Wein muss man trinken

Ach ja… eigentlich würde ich ja gerne schwärmen. Über’s Wein trinken – über Rotwein, Weißwein, Liköre und edle Schnäpse, auch über diverse Kuchen und Obstsorten, über die Toskana, das südliche Landleben und den eigenen Kräutergarten und das daraus resultierende, genussvolle Leben eines Alltags-Romantiker…

Und eben über sonstige, anderen gehobenen Annehmlichkeiten, die – wie wir alle wissen – in der Realität natürlich nicht immer so fein und elegant sind, wie sie getan werden, sondern halt eben in den letzten Jahrhunderten einfach gekonnt in Schall und Rauch gehüllt wurden – vorzugsweise von der Sorte Nobilisten, für die ja auch das reine Nichts am Teller und im Glas ein Ausdruck an Tiefgang, Vielseitigkeit und philosophischen Minimalismus darstellt.

Aber gut – Weine kenne ich, hab ich schon mal gesehen. In so länglichen, zugleich rundlichen und bauchigen Gläsern. Ja, es gibt sie in süßlich und säuerlich. Noch was?

Fakt ist leider – ich bin Antialkoholiker. Somit bedeutet mir der schnöde Genuss deshalb leider nicht sehr viel, auch wenn ich überraschenderweise (ernsthaft) gerne darüber lese und Blogs rund um diese Themen durchaus mag.

Nachdem leider auch der Rest des ländlichen Lebensflair nicht in meinem Alltag zu finden und auch die Toskana in der Wunschvorstellung der gedanklich gemalten Vision nicht (so bald) wirklich greifbar ist, muss ich meine elitäre, digitale und zweite Persönlichkeit des Weingenießers in der Abendsonne an der Steilküste leider vollständig unterdrücken.

Schade – denn ich hätte gerade Gusto auf ein Glas süßlichen Rotweins und der nachträglichen Umwandlung in Worte. Nur das bringe ich eben nicht – der Holgi in seinem Blog schon – so wie hier mit einem Sauvignon Blanc oder auch hier mit einem Saint Jean du Barroux L’Argile. Sogar sehr gut – ich mag diese Literatur.

Foto “Weintrauben im Oktober”: Roberto Verzo @ Flickr

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