Samstag 19. September 2015

# Was ich für unglaublich spannend halte, sind die aktuellen Aufnahmen von Pluto: so wie dieses Foto. Das ist deswegen so großartig für mich, weil ich als Kind ein altes Buch geschenkt bekommen hatte, in dem der damalige Wissensstand aller „9“ Planeten aufgelistet war, Saturn, Uranus und so weiter – mit Zeichnungen und ersten, sehr groben Pixel-Aufnahmen bzw. Radar-Bildern. Theorien über Ringe und mathematische Grundlagen von Monden da und dort, mit denen ich natürlich nichts anfangen konnte. Und Pluto war da ebenfalls dabei – aber nur mit einer Seite und eigentlich als völlig unbekannter Klumpen, wo außer Mutmaßungen nichts vorhanden war. Und für mich war da die Zukunft, wo man hinfliegt, weit weg und unrealistisch bzw. absolut futuristisch...
Und nun bin ich 34 und schaue auf ein scharfes Bild aus 4,8 Milliarden Kilometer Entfernung, mit Bergen, die an die 3500 Meter hoch sind und sowas wie Packeis – es könnte glatt eine Luftaufnahme aus der Antarktis sein, aber sie ist vom Pluto. Ich bin wirklich in eine großartige Epoche geboren worden!

18:10 Uhr | 19.09.2015 | 20150919181004.txt

# Und ich rede mir immer wieder den Mund fusslig und erkläre, dass es wichtig ist, Backups zu machen, die Passwörter zu ändern und bitte das Ganze auf einen internen Server zu schieben. Antwort meistens: Jaja. „Tatsächlich wurde auch in den vergangenen zwei Jahren jedes zweite österreichische Unternehmen Opfer eines Spionageangriffs. 3,1 Prozent aller betroffenen Firmen erlitten Schäden von über einer Million Euro".

18:09 Uhr | 19.09.2015 | 20150919180922.txt

# Man staune – es gibt sowas wie Selbsterkenntnis in der journalistischen Welt! „In moralischen und emotionalen Ekstasen steigerten sich die deutschen Medien mit wenigen Ausnahmen in einen Überbietungswettbewerb um Empathie und Willkommenseuphorie hinein, ohne Gedanken an den Überdruss, den derlei beim Leser erzeugen kann. Einseitigkeit war Trumpf: Die Umarmung der fernen Fremden ging einher mit rabiatem Kommunikationsabbruch dem deutschen Nachbarn gegenüber, der sich nicht auf die kommenden gesellschaftlichen Veränderungen freuen wollte. Kritische Distanz zu den Akteuren, genaue Recherche, die Zurückhaltung im Urteil bei unklarer Faktenlage, die gründliche Ausleuchtung der Hintergründe, Fairness bei der Präsentation unterschiedlicher Meinungen und ein analytischer Blick, der übers Aktuelle hinaus die Folgeprobleme einzuschätzen versucht, all das schien plötzlich unangemessen zu sein.“ Hier lesen.

18:04 Uhr | 19.09.2015 | 20150919180458.txt

Freitag 18. September 2015

# Meanwhile im 15. Bezirk: Plakat =)

20:01 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180144.txt

# Da gibt es ja diese von mir skeptisch gesehene Plattform f+f (Link lasse ich weg) im Netz. Ein thematisch heikler Ausrutscher der Chefin aktuell (Flüchtlinge und Terroristen) und schon taucht auf Twitter plötzlich die Frage in der Runde auf: „He, warum schreibt ihr dort alle und gebt Euren Namen her?“ Ha, Hund beisst Herrchen.

20:01 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180130.txt

# Es gibt ja zur Zeit den „Krieg“ der Werbeinustrie gegen Werbeblocker. Gut. Ich pflege ja eine Seite rund um Zoologie-News, gesammelte Kurzmeldungen aus dem Netz. Taucht wo ein Beitrag auf, dauert es oft nur ein paar Stunden, bis er auf anderen Seiten ebenso auftaucht – und zu 90% sind sie alle die unveränderte 1:1 Kopie der Original-Pressemeldung. Journalistische Arbeit ist da nicht vorhanden, es ließe sich sogar automatisieren… auf solchen Beitragsseiten nun aber Werbung zu zeigen und sich beschweren, wenn sie geblockt wird, finde ich dann schon fast grotesk, ist aber üblich. Aso, übrigens – zahlen die News-Verlage den Wissenschaftlern eine Abgabe für ihre Berichte? Nö.

20:01 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180119.txt

# Wird ein Flüchtling an der Grenze abgewiesen, gibt es einen Aufschrei. Sein Land ist zerstört, liegt im Krieg, keine Zukunft, keine Hoffnung – wir müssen ihn doch retten! Ja. Interessant jedoch ebenso, dass dann solche Filme, Dokus oder Meldungen keinen Aufschrei verursachen… und dabei doch auszugsweise die Wurzel des ganzen Übels zeigen. Sowohl Buch als auch Film werden so wie viele Andere in diesem Metier ein kleines Publikum finden und schnell wieder vergessen werden. Mahlzeit – warum sieht man keine Demos und „Solidaritätsdiskussionen“ in diesen Bereichen? Flüchtlingen helfen ist großartig und gut, aber sinnvoller wäre es, gar niemanden zum Flüchtling zu machen. Und das tun wir – ja, wir auch – aber ständig.

20:00 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180042.txt

# Was mich außerdem etwas ankotzt, ist dieses geheuchtelte Entsetzen auf Twitter und so weiter, wie denn solche Zustände mit Tränengas und Flüchtlingen bei uns in Europa überhaupt passieren können?!!! Da fragt man sich schon irgendwie, wo haben die die Jahre zuvor eigentlich hingeschaut und gelebt?? Ertrunkene, überfahrene, verprügelte und so weiter Flüchtlinge gibt es schon seit langer Zeit. Ebenso in LKWs erstickte Menschen oder ausgebeutete Seelen in Kellerquartieren, oder mit Tränengasse abgewehrte oder von Hunden gebissene Grenzgänger. Ist das ein Spiel der Medien oder sind die Menschen wirklich schon so temporär denkend und erfassend geworden, dass nur noch der aktuelle Moment realisiert wird? JETZT ist man entsetzt und erstaunt, dass es „sowas auch in Europa gibt“?? Jo, guten Morgen, kleine Traumwolke, hast ein ganzes Jahrzehnt irgendwie verpasst.

20:00 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180024.txt

# Echt schwierig. Ich möchte ja noch immer so Mini-Alltags-Podcasts machen, aber ich finde nie den passenden Moment, wo es entweder gerade gehen, es passen oder oder inhaltlich interessant würde bzw. wäre. Aktuell lade ich halt mal wieder das Aufnahmegerät auf… Oh. Mist, Batterien und leer. Vergessen. …und werde es erneut im Alltag ständig mit mir rumschleppen… aber ob da was brauchbares rauskommt, keine Ahnung. Vor allem ist es ohne Video viel schwieriger… einfach mal ein amüsierendes Graffiti an der Wand zeigen, geht da halt nicht. Und wenn man selber nicht witzig ist, wird das Ganz akustisch eine ziemlich Fadnockerl-Nummer. That’s me. recordbuttondrück

20:00 Uhr | 18.09.2015 | 20150918180011.txt

# „Nein, ich bin 34, und es ist einfach leider so: Du kannst so unangepasst tun, wie du möchtest, aber irgendwann interessierst du dich einfach für die Lokalpresse und warum die Straße abgesperrt ist und was das für ein Lärm ist abends. Ich bin mittlerweile auch in so einem Stadium, wo ich meine Apps einfach nicht mehr aktualisiere und immer noch mit einem alten Betriebssystem arbeite. … Ich schaffe den Umstieg nicht. Man merkt langsam: Das Alter klopft in der Gestalt von verweigerten Software-Updates an die Tür.“ (Text bei Vice) Ha… wie gut ich mich da einfühlen kann. =)

19:59 Uhr | 18.09.2015 | 20150918175943.txt

Donnerstag 17. September 2015

# Was mich bei dem Original Law & Order aus den 90ern (TV-Spielfilm-Serie über Kriminalfälle – von dem Ereignis, Suche, Festnahme, Anklage, Nachweis, Anwaltsbla bis zur Verurteilung mit Jury aufgebaut – hier das Intro und Serien-Ausschnitt) immer wieder fasziniert: in jeder Folge treten in Form von Opfern, Tätern und Zeugen unzählige jedes Mal neue Gesichter auf. Und dennoch sind all diese Personen enorm authentisch, oft entspricht die Rolle, Aussehen, Art und Weise höchstwahrscheinlich auch dem tatsächlichen Lebens-Stil, auch die Wohnungen, Umgebung, usw – speziell manche Täter könnten völlig reale Personen mit dem selben Charakter sein… Und da frage ich mich schon, wie die Macher dieser Serie laufend in diesem riesigen Umfang (450~ Folgen) an diese großartigen Darsteller gekommen sind… Respekt.

19:58 Uhr | 17.09.2015 | 20150917175810.txt

# Hansi und Maria… über 60 und im Wiener Quake-Senioren-Club. „Maria ist darin verdammt gut. Alle Leute suchen sie, niemand findet sie. Auf einmal tickt die Bombe oder sie zückt das Messer!“ Tja, öhm. Auch gut.

19:57 Uhr | 17.09.2015 | 20150917175758.txt

# Was mir außerdem irgendwie aufstößt ist, dass Flüchtlinge, die nach Deutschland wollen, herzlich begrüßt und transportiert werden, aber seitdem die Grenzen dichter sind und sie vielleicht doch eher bei uns bleiben, ändert sich die Stimmung ganz schnell und man redet von dringender Kontrolle, Chaos und den Pflichten Ungarns und anderer Länder als Aufnahmepunkte. Na sowas aber auch.

19:57 Uhr | 17.09.2015 | 20150917175721.txt

# Übrigens ist es eigentlich zum Würgen. Da hat das Gros der EU am Anfang noch ganz entsetzt über Grenzkontrollen, Zäune und Co. und ähnliche Ideen die Hände über den Kopf zusammengeschlagen… und heute? Planung von multinationalen Grenztruppen und Stärkung der Außengrenzen. Aja. hust Es wird der EU nichts anderes übrig bleiben, nicht die Auswirkungen zu bekämpfen, sondern die Ursachen. Und die liegen im Süden und in den Händen der großen Politik- und Wirtschaftsmächte dieser Erde, die da überall mitnaschen. Man fragt sich ja, wie Firmen, die Waffen aus DE und Ö exportieren, eigentlich noch politisch überleben können bei dieser Welle an europäischer Union-Hilfsbereitschaft? #ironie

19:57 Uhr | 17.09.2015 | 20150917175705.txt

# Und noch einen Beitrag zum Anhören möchte ich Euch empfehlen… der gute Fefe und Frank diskutieren auf Alternativlos mal wieder über die Diskussionskultur und die Gefahren des Ausgrenzens von unerwünschten Meinungen und Menschengruppen – die man zwar ausblenden kann und an den Pranger stellt… aber sie sind ja trotzdem noch da. Empfehle ich – auch wenn es da und dort auch meinerseits ein anderes Meinungsbild gibt – um ein bisschen den eigenen Horizont zu erweitern, bevor man wieder das nächste Mal „Pranger“, „Melden“ und „Idioten“ schreit. Anhören kann man es sich das Ganze hier auf dieser Seite. Tipp.

19:56 Uhr | 17.09.2015 | 20150917175631.txt

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