Das liebe Wohnen

Ermatted… aber nur ein klein wenig. Momentan komme ich leider nicht ganz dazu, meine gesammelten Gedanken hier auszubreiten, aber irgendwie gibt es abgesehen vom beruflichen Alltag auch in der Wohnung einiges zu tun.

Zumindest rede ich mir das ein und versuche wieder ein wenig Schwung in das mittlerweile verschlafene Projekt zu bringen. Farbe wollte ich, Minimal wollte ich’s, aufgeräumt und transportabel – angenähert an den inneren, reisenden Geist, der nicht still stehen mag. Und ich denke, dass ich dem schon durchaus ein gutes Stück näher gekommen bin.

Aber ich glaube mehr und mehr, dass es vor allem die vier Wände sind, die nicht mehr wollen (oder sie mich). Die Zeichen stehen auf Veränderung, auch wenn sich das reale Umfeld dagegen ganz schön sträubt. Umziehen ist halt nicht Alltagssache und ein neues, trautes Umfeld zu finden auch nicht.

Jetzt – ich kann es durchaus sagen – sitze ich in einer friedlichen, ruhigen und seit Jahren beständigen Behausung, die zwar abgenutzt und altgebacken, aber dafür relativ treu ihren Dienst an mir versieht.

Die Gastherme erquickt sich erstaunlicherweise noch immer am täglichen Ein und Aus, doch zugleich stehen ihr die Zeichen des Alters ins Gesicht geschrieben. Die Wände, massiv und trotzig gegenüber Krieg, Kindern, unzähligen Menschen und meiner selbst, bröseln trotzdem da und dort. Einen Nagel an die Wand zu beschlagen ist keine Aufgabe, sondern ein Projekt.

Die Fenster knarren, der Wind zieht durch die Türe und der Boden wölbt sich bedächtig da und dort. Altbau eben, den ich aber liebe. Ich mag es, die hohen Wände, das massive und das verwinkelte und trotzdem luftige Leben hier. Das will ich beibehalten, aber nicht unbedingt, da wo ich bin…

Denn von Sonne ist hier kaum noch eine Spur zu finden, seitdem man der Meinung war, man müsse ein mehrstöckiges Haus vor dem unsrigen setzen. Seitdem ist die Lebensqualität gesunken und der kleine Charme, der jetzt langsam da wäre, wird von dem passiven Licht überdeckt, der Ausblick wird mit einem Blick auf den Küchentisch des gegenüberliegenden Nachbarns begrenzt.

Somit ist also das Verlassen der Behausung und des Alltags-Kokons hier einer der nächsten Punkte auf der nie endenden Lebensplanung. Hinfort und weg mit mir… Zeit wird es.

Hoffentlich schlicht, sonnig und hoch. Denn hohe Räume und viel Licht ist für mich der wichtigste Aspekt in dem Ganzen, alles andere ist sozusagen sekundär. Die Größe rückt da in den Hintergrund… und im Idealfall liegt sie im Westen der Heimatstadt. Zumindest vorläufig in dieser Stadt.

Doch schwer ist es heutzutage – teurer sind sie geworden und kaum noch unbefristet. Und wenn… passt die Lage nicht.

Andererseits ist es auch wiederum mehr als kühn, denn die innere Planung will nichts von der Beständigkeit hier wissen, im Gegenteil – die sieht was ganz anderes vor und an dem sollte ich festhalten. Wozu was Neues, wenn ein bisschen später sowieso Neues kommen wird… sagt zumindest das Herz.

Schwer ist es. Soll man es dennoch wagen? Nur die Mutigen leben mehr als die Anderen schließlich – oder soll die Vernunft siegen? Der ewige Kampf… aber weg will ich schnell.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. vorhin gerade wieder einmal sehnsüchtig die favorisierte hütten-beschau-seite frequentiert. deshalb mein rat: wohnsitzverlagerung gleich gescheit.

  2. was heißt hier “entweder, oder” ?
    sei einfach mutig & vernünftig und tu es, wenn es dir bereits dein herz fühlen lässt !!

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