Ich bin genervt. Und darf wiedermal im Nirwana warten, weil die öffentlichen Verkehrsbetriebe mal wieder nicht in der Lage sind, ihre Fahrpläne abzugleichen und sich der Reihe nach gegenseitig verpassen oder einfach gar nicht kommen.
Nur das kann es nicht sein. Die einzige, hauptsächliche Aufgabe eines öffentlichen Verkehrsmittels besteht darin, pünktlich zu kommen – damit die Infrastruktur der humanoide Menschenmasse dem geplanten Tagesablauf geordnet und beruhigt entgegen blicken kann. Dafür fließt auch viel Geld im heimischen Staatshaushalt.
Aber das ist anscheinend nicht möglich. Jedoch deutlich sichtbar aus Nichtigkeitsgründen. Ich rede hier schließlich nicht von Unfällen oder Personen, die in der Straßenbahn umkippen beziehungsweise sich mal eben von der S-Bahn überrollen lassen. Auch nicht von verstopften Straßen und Staus oder anderen unkalkulierbaren Faktoren des öffentlichen Lebens. Die fallen hier nicht ins Gewicht und sind völlig abseits des hiesigen Problems.
Es beruhigt mich immerhin ungemein, wenn ich in den hiesigen Bus einsteige und mehr als die Hälfte der Fahrgäste sich tuschelnd und zugleich laut über die Busfahrer dieser Strecke beschweren – also bin ich mit meinem Gedankengang nicht alleine. Denn in meiner Dienstort-Gegend sind die Busse tatsächlich unglaublich unzuverlässig, Pünktlichkeit oder Fahrpläne sind dort höchstens Fremdwörter, die keiner verwenden will.
Manchmal kommen sie, manchmal auch nicht. Manchmal bleibt der Bus einer ganz anderen Strecke bei der Station stehen und nimmt einem gütigerweise und ergeben mit, dann auch wiederum mal nicht. Mal fahren sie um fünf Minuten früher als laut Plan oder sie fahren einfach mal eben an einem vorbei, bremsen zu spät, werden langsamer und fahren dann doch erst vorbei.
Wohlgemerkt, das ist eine Kritik, die nicht nur ich vertrete, sondern die man an beliebigen Haltestellen von beliebigen Fahrgästen dieser Strecken in dieser Gegend jederzeit aufsammeln kann.
Wer jetzt so nebenbei im Hinterkopf den Gedanken hegt von “Nun ja, aber Wien hat dennoch noch immer eines der besten Öffi-Netz weltweit gesehen”, mag zwar richtig liegen, liegt aber zugleich auch falsch. Was hilft es, wenn in diesem Gebiet praktisch alle Linien großzügig vernetzt sind und die Fahrpläne aufeinander abgestimmt sind – auf dem Papier natürlich – wenn aber zum Beispiel in der Früh bei wenig bis keinem Verkehr und einer überschaubaren Anzahl an arbeitswilligen Fahrgästen, keiner der drei aufeinanderfolgenden Linien es schafft, sich gegenseitig abzupassen? Obwohl es problemlos möglich wäre, da keine Hindernisse, keine Staus und so weiter da sind. Da wird auf der langen, geraden Strecke gezuckelt, gebremst und langsam ausgerollt. Fahrzeiten von 20 Minuten verlängern sich auf 45, an manchen Tagen sogar auf 60 Minuten für die selbe Strecke zur gleichen Zeit.
Wenn es nur einmal in der Woche oder ein paar Mal im Monat wäre, dann würde ich nichts sagen… aber wenn jeder zweite Tag mit einer Alternativroute besetzt werden muss oder könnte, dann wird es mühsam. Auch frage ich mich an manchen Tagen, wie arbeitsame Menschen zum Beispiel in die nächste Stadt in die Arbeit kommen, wenn mal eben (wieder) der Zug in der Früh gestrichen wird und der nächste erst eine Stunde später fährt?
Nachgeworfen will ich aber sagen, dass es dafür natürlich auch wieder unzählige Strecken quer durch Wien und das weitläufige Umland gibt, wo alles recht sang und klanglos läuft und ich wahrlich nicht klagen kann. Trotz einer ungleich höheren Fahrgastzahl und deutlich mehr Problem-Faktoren wie Kreuzungen, Staus, Schulkindern und generell unwilligen Fahrgästen. funktioniert es dort und Ausfälle sind recht selten. Die Kritik kann sich also nicht durchgängig dahinziehen, das Alles hilft aber dennoch nur wenig, wenn es in anderen Teilen von Wien punktuell so gar nicht klappt.
Glücklicherweise ist mir mein Fahrrad heute gewogen und hilft mal wieder aus. Und mit dem Auto – so das gegnerische Kommentar – ist’s zwar auch nett, gemütlich und freundlich, aber bei den Preisen heutzutage auch nicht unbedingt billiger und je nach Strecke auch nicht schneller als zum Beispiel eine Schnellbahn. Zudem fuhr gestern an mir – natürlich bei einer Öffi-Station – ein Wagen vorbei, darin einer um die Fünzig, der wohltuend entspannt das Lenkrad hielt und mit musikalischer, dezenter Untermalung seinem Ziel entegegen strebte. Freundlich, langsam und unauffällig. Ansprechend und verlockend, wäre er nicht vorne bei der Kreuzung kurz darauf mit müden Blick gestanden, mit einem mutmaßlichen Totalschaden (zumindest sah der Rahmen danach aus). Ein freundlicher Mitbürger hat ihn mal eben seitwärts ein paar Meter mitgenommen. Nicht viel passiert, nur die Blechform war dann doch etwas unglücklich. Da war der bitter-süße Geschmack wieder.
Doch das Fahrrad ist natürlich auch kalt je nach Witterung und zudem gefährlich auf den wilden, offenen Straßen – und erfordert eine sportliche Leistung, was vor allem oft zeitig in der Früh mühsam sein kann, das Auto ist eben teuer, kostspielig und will geparkt und versichert sowie betankt werden und die öffentlichen Verkehrsmittel lassen einem im wahrsten Sinne des Wortes zwischen jeder Station 15 Minuten im Regen stehen.
Ich sollte also weiterhin auf die Teleportation warten. Wobei man dort dann wahrscheinlich regelmäßig aufgrund es Netzspannungsfehler dann entweder nur stückweise ankommt oder überhaupt in einem Pufferspeicher landet und erstmal die nächsten drei Monate warten muss, bis einem ein Techniker rausgepult hat. “Hey, Du ich komme heute zu spät, ich stecke wiedermal im Zwischenspeicher RJ2945 fest, melde mich wenn’s weitergeht!”
:D du kannst Gedanken lesen – genauso stell ich mir das auch vor…… neue Aufgaben für die Medizin: verloren -gegangene -Nierenabgabestelle: ui – da fehlt der Code drauf , aber ein Hirn wär grad unterwegs…