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Sonntag 08. Oktober 2017

Vollkommen Off-Topic und ohne jeglichen Zusammenhang aus dem Nichts und zur Ergänzung der allgemeinen Langeweile im Netz - während ich einen Lackpinsel an der Türe schwinge und nachdenke - muss ich nämlich mal so nebenbei (und bevor ich es erneut vergesse) nochmal für meine eigene Nachwelt der digitalen Archive anmerken, dass irgendwie die schönsten Armbanduhren so zwischen 1930 und 1970 entstanden sind. Danach gab es noch einmal das Aufpoppen der netten Quarz-Spielereien wie eben Analog-Digital-Mischungen, Taschenrechner- und Datenbank-Uhren und so weiter... aber nach dem Durchlauf der beiden Phasen ging es optisch bergab. Ich zitiere dazu passend:

"Wobei es schon komisch ist: früher reichte den besten Piloten der Welt scheinbar ein kleine Sekunde, um die Welt zu umrunden, heute benötigt man eine 56mm-Uhr mit mindestens 4 Totalisatoren, um den tiefergelegten Golf bis zu McDonalds zu fahren."

Jawohl. Außerdem sind die heutigen Uhren in der Männer-Bastion wirklich lächerlich groß. Meine Seikos mit den 37 mm sind da in meiner Welt irgendwie bereits an der Grenze zum übertriebenen Geschmack und generell finde ich kleinere Ausgaben der Zeitimpulse deutlich angenehmer, dezenter und sympathischer. Zudem trug man die Uhren in der verstaubten Zeit auch wegen ihrem inneren Wert und der Funktion an sich und spielte ergänzend dabei eher mit dem Umstand der dezenten Armführung und des Zeigen an sich, ohne es dabei aber zu präsentieren. Hat auch irgendwie mehr Stil, als diese Tech-Klunker mit den drehbaren, gelochten Scheiben, die einem fast schon gewalttätig ins Gesicht geschmiert werden. Letztens beispielsweise eine moderne Marken-Uhr gesehen, deren Größe ungefähr dem Tellerradius eines Salatdesserts in einem Hipsterlokal am Naschmarkt entspricht. Mit einer etwaigen Vertiefung reicht es als Suppenschale.

Nachtrag: Auf der anderen Seite muss man ein wenig fair bleiben... mittlerweile hat man nun einfach praktisch schon alle Möglichkeiten der Form und Gestaltung durch und neue Varianten sind fast immer zwangsläufig ein Aufguss oder Hommage an ältere Ansätze. Die Neuen können also nur schwer an das Damalige komme. Aber Original bleibt Original, auch wenn generell diese Kommerz-Dinge einer fragwürdigen Menschheitsepoche entsprungen sind. In weiteren 100 Jahren wird man wohl mitleidig lächeln, wenn man diese Zeilen liest und solche Ansichten nur aus seltsamen, farblosen, unscharfen Aufnahmen auf vorsintflutlichen SD-Karten im binären System entziffert.
17:12 Uhr / 08.10.2017 / 20171008151206.txt