Wandertour: Von Hütteldorf zum Leopoldsberg

Ich habe schon wieder Glück gehabt, dass muss man wirklich sagen! Das Wetter heute war abermals ein Traum – weder zu heiß, noch zu kalt. Sonne und blauer Himmel quietschten fröhlich über meinem Kopf, als ich am Morgen Frühstück holte – also dachte ich mir weiters, dass ich am Vormittag eine kleine Runde mache. Wirklich nur eine ganz Kleine. Irgendwo am Stadtrand, für vielleicht eine oder höchstens zwei Stunden…

Geworden sind es aber 6 Stunden – und eine Wanderung von mehr als 30 GPS-getrackten-Kilometer über die Hügelwelt am Stadtrand von Wien. Irgendwie wurde ich einfach weiter und weiter getrieben, kam an den Punkt, wo das Zurückkehren so einen komischen Beigeschmack von “Und wieder machst Du etwas in Deinem Leben nur so halbert. Entweder Du gehst ordentlich – oder Du süffelst halt körperlich ab und schleppst Dich wieder in die trostlose Wohnung und vergammelst” in sich trug.

Naja, also blieb mir nichts anderes übrig, als gegen mich selber zu rebellieren und einfach bei dem Punkt, wo ich eigentlich umdrehen wollte (so nach ca. 3 Kilometer), dem Waldweg weiter zu folgen. Und weiter und weiter. Das erste Bild am Anfang vom Text war dann übrigens der finale Ausblick vom Leopoldsberg Richtung Korneuburg.

Die Runde – zwar recht banal, aber im Endeffekt doch irgendwie weit – von Hütteldorf erst Richtung Steinhofgründe, von dort weiter zu Kreuzeichenwiese, dann über diverse Wander-, Wald- und Forst-Wege – und manchmal auch einfach so durch den Wald – Richtung Schwarzenbergpark beziehungsweise dem Kierlinger Forst, dort weiter in der Nähe von der Höhenstraße am Kierlinger Forst entlang, einen Abstecher zum Cobenzl mit kleiner Jause und dann immer weiter über den Kahlenberg rauf bis zum Leopoldsberg.

Die eine Hälfte des Weges waren klassische Wanderwege, dazwischen folgte ich aber aus Neugierde einigen Umwegen, aber auch Abkürzungen, oft direkt durch den Wald – darunter übrigens auch ein eher steiles Waldstück, das ein wenig mühsam zum Gehen war – und sich jetzt nachträglich auch in einem ziemlichen Muskelkater bemerkbar macht. Kein Wunder, denn als verlorenes Stadtkind ist man die Ebenheit der Betonplatten mehr gewöhnt, als steiles steinig-wurzliges Terrain, dass sich ewig lange durch den Wald zieht.

Aber es hat wirklich Spass gemacht… zwar war der Tag ganz anders geplant und ich wollte tatsächlich nur mal eben kurz eine kleine Mini-Wanderung machen – und schon gar nicht erst 6 Stunden später irgendwo am anderen Ende der Stadt auf einem “Berg” sitzen und auf den Bus warten – aber wenn ich eines im Leben gelernt habe (oder besser: noch mehr sollte), dann ist es den Augenblick zu nützen und das Leben auch einfach mal von selbst leben lassen. Gesagt, gedacht, getan…

Nett daran ist auch, dass ich dadurch auch eine weitere Hemmschwelle abgebaut habe – denn wenn man mal den ganzen Wald- und Wanderwegen im Umfeld von Wien bzw. Niederösterreich bunt gemischt folgt, dann erschließen sich einem Verbindungen zwischen Orten, die man bisher so noch gar nicht zusammenbrachte im Kopf. Das verkleinert einerseits die Relationen, vergrößert aber zugleich dafür auch den eigenen Horizont.

Und so ist zum Beispiel eine Wanderung nach Klosterneuburg durchaus eine der Optionen für das nächste Mal geworden. Wobei die nächste Schönwetter-Gelegenheit und ein freier Tag wohl wieder mit einer Radtour besetzt werden.

Das Gehen bzw. Wandern selber ist mir übrigens leichter gefallen als gedacht. Denn nach den ersten 15 Kilometern dachte ich mir schon, na gut – das ist zwar wirklich nicht weit bis jetzt, solche Distanzen kann man auch in der Stadt schließlich leicht an einem Tag zurück legen, aber es geht ja im Wald selten gerade dahin, sondern zumeist oft bergauf und dann wieder bergab und über diverse Hindernisse.

Gefühlsmäßig geht es natürlich immer wesentlich mehr bergauf, hinzu kommen dann noch Unebenheiten und wenn man so wie ich auch mal quer durch das Nirwana geht, über diverse Baumstümpfe, vergessene Forstwege oder kleine, schmale Wegchen, wo man nicht so wirklich weiß, ob sie nicht in einer Sackgasse enden – ja dann summiert sich natürlich einiges.

Wer sich übrigens für Zahlen interessiert, dem kann ich helfen – denn nach einem kleinen Kollegenhinweis vor einigen Tagen, habe ich (endlich wieder) eine GPS-Tracking-App mitlaufen lassen, die nicht nur den Weg aufzeichnet, sondern auch ein paar Statistiken ausspuckt. Unter anderem auch die Höhenunterschiede… sehr gut zu sehen ist hier übrigens das “steile” Gefälle im Wald – solche Wege sind eher mühsam und gehen auf die Beine. Die Gehzeit selber betrug ca. 5 Stunden, der Rest waren die zwei kleinen Pausen.

Alles in allem keine Meisterleistung – viele gehen an so einem wunderschönen Tag lange und ausgiebige Wandertouren durch diese Landschaft, manche sicherlich weit aus mehr, vielleicht sogar das Doppelte der Distanz und noch dazu relativ leichtfüßig – aber da dieser Ausflug weder geplant war, noch das Ziel feststand und ich eher mit Bauchgefühl da und dort entlang ging und auch nur spärlich was zum Trinken mit hatte, fühle ich mich nun doch “gut” und habe das Gefühl, eine Kleinigkeit “geleistet” zu haben. Und habe zudem wieder neue Eindrücke gesammelt und frische Waldluft geatmet – was kann es Besseres geben?

Und so wie immer seit letztem Mal, finden sich alle restlichen Fotos, chronologisch geordnet im Bildarchiv drüben: Fotos – Wandertour 17. September – viel Spass!

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. und wieder eine sehr beachtliche tour, mit wundervollen bilddokumentationen, bei denen ich mich “mittendrin statt nur dabei” fühle !!!
    besonders das einlaufbauwerk von oben betrachtet, habe ich so noch nie gesehen, herrrrlich ;-)

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