Stille. Da sitzt man friedvoll, entspannt und müde bei der Zugstation. Man wartet. Es ist noch nicht mal 6 Uhr in der Früh, die Stadt schläft und liegt leise säuselnd in ihrem Betonbett. Vögel zwitschern, leichter Wind streicht einem um die Wangen und man genießt den Anblick der Bäume im zarten Morgenrot.
Man denkt an Urlaub, an das Meer, an ein Stück Schokolade, lässt sich gedanklich süße Aromen auf der Zunge vergehen und schaut den Schwalben beim schwalben zu. Oder so. Es ist einer dieser Zen-Momente. Einer der ruhigen, nachdenklichen und philosophischen, einer der Momente, in denen die Harmonie und die geistige Entspannung eins werden.
Ziiisch. Plötzlich ein Schatten. Es knallt, ratter, staubt und ein heftiger Windstoß wirbelt alles Lose in der Umgebung auf. Es wird schlagartig dunkel, die Welt vor einem verschwimmt in eine rot-schwarz-braune Masse, die völlig undefinierbar ist, ungreifbar – werft Euch zu Boden, werft Euch nieder! Der Lärm lässt den Boden erzittert und im Kopf entsteht die Apokalypse des Weltuntergangs. Lauft! Lauft! Schnell! Weiter, weiter! Der Boden öffnet sich von einem Augenblick zum anderen, Sturmfluten brechen über die Täler herein, verschlingen alles und jeden, Feuerstürme fegen dunkelrotglühend Bäume, Häuser und Menschen hinfort. Verzweifelte Rufe hallen kurz da und dort aus… Schnell, schnell… Lauft! Es ist zu spät, zu spät! Weitere Risse im Boden öffnen sich, heiße Luft strömt einem entgegen und ein tiefes Grollen deutet den nahen, sicheren Tod der Zivilisation an. Vorbei, vorbei… Ihr wurdet alle gewarnt! Steine prasseln vom Himmel, alles beginnt zu glühen, tiefrot glimmt der Asphalt und in der Ferne steigen Fontänen goldgelber Lavamassen empor, Zeitungspapier entfacht sich von selber in leuchtende Fackeln und zerfällt sofort wieder zu Asche, da und dort versucht noch jemand schreiend, den herabstürzenden Ba….
Oh… vorbei. Vögel zwitschern, das Licht ist wieder da und ich schaue auf die sich im Wind leicht wiegenden Bäume, der milde und süße Geruch der Stadtrand-Morgenluft steigt in meine Nase und ich strecke mich genussvoll, lehne mich zurück und lasse mich wieder in meine Zen-Stimmung fallen…
Stille.
Und die verspätete Durchsage hallt über die Bahnhofsstation “Vorsicht Bahnsteig Eins. Zug fährt durch!”


Wunderschoen :)
Also – Marygotchi hat den Text verstanden. Danke!
Es ging um eine amüsante Begebenheit, die ich hier überdramatisch – Billig-Plastik-Pop-Hollywood-Bollywood-mäßig beschrieben habe – in einfacher Fassung… also den Schreck, den man bekommt, wenn man nichtsahnend an einem leeren, stillen, morgendlichen Bahnhof bekommt, wenn unerwartet und ohne vorherige Ankündigung ein Güterzug plötzlich durchdonnert.
Und jeder, der schon mal eine Kohle-Holz-Transporter in einer kleinen Bahn-Station vorbeidonnern sah und hörte, weiß, dass das einen ganzen schönen Krach macht und ziemlich viel Staub aufwirbelt, wenn er mit voller Geschwindigkeit durchbrettert…. erinnert sich übrigens jemand an den Zuckerrüben-Güterzug aus den Nachrichten, der die Rüben in der ganzen Station verteilte, die von den Waggons flogen? Sogar mit Verletzten? Daran war der Text weit hergeholt angelehnt… zudem erklärt die letzte Erklär-Bär-Zeile eigentlich alles.
Unglaublicherweise bekomme ich aber heute dann eine Nachricht mit der Frage, ob ich Selbstmordgedanken habe? Ob’s mir eh gut geht? Ob was passiert ist….?! Depressiv?
lol – entweder ich schreibe wirklich so schlecht *na super* – oder es fehlt da ein grundlegendes, sinnergreifendes Verständnisproblem beim Leser.
Ich sag da nur: Na servas! :D
ok.
der text, die schreibweise ist genial!
aber man stelle sich vor: man kommt nach wochen des intensivstress’ raus aus dem schweißvernebelten neonlicht, rein in’s auf blitzgrillen aufgeheizte auto, bremst sich dicht an dicht mit mio anderen durch den megastau inmitten des hämmerenden baustellendschungels und riskiert vor der sinnlos grünen ampel, einen arglosen blick auf’s handy, um ein lebenszeichen von jemand ganz wichtigem zu erhaschen.
und plötich hat man eine überschrift wie diese vor den durch heiß – und kühlluft kontaktlinsenverpickten augen. erschreckt, überfliegt man,
wild mit füßen und händen arbeitend, um den 2cm – vorsprung halten zu können, den text.
alarm! hitze, stau, alle anderen unwichtig! alarm!