Ein wenig durch den Wald denken…

Eigentlich war der große Plan der Schöpfl. Angedacht, durchdacht und zunichte gemacht. Wohlweislich habe ich mich gegen den Ausflug entschieden und es war richtig so. Denn bereits zu Mittag zogen die Wolkenschleier schon über das Land, kühler Wind ebenso und der kommende Regen lässt sich seitdem auch erahnen.

Dafür und immerhin gab’s eine kurzfristige, kleine Tour am Stadtrand von Wien – sozusagen den Wandersteg für den durchweichten Wiener… der Lainzer Tiergarten wurde es.

Und bevor ich aber hier in großen und breiten Tönen eine gewöhnliche Wanderung visualisiere, habe ich das komplette Bilderpaket einfach gleich drüben ins Bildarchiv gestellt – inklusive der zugehörigen Beschreibung. 16 Kilometer wurden es in etwa… nicht ganz genug, aber wenigstens. Fotostrecke: Wandertour Lainzer Tiergarten.

Das Gehen hat ja übrigens generell etwas Nachdenkliches an sich, zumindest bietet sich vor allem bei so einem grauen Wetter das Philosophieren über sein eigenes Leben an. Da kommen dann so nebenbei wichtige Entschlüsse heraus, wie zum Beispiel, dass man abermals die Entscheidung umwirft und den flotten Drahtesel nun doch in einem dunklen Klassiker-Rot anmalen wird.

Süße Nebensächlichkeiten. Aber es gibt noch anderes… In letzter Zeit merke ich nämlich etwas Verdruss in mir – und zwar da drüber, dass andere Personen in meinem sozialen Umfeld – so wie jeder und ich selber natürlich auch – ihren Weg gehen, aber in diesen Fällen nicht mehr neben sich schauen oder gar zurück blicken. Oder provokant gesagt: sich nur für sich selber interessieren. Und wie schon letztens gesagt, da muss man in einem gewissen Alter und mit einer besseren Sicht der Vernunft stärker filtern. Beides ist nun bei mir vorhanden. Und gesünder wäre und ist es für mich selber auch.

Aussieben heißt es so schön. Nicht augenblicklich, aber so langsam Stück für Stück. Eigentlich schade, aber es macht wenig Sinn, anderen Menschen nachzulaufen, die vor allem und ausschließlich sich selber folgen, aber dabei gerne anderen ihre Energie absaugen um sich zu stärken. Ich laufe da dann ja oft gerne mit und spiele das Nahrungspaket, ärgere mich aber natürlich später. Lernfaktor. Wenn auch langsam.

Aber – damit kommt man zum nächsten Aber – soll ja so sein. Muss nicht unbedingt schlecht sein, für beide Seiten und Klarheiten in der sozialen Kommunikation schaffen auch Reinheit, Ruhe und mentale Freiheit im Alltag.

Und so ganz nebenbei hat ein Gespräch mit einem jungen Mädchen in mir auch wieder ein wenig den, sogar bereits eh schon vermissten, Minimalismus in mir abermals erweckt. Durch das zufällige Gespräch und der Erkenntnis, dass man da ähnliche Vorstellungen hat, begann das Durchleuchten der Vorteile von dem “leichten Lebensgepäck” – generell und in der Wohnung. Und so liebäugle ich bereits durch meine kleine Mietwohnung, prüfe unbewusst jedes Luxus-Ding auf seine “Last” und Notwendigkeit… und sortiere auch wieder ein wenig weiter aus.

Man muss ja da auch gleich allen Unkenrufen zum Trotz sagen, so gemütlich und sinnvoll wie zur Zeit, war es in dieser Wohnung noch nie. Der erste Schub des minimalisierten Lebens vor ca. 2 Jahren hat eigentlich eher dazu geführt, dass die Wohnung zum ersten Mal vernünftig eingerichtet und “bereichert” wurde. Sei es ein Bild da oder dort an der Wand, die Holzküche oder Kerzen am Tisch, Arbeitstisch und anderes. Es ist besser, heller und freundlicher geworden.

Und diesen Weg des Minimalisierens gilt es fortzusetzen. Einerseits immer mit dem Blick auf Gemütlichkeit im Alltag, aber zugleich auch den Absprung woanders hin oder in ein weiteres Lebenskapitel im Auge behalten. Das ist wichtig, denn die Zeit – und anderes – bleibt nicht stehen.

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