Montag 22. Jänner 2018

# Spannende Sache für mich. Zwar bin ich nicht zu einer Tonaufnahme am Wochenende gekommen, dafür aber lerne ich seit ein paar Tagen überraschend konsequent Esperanto. Bei Russisch bin ich ja nach einiger Zeit wieder ausgestiegen, weil der sprachliche Unterschied plus auch noch die kyrillische Schrift in Einem dann doch etwas zu viel war - vor allem, wenn es im Alltag sowieso schon rund geht und der Kopf mit anderen Themen zugestopft wird. Danach bin ich kurz erneut bei Spanisch gelandet, da war der Anfang wie schon früher recht flott, aber es fühlte sich nicht "frei" genug an. Schließlich mag ich ja den freien, offenen Zugang zu Dingen, ebenso wie in der Software-Landschaft mit Open Source und dergleichen.

Nachdem Esperanto in meiner Kindheit damals schon eigentlich eine faszinierende und spannende Idee war, ich auch immer wieder damit liebäugelte und ich mich auch noch an eine Situation erinnern konnte, wo ein Zugfahrgast nach Etwas fragte, aber keine Verständigung mit uns und Anderen möglich war, auch alle Sprach-Vorschläge gegenseitig verneint wurden und er schließlich "Esperanto?" fragte, wollte ich natürlich mehr davon wissen... hatte mich aber immer etwas abschrecken lassen.

Einerseits weil ich jetzt nicht unbedingt Weltmeister bin, wenn es um das Erlernen von Sprachen geht, denn es läuft eher etwas zäh und erfordert viel Übung meinerseits, und auch weil ich falsch hingehört hatte und den Mischmasch an verschiedenen Spracheinflüssen Europas als zu komplex erachtet hatte.

Dabei stimmt es nicht - denn alleine die letzten Tage haben gezeigt, dass einerseits viel mehr an Schul-Englisch sowie -Französisch, Spanisch und sogar Latein hängen geblieben ist, als ich mir je zugestanden hätte (meine Latein-Kenntnisse hören eigentlich bei Asterix und Obelix bereits schon wieder auf und Französisch reicht für eine McDonalds-Bestellung gerade so irgendwie noch ein wenig aus) und nicht nur unerwartet unzählige, völlig verschüttete Wörter wieder auftauchen oder zumindest intuitiv erahnt werden, sondern auch, dass die Sprache so sehr Anlehnungen nimmt, dass Manches fast schon übertrieben wirkt. Zum Beispiel Danke vs. Danko, Familie vs Familio, arbeiten vs. laboro, wollen vs. volas, buch vs. libro, schreiben vs. skribi und so weiter. Das macht damit recht viel Spaß und geht flott.

Und nicht zuletzt ist die App von Duolingo (plus Tinycards) sehr praktisch und nutzbar im Alltag (Bett, Zug, irgendwo Warten, in einer Pause, usw...). Ausnahmsweise bringt die Moderne auch sinnvolle Ergänzungen und die Infos sind praktisch und sehr simpel aufbereitet. Das Ganze auch noch ohne Kosten und die Werbung hält sich in Grenzen - feine Sache.

Jetzt kann man noch diskutieren, was Esperanto bringen soll im Alltag. Nicht viel, leider hat es sich nie durchgesetzt, auch wenn der Ansatz eigentlich großartig ist und es für Europa vielleicht sogar einen gesellschaftlichen Vorteil hätte. Und zudem für mich aus heutiger Sicht auch neben Englisch als Drittsprache generell fest im Bildungssystem verankert werden sollte. Aber es hält den Kopf fit, nimmt die Hemmungen gegenüber dem Thema "Sprache erlernen", ist eine Spielerei und was noch im Leben kommt, weiß sowieso niemand, denn schließlich kann man ja auch noch heute tot umfallen oder morgen ein Himmelskörper die Erde auslöschen. Was soll's also?! Dieses ewige Warten und Schüren von Ansammlungen "für später dann mal" ist weder sinnvoll noch erfreut es den eigenen Geist. \o/

Nachtrag: Übrigens werden bei Wikipedia Kritikpunkte angeführt: "Es gebe mit der englischen Sprache bereits eine funktionierende Weltsprache, Eine „polnische“ Orthographie für den mehrheitlich „latino-romanischen“ Wortschatz führe zu einem fremden Schriftbild und häufigen Schreib- und Lesefehlern, Hinter dem Lateinischen stehe eine große Literatur, die bei Esperanto völlig fehle. Daher sei die Kunstsprache ungeeignet als Alternative, Die Einführung der slawischen Verbalaspekte stelle für Deutsche, Engländer und Japaner große Schwierigkeiten dar, Die „kindische Maskerade“ durch „seine willkürlichen Etiketten für grammatikalische Kategorien, wie die Endung -o für die Hauptwörter, Die „polnische“ Betonung (immer auf der vorletzten Silbe) führe zu einem fremdartigen Klang, der Fehler provoziere,..." - da sieht man schön, dass es einfach nur um Wollen oder Nicht wollen geht bzw. persönliche Geschmäcker. Ob ich je Esperanto können oder weiter lernen werde, weiß ich nicht, aber Spaß macht sie zumindest und ob das diesen und jenen Einfluss oder historische Wurzeln hat oder nicht... who cares? /o\

06:11 Uhr | 22.01.2018 | 20180122051154.txt