Dienstag 20. Oktober 2015

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem analogen Menschen (ja! kommt selten, aber doch vor), wo die Frage auftauchte, ob man als Blogger Selbstverliebt bzw. Narzisstisch sei. Ein Thema, dass ich schon mal früher zwei-dreimal in alten Blogs vertippt hatte, aber die Frage bleibt unverändert interessant, weil es immer wieder den Zugang Anderer zu dem Gebiet der geschriebenen Tagebüchern aufzeigt und auch berechtigt ist.

Prinzipiell - schätze ich jetzt aus meiner persönlichen Erfahrung - würde ich mal sagen, dass 60% der Blogs dem Zweck der Selbstdarstellung und gesellschaftlichen oder beruflichen Reputation dienen. Schaut her, ich habe Euch was zu sagen, es ist gut gestaltet, es folgt einem Konzept und es verknüpft meinen Erfolg mit meinen Referenzen oder dient als Referenz. Spontan fallen mir da die vielen Beauty-BloggerInnen und Co. ein, die das ja vorwiegend aus Selbstzweck machen und zugleich die Illusion aufbauen "Ich bin schön, erfolgreich - schaut her und arbeitet mit mir". Gibt es aber natürlich auch bei politischen Blogs (ich möchte selber mal Politiker werden und kandidieren) ebenso bei Wirtschaftskram (bucht meine Agentur oder Kanzlei) oder Ich erzähle Euch jetzt mal meinen Kampf gegen die Depression (Aja, habe auch ein Buch geschrieben, hier am besten kaufen klick), aber auch Ich kritisiere die Gesellschaft und Euer Tun (Ich bin gerne einer, der auch mal aufs Podium geht und kratzige Meinungen loswerden möchte und mich dann in Euren Blicken suhle) und so weiter...

Von den restlichen 40% der Blogs würde ich mal sagen, sind 30% - speziell in der Welt der IT - die tatsächlich dem Wissen & der Teilung (Sharing) von Tools, Know-How und so weiter den Vortritt einräumen und selber dabei zwar durchaus auch mit ihrem Namen auftreten, aber dennoch bleibt eher das "Service" beim Leser hängen und es basiert dabei auf den Grundlagen des Netzes mit "Nehmen und Geben". Die würde ich nicht unbedingt als Selbstverliebt, Selbstbewusst, Selfpromotion und Co. wahrnehmen, sondern einfach Leute mit einem gewisse Steckenpferd, dass sie halt vertippen und teilen und auch selber wiederum einen z.B. technischen Nutzen/Feedback/Optimierung daraus ziehen - durch gemeinsame Lösungen, Adaptierungen oder kollaborative Projekte.

Dann gibt es noch ein paar Wenige in dieser Gruppe, die zum Beispiel privat über ihre Psyche, Probleme, Alltagskrise und Lebensalltag schreiben, das aber oft hinter einem User-Pseudonym und nur angeschnittene Fotos, wo man nicht wirklich weiß, wer der Mensch in der analogen Welt ist - ich behaupte mal, dass die einfach einen Weg suchen, sich ihre Inneres von der Seele zu schreiben und auch dabei Feedback suchen. Was legitim ist und ich für ok halte - ist die manchmal durchaus hilfreiche Selbsttherapie.

Und dann gibt es noch die restlichen 10%, die ein bisschen den Mainstream entfleuchen wollen, keinem Konzept folgen und verschiedene Themen chaotisch vermischen und mehr oder weniger keine Rücksicht auf den Leser nehmen, keine Werbung schalten, keine Kooperationen führen und auch mal ungeschliffen agieren - weil sie gerne mal aus dem Systemlicht in den Schatten stapfen und unbekannte Lichtungen finden wollen, ohne dass es Konsequenzen gibt.

Auf diese letzten 10% arbeite ich zumindest versuchsweise hin - zumindest bei dem Blog hier (gibt ja noch mehr =). Aus meiner eigenen Sicht, die natürlich nie neutral ist, kann ich zumindest definieren, dass ich einen "wilden, unkontrollierten" Blog nebenbei möchte, der sich keinen Regeln beugen muss, kein thematisches, festes Ziel hat, nicht den üblichen Anforderungen entspricht (grottiges Layout, keine Titel, keine Tags, keine Suche, keine Kommentare...) und wo ich gedankenlos einfach das rein schmeiße, was mich gerade in diesem einen Moment, wenn ich zufällig vor dem Beitrags-Skript sitze, beschäftigt. Ohne darüber nachdenken zu müssen, ob das Klickzahlen bringt oder gar kostet, ob das jemanden interessiert oder nicht und ob es meinen Referenzen schadet oder sie erhöht. Es ist so das persönliche Alltagstagebuch, das erst nach vielen Jahren interessant wird, ähnlich wie Kinderfotos, die man sich alle Jahre mal vielleicht anschaut und dann Sachen erneut entdeckt - aber die interessieren jemanden anderen auch eher nur Höflichkeitsbedingt, wenn überhaupt.

Selbstverliebtheit in der digitalen Welt setzt für mich also voraus (zumindest so verstehe ich es), dass der Schreiber gezielt damit hausieren geht und auf Zuspruch hofft.Und ich hoffe, dass ich dem entfleuche - auf der Grundlage dessen, dass der Blog hier nur meinen Vornamen führt und mein Portfolio selber keine Infos in sich trägt, die man per Zufall über die Suchmaschinen findet. Soll heißen, wer gezielt nach meinem Namen sucht, der will sowieso was von mir, kennt mich bereits und findet mich und meine Seiten dann. Kennt man meinen Namen jedoch nicht oder sucht nach unspezifischen Begriffen, dann findet man meinen Blog und die Seiten sowieso einfach nicht und ich bin im Netz unsichtbar - maximal zufällig aufgrund eines Eintrages durch einen Begriff, nur ist dann wiederum der Namen oder Schreiber hinter dem Text sowieso uninteressant. Es gibt also zumindest mit diesem Blog keine Möglichkeit der Reputation oder "Verwertung" - zumal ihn sowieso nur Freunde (und ein paar Feinde) lesen (schätze ich mal).

Es knarrt mal wieder in der Welt der Finanzen und dieses Mal vor der Haustüre: die Bank Austria soll sich auch mal wieder erneut zersetzen. Der Bank Austria bliebe damit das Geschäft mit vermögenden Privatkunden und Vermögensverwaltung - diese würden aber in deren Schoellerbank übersiedeln, so der „Standard“: „Sollte all das wirklich kommen, bliebe von der Bank Austria ein Skelett aus Vermögensverwaltungsgeschäft, diversen Töchtern und allenfalls von der BAWAG nicht übernommenen Mitarbeitern.“ Für einen beachtlichen Teil alter Pensionslasten hafte die Gemeinde Wien.
Lalala. Die nicht vermögenden Privatkunden landen also bei der Bawag. Mahlzeit, genau dort wollte ich immer schon hin... Hüstel. Ernsthaft - mittlerweile ist das Geld unterm Kopfkissen fast praktischer und unkomplizierter. Aja, auch meine BA-Bank unten am Eck haben sie mal eben zugedreht so nebenbei und "übersiedelt" im Zuge von "Modernisierungsmaßnahmen".

Montag 19. Oktober 2015

Also ich war gestern zu lange auf erneut und bin auch zu lange am Bildschirm gesessen, mit dem Ergebnis, dass sich meine Augen heute etwas gereizt geben und ich deswegen mal an diesem Montag hier aussetzen werde - aber zusammengefasst habe ich mich ein wenig mit der Optimierung der Seitenaufrufe gespielt. Das Ziel: weniger Datenstaub, geringere Ladezeiten, niedrigerer Traffic.

Also habe ich den Blog durch etliche Performance-Test-Services laufen lassen - Ergebnis fast überall an die 100 von 100 Punkten... kein Wunder, denn man findet hier ja nur Text. Leichte Übung. Einziger Flaschenhals war jedoch etwas überraschend die eingebunden Open Sans Schrift im ttf-Format, denn die verschluckt gleich mal 217,4 kb (gar nicht darauf geachtet) und damit weit mehr als die Hälfte des Traffics pro Seitenaufruf (wenn nicht im Cache). Die Seite bzw. das Gerüst an sich schlagen sich hingegen mit gerade mal 25,4 kb (aktueller Stand bei der Messung) zu Buche - dafür also, dass die Schrift nur eine nette Beigabe ist, ist das ein ganz schöner Brocken.

Aus unerfindlichen Gründen hat kein Ansatz zu einer gzip-Unterstützung via htaccess geklappt, also habe ich mich (zum ersten Mal tatsächlich) mit dem "neueren" Format von Schriften und zwar dem *.woff-Format beschäftigt. Ergebnis war eine Konvertierung der Open Sans bei FontSquirrel von ttf zu woff und dem Austausch in der @font-face-Sektion in den CSS-Anweisungen... mit einem klaren Gesamtergebnis:

HTML weiterhin auf 25,4 kb aktuell, Open Sans im woff-Format nur mehr mit 24,3 kb. Und DAS ist ein deutlicher Unterschied, denn der Kontrast gegenüber 217,4 kb ist schon enorm und die Ladezeiten verringern sich natürlich dadurch um weitere Millisekunden. Bei einem erneuten Aufruf wird zudem die Schrift aus dem Browser-Cache des Users geholt und damit bleiben nur mehr die 25,4 kb übrig (177 Millisekunden) bei einem Reload.

Klingt alles nach kleinen Zahlen, aber sie sind dennoch relevant, schließlich summieren sich bei 1000 Seitenaufrufen die Zahlen ganz schnell. Beim Wiki auf der Hauptseite sind die Summen noch geringer, weil dort die Ausgabe nicht wie beim Blog erst über Perl und via Listung (mit Pagination, Datum, usw...) geparst werden muss, deshalb sind wir dort in der Liga von klassischen 6,6 kb und 43 Millisekunden~ pro Seitenaufruf, die man aber eigentlich noch weiter drücken könnte (werde ich sicher noch in Angriff nehmen).

Ich empfinde diese Dinge immer wichtiger und werde da immer radikaler - eine Webseite sollte einfach sofort auf einen Klick da sein und einem nicht warten lassen. Ich reagiere schon allergisch mittlerweile, wenn ich bei einer Seite sehe, dass es da mehr als 2~3 http-Requests gibt.Nachdem PHP, MySQL und Co. schon wegfallen, Cookies und Tracker-Zeugs ebenso bietet sich noch die Minimierung der HTML-Ausgabe an und ein paar kleine Header-Dinge, dann bin ich eh am Limit angelangt und kann hier auf dem shared Server eh nicht noch mehr tun. Aber es spart unterm Strich im Laufe der Zeit viele MBs an Traffic, Zeit und weiteren Ressourcen. Und das sollte jeder Webbastler als Ziel haben (speziell auch, dass eingebundene Schriften am eigenen Server doch auch viel ausmachen können) - ich werde da jetzt verstärkt überall ein Augenmerk darauf legen und nach und nach da und dort optimieren.

Nachtrag: hier ein Online-Einblick bei GTmetrix. Die Werte ändern sich natürlich je nach Anbieter, Test, Uhrzeit, Serverstandort, usw... ständig.

Sonntag 18. Oktober 2015

Heute ist irgendwie so ein Tag für Pullover, Kakao, Kerzen und seichte TV-Unterhaltung. Ein paar Zeilen tippen, ein paar Dinge optimieren, ein paar Rückstände verklicken und zielbefreit sowie bequem Wissen schürfen. Zu lange wach gewesen, zu müde und eine träge Menschenmasse auf den Straßen - mehr bietet sich an diesem Sonntag nicht an. Eigentlich fehlen jetzt nur noch Palatschinken mit Schoko-Topfen-Füllung und Nussstreusel. Mmmhhh!
Nachtrag: Mega Shark vs. Kolossus ist wirklich mehr als nur billig. So quasi die Klasse 2c "Käferfüße" der Filmakademie Klein-Meisendorf haben da was gebastelt.

Sehr fein. Ein Klassiker am Sonntag... seit einiger Zeit lädt der Akku vom Laptop immer wieder mal nicht, manchmal erholt sich das Ganze nach wenigen Minuten, manchmal braucht es dazu erst einen Neustart. Wirkt nach einer Mischung zwischen Software und Hardware-Problem.
Und jetzt gerade hat sich das Fluffi einfach mittendrin abgedreht und schweigt nun. Gut, mal testweise mit einem anderen Netzteil laden und einstweilen hier am Chromebook tippen. Aber diese Sache macht mich gerade etwas unrund. Update: Lädt wieder und läuft. Mh.

Weil ich ja ein Menschenfreund bin (mwahaha) habe ich mich dazu durchgerungen, das Ganze hier etwas lesbarer zu machen und deswegen die Optik soweit angepasst, dass man den vielen Text ein bisschen besser und sauberer überblicken kann. Die Rahmen helfen da optisch etwas, einen Halt und eine Orientierung zwischen den Einträgen zu finden. Hoffe, das passt auch für Euch so... und weiterhin gilt: kein Javascript, keine Cookies, kein Tracking, kein externer Kram.

Fukushima ist uns ja allen durch die Erdbeben und Tsunami-Tragödie ein Begriff - ein ganzer Landstrich wird mal eben ausgerottet, Tausende sterben und der Rest wird evakuiert. Die Menschheit wird also quasi von einem auf den anderen Tag verschluckt und aus der Geschichte gelöscht, während das Alltagsleben auch ohne sie unverändert weitergeht - Ampeln, Straßenbeleuchtung und so weiter.
Hochspannende Foto-Serie aus den gesperrten Arealen, die auf eine makabere Art wunderschön zeigen, wie es ist, wenn mal der Tag X eintreten sollte... was bleibt und kommt. Verwachsene Gehsteige, Supermärkte als Spinnen-Hort und Autos in der Apokalypse.

Samstag 17. Oktober 2015

Wenn ich mal sehr müde bin, dann lasse ich mich so wie viele Andere im Netz auch einfach mal berieseln - zum Beispiel am Abend im Bett mit dem Tablet beim Einschlafen. Dabei habe ich einen Ausschnitt einer Szene aus der Aufzeichnung des Computerspiels SOMA (Trailer) aufgeschnappt:

"Wusstest Du, dass der menschliche Körper aus bis zu 75 Billionen Zellen besteht? Sie bleiben aber nicht alle bis zu unserem Tod bei uns... Einige leben nur ein paar Tage, andere dagegen ein paar Jahre. Ihre kurzen Lebensspannen beeinflussen die Versorgung unserer Körper aber nicht, da sie von neuen Zellen ersetzt werden. Ich glaube nicht, dass irgendjemand behaupten würde, dass wir bei diesem Prozess unsere Persönlichkeit verlieren würden, dennoch befinden wir uns in kontinuierlichem Wandel.
Wie also bleiben wir die Selben? Ein fortwährender Fluss aus Gedanken und Wahrnehmung bilden eine ungebrochene Kette der Kontinuität, die wir als unser Selbst bezeichnen. Unser Bewusstsein ist nicht das Muster unseres Gehirnes, sondern eine kontinuierlich aufstrebende Entität, die auf diesem Muster basiert."


Ich finde das einen spannenden Gedankenansatz, denn es stimmt ja - ständig bilden sich auf und in mir die Zellen neu, auch im Gehirn ändern sich permanent die Bedingungen sowie Teilchen und ich bestehe zudem auch fortwährend aus dem, das ich mir im Alltag zu Gemüte führe an Nahrung und sonstigen Stoffen, die mich auf deren Basis ständig neu bilden und zugleich erhalten. Und obwohl ich eben meinen Körper ununterbrochen überall in der Gegend verstreue sowie aufnehme und ständig Nachschub an neuen Zellen produziere - zugleich zusätzlich auch aus Billionen von Mikroben und anderen, autonomen Lebewesen bestehe - verliere ich mich aber nicht und bleibe weiterhin der Selbe. Mein Ich besteht also trotz des physikalischen Wandels. Eigentlich sehr interessant und ein spannendes Thema zum vertiefen.

Freitag 16. Oktober 2015

Gerade aufgeschnappt, dass die Journalisten-Ausbildung erneuten Einschnitten bei der Förderung unterliegt. Stelle ich mir natürlich die Frage, worin genau die Ausbildung eigentlich so besteht - mal nachlesen:

Effizient recherchieren, Schreibcoaching, Reportage, Interview, Social Media für Journalisten, Moderationstraining, Inhouse-Trainings in den Redaktionen, eine berufsbegleitende Basisausbildung

Öhm, ja - vermutlich steche ich da jetzt in ein Wespennest und es summt dann bunt, aber jetzt mal ehrlich... ich folge auf Twitter und anderen Kanälen etlichen Journalisten und stolpere auch bei Veranstaltungen in diesen Metiers immer wieder mal rum. So wie in der IT sind Diejenigen gut, die es eben nicht direkt gelernt haben, sondern es einfach getan haben. Interesse, Steckenpferd, jahrelang von Gänseblümchen gelebt und sich ihre eigene Zeitschrift aus Spaß gedruckt haben und Sektempfänge hassen.

Effizient recherchieren ist mal schon nicht die Stärke der meisten Keimlinge, denn wenn man aufmerksam liest, ist fast alles mal nur 1:1 von der APA oder anderen Portalen abkopiert. Ungeprüft natürlich. Wird auch nicht korrigiert dann, wozu auch. Zahlen eins zu eins aus Wikipedia aus dem Beitrag von vor 3 Jahren entnommen. Zudem stimmen beim Nachprüfen die Hälfte der Sachen nicht oder werden einfach nicht wahrgenommen. Klassiker sind voreilig, ganz panisch verbreitete Newsmeldungen, die dann oft eine Ente sind oder auch zum Beispiel gepostete Videos bei Geschehnissen wie "Mann springt auf sein Opfer" - und zu sehen ist direkt über der Beschreibung im Video ein Mann, der mit einer Stange auf das Opfer schlägt. Springen? Nö. Da fragt man sich schon: Dafuq!? Regelmäßig.
Schreibcoaching - also gut, ich kann mal nicht schreiben und ich bin auch kein Wortphilosoph, der da über das Clever & Smart-Niveau gekommen ist... aber zu 80% ist davon auch nichts in den Tagesblättern und anderen News zu finden. Was macht man da also? In manchen News wiederholen sich Einleitung und Teaser gleich zweimal inhaltlich, oftmals wortwörtlich. Rechtschreibung prüft jedes Office-Programm. Und sonst?
Reportage & Interview: also wenn es nicht gerade solche Typen wie von Dossier.at und Co. sind, die da investigativ sich selber ein Thema raus suchen, dann ist das meiste Zeugs nur oberflächliches Bashing im Einklang mit passenden Aufreger-Themen, wo sich das Recherchieren und Reportagisieren auf ein-zwei Stunden Minuten beschränkt und dann wird die unlesbare, falsche Null rausgeschossen. Echte, gute Reportagen sind enorm selten - klar, Zeit & Gelddruck lassen grüßen, ändert aber das Ergebnis dennoch nicht... und das ist Käse.
Social Media: der Punkt, wo mein Magen durch die Niere bricht. Wer sich so durchliest, wie und worüber Journalisten der heimischen Szene twittern und untereinander streiten, blindlings unbekanntes Bildmaterial ungeachtet der Rechte posten, Namen mal eben veröffentlichen, heimische Opfer verpixeln, aber ausländische natürlich unverpixelt publizieren (speziell asiatische Opfer - weil es eh so viele von denen gibt, oder was?! WTF?), manchmal weder in der Lage sind richtig zu Zitieren, zu Teilen oder gar nützliche Tools zu verwenden um Bilder zu verkleinern, Credits beizufügen, Personenkreise zu setzen, Privatsphären-Einstellungen anzupassen und dann auch noch die eigenen Kinder-Fotos ungeachtet aller AGBs und der Vernunft hochladen... dann nehme ich mal an, dass dieser Part der Ausbildung in etwa einem ECDL-Kurs für Blindgänger entspricht oder nicht ernst genommen wird (Problem der Ausbildung). Fast täglich sehe ich ständig massivste Urheberrechtsverletzungen durch Journalisten und kein Gefühl für Social Media Plattformen und ihren Nutzungsbedingungen. Von technischen Kenntnissen rede ich eh nicht, die sind ein eigener Punkt, wo ich ausnahmsweise nicht streng bin. Kann ja dafür gut denken. Vielleicht. Oder so.
Moderationstraining - aha, gut. Dazu bin ich zu unqualifiziert, um sudern zu können. Wobei - sogar 13-jährige moderieren heutzutage ihre Youtube-Channels top und hochprofessionell inklusiver ihrer Fanbase, wenn sie das wollen und von Haus aus den Drive haben.
Und dann bleibt noch Inhouse-Trainings. Also ich durfte ja auch zwei junge Menschen kennenlernen, die mal bei den ganz großen Tageszeitungen arbeiten durften... das Fazit war stupide Textarbeit und das Chaos im Zaum halten sowie unter anderem sogar eigenverantwortliche Projekte, für die es nicht mal einen feuchten Händedruck gab und die dann noch dazu einfach abgekupfert wurde. Ohne Namensnennung versteht sich. Lernfaktor null, außer dass man von vielen Arschlöchern und Neidern umgeben ist.

Außerdem sollte Politik und Journalismus hoffentlich ebenso am Plan stehen - denn wenn man sich anschaut, wie massiv sachliche und seriöse Journalisten ihre persönlichen Ansichten bei den Wahlen, Amis, Putin, Flüchtlingen und Co. einbringen, dann weine ich den Förderungen keine Träne nach... Ruhe, vernünftige und sachliche Ansichten (ja, kann man trainieren und ausleben, wenn man will) sind unmodern, stattdessen ist es wie mit Selfies... anscheinend ist ein Journalist erst dann einer, wenn er besonders viele "Meinungen" mit seinem fetten Namen eingebracht hat. Noch besser in Form von Leitartikeln und Frontpage-Teasern. Und mal nett Kaffee-Schlürfen mit dem Sakko-Herren ist auch usus, auch wenn das zum Beispiel bei den Journalisten-Tagen dann gerne angeprangert wird. Aber wer will schon seine Karriere ins Knicken bringen und nicht an der Wand als der Journalist des Monats kleben?

Erinnert mich übrigens an Mediengestalter-Ausbildungen (das mit der Politik), wo dann die ärmer gewordenen Absolventen keine Kontrast-Ebenen in Photoshop zusammenbringen, keine Kenntnisse von Druckstufen haben und Illustrator vielleicht schon mal von weitem gesehen haben - und bei der ersten eigenverantwortlich erstellten Visitenkarte ins Trudeln kommen.

Die meisten qualifizieren sich eigentlich hauptsächlich durch den eigenen, unerschütterlichen Glauben an sich selber und der Ansicht, dass man top qualifiziert ist. Spieglein, Spieglein an der Wand.

Wir brauchen mehr unabhängige Journalisten-Nerds (ja, richtige Nerds) mit Eigeninteresse an der sachlichen Netiquette und am besten einem fundierten IT-Background. Und noch eines - und das meine ich ernst: ich glaube, es würde der Medien-Welt der Nachrichten gut tun, wenn man die Namen der Journalisten weg lässt. Komplett. Keine Namen, keine Fotos - einfach sachlich, nüchterne News ohne Personenbezug. Das würde sicherlich den Drive ein bisschen ändern, weil sich dann Texte ohne Referenz-Stütze durchsetzen würden. Und nicht anhand der Twitter-Follower.

Nachtrag: Außerdem - wo ist Medienkompetenz?? Also zum Beispiel, dass sich Keimlinge in der Journalistenwelt mal die Frage stellen, ob es eigentlich in Ordnung ist, in Artikeln eine Pro- oder Kontra-Haltung gegenüber einem Politiker, Firma oder Land einzunehmen? Nein, ist es nicht. Journalisten haben gefälligst sachlich und so neutral wie möglich zu berichten und anhand von Fakten - und nicht ob mir dem seine Nase gefällt oder es halt gerade üblich ist und alle Anderen ja auch so machen beziehungsweise um damit unter der Hand eigentlich meine persönlichen & politischen Ziele durchzusetzen. Besonders oft auffällig bei Hipster-Bobo-Keimlingen aus dem guten Haus und der 1+ von der Uni, die Journalismus mit einer persönlichen Redebühne ihrer Ansichten nach verwechseln. WTF?
Ich will Fakten, Sachlichkeiten - kein Emotionsgeflenne und "Jetzt erkläre ich mal den humanen DAUs meine intellektuelle Welt und ich weiß ja, was gut ist, weil ich gebildet bin, promoviert habe, schon als AuPair in anderen Ländern war und am liebsten in meiner Freizeit einen Blog über geopolitische Lager in der Welt tippse - und zudem natürlich auch auf jeder Veranstaltung und Pressekonferenz bin, zudem kenne ich ja den und den schon seit Jaaahren und bin da voll hautnah dabei, wisst ihr?!" Schamfu!! Trotzdem kannst Du unreflektierte Scheiße schreiben und Sachlichkeit mit den Füßen treten. Es geht darum, WAS ein Politiker sagt und nicht WIE und weil er ein Volltrottel ist. Ob eine Firma ein böser Großkonzern und eine Kleinstfirma lieb und süß ist, sollte anhand von Fakten entschieden werden, nicht anhand von persönlichen, globalen "Wir müssen kämpfen"-Parolen. Auch der Kleinstunternehmer, der die große Firma klagt, kann ein ausgemachtes, hinterhältiges Arschloch sein und seine Kunden betrügen. Ein bisschen mehr Objektivität und Sauberkeit im Umgang mit Inhalten und Aussagen fehlt viel zu oft. Die Landschaft braucht nicht noch mehr Meinungsblätter, sondern viel mehr Sachblätter. Und wer sich schriftlich verwirklichen will, soll bitte Bücher und Blogs schreiben - und nicht in die Welt der Tagesblätter stolpern. Klingt rau, aber Selbstverwirklichung ist da nicht so drinnen in dem Metier.

"Durch ein neues Gesetz ist es Bürgern des US-Ostküstenstaates Maine nun erlaubt, Schusswaffen auch ohne staatliche Lizenz zu tragen. Der Beschluss beinhaltet Einwohner und Besucher im Alter über 21 Jahren. Die Waffen dürfen auch verborgen getragen oder mitgeführt werden, etwa unter der Jacke oder im Handschuhfach eines Autos." Kopf => Tischplatte. Irgendwann zweifelt hoffentlich Jeder an der Menschheit und ihrer Intelligenz.

Vorgestern gab es ja einen erneuten Versuch eines Vlogs (Videotagebuch) meinerseits... mit dem netten Ergebnis, dass sich mein Laptop beim Schneiden der Clips mit einem Absturz verabschiedet hat. Das Problem der Schwäche bleibt also unverändert. Verrückt - denn ein anderer Blogger hat den Versuch gewagt und schneidet und publiziert das Ganze einfach über das... Smartphone - und es klappt.

Ein kleines Geständnis so zwischendurch... nach Emacs vor ein paar Jahren im Org Mode bin ich schon vor langem wieder von dem Ungetüm abgekommen. Tatsächlich lebe ich ausschließlich in Nano und Gedit. Und nein, auch kein Vim. Ja, kein Vim. Voll unprofessionell, nicht wahr?

Was mich ja zum Auszucken bringt, sind ja diese bescheuerten Hinweise auf Webseiten "Hey, wir verwenden Cookies! Klicke hier für Akzeptieren" - und das Teil verdeckt den halben Monitor und bietet auch kein "Nö, stimme nicht zu" an. Zudem besagt das Alles ja in Wirklichkeit nichts - ich weiß dadurch weder, ob da ein harmloses Cookie oder gar 35 Killer-Cookies von 5 Anbietern mitgeladen werden. Diese EU-Verordnung ist echt ein Schwachsinn.

Weil mein Schlafrythmus auch nicht gerade aus dem Bilderbuch ist und Müdigkeit durchaus Bestandteil der Folgewirkungen sind, ist dieser Beitrag nicht uninteressant: "Sie haben die Schlafgewohnheiten dreier Naturvölker in Afrika und Südamerika systematisch untersucht. Diese leben nämlich – wenn man mal von kleinen Feuerstellen absieht – ohne künstliches Licht. Schlafstörungen sind ihnen so fremd, dass sie in ihrer Sprache nicht mal einen Begriff dafür haben." Ausgeschlafene Nomaden.

Nachtrag: Weil anscheinend manche nicht mal bereit sind, selber nachzuschauen, wie so ein Linux heutzutage so ausschaut, hier mal ein paar Screenshots meines Laptops - nur wenige Minuten alt. Der Laptop ist übrigens ein billiges 300 Euro-Teil aus dem Online-Versand und schon etliche Jahre wieder alt und im Dauerbetrieb - und schnurrt trotzdem wie ein Kätzchen. WLAN, Akku, Bildschirm, Mauspad und so weiter... klappt zum Beispiel unter Linux Mint alles ohne Extra-Konfiguration.
Bilder: Desktop, Office, Bildbearbeitung, Surfen, Einstellungen, Installation, Settings, Dateien
Und jetzt soll mir jemand erklären, dass man dazu Frickelbastler sein soll, ein blasser Nerd im dunklen Zimmer an der Konsole oder erst Handbücher und groß Online-Tutorials lesen und man sich zudem "halt schon umstellen" muss?! Kommt schon, ihr Quacksalber-Fluffis... macht Euch nicht lächerlich.


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