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Mittwoch 11. Jänner 2017

Skynet ist noch greifbarer geworden. Man schaue sich mal das Video der Übung an und beachte die visualisierte Darstellung der Drohnen. Es kommt bald eine dunkle Zeit auf uns zu und wiedereinmal wird die Fiktion die Realität schlussendlich überholen. Auch wenn sich das noch nicht greifbar anfühlt.
06:55 Uhr / 11.01.2017 / 20170111055545.txt

Sonntag 08. Jänner 2017

Die letzten Tage mehrfach und immer wieder gehört "Jaja, hier bei uns am Land liegt Schnee, bei Dir etwa nicht?!", während ich gerade in der Sonne mitsamt blauem Himmel und auf trockenem Boden durch die Stadt stapfte. Aber jetzt schneit es auch endlich bei uns. So gehört sich das im Winter. \o/
09:27 Uhr / 08.01.2017 / 20170108082723.txt

Samstag 07. Jänner 2017

Es klingt immer so unglaublich lächerlich und herzig, wenn ein energischer Computer-Mensch von heute auf morgen plötzlich die Vorzüge der analogen Technik betitelt, während andere Menschen dies schon von Anfang an zu einer Lebensaufgabe gemacht hatten oder zumindest sehr wohl auch die Schattenseite kennen und gleichzeitig den Fortschritt als Segen erfahren. Ich gehöre da zu der Sorte der Verlorenen, also all Jenen, die begeistert vor bald 20~ Jahren in die digitale Welt gestürzt sind, alles wie ein Schwamm an sich zogen und mit dem Flash-Plugin in der Hand auf missionarische Tour durch die Welt wanderten und dabei versuchten, die armselige, ungläubige Bevölkerung im Busch zu einem Glauben an den intelligenten Fortschritt und die Sinnhaftigkeit zu verführen oder auch sanft zu zwingen. Hat auch teilweise geklappt, aber selber sitzt man heute gealtert vor den Ruinen der digitalen Klostermauern und blickt beschämt auf die triefende Sünde des Kommerz, der überzogenen Idealisierungen und dem Egoismus sowie ketzerischen Gedanken an die Rettung vor dem pixeligen Fegefeuer.

Lange Predigt, kurzes Amen: seitdem ich mit dem kleinen Retro-Tastenhandy und dem fast analogen MP3-Player durch die Welt laufe und auf der Stand-Kiste auch auf Bluetooth-Headset und Funk-Tastaturen verzichte, meine Maus mit Kabel arbeitet und mein altes Smartphone ebenso mit der Leine gesichert wird, ist das Leben deutlich besser geworden. In den letzten Tagen beziehungsweise bald wieder Wochen, habe ich noch nie so wenig und selten Dinge an die Steckdose gehängt und mich geärgert. Ich musste nichts konfigurieren, einstellen, Batterien oder Akku-Zellen suchen, Ladekabel oder eilig kurzfristig hinaus in die Welt eilen und mit einem toten, Stromschwachen Display frustriert im Zug sitzen oder lästige Updates laden und wegklicken. Einfach ein lebloses, eigenständiges Klinken- oder USB-Kabel einstecken und es läuft ohne weiteres Zutun. Stundenlang, Tagelang. Wochen, Monate oder auch Jahre. Keine Gedanken machen, keine Software-Probleme bei einem Headset, keine Verbindungsabbrüche. Und die Mobilität ist in der realen Welt in Wirklichkeit kaum eingeschränkt.

Man muss immer erst mal auf den kalten, harten und windigen Berg der Errungenschaften und des Triumphes, um unten das warme, sonnige und grün leuchtende Tal mit seiner einfachen Hausmannskost genießen und die primitiven Stammesrituale der Kabeltänze und Tastensprünge schätzen zu können. \o/

Nachtrag: Ach ja... und ich laufe schon seit Längerem mit so einer simplen Plastik-Uhr um 9 Euro herum. Spart im Alltag auch Smartphone-Akku und erinnert mich zudem an meine Jugend bzw. Kindheit in Knight Rider-Zeiten, wo ich auch schon mit so einem Modell durch die Welt stampfte. Uhrzeit, Datum und Alarm. Hält auch Duschen aus. Ende, mehr gibt und kann sie nicht. Herrlich. Sogar ohne Updates und irgendwo anstecken oder verbinden müssen. Ich bin frei! \o/
08:24 Uhr / 07.01.2017 / 20170107072408.txt

Donnerstag 05. Jänner 2017

Ah - und noch etwas Absurdes. Ich habe ja seit Kurzem einen kleinen MP3-Player. So ein Old-School-Zeug, gerade mal Daumengröße, wenn überhaupt und das Ding hat nur manuelle Tasten, sowie ein schlichtes, ganz kleines, schmales beleuchtetes LCD-Display zum Darstellen des Titel und Spielzeit.

Feine Sache im Alltag, aber nach wie vor merke ich, dass ich extrem vorsichtig im Umgang damit bin - und zwar weil ich immer "Angst" habe, aus Versehen das leuchtende Display zu berühren und Etwas ungewollt dabei zu drücken, in der gewohnten Annahme, dass es es sich dabei um ein Touch-Display handelt. Ist es aber natürlich nicht, das Ding kann man einfach angreifen, in die Hosentasche stecken, eine Schmierspur wegwischen oder an der Jacke rumreiben... egal, ob das Display aktiviert ist oder nicht.

Es passiert nichts. Man ruft niemanden an, man löscht keine Playlist, man schaltet es nicht aus, man überschreibt Nichts und man verändert auch die Lautstärke nicht. Sehr angenehm und mittlerweile richtig ungewohnt. ^^
08:02 Uhr / 05.01.2017 / 20170105070216.txt

Hach... wenn ich hier in diesem Blog-Ding schreibe, dass sich die Welt rabenschwarz entwickelt, dann meine ich vorwiegend die digitale Form davon, nicht so sehr das analoge Leben da draußen. Na klar ist es heute leichter und bequemer geworden, man muss nicht im Bunker sitzen und Angst vor Giftgasangriffen haben, die Lehrer können einem nicht mehr verprügeln, man hat Hausärzte da und dort, stirbt nicht an der Ruhr und zumindest in unseren Breitengraden wird niemand mehr am Dorfplatz wegen Ketzerei verbrannt, ebenso gibt es keine Massenhinrichtungen mehr bei uns. Zumindest in Europa und im richtigen Alter lebt es sich bequem und rücksichtslos. Wenn ich hier von "Das geht in die falsche Richtung" schreibe, dann beziehe ich mich vorwiegend auf die geschlossene Blase in ihrer digitalen Form. Und natürlich gibt es tolle Apps, solche die Herzpatienten helfen, Diabetikern, in Katastrophenfällen, solche, die Kindern ermöglichen Dinge selber zu erlernen und Andere, die unseren Alltag sicher und besser machen. Aber es braucht schon auch immer Kritik von irgendeiner Seite, damit das Ganze in Bewegung bleibt und zumindest eine Nuance geformt wird oder man sich wenigstens dessen bewusst ist, was da so abläuft. Sich nicht einwässern lassen und plötzlich Probleme lösen wollen, die es gar nicht gab, dann aber schon und plötzlich ein reales Ding sind, das man nun tatsächlich lösen muss - ob man dann nun will oder nicht. Da verschwindet oft das kollektive Vergessen, wenn es um diese Dinge geht. Und genau deswegen wird man hier mehr an kritischen Meinungen meinerseits lesen, als vielleicht immer so angebracht ist, aber ja... gehört auch dazu. Aber man darf ja meine Texte wegfiltern... dazu gibt es sicher auch irgendeine App. ^^

Nachtrag: Aja, völlig losgelöst davon... ich mag dieses Telefon-Ding wirklich. Die Tasten sind gut, es lässt sich relativ gut damit SMS schreiben und man kann eben sonst nichts damit tun. Fühlt sich richtig an. Und endlich keine Updates mehr oder Hänger bei der Bedienung. ^^
07:56 Uhr / 05.01.2017 / 20170105065636.txt

Atemmaskenschal mit App, Zahnbürste mit App, Mülltonne mit App, Kleidung mit App,... CES-Messe. Ich sag nix. Wer da noch für mehr Privatsphäre heutzutage demonstriert, kann wohl endgültig den Blues spielen. \o/
06:49 Uhr / 05.01.2017 / 20170105054918.txt

"Brasilien ist der wichtigste Kaffeelieferant weltweit - viele Farmen tragen mittlerweile namhafte Gütesiegel. Sie sollen nachhaltigen, umweltfreundlichen Anbau und eine faire Entlohnung der Arbeiter garantieren. Nicht immer ist das aber auch der Fall - eine brasilianische Investigativplattform hat mehrere Fälle aufgedeckt, in denen Saisonarbeiter weit unter dem Mindestlohn und an der Grenze zur Ausbeutung beschäftigt werden, oft ohne Papiere."

Nein? Doch. Ooohhh! Wir sind jetzt ganz überrascht... wie kann das nur sein? Konnte man nicht davon ausgehen, dass so Etwas unmöglich ist? Sapperlot aber auch.

Nachtrag: Nachdem die jüngere Generation mit Ironie nicht mehr zurecht kommt - es ist ironisch gemeint.
06:14 Uhr / 05.01.2017 / 20170105051429.txt

Auch so eine Sache - da wurde so gerne und oft groß davon gesprochen, dass, wenn man Datenschutz möchte, man eben die Server und den Geschäftssitz einfach ins Ausland verlagert. Zum Beispiel in die Schweiz. Und dann ist alles wieder gut und wir sind gerettet und haben uns alle lieb und leben unbeschwert in den Tag hinein.

Tja. Threema prüft Wegzug.

Ich frage mich halt, wohin denn nun? Auch diese Länder fallen nun der Reihe nach. Das Konzept funktioniert nicht mehr... das mit dem Datenschutz kann man generell vergessen.
05:49 Uhr / 05.01.2017 / 20170105044925.txt

Mittwoch 04. Jänner 2017

"So sollten "Gefährder" etwa mittels Fußfessel überwacht werden können, schlug er heute bei einem Hintergrundgespräch vor. ... Ein weiteres Vorhaben Sobotkas ist die Vernetzung der privaten Videoüberwachung, wie das etwa schon in Teilen Großbritanniens geschehe. So wäre eine beinahe lückenlose Überwachung möglich, derzeit gebe es in Österreich mehr als eine Million Kameras, die man in Serie schalten könnte. ... Auf der Agenda des Innenministers steht auch der „kleine Lauschangriff“ im Auto. ... Auch der "massive" Ausbau der Kfz-Kennzeichenerfassung ist Sobotka ein Anliegen. ... Für den Schengen-Raum wünscht sich der Innenminister die biometrische Erfassung von Drittstaatsangehörigen bei der Ein- und Ausreise (Entry-Exit-System). Auch die Registrierung von Telefonwertkarten, die es in Österreich noch nicht gebe, müsse angedacht werden."

Nur Ideen, wir wissen und sehen aber ja, wie schnell sich das Alles in genau die Richtung ändert. Wer da noch träumt von Petitionen, Demonstrationen mit lustigen Pappschildern und "Wir müssen die Menschen mehr sensibilisieren-Events", dem ist nicht mehr zu helfen. Ich glaube da nicht mehr daran, denn eigentlich müsste man schon bei solchen Schlagzeilen beziehungsweise Nachrichten massenhaft auf die Straße laufen und laut "NEIN" schreien. Passiert aber nicht.
18:10 Uhr / 04.01.2017 / 20170104171052.txt

Ich weiß nicht... ich habe mich jetzt durch etliche Vortrag-Videos des 33c3 geklickt und geschaut, aber irgendwie verliert sich da auch was. Mehr und mehr Geschwafel mit Füllwörtern und zudem - und ich weiß, dass es da und dort schon viele Diskussionen, Blog-Einträge und Co. dazu gab (mit sehr unterschiedlichen Ansichten und kontroversen Konflikten um das Thema), aber dieser ewige, thematische Eiertanz um Gesellschaft und Politik ist mühsam geworden. Kaum noch Veranstaltungen, wo es nicht um rechts und links geht, Weltkonflikte, Geschlecht, Integration, Inklusion, Förderungen hier und da und irgendeiner wichtigen Aussage, die alle Seiten milde stimmt und bloß nicht wo aneckt, um ja kein mediales Echo zu erzeugen. Ja nicht links sein, ja nicht rechts sein und in der Mitte darf man auch nicht stehen. Aber vielleicht gehöre ich da auch schon zu diesem alten Schlag, der sich gerne an Zeiten in der Technik-Welt erinnerte, als es einfach um Spaß, Technik und Kenntnisse ging (und natürlich ist mir bewusst, dass die Welt früher nicht rosiger war)... und nicht um sozial-gesellschaftliche-politisch-ökonomische-Konstrukte, die sowieso tagtäglich bröseln und weiter zerfallen.

Abgesehen davon finde ich ja den Kampf gegen "die Großen", und "Wir müssen gegen Gesetze ankämpfen" und so weiter sowieso schon müßig, weil es eine scheinheilige Augenauswischerei ist und nicht mehr der tatsächlichen Realität entspricht. Ich finde es mehr und mehr herzig, wenn Jemand groß davon schwärmt, was man politisch noch erreichen kann und freies Netz und digitale Neutralität und offene Grenzen in dieser zweiten Welt der Bits und Bytes und mehr Schutzt für den User und überhaupt und die große Befreiung wird kommen... wer so daherfaselt, hat die letzten zehn Jahre eindeutig verschlafen oder ist komplett verblendet.

Es ist nichts besser geworden, wir werden von Jahr zu Jahr mehr durchleuchtet und von "grenzenloser" Technik im Alltag durchsetzt - dagegen schützen kann man sich so gut wie gar nicht mehr. Sogar wenn man selber verweigert, reichen schon die Freunde, die Kontakte, Alltag und Vorlieben unbewusst in das System einfüttern... und wenn das Handy mit den anderen Handys im gleichen Funkbereich regelmäßig auftaucht oder im freundschaftlichen Wohnzimmer ein smartes Gerät steht. Es ist teilweise so banal, wie wir uns selber ausliefern und die Zeit der Freiheit ist einfach vorbei. Das muss man auch einmal akzeptieren und eben das Ganze neu überdenken.

Und ich habe zunehmend ein Problem mit der Tatsache, dass man ebenfalls so einen Eiertanz um "Wir müssen Alle einladen, jeder soll mitmachen dürfen und wir stützen und fördern es" macht.

Ganz ehrlich - noch nie in dem IT-Zeitalter war es so leicht, selber bei Interesse ohne Hilfe von Jemanden in dieses Metier einzutreten. Egal ob männlich oder weiblich. Ein Raspberry Pi um wenige Euros oder ein billiger Laptop reichen da schon, manchmal sogar das Smartphone. Jeder und Jede kann jederzeit in den meisten Gebieten in Europa sich in das Gebiet der IT, Programmierungen und so weiter recht einfach vertiefen. Ohne, dass man an der Hand geführt werden muss. In fast allen Städten gibt es da und dort kostenloses WLAN und das Netz platzt vor Tutorials beziehungsweise Anleitungen, Videos, Podcasts und kostenloser oder freier Software - auch zum selber mitwirken. Niemand wird daran gehindert, sich in seiner Freizeit damit zu beschäftigen und es zu einem Steckenpferd privat oder beruflich auszubauen. (Im übrigen trete ich ja sehr dafür ein, dass Bewerbungen generell ohne Foto, Name und Geschlecht sein sollten, damit sich auch da endlich mal alle Diskussionen bezüglich dieser Kriterien auflösen).

So am Rande: Diverse Förderprogramme für den Nachwuchs und Inklusions-Projekte sind für mich mittlerweile ja Fake-Beruhigungstabletten, die weder wirklich aufgehen noch effizient sind. Die Meisten sind ja zudem fachlich katastrophal. Ich selber kann mir einen Linux-Rechner aufsetzen, einen Server, ich kann Webseiten entwerfen, umsetzen und mir bei Bedarf ein kleines CMS selber bauen, ich kann 2D und 3D-Grafiken erstellen, Videos schneiden, Fotos retuschieren und was weiß ich alles, ich schaffe es in 90% der Fälle, technische Probleme selber zu lösen oder sie zu "erlernen und dann zu lösen" und ich kann mir selber Templates und Layouts oder Funktionen erstellen. Aber da bin ich weder Programmierer, noch Experte noch eine IT-Fachkraft deshalb. Nur interessiert und konnte es auch beruflich einsetzen. Aber mehr ist da nicht. Das ist nur BlaBla, sonst nichts. Wenn ich aber dann von "Programmierkurs: Wordpress" lese oder mir jemand erzählt, er kann programmieren und klickt dann in einer Plugin-Oberfläche auf Buttons in Joomla oder eben Wordpress rum... dann habe ich damit ein massives Problem. Speziell wenn solche Fake-Kurse dann teuer gefördert und von den BesucherInnen bezahlt werden und den TeilnehmerInnen dann Dinge vorgegaukelt werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. So etwas hat ja Folgewirkungen und erzeugt einen Rattenschwanz mit all seinen tragischen Facetten von Unsicherheit, fatalen Fehlern und eben auch Sicherheitsproblemen sowie fehlendem Bewusstsein für die Materie (wie man ja heutzutage gut sehen kann - Petitionen für Netzneutralität und Konzern-Unabhängigkeit auf Facebook unterschreiben und auf Twitter für Meinungsfreiheit kämpfen... absurd).

Nachtrag: Ich finde es beispielsweise großartig, dass man heutzutage auch der Meinung ist, dass Mädchen auch in diese technische Welt einsteigen sollen beziehungsweise es vermehrt begrüßt wird und man da nicht weiter dieses um den heißen Brei tanzen vollzieht - lächerlich. Warum auch nicht? Können genauso gut oder schlecht sein wie Männer. Also richtig so.

Aber diese seltsamen Spezial-Kurse und Programme dafür, die da heutzutage aufkommen, sind für mich am Ziel viel zu oft komplett vorbei geschossen und grundsätzlich der falsche Zugang, weil sie dort die Materie gezwungenermaßen fast immer aus unerfindlichen Gründen falsch anpacken. Da heißt es, man möchte weg von den Vorurteilen und den Klischees und gleiches Recht für Alle - und dann werden erst recht wieder Inhalte absurd und völlig unnötig in solchen Angeboten vereinfacht sowie geschönt... und damit ironischerweise der Zugang zu "einem mehr an Kenntnissen" prompt verhindert.

Nachtrag: Mal ein radikales, übertriebenes Beispiel - wenn ich etwas über die Geburt mitsamt Schmerzen und Komplikationen bei einer Frau lernen will und das Verständnis dazu entwickeln möchte, hilft mir nicht ein Stoffteddy und lustige Grafiken dabei, um es "wirklich zu erlernen und zu verstehen". Sondern stattdessen bei einer echten Geburt selber direkt dabei zu sein oder gar zu helfen. Da lernt man etwas über die wahre Materie und das auch für das Leben. Schreckt zwar Viele ab, aber wenn man so Etwas ganz "natürlich" angeht und auch ohne Eiertanz präsentiert, dann zeigt sich, dass die ganze Thematik viel "entspannter" ist im Umgang, als immer so getan wird.

Und das wird bei technischen Sachen viel zu gerne gemacht - man tut so, als müsste man das erst kompliziert aufarbeiten und anpassen, damit man es überhaupt mal zeigen darf. Man baut meiner Meinung nach aber damit viel mehr Barrieren auf, als wenn man einfach in das Thema so wie es ist hinein geht.

Denn man wird sowieso nie Alles und Alle abdecken können, weder menschlich noch inhaltlich - das geht einfach nicht und es liegt auch nicht in der Natur des Menschen und der Gesellschaft. Es wird immer Inseln geben, immer Konflikte und immer unterschiedliche Meinungen sowie Gruppen, die Andere zu wenig berücksichtigen. Wer das Auflösen will, wird und muss scheitern - das zeigt auch schon die Geschichte der Menschheit, die sich in ihrer Grundlage seit Jahrhunderten nicht weiter geändert hat. Wir bringen uns noch immer um und beuten Andere aus.

Stattdessen wäre ein offener, geistiger Zugang ohne Spezial-Anpassungen und komplizierte Konstrukte viel hilfreicher, als das künstlich-bemühte Auflösen von Grenzen, die man dabei erst selber erschafft.

Nachtrag: Deswegen trete ich ja auch dafür ein, dass Kinder sehr wohl in einem Zoo sehen sollten, wie ein Löwe ein Zebra oder was auch immer schlägt und frisst. Mit all seinen blutigen Bildern. Denn wenn man es von Grund auf als etwas Natürliches darstellt, dann ist es das auch für Kinder und sie verlieren die Angst davor, verstehen die Grundlage und wachsen mit einem viel größerem Bewusstsein für die Umgebung mit ihren Abläufen sowie Bedürfnissen auf. Und das gilt auch in der Technik-Welt. Hey, Server-Administration ist nicht cool und voll spannend... es ist zu 90% langweilig. Eine Webseite zu bauen, ist nicht nur lässig und geschmeidig und voll easy und macht attraktiv, sondern ist ein ziemliches Fluchen und stundenlanges Rumwerken in Code-Fragmenten und schlaflose Nächte. Und einen Drucker installieren und Netzwerktauglich machen... da findet sich kaum die Erfüllung des Lebens, außer dass man von anderen Menschen dabei in Ruhe gelassen wird.

Computer sind grau, trocken, leblos und das Leben vor der Mattscheibe nicht hipp in dem Sinn. Technik ist kühl und fad. Was man daraus aber macht, kann man nur für sich selber lösen und umformen... da hilft mir kein Zuckergeschmack, der mir extra in den Mund geschoben wird, damit ich ja daran Geschmack finde. Wer sich für Technik interessiert, kann sich - egal welches Geschlecht - einarbeiten und seine Welt aufbauen. Aber das muss man halt wollen. Selber. Und wer es nicht mag, mag es eben nicht und wird andere Gebiete finden, die mehr zusagen. Darf ja glücklicherweise Jeder und Jede... noch.
07:48 Uhr / 04.01.2017 / 20170104064750.txt

Montag 02. Jänner 2017

Bienen leben in der Stadt oft besser. "In Parks und Gärten fänden sie ein reiches und vielfältiges Blütenangebot. Dagegen wirke sich die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen außerhalb der Städte negativ aus." Auch verrückt, oder? Kann man sich alles gar nicht mehr vorstellen, was wir mit der Welt aufführen, dass es sich so radikal verändert.
19:53 Uhr / 02.01.2017 / 20170102185356.txt

"Im Jahresdurchschnitt sind die Arbeitslosenzahlen in Österreich insgesamt auf Rekordhöhe geklettert. Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslosen Personen und Schulungsteilnehmer stieg 2016 im Vergleich zum Jahr davor um etwas mehr als 5.000 Personen zusätzlich auf 424.523 Betroffene.

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es 2016 bei langzeitarbeitslosen Personen mit einem Plus von 59,8 Prozent auf 55.550 Betroffene. ... Im Durchschnitt betrug die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit bereits 126 Tage, um elf Tage mehr als 2015. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg laut Prognose um 1,5 Prozent auf 3,588 Millionen."


Und man schaue sich mal diese Grafik an - die Steigerung ist nicht ohne. /o\
19:52 Uhr / 02.01.2017 / 20170102185205.txt

Heute ist es zur Abwechslung mal wirklich kalt, Eiskristalle auf den Stromleitungen und im Hals macht sich das obligatorische Kratzen bemerkt - nicht unerwartet, weil das kollektive Umfeld auch rumgrippt und mich mit dem Kram vollstreuselt. Auf jeden Fall stehe ich gerade zusammengezogen mit meiner Jacke bis zu den Ohren hinauf in der dunklen Stadtlandschaft und warte auf den Zug. Und beobachte eine Bäckerei gegenüber, die über eine automatische Schiebetür verfügt.

Schon spannend, wie so etwas Alltägliches eigentlich irgendwie futuristisch ist. Man denke nur an die ersten Folgen von Raumschiff Enterprise mit Kirk und Spock, als man fasziniert beobachten durfte, dass die Türen nur dann aufgingen, wenn sie durchgehen wollten - aber auch nur dann. Standen sie davor und diskutierten, blieben sie geschlossen. Solche Türen wollte ich als Kind ja schon unbedingt - die Schiebetür bei der Bäckerei kommt dem allerdings nun schon recht nahe, weil die Sensoren gut eingestellt sind und der Winkel auch passt. Vorbeigehen ist kein Problem, sie öffnet sich aber zügig, wenn man doch Eintreten möchte. HighTech-Futurismus um 6:50 Uhr in der Früh an einer Station in einem grauen, verschlafenen Bezirk. \o/
06:57 Uhr / 02.01.2017 / 20170102055746.txt

Sonntag 01. Jänner 2017

Also ich muss ja da mal was sagen und vor allem auch das löchrige, kollektive Bewusstsein ein wenig auffrischen... die Feuerwerke werden von Jahr zu Jahr mickriger und billiger. Überall heißt es, es knallt so schlimm wie schon lange nicht mehr und so weiter, dabei ist das ein völliger Blödsinn. Es wird von Jahr zu Jahr ruhiger und überschaubarer. Knallte es früher schon Wochen und Monate zuvor überall in den Gassen, kann man nun sogar die letzten Tage vor Silvester ohne Spießrutenlauf am Abend durch die Gassen gehen. Die unnötige Knallerei hat sich mittlerweile sicherlich um weit mehr als die Hälfte reduziert.

Und was ebenfalls verloren ging, sind die schönen, farbenkräftigen Feuerwerke. Ich habe auf einer Festplatte irgendwo noch ein Video von vor 10 Jahren aus meiner Gasse... da begann eine halbe Stunde vor Mitternacht bis eine Stunde danach ein visuelles Feuerwerk hier in den Seitengassen und über den Dächern, dass man ständig rechts, links, rauf, rüber und wieder zurück schauen musste, um ja nichts zu verpassen. Da explodierten in regelmäßigen Abständen auch auf den kleinen Kreuzungen hier in den Straßenschluchten Sternensplitter und sonstige Miniatur-Atom-Explosionen in 40 verschiedenen Farben und der Boden in der Wohnung erzitterte dabei. Auch die Dächer zuckten nur so vor dem Farbenspiel und es gab dabei Feuerbilder, die fast den ganzen Himmel schlagartig abdeckten.

Aber das ist vorbei. Dazu tragen sicherlich auch die verschärften Verbote bei, ebenso, dass die Leute nicht mehr so viel Geld in der Tasche haben, außerdem verliert es sich auch, weil man ja pauschal sagt, dass Feuerwerke unnötig und schlecht sind, Feinstaub, Sicherheit, Kosten, Krieg in anderen Ländern und so weiter, meint aber eigentlich meistens ja eher nur die wirklich lästigen "Knaller" an sich, die unnötig Rumlärmen und sonst nichts können, aber nicht die farbigen Sternschnuppen-Explosionen. Denn die gefallen ja doch den Meisten und fast jeder schaut sich bunte Farben im Nachthimmel gerne an. Zudem bin ich der Meinung, dass anscheinend auch die Qualität der Raketen gesunken ist - zwar gab es immer wieder Fehlzünder und Raketen, die in einem langen Bogen ins Nichts verglühten, aber da würde ich sagen, da war das Verhältnis vor einem Jahrzehnt 10:1, während es heute scheinbar 10:8 ist. Auch ist der Radius kleiner geworden und ebenso die Farbenvielfalt und die Variationen im Ablauf... ihr wisst schon "Bam" und dann geht mal ein Stern auf, der wandelt die Farbe, dann zerplatzen die einzelnen Schnuppen nochmal in weiteren Farben und dann regnet es goldene Glut-Regentropfen in langen Strichen. Kaum zu sehen mittlerweile.

Irgendwie ist das wie mit dem Rest der Konsum-Gesellschaft... alles wird schneller, einfacher und auch billiger sowie minimaler produziert und gekauft und löst sich genauso schnell auf. Das Feuerwerk heute Nacht war wirklich schwach und das geht nun schon seit Jahren so immer mehr und mehr runter... auch wenn es ständig tönt:

"Na, also früher war das nicht so schlimm, furchtbar ist das, ständig wird da geknallt, als ob es nie aufhören würde. Mei, die Leute müssn ein Geld haben, schlimm ist das, wirklich. Man sollte das Alles verbieten, also früher war das sooo besinnlich und ruhig."

Völliger Blödsinn. Schwachsinn. Früher wartete man geduldig in der Kälte und zählte die Sekunden bis zum Mitternachtschlag und dann öffnete sich die Hölle und die halbe Stadt flog dabei in die Luft. Ich weiß noch, als es damals beispielsweise den Jugoslawien-Krieg neben uns gab, dass man aus Respekt und so weiter in den Medien gebeten hatte, es doch eher zu unterlassen, weil es auch für viele Flüchtlinge belastend sein könnte, die ja damals doch in großer Zahl ins Land strömten. Aber sogar in der Zeit schneite es mehr leuchtenden Sternenstaub als heutzutage. Ich bin auch der Meinung, dass die akustische Knallerei nicht lauter oder mehr geworden ist, sondern man einfacher empfindlicher reagiert, weil eben die Masse sich umgewöhnt. Benötigte man früher fast schon eine Schneeschaufel, um die vielen Piraten vor der Haustüre und am Gehweg wegzuschaufeln, findet man solche Haufen eher nur mehr konzentriert da und dort, aber ganz sicher nicht mehr so großflächig und den rauen Mengen wie früher.

Aber gut, das ist so wie mit dem Schnee. Da schneit es einmal einen halben Meter in der Stadt und man redet vom endgültigen Weltuntergang und "So schlimm wie nie, wir sterben alle", dass man das früher mehrfach im Winterjahr hatte und trotzdem ging der Stadtalltag weiter, fällt dabei unter dem Tisch. Und aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen. Wenn es überhaupt noch mal schneit in Wien... ^^ Gestern gab es ja Sonnenschein und soeben färbt sich der Himmel gelb-blau von der Morgensonne.

Nachtrag: Also ja, natürlich gab es auch in Wien stundenlange Feuerwerke und spektakuläre Effekte da und dort, aber ich meine das Ausmaß an sich - das hat sich deutlich reduziert. Auch war es früher viel konzentrierter auf den Zeitpunkt von Mitternacht und nicht so sehr verwaschen und verteilt auf die Nacht.
07:25 Uhr / 01.01.2017 / 20170101062524.txt

Da übersteht man das mickrige Feuerwerk vor den Fenstern in der Nacht, schläft ein wenig, wacht im neuen Jahr auf, latscht müde ins Wohnzimmer und wird dann in der Früh von riesigen Buchstaben am Monitor begrüßt.

"Wir haben Ihren Computer aktualisiert."

Steht auf schwarzem Grund mit großen, weißen Buchstaben... und ganz ehrlich: das ist schon irgendwie Psycho. "WIR haben deinen Rechner in der Hand, wir haben da auch Etwas heute Nacht getan, aber keine Sorge, Du brauchst da auch nicht mehr wissen, tue einfach so, als hätte es das gar nicht gegebenen. Aber vergiss nicht, Dein digitales Leben liegt so oder so in unserer Hand. Du bist hier nur der Gast. Zumindest solange wir wollen." Die Matrix lässt grüßen. ^^
07:03 Uhr / 01.01.2017 / 20170101060352.txt


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