Modemetropole Wien… Nein.

Nachdem Maria in ihrem Blog einen kurzen, aber feinen Beitrag zu dem Problem Mode und Wien gepostet hat, klatsche ich aber trotzdem noch etwas Senf meinerseits dazu. Denn das Problem ist für mich die Modewelt selber, die sich in typischer, heimischer Ösi-Manier in ihren Gräben versteckt, damit bloß nicht der Pöbel vorzudringen vermag…

Ich zitiere mich mit Erweiterungen selber, dann reicht ein Copy & Past auch aus:
“Liegt aber meiner Meinung nach eben vor allem auch an der Abgeschottenheit der Szene selbst. Egal ob Kunst, Mode, Fotografie – in Wien sind es halt immer die selben Kreise und die selben Bussi-Bussi-Leute. Und auch wenn mal Außenseiter die Szene betreten, dauert es nicht lange bis zur Assimilierung und er verschwindet in diesen “Dunstkreisen”…

Wie schon mal früher gesagt – fragt man auf der Straße x-beliebige ÖsterreicherInnen, die gerade den Weg entlang laufen und durchaus gerne weltoffen sein möchten, nach österreichischen Modedesignern, wissen die wenigsten überhaupt einen Namen zu nennen (sofern sie nicht gerade zur MQ-Cafe-Schlürf-Szene gehören). Es gibt für die breite Durchschnitts-Masse da draußen wenig greifbares und das was da ist, versteckt sich hinter der alternativen oder extravaganten Einstellung der Fashion-Community.

Und solange die heimische Agentur-Designer-Foto-Blog​ger-Model-Szene lieber High-Gloss, Trend-Gehabe, Glitzerglanz und elitäres Fashionweek-Zelt-Sekt-Schl​ürfen im gehobenen Kreis spielt und zeigt und auch viel lieber philosophische Podiumsdiskussionen um das hippe Nichts führt und weiterhin auf “künstlerischen Unikatismus” bei der Mode als auf Massen-Anspruch der kleinen Ösi-Menschen da draußen setzt, kann Mode als Identifikation in Wien nichts werden.

Man kann die Menschen hier in unserem konservativen Land nicht gleich auf ein grelles-hippes Ambiente verbiegen, man muss ihnen den Mut zur Mode und mutigen Style erst mal schmackhaft machen… mit tragbarer und leistbarer Mode aus der heimischen Produktion, mit nicht zu abgehobenen Shows und Events (die meisten Kollektionen wollen nur aufregen, wahre Funktionalität und Schlichtheit gilt anscheinend als zu “niedrig”, nein, nein – es muss vor allem besonders, gewagt, abgehoben und ungewöhnlich-trashig sein, ähnlich wie Bühnen und Opern dieser Tage. Hauptsache laut und im Trend) – und vor allem mit etwas weniger Ich-und-mein-Lookbook-Elitär-Gehabe – etwas, das sich leider zu großflächig in diesem Genre findet. Da fehlt dann der Reiz beim kleinen Ösi, sich zu öffnen oder sich in dramaturgische Diskussionen über die richtige Schuh- und Kleiderfarbe zu verlieren…

Man kann nicht gleich auf den Gipfel, es reicht schon mal ein solider Tal-Weg, den jeder erkunden kann, aber nein – bei uns gibt es nur unten… und ganz weit oben. Den Pöbel und die philosophische, elitäre Masse der Fashion-Trendsetter, die keiner aufgrund fehlenden Style-Gefühls versteht. Angeblich, denn so wird es verlautet.

Das wahre Problem: es hat alles entweder noch immer zu viel von dem “Studenten-Alternativ-Ach-ich-bin-so-anders-als-alle-anderen-Küns​tler-Sein” oder von dem typischen “Bling-Bling-Nasen-hoch”-S​tyle-Snobismus, der im Wien-Dorf schon bei kleinsten Erfolgen regelmäßig auftritt.

Weltoffene Menschen muss man erziehen bzw. erst aufbauen, aber das macht die Szene bei uns noch immer zu “konservativ” und hypt sich lieber in sich selber gestülpt.”

Und wer mag, soll jetzt den ersten Stein werfen bzw. dagegen halten…

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