Freitag 18. März 2016

"Mit Subgraph OS soll ein neues, sicheres Linux mit innovativer Sandbox entstehen. Wir haben mit den Entwicklern gesprochen und das System ausprobiert - und sind trotz Alphastatus angetan."

Basiert auf Debian und "Wir wollen, dass der Nutzer keine Sicherheitsentscheidungen treffen muss", es gibt eine umfassende Sandbox für das gesamte System und jede Anwendungen - ok, das finde ich ja noch alles vernünftig bzw. als Grundlage für neue Entwicklungsansätze (auch wenn die Einzelösungen nicht neu sind). Tor läuft auch, ist gleich mal ein radikaler Minuspunkt in meinen Augen, weil ich der Meinung bin, dass man hier zu bequem einer illusorischen Blase aufsitzt, die in ein paar Jahren dann sowieso auch mal offiziell platzen wird (abgesehen vom komplizierte Umgang des Userverhaltens, der da reinpfuscht), aber immerhin sind auch die Entwickler hinter Subgraph OS nicht glücklich damit.

Interessant ist übrigens der Nebensatz, dass sich der Gnome-Taschenrechner mit den Servern des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) verbindet. Soso. Weiters interessant ist, dass auf einen eigenen Benutzernamen im System verzichtet wird - da muss ich glatt an Puppy Linux denken (wobei man da als Dauerroot hantiert, zumindest in den älteren Versionen).

Gut, soweit dazu. Und jetzt das "Aber" - die xy-neueste Distribution hat ja meistens den Flow, dass nach 2-3 Jahren Bekanntheitsgrad die Entwicklung stagniert, zu viele Features auf Userwunsch eingepumpt werden und es damit holprig wird. Die meistens Distros (nehmen wir mal die großen Global-Player aus der Rechnung) verdümpel zumeist schnell in einer kleinen Usermasse, Ausnahme-Entwicklungen wie das ehemalig kleine Crunchbang (hat mittlerweile das Zeitliche gesegnet) mögen vorhanden sein, aber im Großen und Ganzen passiert da nur selten was. Denn auch der größte Teil der Linux-User hängen am internen Massenmarkt.

Die im Beitrag erwähnte eigene Email-Lösung klingt für mich übrigens fast eher nach einer Warnung, weil das ist keine Kleinigkeit, denn da hängt schließlich ein enormer Rattenschwanz dran und der wird im Schnitt alle 5 Monate neu erfunden. Seit Jahrzehnten nun jedoch, geändert hat sich aber noch immer nichts. Hat seine Gründe und die werden hier sicherlich auch wieder ausschlaggebend sein.

Außerdem sind ja die meisten Schwachstellen die menschlichen Zellhaufen vor den Geräten, das kann man zwar einpacken und mit digitaler Luftpolster-Folie umhüllen sowie begrenzen, ja sinnvoll und eh gute Entwicklung - aber führt trotzdem vermutlich dazu, dass sich der User erst recht kaum noch Gedanken um das Ganze macht. Wie ein Leser in die Kommentare schreibt: man müsste so wenig Tools wie möglich installieren... und nicht Dutzende zulassen und die alle verstaubt rumgurken lassen, so wie es ja dann meistens der Fall bei den Usern ist.

Dieses Kommentar finde ich ebenfalls passend: "Es ist zwar klar, dass diese Distribution einfache Nutzbarkeit zum Ziel hat, doch indem man stets dafür sorgt, dass der Nutzer nicht länger denken muss, fördert man unter Linux denselben Nutzerstamm wie es oft unter Windows der Fall ist. Und ein lohnenswertes Ziel ist das nicht." \o/

Nachtrag: Prinzipiell gute Entwicklung als Konzept gesehen, klar - also schon sinnvoll. Kein Voll-Rant.