Ich sitze gerade bei der Zugstation, der Wind tobt um mich – als würde ich am Meer sitzen – und blauer Himmel mit weißen Streifen schwebt über mir und ich fühle mich sogar gut.
Kommt selten vor, aber heute ist ein wenig Zufriedenheit in mich gekehrt. Nicht nur, dass ich heute mitten in der Nacht begonnen habe, die Projekt-Seite umzustellen, sondern auch der Gedanke an Herbstausflüge und die eine oder andere Radtour macht mir gerade Lust auf’s Leben. Zumindest in einer kleinen Dosis.
Liegt aber sicher vor allem am (grade) schönen Wetter und an der Müdigkeit, die durch die Nachtarbeit entstanden ist – so was setzt sich bei mir dann als entspannte, ruhige und wohlwollende Zufriedenheit fest und lässt mich innerlich den restlichen, grauen Alltag ignorieren.
Ich mag diese Windgeräusche, dieses Rascheln der Blätter und den kühlen, aber nicht kalten Hauch von Herbstluft. Warum auch immer entsteht da in mir eine Vermengung von maltesischer Insel-Mentalität und einem gewissen Alm-Gefühl in den heimatlichen Bergen, versüßt durch einen Schuss Interrail-Tour durch den Süden Frankreichs. Schwer aber, es in passende Worte zu kleiden… das Gefühl.
Für das Wochenende habe ich mir Ruhe und Bedächtigkeit vorgenommen, brav alles fertig machen, schön sauber und strukturiert – und außerdem mich und die Wohnung wieder pflegen. Gutes Essen und so halt, sprich Dinge, die im Alltagstrott zumeist schnell verloren gehen. Die Lebenszeit ist kostbar, das Hamstern auf die Zukunft ist nur zu verlieren, der Moment ist jetzt da und nicht erst morgen.
Die Blätter verfärben sich übrigens bereits und die Wälder bekommen diese schönen Farbtöne und Ruhe… an windstillen Tagen dann recht bald durch das Laub zu stapfen, mit viel Glück bei Sonne, das ist das, was das Herz und den Kopf gesund hält. Der Rest ist dann nur mehr sekundär.



