der Haut und mir nachweislich gut tat, sondern auch meine generelle körperliche Tagesverfassung damals langfristig steigerte – aber wie so oft… irgendwann sackt man wieder ab.

Also – nachdem sich Wien sowieso – zumindest mal vorläufig – in eine leere und öde Wüste durch Abwanderung von Freunden gewandelt hat, ist es eine gute Kompensation, die Zeit einstweilen mit etwas Sport sinnvoll zu nützen. Die Bauchmuskeln sollen wieder dahin, wo sie mal waren.

Ich halte also fest: 9. Februar / 1. offizieller Trainingstag.


Autor: Emanuel Sprosec

Hier schreibt Emanuel-S aus Wien. Schoko-, Katzen- und Naturliebhaber, Mode-, Fotografie- sowie Linux-Freak und Blogger seit 10 Jahren. Wer noch mehr wissen will, findet in meinem Portfolio weitere Infos und ein paar meiner Arbeiten.


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