Treten, lenken und essen. So der Plan.

…und dann – als ich den Zug mit dem Werbe-Aufkleber “Burgenland” entdeckte, hatte ich sogleich kurz beschlossen, vielleicht Anfang der Woche einfach dort ein zu steigen und mal eben rüber an den Neusiedlersee zu fahren. Das Wetter wäre anscheinend und aktuell ideal dazu. Die Massen-Saison ist vorbei, wenig Menschen, es ist glücklicherweise nicht mehr drückend heiß und Wien liegt aktuell und menschlich gesehen gerade ohnehin leer und ausgelaugt unter den Füßen.

Ein kurzer Blick in die Fahrpläne hat mich aber gleich eines besseren belehrt, denn mehr als zwei Stunden lang die Gleise entlang zu fahren (inklusive dem Weg von hier durch die Stadt und dann noch eine weitere halbe Stunde mit dem Bus dort), ist zwar prinzipiell nett und würde mich generell auch nicht sonderlich abschrecken – da aber die Zeit nur auf einen Tag begrenzt wäre – ein wenig zu aufwändig irgendwie.

Dann dachte ich kurz alternativ an eine größere Fahrrad-Tour, auf die ich nämlich schon länger Lust hätte – aber auch hier fehlt wiederum das ausgebaute Radnetz durch die westliche Hügel-Landschaft… und an einer humanoiden Konfrontation mit Autofahrern auf den Bundesstraßen habe ich eigentlich so gar keine Lust. Straßenfahren mit dem Rad ist öd – für beide Seiten.

Und an der Donau den handelsüblichen Pedalritter-Weg entlang zu radeln, erscheint mir gerade zu banal und zu trocken. Da hätte ich eher Lust gehabt, durch sanfte, grüne und bereits leicht herbstliche Hügel- und Waldstrecken zu kurven – wobei man ja das, wie man in Frankreich gesehen hat, auch mal eben mit dem Leben bezahlen kann.

Das ist schade – so praktisch das Rad auch ist, geht es über die Grenzen der Betonwüste hinaus und möchte man in einer direkten Anschlussfahrt auswärts fahren, reduziert es sich auf wenige Strecken, die zwar generell da sind, die aber auch sehr linear und Gleis-ähnlich so wie immer schon in die wenigen Himmelsrichtungen führen.

Aber vielleicht und trotzdem – vielleicht wie gesagt – raffe ich mich dennoch dazu auf und fahre mal – und trotz der Kritik an der Donau entlang – nach Tulln an der Donau oder gleich nach Krems? Bei letzterem vielleicht nur die Strecke hin und dann wiederum mit der S-Bahn zurück. Reizen würde es mich, weit ist es auch nicht, aber man muss da ja leider eben seinen inneren Schweinehund zuerst überwinden. Und der läuft gerne von einem fort.

Nett wäre es auf jeden Fall, da gäbe es sicher ein paar nette Fotos hier für den Blog und ein wenig zu tippen und zu erzählen hätte ich auch. Tulln an der Donau ist bei einer relativen Pedal-Bequemlichkeit und entlang der etwas platten Donauradstrecke in etwa ~3 Stunden zu erreichen (wenn ich hier bei mir vor der Haustüre starte) – so zumindest meiner Information nach (?) – und Krems halt nochmal mit ~3 Stunden Aufschlag bei einer gemütlichen und unterdurchschnittlichen Tretzahl. Von der Kilometer-Distanz auf jeden Fall. Fährt man zeitig los und genießt das Ganze mit kleinen Pausen beim Strombad und ähnlichem unterwegs, dann trudelt man gemütlich zum Mittagessen in Tulln ein und rollt dann den Nachmittag fotografierend und sinnierend langsam wieder zurück.

Vom Wetter her würde es anscheinend auch passen, allerdings sollte ich bei so einem Unterfangen wohl doch einen Ersatzschlauch mitnehmen, denn meine Reifen sind durchaus etwas geschunden mittlerweile und auch lässt die Luft von Zeit zu Zeit etwas nach… weil irgendwo auf einer Zwischenstrecke liegen bleiben, ist natürlich dann zumeist nicht so amüsant.

Vermutlich werde ich es aber nicht tun, denn es gibt ja immer so schnöde Dinge im Leben, die man gerne reinschieben kann – unzählige – aber es ist zumindest der Gedanken daran (schon mal) da.

Und nachdem ich gestern mich im AKH mal wieder durchleuchten, durchultraschallisieren und blutleer saugen lassen durfte und mir der Arzt anschließend wohlwollend und nickend bestätigt hat, dass die zerfledderte Muskel-Pumpe zumindest aktuell weiterhin brav und unverändert ihre Liter durch den Körper pumpt, sollte ich zumindest und wenigstens keine körperliche Müdigkeit vorschützen.

Wobei die Müdigkeit mich gerade frecherweise soeben überläuft und der Gedankenknoten an ein Tretabenteuer soeben ungreifbar von mir abrückt. Nun, es wird schwer.

  • Veröffentlicht in: Leben

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Und wer jetzt fragt, warum denn nicht mit dem Rad zum See – ich lebe gut platziert auf der anderen Seite der Stadt und zudem ist die See-Strecke inklusive und von Wien aus für mich nicht attraktiv genug. Da fahre ich lieber kurz und bündig hin und lasse die Füße im Wasser baumeln. Das Pedale treten ist also eher etwas für eine landschaftliche Abwechslung und nicht so sehr für das Rollen von A nach B. Zumindest bei mir und in diesem Fall. Ich will was sehen – zumindest mehr als nur Felder und Bundesstraßen mit LKWs. Ein paar Hügel, eine Burg, Wasser, Bäume und Wiesen, Staudamm und Co. – das gibt’s in der anderen Richtung eher…

  2. *Admin: Beitrag editiert – Text entfernt…*

    Mit der Schnellbahn stündlich von Wien/West über Wien/Süd nach Neusiedl am See. Mit dem Autobus von Wien/Simmering im 2 Stunden-Takt nach Neusiedl am See. Flughafen Wien-Schwechat. Transfer durch Bus, Taxi oder Hotelbetriebe.

    *Admin: Beitrag editiert – Text entfernt…*

  3. Ääääääh @ Inasabi: Deine 3 Kilometer langen Abfahrts und Co.-Listen habe ich hier mal nicht reingestellt, genauso wenig wie die Adressen und Telefonnummern – nochmals der Hinweis: das hat in Blog-Kommentaren keinen Platz ;) Ist auch kein Info-Service hier und diverse Links und Fahrplanauskünfte gibt es ja eben bereits online – und natürlich kann ich die auch abfragen (wie ich es ja getan habe). ;)

    Bei Deinen Vorschlägen fehlt aber eben übrigens genau die fehlende Stunde… ich müsste mal erst bis rüber kommen zur ersten Station bei Deinem Plan – dazwischen liegt ja schließlich noch die halbe Stadt und zudem will ich eben nicht Neusiedl, dort mag ich nicht hin – sondern weiter runter ;) – und schon sind wir bei zwei Stunden.

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