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Mittwoch 04. November 2015

# Öhm... und jetzt traue sich das mal einer bei uns in Österreich: Blaue Schafe gegen Fremdenhass.


Dienstag 03. November 2015

# Der Videotipp des heutigen Tages: Codegirl: Die Dokumentation über programmierende Mädchen kann man sich jetzt bis zum 5. November noch auf Youtube anschauen. "By 2017, the app market will be valued at $77 Billion. Over 80% of these developers are male. The Technovation Challenge aims to change that by empowering girls worldwide to develop apps for an international competition. From rural Moldova to urban Brazil to suburban Massachusetts, CODEGIRL follows teams who dream of holding their own in the world’s fastest-growing industry. The winning team gets $10K to complete and release their app, but every girl discovers something valuable along the way."


# Und was halt die freudige Masse der Empörten nicht einplant vermutlich, dass man durch den Druck des Fingerzeigens dem Gesetzgeber wieder ein weiteres Loch zur Verfügung stellt, mal eben nach Bedarf gegen "unbeliebte" Inhalte vorzugehen. Und dabei wissen wir alle eigentlich, dass damit langfristig nicht nur Hass und Hetze gegen Flüchtlinge gemeint sind. Man weicht die Büchse der Pandora zu den eigenen Ungunsten weiter und weiter auf und freut sich noch darüber.


# "Die Düse des Triebwerks der ersten Stufe verursachte ein Drehmoment, das nicht ausgeglichen werden konnte. Die Stufe fing an, sich zu drehen. Wegen der Rotation wurde der Treibstoff im Tank an die Wände gedrückt und gelangte nicht mehr zum Ansaugstutzen des Triebwerks." Spannende Dinge und Probleme aus der Raumfahrt, an die man vermutlich auch eher selten denkt.


# Autobahn. Leichter Nebel. Viel Verkehr. LKWs. Ein kleines, graues Auto rollt vor uns gemächlich gegen Osten. In einem Tempo, so dass auch Sattelschlepper bereits überholen. Und je näher ich komme, umso klarer wird die Aufschrift auf dem Fahrzeug... "Radio Maria" - der kirchliche Lokalsender des Landes.
Mhm, sollten die nicht endlich besser auf der Überholspur sein, anstatt alle an sich vorbei ziehen zu lassen und zu blockieren? Nein, nein... kein Bashing. Nur bittere Ironie. =)
Wobei: Radio Maria Italien trennt sich wegen Kritik an Papst Franziskus von zwei katholischen Intellektuellen.


# Ein neuer Morgen und mir platzt gleich ein wenig der Kragen: „Wir gestalten den Content, dann kamen die Googles und Facebooks, haben den Content abgegriffen und vermarktet“, äußerte Burda. so die Blase rund um die Verleger. Kann dem Mann bitte jemand erklären, dass er seine Inhalte nicht für Google zugänglich machen oder seine Sachen auf Facebook teilen muss?! Die Verlage hatten von Anfang an die Möglichkeit, ihre Inhalte für Google zu sperren oder anders zugänglich zu machen. Das kann auch jeder Betreiber mit seiner Webseite machen... niemand muss in Google auftauchen mit seinen Inhalten, wenn er nicht will. Und kein Verlag muss mit der Facebookschwemme mitjapsen, sondern auch diesen Verlagen steht es frei, ihre eigene Suchmaschine auf die Beine zu stellen, ihr eigenes Amazon zu gründen, ihr eigenes, literarisches Social-Network, ihre eigenen digitalen Vertriebswege und Kooperationen.
Erinnert an ein Kleinkind, das rumläuft, einen Spielplatz freudig entdeckt, begeistert in die Sandkiste läuft und sich dann lauthals beschwert, dass es nun voller Sand ist und deswegen wieder heim will.
Update: Amazon verkauft Bücher erstmals in Geschäft. Lalala.


Montag 02. November 2015

# Ich habe generell die Tendenz, Menschen mit technischen Sachen zu nerven, weil ich dann gerne einen Schritt weiter gehe und Details erläutern will - schlicht und ergreifend weil ich der Meinung bin, dass das langfristig genau diese Thematik wiederum unglaublich vereinfacht und abkürzt. Aber damit trete ich regelmäßig in Fettnäpfchen, weil nicht gewollt. Eigentlich wöchentlich. Ich lerne nicht dazu.


# Weil ich heute unterwegs in den Öffis einen Beitrag gelesen hatte, wo wieder mal ein Blogger angegriffen wurde, weil er sich als Mittelpunkt der Welt sieht, hatte ich mich nicht nur geärgert, sondern muss hier nochmals ein paar Zeilen loslassen:

Die unaufdringlichsten Menschen im digitalen Netz sind die, die ihren eigenen Server zahlen, ihre eigenen Domains, ihre eigene Email-Adresse und Blogs führen, wo es kein Sharen, Teilen, Liken und Herzen gibt. Selbstgebaute Inseln, auf der nur sie selber leben. Die auch kaum auf anderen Social-Media-Portalen vertreten sind oder dort gar überhaupt eigene Accounts besitzen. Eben weil sie sich finden lassen und nicht selber aktiv daran arbeiten, dass man sie liest. Solche Menschen mögen von sich selbst massiv überzeugt sein, aber das ist Jeder zuhause in seiner Wohnung, der alleine zur Musik tanzt und sich dabei auf der Weltbühne mimt und erfolgreiche Shows gedanklich auslebt. Stört auch niemanden, weil es bleibt ja in seinem Wohnzimmer - macht so ein Vogel das aber irgendwo in der Öffentlichkeit draußen vor allen gezielt und bewusst, dann ja... egozentrischer Volltrottel (meistens).
Aber ein privater, kleiner Self-Made-Blog ist im Universum der digitalen Netze sowas wie ein kleiner Planet am Rande der Galaxie. Ich kann dort hinfliegen oder lande zufällig bei einer Expedition auf ihm... aber wenn er mir nicht zusagt, dann fliege ich ganz einfach weiter und komme nicht nochmal zurück. Ist wie Urlaub machen - gefällt mir der Zeltplatz nicht, na dann werde ich dort wohl kaum nochmal lagern. Diese großartige Freiheit hat jeder!
Menschen im Netz ärgern mich jedoch ungemein, die sich echauffieren, dass ja der Blogger XY ja ein Idiot ist und der glaubt auch nur, weil er bekannt ist, kann er sich alles erlauben und warum laufen dem Alle nach, alles nur Schmafu, usw... erfüllen aber dabei selber genau diese Share-Funktion und pushen den Blogger ja damit selber noch zusätzlich. Kopf > Tischplatte.
Bitte: Wenn mir ein Blogger nicht zusagt und ich der Meinung bin, dass er nur Schwachsinn verbreitet... ja, Kinder... dann lest ihn einfach nicht mehr. Erwähnt ihn auch nicht irgendwo oder diskutiert ihn lauthals, weil dadurch bleibt er weiterhin schwach glimmend am Rande der Galaxie. Es gibt aber tatsächlich Welche, die unentwegt auf gewissen Bloggern rumhacken und jedes Wort durch die Walze ziehen und nach Blasen suchen, weil sie einfach nicht in der Lage sind, sich selber abgrenzen zu können oder einen eigenen, besseren Blog zu führen. Und füttern damit das System munter weiter.
Passt mir was nicht, ignoriere ich es. Fertig. Und verschwende doch keine Lebenszeit damit, über einen Blog im Niemandsland herzuziehen. Mächtige Menschen haben fast immer nur deswegen die Macht, weil man sie ihnen schenkt. Google ist nur so mächtig, weil halt jeder Google verwendet, anstatt einen der Dutzenden anderen Suchmaschinen. Das böse Monster Amazon ist nur deswegen in der Krösus-Position, den stationären Kleinhandel auszulöschen, weil jeder dort bestellt - anstatt bei den unzähligen Alternativen. Windows kann sich deswegen so viele Fehltritte leisten, weil halt jeder bequem ist und umsteigen auf eines der anderen unzähligen Betriebssysteme "geistig anstrengend" ist und es "anders ausschaut". Apple ist deswegen so "erfolgreich", weil Menschen das Einfache bevorzugen und ungern Fragen stellen und lieber einem fragwürdigen Kommerz-Trend hinterher laufen, als mal experimentierfreudig zu sein und Vergleiche zu studieren... und so ist es mit Blogs.
Würden die User von heute auf morgen aufhören, den einen, bösen Blog zu besuchen, bei Amazon zu kaufen, kein iPhone mehr und ein anderes System als Windows zu installieren, würden all diese Bastionen einfach zusammenbrechen... innerhalb weniger Wochen, Tage oder Stunden sogar. Ganz einfach, weil - auch wenn das keiner hören will - jeder User verdammt nochmal in der glücklichen Lage ist, SELBER und alleine zu entscheiden, WAS er liest und was er bevorzugt im Alltag.
Der Blog ist scheiße? Jo, lies woanders. Und alle sind glücklich. Aber nein... Menschen wollen leiden, wollen sich reizen lassen, wollen sich aufspielen und mit dem Finger zeigen und allen Anderen erklären, was Sache ist - mit einem ironischen Resultat: denn es zeigt, wer tatsächlich das egozentrische Spiegelbild erfüllt.

Nachtrag: Ja, klar gibt es Blogger, die sich selbst im Blog feiern und das munter und fleißig überall teilen und jedem auf das Auge drücken müssen, ein fettes, geschöntes Studio-Profilfoto von sich daneben klatschen und sich selber als Profis und Experten oder was auch immer bezeichnen und marktschreierisch ihre Dienst anpreisen - also all diese Dinge, wo nur der Leser entscheiden kann ob gut oder schlecht... nur... die nimmt ja sowieso keiner ernst bzw. werden hier nicht mal gestreift.


# Ich habe gerade etwas nachgelassen hier, aber das liegt daran, dass ich mich A) etwas grippig fühle und B) gestern Abend noch alte Blogtexte von vor ein paar Jahren entdeckt habe. In Summe mehr als 900 Stück (Dafuq!), gespeichert glücklicherweise als Textdateien und ich überlege zur Zeit, ob und wie ich die nochmals verwerten werde... denn die alten Blogs gibt es ja alle nicht mehr - zugleich ist so ein Archiv aber natürlich schon ein kleines "Werk" für mich persönlich, das ich nicht ganz vergessen möchte.
Schauen wir also mal - wäre halt ganz schöne Arbeit, mal überall reinzuschnuppern und zu schauen, ob da gar arg verfängliches darin zu finden ist, hinter dem ich nicht mehr stehen kann und zudem müsste man halt ein paar Skripte zusammenklopfen, um die alle zu sortieren, zu benennen und für die Ausgabe hier lesbar zu machen. Der Drive fehlt mir aber gerade etwas. räusperkratz


Sonntag 01. November 2015

# Auszug aus der aktuellen Diskussion in der Cryptography mailing list, wo es gerade darum geht, ob Compiler dem Entwickler unterstützend unter die Arme greifen sollen oder eher nicht: "C programmers operate under the illusion that because they are writing in the same language as some of the legendary programmers of lore, they, too can write perfect code, and they don't need some compiler complaining a them. (In fact, if you look at the code in early Unix or in some of the early tools, you'll find that in general it was deliberately written very conservatively, by people who understood their own limits and used various conventions and other techniques to do what compilers today, running on vastly faster machines using much improved algorithms, can do easily.) One of the early Unix guys - I forget which - has a line something like: Everyone knows that debugging is much harder then coding. So if you write code to the very limits of your ability, by definition you can't debug it.
It appears the gcc developers continue to operate in the world of the 1970's. Nice little utopia - unfortunately, hardly anyone actually lives there."
Der letzte Satz ist köstlich.


Samstag 31. Oktober 2015

# Kann mir das jemand als Nicht-Konsument erklären? Eine Frau pflanzt 838 (!) Cannabispflanzen an, weil sie so "schön" (!) sind und das Ganze auch noch mit hohem THC-Gehalt... und bekommt aber auch keine Strafe, weil ja noch (!) kein Handel angelaufen war. Und woanders steht die Polizei vor der Türe, weil ein Typ auf Instagram mal eben ein Foto aus seiner Wohnung mitsamt seiner handvoll Pflanzen hochgeladen hat? Öhm, wie jetzt?


# So, bin gleich mal ein wenig genervt. Es ist 8:30 Uhr in der Früh und in den News stolpert man über die Umfrage zum Wort des Jahres. Erstens ist das meiner Meinung nach Zeitverschwendung und irgendwie so ein Art Sommerloch-Herbstfüller, aber gut... die Menschheit braucht das anscheinend.
Aber dann das: man möge bitte Abstimmen und zwar hier auf der Webseite der Forschungsstelle Österreichisches Deutsch.

Lassen wir mal das Kopfschütteln über das Prinzip an sich, aber Fluffis.... die Webseite!? Ich meine, mein Blog hier kratzt schon bewusst am Rande des visuell Erträglichen, aber die Seite! 1999 lebt wieder neu auf. Klickt mal die Menüpunkte durch und schaut auch das Layout an... auf Kontakt, Impressum und so aber besser nicht, weil die Seiten gibt es gleich sicherheitshalber nicht mal.

Eine Forschungsstelle in Österreich präsentiert sich mit so was und dann nicht mal barrierefrei? Mal im Terminal ins Elinks rein geworfen - das pure Chaos. Bis auf die Überschrift. Und dann noch ein iFrame dabei. Auch generell... zu kleine Schrift für den normalen User, falsche Farben und so weiter, keine Sprungmarken, bla... und damit Ausschluss von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. WTF? Wozu gab es lang diskutierte und endlich beschlossene Richtlinien für das Ganze?
Kopf > Tischplatte.

Aber es wird noch besser! Hat man es mal geschafft, nicht auf der Index-2.html-Seite zu landen, wo das Dropdown-Menü wieder weg ist, dann kann man sich zum Beispiel die Auswahl aus dem Jahre 2014 anschauen. Haltet Euch dabei aber optisch gut fest: Wort des Jahres 2013. Kinder, wer hat da in Word97 herum gespielt!?! O_o

Versteht ihr - da sitzen Professoren für Sprache und Co. dahinter - sicherlich auch mit öffentlichen Geldern - ein intellektueller Bereich, der schon aus Prinzip allen BürgerInnen des Landes aufgrund der Thematik zugänglich sein sollte und dann entlässt man diese Seite auf die Menschheit, die viele ausschließt?! Dafür habe ich einfach kein Verständnis.

Als Privatmensch mit seinem kleinen Dröselblog ja... jeder wie er will. Tue ich ja auch. Auch als einmaliges Projekt, das es halt mal versucht oder wo sich Menschen völlig neu mit dieser Thematik auseinander setzen müssen und ihre erste Webseite zusammen klopfen. Auch ok und verständlich. Da braucht man nicht mit dem Finger zeigen - keine Frage. Aber bei so was? Und sich dann in die Medien damit bewegen?

Und schlussendlich: bei dem Abstimmungsformular auf so einer Seite mit "gültiger, notwendiger" Emailadresse schwebt halt auch die Frage des Datenschutzes im Raum. Denn die notwendigen, näheren Angaben dazu finden sich nicht - weder zur Verarbeitung, Speicherung, Aufbewahrung, Weitergabe an Dritte, usw... Frust! So eine Seite überarbeitet doch jeder Schüler oder Student von mir aus in Wordpress in wenigen Tagen billigst und gerne als Referenz um ein paar Euronen auf responsive, barrierefrei und gut lesbar um.

Nachtrag: Und ja, kann schon sein, dass das in der Freizeit und voll Liebe und Hingabe realisiert wird, unbezahlt und so weiter und man da nicht solche Maßstäbe setzen kann, wie bei wirklich großen, öffentlichen, geförderten Portalen, usw... - aber im Jahr 2015, bald 2016, ist das als Argument nicht mehr gültig und in Ordnung. Die aktuellen Standards was reponsive und zugänglich betrifft, sind auch schon wieder etliche Jahre (!) her und kein Neuland, auch die Kosten für solche Dinge sind enorm niedrig bzw. lassen sich auch ohne Zusatzkosten mit Open Source Dingen lösen (Wordpress, Drupal, bla) und "junge Bastler" dafür, die sowas womöglich sogar kostenlos oder für einen feuchten Händedruck als Referenz-Sammlung machen würden, gibt es auch wie Sand am Meer. Auch will ich nicht die Leistung an sich schmälern, keine Frage, aber mittlerweile verbeiße ich mich mehr und mehr darin, dass Webseiten so schnell wie möglich, so einfach wie möglich und in der Handhabung so Userfreundlich wie möglich sein sollten. Und ja, bin schlecht gelaunt bei sowas.


# Manche Leute haben wohl auch schlecht geschlafen: "Yeah, guys. It’s so simple. Just... - ist allerdings auch verständlich.


# Spannender Artikel und äußerst lesenswert. Die Machtgebilde unserer heutigen Zeit: Sie nennen es Sterbehaus.


# Also das umgestellte Bett führt nun zu einem anderen Problem: ich schlafe punktuell besser und durchaus so tief, dass ich richtig fertig bin. Die Phasen sind allerdings etwas zu kurz... denn eine Möglichkeit, aus den herumstapfenden Katzen den Akku zu entnehmen oder sie über Nacht tiefzukühlen oder sie auf Kinderüberraschungsei-Größe zu schrumpfen oder auf Standby zu schalten, habe ich leider noch nicht gefunden. Und so wandern 6-7 Kilo zweifach zwischen REM- und Tiefschlaf-Phase nebenan, neben mir, auf mir und unter mir durch die Gegend. Ab 4:30 Uhr dann ein konzentriertes, unablässiges auf mich Starren, in der Hoffnung, dass ich jetzt... aber jetzt... jetzt.... JETZT... und jetzt?... JETZT!!! gleich aufstehe. Gespannte Gummibänder, die bei der kleinsten Bewegung davonschnellen. streckundgähn



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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