Radtour: Von Wien nach Tulln an der Donau

Blauer Himmel, strahlende Sonne, praktisch gar kein Wind – ein herrliches Wetter für meinen bereits vor ein paar Tagen geplanten Ausflug nach Tulln an der Donau. Nachdem ich es hier also schon großspurig kundgetan hatte, konnte ich trotz der Trägheit heute morgen um 7 Uhr nicht anders und raffte mich eben auf. Rad mal eben zusammenbauen, etwas zum Essen und Trinken besorgen – und schon ging es los…

Der Start war nach einer zügigen S-Bahn-Hinfahrt eine halbe Stunde zuvor um Punkt 9 Uhr bei Heiligenstadt – der gut ausgebaute und beschilderte Radweg führte dann anschließend entlang der Donau auf der Südufer-Seite in einem Stück bis nach Tulln rüber.

Ich hatte natürlich meine kleine Kompakt-Kamera dabei und deswegen entstanden fast alle Fotos während dem Fahren aus dem Handgelenk – sorry also für etwaige komische Bildausschnitte. Aber dafür gibt es auch viele Bilder für den “Tour-Bericht”… somit also viel Spass beim Weiterlesen! (PS: es laden viele Bilder!)

9:10 Uhr. Ich habe die Schnellbahnstation bei Heiligenstadt gerade wenige Minuten zuvor verlassen, benötige aber einen kurzen Moment, um über die Kreuzungen auf den Radweg zu kommen. Diverse Brücken und Trassen versperren den Zugang, die Lösung war einfach zwei Gassen weiter westlich zu finden, direkt unter den geschwungenen Trassen der Autostraßen.

So beginnt der Radweg – direkt an der Donau entlang und noch mit dem Flair der klassischen Donauinsel irgendwie… auch wenn wir hier noch in der Nähe vom Donaukanal-Einlass sind.

Wir verlassen allmählich den verbauten Teil und befinden uns schon auf dem direkten Weg nach Klosterneuburg. Es ist bis jetzt nur wenig am Radweg los, die Luft ist noch relativ kühl und angenehm, von Wind ist gar nichts zu merken.

So schaut es jetzt mal ein längeres Stückchen aus. Links die Bahngleise, rechts die Donau… irgendwie recht klassisch, wie man es sich halt so vorstellt.

Das nächste Stück ist ein wenig schattiger, an einer Stelle befinden sich unglaublich viele Touristen auf einem Haufen – die dürften wohl vorhin gerade aus einem der Schiffe ausgestiegen sein.

Klosterneuburg nähert sich – irgendwie finde ich diesen Berg sehr majestätisch und edel. Ich mag diese Erhöhung, die gibt der Landschaft einen guten Touch. Es wird schön langsam auch wieder etwas grüner, der Umgebungs-Beton verliert sich etwas.

Ich lasse mal Photoshop beiseite, so schaut die Realität aus. Ich bin guter Dinge und probiere gerade, ob ich es schaffe, mich selber während dem Fahren zu fotografieren. Es klappt, die Kamera fällt nicht runter, auch stürze ich nicht.

9:19 Uhr. Das etwas dezente Schild verkündet – ich bin in Klosterneuburg angekommen. Die erste Mini-Etappe ist geschafft, bis jetzt ist das Radfahren einfach nur angenehm und sehr entspannend. Es geht durch flache Hintergassen, die aber alle geradlinig verlaufen auf dem Radweg weiter…

Nette Grafik, tja… was soll man sagen? Die Normanninnen schlagen zu!

Hey, da steht ja ein Containerhaus auf Stelzen. Treue Leser wissen natürlich, dass mir so was gleich gefällt, auch wenn man es farblich und optisch sicherlich besser und einladender hinbekommen könnte.

Scheint so, als ob wir langsam aber sicher die Großstadt verlassen und damit die Zivilisation. Hier die letzter Warnung in Form eines Panzers. Na, ich bin gespannt, was mich so erwartet…

Das Essl-Museum in Klosterneuburg. Ein Besuch ist empfehlenswert, nicht nur wegen der spannenden Ausstellungen von Zeit zu Zeit, sondern auch wegen den Räumen innen – groß, hell und weiß. Ich hatte vor vielen Jahren das Vergnügen, dort eine trashige Fashion-Foto-Ausstellung anzuschauen – und war fast mehr von den Räumlichkeiten begeistert, als von den Fotos. Jetzt ist es übrigens auch nicht mehr weit, bis man im unteren “Zentrum” von Klosterneuburg ist.

Diese Reitschule verkörpert irgendwie den Retro-Style. Beim Rückweg steht dann dort später übrigens ein schönes, schwarzes Pferd und grast. Davon gibt es aber leider kein Foto – ich war natürlich zu langsam und habe nicht damit gerechnet.

Die beiden Türme lassen mich erahnen, dass es nicht mehr weit sein kann – und ich in Kürze den Camping-Platz sehen müsste. Ein paar Meter weiter befindet sich dann die Zugstation Klosterneuburg-Kierling und wenn man unter der dortigen Brücke durchgeht, kann man ein wenig in der Einkaufsstraße bummeln gehen.

Das mache ich auch, aber eher deswegen, weil ein Bus gerade die Überquerung zum nächsten Radweg-Teilstück blockiert und ich gerade so schön im Rollen bin – also fahre ich gleich die paar Meter rauf und spaziere dann einmal die Gasse rauf und wieder runter. Schade, dass Marygotchi zur Zeit nicht da ist, sonst hätten wir jetzt einen gemeinsamen Café getrunken.

Es geht wieder weiter, der Radweg führt jetzt etwas schattiger zwischen der Bahnstrecke und der Donau bzw. einer kleinen Siedlung weiter Richtung Tulln an der Donau.

9:48 Uhr. Ich bin in Kritzendorf angekommen. Ich weiß nicht ganz, ob ich dabei an Halskratzen oder an Lakritze denken soll, aber wie auch immer – der Radweg ist nach wie vor schön glatt und es ist weiterhin wenig los.

Als ich gerade rüber schaue, fährt der Zug da durch – und ergibt irgendwie ein fast klassisch, schönes österreichisches Bild. So wie man es sich eben vorstellt. Grüne Landschaft, Einfamilienhäuser und die rot-weiß-rote Bahn…

Es geht jetzt ein kleines Stück in einer Art von alter Industriegasse weiter, vorbei an diesem Flohmarkt, bei dem man richtigen Ramsch findet, aber wirklich guten. Beim zurückfahren schaue ich mir dann alles näher an – allerdings werde ich das dann vergessen, weil ich in dem Moment von der Kamera abgelenkt bin. Schade – denn die haben alles von Sporttaschen bis hin zu Bastkörbchen.

Ich bin weiterhin guter Dinge, es geht munter voran und ich habe das Gefühl, als wäre ich gerade erst mal 5 Minuten unterwegs. Und versuche zudem in diesem Moment, einem Eichhörnchen auszuweichen, das genau während dem Selbstportrait gerade etwas überraschend über den Weg flitzt und mich natürlich instinktiv zu einer Notbremsung veranlasst. Grummel.

10:00 Uhr. Ha – wir sind nun in Höflein. Würde mir jetzt jemand sagen, dass es hier Kühe, Bergziegen und Schafe gibt, würde ich es sofort glauben. Irgendwie klingt das nach Bauernhof, Natur und Alm. Nett.

Hier wird dann gleich ein Hund über den Weg flitzen, aber das sieht man auf dem Foto natürlich nicht. Ruhige Gegend, kaum Radfahrer in Sicht, Gegenverkehr gab es schon lange nicht mehr.

Aber natürlich – immer doch. Mit meinem Rad kann man auf ebenen Asphalt sowieso nur eher dahin brausen als flitzen. Es liegt zwar nur an der Tretgeschwindigkeit, gebremst wird aber auch durch das Radgewicht. Leider.

Irgendwie wird das Wetter jetzt immer schöner. Auch der blaue Himmel wirkt blauer, viel Grün ist um mich und die “Land-Luft” wird deutlich besser.

10:14 Uhr. Das Kraftwerk ist in Sicht, das heißt, nicht mehr weit und es kommt bald die Stelle, wo Tofugotchi und ich vor längerem mal herrlich baden waren… dort werde ich aber jetzt mal nur durchfahren. Immerhin – wieder eine Mini-Etappe geschafft.

Zum ersten Mal gibt es einen kleinen Stau, der sich aber schnell auflöst. Irgendwie bin ich anscheinend der Einzige, der nur mit Rucksack und City-Bike hier fährt. Ansonsten häufen sich langsam Rennräder und Touren-Biker mit ihren zahlreichen Satteltaschen und Kartenmaterial am Lenker. Und etliche Holländer treten vorbei… mh?!

Ein kleine Pause beim aufgestautem Donaualtarm auf der Höhe von Greifenstein – so wie diese Radfahrerin, genieße auch ich die Aussicht in dieser Bucht. Links, am anderen Ufer, liegt eine “Fähre”, mit der man zum Gasthaus kommt, das hier rechts wäre, aber eben auf dem Foto nicht sichtbar ist. Zum Signalisieren braucht man nur eine Latte schräg stellen – und nach einiger Zeit tuckert dann ein kleines Boot herüber. Heute habe ich aber keinen Bedarf daran und fahre deswegen wieder den Radweg weiter.

Der macht eine kleine Kurvenrunde im Wald und führt jetzt wieder direkt an der fließenden Donau entlang und am Kraftwerk mit den Schleusen vorbei.

Auch wenn es nicht so wirkt, aber ich genieße gerade das tolle Wetter. Kein Lüftchen regt sich, sogar die Donau liegt wie gebügelt neben mir und in der Luft liegt Sommerduft. Was kann einem besseres passieren?

Beim Fahren lasse ich mich immer wieder gerne von Himmelmarkierungen leiten – und beschließe jetzt einfach, dass ich dieses imaginäre X als Orts-Markierung für die nächste Pause verwende. Ich weise nochmal dezent auf diesen schönen, blauen Himmel hin!

Irgendwie finde ich das recht kitschig, aber sogar Radfahrer, die soeben an mir vorbeiflitzen, rufen “Mei, wie romantisch!”. Und irgendwie haben sie recht… ist eigentlich fast herzig. Ein Schiff mit einer Rose im Mund gleitet fast geräuschlos durch das spiegelnde Wasser. Sympatisch!

Der Beton hat sich leicht verändert, er ist zwar noch immer glatt, aber dafür in der Konsistenz gröbkörniger. Merkt man aber kaum und bis jetzt spüre ich – außer am Rücken durch den Rucksack – keinen Schweiß oder irgendwelche Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil – es macht richtig Spass, aber ich hetze ja auch nicht, sondern lasse mir Zeit.

Auf der gerade Strecke spiele ich mich ein wenig mit der Kamera – und fotografiere deshalb auch nach hinten. Leer. Dafür kommen gleich ein paar Radrennfahrer entgegen, aber nachdem ich vermutlich etwas komisch wirke mit der Verrenkung und der Kamera, lasse ich das nächste Foto ausfallen.

Die Strecke von Wien nach Tulln an der Donau ist übrigens keine Meisterleistung und auch für kleine Familienausflüge problemlos möglich – trotzdem empfiehlt es sich, einen Ersatzreifen mit zu nehmen. Denn wenn man hier liegen bleibt und sich keiner der anderen Tourenfahrer erbarmt, muss man schon lange schieben…sehr lange. Ich habe keinen mit.

10:42 Uhr. Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber ich müsste eigentlich in Muckendorf sein. Immerhin – neben einer kleinen Minisiedlung mit Häusern auf Stelzen – haben sie sogar eine Feuerwehr hier… und ich mag dieses Haus, es gefällt mir irgendwie.

Ein paar nette Radfahrer gibt es immer – und so kommt es auch mal vor, dass man bei passender und gleicher Geschwindigkeit sich für ein paar Minuten abwechselnd Windschatten gibt. Mal kurz wechseln und es geht munter weiter… wobei man da dann natürlich dichter fährt, als hier zu sehen ist – aber da sollte ich eben besser nicht mit der Kamera rumspielen. Ich will übrigens mein Klassiker-Rennrad!

Die Strecke öffnet sich wieder und man ist jetzt links von Waldstücken und Feldern umschlossen, rechts von der Donau, auf der neben Motorbooten auch so manche Frachtschiffe vorbeifahren. Weiterhin macht das schöne Wetter Lust auf mehr – und noch immer ist kein Gegenwind zu spüren.

10:52 Uhr. Hier beginnt wieder merklich etwas Zivilisation und es befinden sich ein paar Meter weiter auch Bänke, auf denen ich gleich eine ganz kleine Pause einlegen werde und mein Getränk leer schlürfe. Viel trinken ist wichtig, speziell an so einem Tag, wo es angeblich bis zu 30 Grad bekommen soll. Verhindert auch nachträgliches Kopfweh.

Die Pause nütze ich für ein paar Fotos – unter anderem von diesem vorbeifahrenden Ausflugsschiff. Nett und zur Szenerie passend, winken manche der dortigen Ausflügler sogar rüber.

Das Auffälligste an diesem Frachtkahn ist das teure, schwarze Auto, das hinten auf dem Deck hinter dem Führerstand steht. Aber es ist ein schönes Bild, das leise brummende Schiff, das sich durch das glatte Wasser schiebt. Jetzt geht es aber wieder weiter – ich bin nämlich schon fast da!

11:12 Uhr. Geschafft. Ich, nein wir… also ich und diese anderen Radfahrer da, sind in Tull an der Donau angekommen. Um 9 Uhr bin ich mit dem Rad gestartet und inklusive Pause somit in praktisch zwei Stunden später am Ziel – bei lockerer Fahrt. Sehr fein – es macht Spass!

Die Weiterfahrt nach Krems lasse ich für diese Tour fallen, denn ohne Ersatzreifen ist es mir doch zu riskant, vor allem auch deswegen, weil der Hinterreifen deutlich weniger Luft hat, als er sollte und anfänglich hatte.

Tulln beginnt anfänglich eher fad, ein paar Radrennfahrer lockern das Ganze etwas auf. Rechts wie schon bisher die Donau, links Lagerhallen und Sportflächen…

Aber jetzt ist es tatsächlich geschafft. Nur wenige Minuten weiter landet man bei der Brücke, die links in das Zentrum von Tulln führt, fährt man nach rechts über die Brücke, kann man mit dem Rad auf dem Nordufer entlang wieder Richtung Wien fahren.

Ich habe aber schon beim Hinfahren jetzt beschlossen, dass ich auf dem südlichen Ufer bleibe – da gibt es irgendwie mehr Abwechslung. Hier ein Foto von meinem treuen Drahtesel, wenige Zentimeter hinter mir fließt die Donau, an diesem Tag sogar wirklich mit einem Schuss Blau in der Färbung. Aber jetzt geht es erst Mal in die Stadt rein…

Gleich vorneweg – ich mache in Tulln an der Donau nicht so viele Fotos, denn ich will eher genießen, als “tun”. Anfänglich wirkt die Stadt ein bisschen verschlafen, fast als ob Siesta wäre… aber gut, es ist ja auch Mittagszeit.

Übrigens habe ich eine Minute vor diesem Foto soeben – und gemeinsam mit einem Kellner von einem Nebenlokal – einem Transporteur geholfen, seinen hydraulischen Hubwagen wieder aufzustellen. Das extrem schwere Teil war von der Ladefläche gestürzt und kopfüber am Boden gelandet. Die Hydraulikflüssigkeit ist natürlich gleich ausgelaufen – die übrigens ätzend ist – aber wir haben es dennoch zu dritt mit etwas Anlauf geschafft, das Gefährt aufzustellen. Allerdings wird das Teil wohl nicht mehr zu retten sein… trotzdem, schön, dass man helfen konnte und es auch gedankt wird. Nach einem kleinen Gruß setze ich meine Erkundungstour wieder fort.

Eines muss man Tulln lassen, es gibt überall Blumen, fast an jedem Eck eine Möglichkeit sein Fahrrad zu befestigen bzw. abzustellen – auch findet man überall Fahrräder und ihre Touren-Fahrer in den Cafés – und das Zentrum macht einen schönen, sommerlichen, ruhigen, aber belebten Eindruck, sauber und fröhlich. Wenn es näher an Wien wäre, vielleicht kein schlechter Ort zum Wohnen.

Auch der Rest der Gassen und Wege schaut so aus, wie man es sich irgendwie von so einer kleinen Stadt erwartet. Blumen da und dort, alles ist überschaubar und gepflegt. Gefällt mir.

Jaja, ich weiß – aber wenn man in Österreich unterwegs ist, dann gehört so ein Kirchturm einfach dazu. Passt auch zu dem Gesamtbild – deshalb das Foto.

Das trifft bei dem Wetter auf jeden Fall zu! Einladend, aber ich gönne mir bei einem der etwas abseits gelegenem Großsupermarkt stattdessen einen frischen Karottensaft aus dem Eisschotter, dazu noch ein kühlendes Getränk und jausne mein mitgebrachtes Brot. In ein Gasthaus setzen freut mich nicht so sehr, auch will ich ja eigentlich nicht allzu lange bleiben – zumindest heute und auch wenn es hier recht nett ist…

Da ich schon vorher das Fahrrad im Zentrum gelassen habe, spaziere ich über Seitengassen wieder vor zur Donau und schaue mich mal ein wenig um… recht episch irgendwie die Szenerie, macht sich aber gut.

Und wer eine kräftige Stimme hat, könnte jetzt hier unter freiem Himmel und vor dem Springbrunnen das Nibelungenlied antönen. Weiß zwar nicht, was dann passiert, aber es wird sicher immer wieder mal bei angeheiterten Touren-Rad-Gruppen vorkommen…

Ein Blick noch auf das wuchtige Rathaus, dann geht es wieder zurück das Rad holen. Ich werde mich langsam wieder heimwärts begeben. In wenigen Minuten ist es nämlich 12 Uhr, ideal also, um zu starten…

Beim Rückweg kurve ich noch kurz an der Tullner Donaubühne vorbei… Kultur, wohin das Auge schaut. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das am Abend und bespielt beleuchtet sicherlich eine feine Sache ist.

Noch schnell ein Schnappschuss von mir selber – ich reflektiere mich sozusagen selber. Soll ja schließlich heutzutage modern sein, wobei das Amüsante ist, dass diese ganzen reflektierten Personen glauben, dass sie dadurch einen Freibrief haben. Naja, wie auch immer… ich trete auf jeden Fall mal weiter.

12:00 Uhr. Ade Tulln – ich verlasse Dich, es geht wieder heimwärts. Wobei ich mich auf die nächste Tour, aber eben gleich weiter bis nach Krems, schon freue. Da fahre ich dann aber früher los, denn jetzt merke ich langsam, dass es heiß geworden ist – und ein leichtes Lüftchen aus dem Osten kommt mir entgegen.

Nachdem ich jetzt schon weiß, was auf mich zukommt, nütze ich diese mental-freie Zeit und spiele mit der Kamera herum. Natürlich ist mir zwischenzeitlich schon das Schlauferl aus der Hand gerutscht und ich durfte den Akku, die SD-Karte und die Kamera selber wieder einsammeln – nachdem ich bremsend aus voller Fahrt erst 20 Meter weiter stehen geblieben bin, aber die kleine Ixus hat schon schlimmere Sachen ausgehalten. Schnurrt sang- und klanglos wie immer.

Der Hinterreifen ist ein kleines Sorgenkind, während der Vorderreifen brav und treu seinen harten Dienst versieht. Man kann aber sagen was man will – der Donauradweg ist wirklich gut ausgebaut und es gibt kaum Stellen, wo es uneben oder sonst was ist…

Wenn man lange mit dem Rad auf geradem Beton fährt, beginnt man sich auch mit dem Rad zu beschäftigen. Abgesehen davon, dass ich weiterhin neidisch alten Rennrädern hinter herschaue, entdecke ich die magische Wirkung dieser Aufschrift. Was soll man – außer der Natur genießen – auch sonst groß tun visuell? Aber man kann beim Fahren auch herrlich über alles Mögliche nachdenken…

12:20 Uhr. Langsam komme ich wieder zu den Sitzbänken und Co. und werde dort nochmals eine letzte Pause machen – ein wenig Trinken, zur Abwechslung mal aufs Handy schauen und noch ein paar Fotos vom Donau-Ufer machen.

Jetzt ist es auch endlich Zeit, meinen Karottensaft zu trinken. Keine Ahnung warum mir der heute so gut schmeckt, ich trinke so was eher selten, aber vielleicht passt es auch gut zum Ausflug einfach…

So schaut man aus, wenn man die letzten, kühlen Tropfen aus dem Becher saugt. Schade, schon leer. Der vorbeifahrende Radfahrer hat das Selbst-Foto gerade sicher lustig gefunden.

Bunte Natur, abseits vom allgegenwärtigen Grün, findet man auch überall – man muss nur seine Augen aufmachen!

Der Radweg geht wie schon bei der Hinfahrt in üblicher und angenehmer Manier weiter, nur ein wenig Schweiß gesellt sich an manchen Stellen mit Wind dazu und benetzt die Stirn – aber es ist harmlos. Klosterneuburg kündigt sich schon an, aber bis dahin ist schon noch ein wenig…

13:00 Uhr. Denn hier beim Altarm der Donau bei Greifenstein lege ich jetzt noch eine letzte Pause ein. Nachdem man hier im Hochsommer auch fein baden kann, bleibe ich am Wegrand stehen, suche mir ein Loch im Gebüsch und genieße den stillen und ruhigen Anblick auf das glatte Wasser. Einfach nur herrlich und schön.

Das Angenehme ist, dass man hier sehr bequem und flach ins Wasser kann, also auch gleich Schuhe und Socken aus und ab ins kühle Nass. Dass dabei heute meine kurze Hose auch ein wenig nass wird, stört mich dabei gar nicht… eigentlich hätte man ja zudem die Badehose mitnehmen sollen. Aber wer hat mit so einem perfekten Wetter gerechnet?

Die Burg Greifenstein trohnt in Sichtweite am Berg oben, neben mir springt gerade ein Frosch ins Wasser und das beruhigende Surren von Touren-Radfahrern summt an mir vorbei. Jetzt geht es aber trotzdem wieder weiter…

Etwas Farbenpracht darf nicht fehlen – das Event-Haus im Nirwana erfreut das Gemüt und macht das Radfahren gleich noch etwas fröhlicher, als es schon ist!

13:40 Uhr. Ein kleiner Zeitsprung – wir sind jetzt schon in Klosterneuburg. Diese nette Truppe übrigens, mit denen ich ein paar Meter mitziehe, fährt übrigens die gesamte Etappe der Donau vom Schwarzwald bis ans Schwarze Meer und sind immer noch guter Dinge. Respekt, aber so eine Tour ist sicherlich nicht nur spannend, sondern auch sehr bereichernd. Wäre ich viel mehr sportlicher, dann würde mir so was schon gut gefallen!

14:30 Uhr. Nachdem sich jetzt der Akku der Kamera schon verabschiedet hat, gibt es noch ein letztes Foto aus Heiligenstadt. Ich bin gut angekommen, habe mich durch die restlichen Kilometer und die Straßenzufahrt zur Schnellbahn gearbeitet und warte nun gemeinsam mit meinem Rad auf den nächsten Zug – und werden in Kürze wieder daheim sein. Beinahe pünktlich und wie geplant.

Ein wirklich schöner, ergiebiger und angenehmer Ausflug. Dass er so gut verlaufen ist, ist natürlich vor allem dem großartigen Wetter zu verdanken, denn bei Wind oder bei Regen und anderen Widrigkeiten macht so eine Tour natürlich eher wenig Spass. Sollte ich aber das Glück haben, noch einmal an einem freien Tag so ein Wetter zu erwischen, dann fahre ich gleich bis nach Krems weiter… also – lassen wir uns vielleicht demnächst wieder überraschen! :)

PS: man findet alle Bilder übrigens auch in meinem Bildarchiv!

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab´s gewfühlt heute, dass du das durchziehst… :-) Ich sag nur mehr WOW!!! Meine Hochachtung!!! Weißt du wie viele Kilometer das insgesamt waren?
    Bis Krems?????? das ist mir sogar mit dem Auto zu weit! :-D

  2. wow, tolle ausfahrt, präzise geschildert wie in einem dumont-reiseführer, super bebilderung, und bei so einem kaiserwetter sicherlich phantastisch zu fahren, vor allem war es gestern wirklich nahezu windstill, da wäre ich gerne dabei gewesen ;-)

  3. Pingback: Radtour Wien-Tulln I | Bildarchiv Emanuel-S

Hinterlasse eine Antwort


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>