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Donnerstag 05. Jänner 2017

# Auch so eine Sache - da wurde so gerne und oft groß davon gesprochen, dass, wenn man Datenschutz möchte, man eben die Server und den Geschäftssitz einfach ins Ausland verlagert. Zum Beispiel in die Schweiz. Und dann ist alles wieder gut und wir sind gerettet und haben uns alle lieb und leben unbeschwert in den Tag hinein.

Tja. Threema prüft Wegzug.

Ich frage mich halt, wohin denn nun? Auch diese Länder fallen nun der Reihe nach. Das Konzept funktioniert nicht mehr... das mit dem Datenschutz kann man generell vergessen.


Mittwoch 04. Jänner 2017

# "So sollten "Gefährder" etwa mittels Fußfessel überwacht werden können, schlug er heute bei einem Hintergrundgespräch vor. ... Ein weiteres Vorhaben Sobotkas ist die Vernetzung der privaten Videoüberwachung, wie das etwa schon in Teilen Großbritanniens geschehe. So wäre eine beinahe lückenlose Überwachung möglich, derzeit gebe es in Österreich mehr als eine Million Kameras, die man in Serie schalten könnte. ... Auf der Agenda des Innenministers steht auch der „kleine Lauschangriff“ im Auto. ... Auch der "massive" Ausbau der Kfz-Kennzeichenerfassung ist Sobotka ein Anliegen. ... Für den Schengen-Raum wünscht sich der Innenminister die biometrische Erfassung von Drittstaatsangehörigen bei der Ein- und Ausreise (Entry-Exit-System). Auch die Registrierung von Telefonwertkarten, die es in Österreich noch nicht gebe, müsse angedacht werden."

Nur Ideen, wir wissen und sehen aber ja, wie schnell sich das Alles in genau die Richtung ändert. Wer da noch träumt von Petitionen, Demonstrationen mit lustigen Pappschildern und "Wir müssen die Menschen mehr sensibilisieren-Events", dem ist nicht mehr zu helfen. Ich glaube da nicht mehr daran, denn eigentlich müsste man schon bei solchen Schlagzeilen beziehungsweise Nachrichten massenhaft auf die Straße laufen und laut "NEIN" schreien. Passiert aber nicht.


# Ich weiß nicht... ich habe mich jetzt durch etliche Vortrag-Videos des 33c3 geklickt und geschaut, aber irgendwie verliert sich da auch was. Mehr und mehr Geschwafel mit Füllwörtern und zudem - und ich weiß, dass es da und dort schon viele Diskussionen, Blog-Einträge und Co. dazu gab (mit sehr unterschiedlichen Ansichten und kontroversen Konflikten um das Thema), aber dieser ewige, thematische Eiertanz um Gesellschaft und Politik ist mühsam geworden. Kaum noch Veranstaltungen, wo es nicht um rechts und links geht, Weltkonflikte, Geschlecht, Integration, Inklusion, Förderungen hier und da und irgendeiner wichtigen Aussage, die alle Seiten milde stimmt und bloß nicht wo aneckt, um ja kein mediales Echo zu erzeugen. Ja nicht links sein, ja nicht rechts sein und in der Mitte darf man auch nicht stehen. Aber vielleicht gehöre ich da auch schon zu diesem alten Schlag, der sich gerne an Zeiten in der Technik-Welt erinnerte, als es einfach um Spaß, Technik und Kenntnisse ging (und natürlich ist mir bewusst, dass die Welt früher nicht rosiger war)... und nicht um sozial-gesellschaftliche-politisch-ökonomische-Konstrukte, die sowieso tagtäglich bröseln und weiter zerfallen.

Abgesehen davon finde ich ja den Kampf gegen "die Großen", und "Wir müssen gegen Gesetze ankämpfen" und so weiter sowieso schon müßig, weil es eine scheinheilige Augenauswischerei ist und nicht mehr der tatsächlichen Realität entspricht. Ich finde es mehr und mehr herzig, wenn Jemand groß davon schwärmt, was man politisch noch erreichen kann und freies Netz und digitale Neutralität und offene Grenzen in dieser zweiten Welt der Bits und Bytes und mehr Schutzt für den User und überhaupt und die große Befreiung wird kommen... wer so daherfaselt, hat die letzten zehn Jahre eindeutig verschlafen oder ist komplett verblendet.

Es ist nichts besser geworden, wir werden von Jahr zu Jahr mehr durchleuchtet und von "grenzenloser" Technik im Alltag durchsetzt - dagegen schützen kann man sich so gut wie gar nicht mehr. Sogar wenn man selber verweigert, reichen schon die Freunde, die Kontakte, Alltag und Vorlieben unbewusst in das System einfüttern... und wenn das Handy mit den anderen Handys im gleichen Funkbereich regelmäßig auftaucht oder im freundschaftlichen Wohnzimmer ein smartes Gerät steht. Es ist teilweise so banal, wie wir uns selber ausliefern und die Zeit der Freiheit ist einfach vorbei. Das muss man auch einmal akzeptieren und eben das Ganze neu überdenken.

Und ich habe zunehmend ein Problem mit der Tatsache, dass man ebenfalls so einen Eiertanz um "Wir müssen Alle einladen, jeder soll mitmachen dürfen und wir stützen und fördern es" macht.

Ganz ehrlich - noch nie in dem IT-Zeitalter war es so leicht, selber bei Interesse ohne Hilfe von Jemanden in dieses Metier einzutreten. Egal ob männlich oder weiblich. Ein Raspberry Pi um wenige Euros oder ein billiger Laptop reichen da schon, manchmal sogar das Smartphone. Jeder und Jede kann jederzeit in den meisten Gebieten in Europa sich in das Gebiet der IT, Programmierungen und so weiter recht einfach vertiefen. Ohne, dass man an der Hand geführt werden muss. In fast allen Städten gibt es da und dort kostenloses WLAN und das Netz platzt vor Tutorials beziehungsweise Anleitungen, Videos, Podcasts und kostenloser oder freier Software - auch zum selber mitwirken. Niemand wird daran gehindert, sich in seiner Freizeit damit zu beschäftigen und es zu einem Steckenpferd privat oder beruflich auszubauen. (Im übrigen trete ich ja sehr dafür ein, dass Bewerbungen generell ohne Foto, Name und Geschlecht sein sollten, damit sich auch da endlich mal alle Diskussionen bezüglich dieser Kriterien auflösen).

So am Rande: Diverse Förderprogramme für den Nachwuchs und Inklusions-Projekte sind für mich mittlerweile ja Fake-Beruhigungstabletten, die weder wirklich aufgehen noch effizient sind. Die Meisten sind ja zudem fachlich katastrophal. Ich selber kann mir einen Linux-Rechner aufsetzen, einen Server, ich kann Webseiten entwerfen, umsetzen und mir bei Bedarf ein kleines CMS selber bauen, ich kann 2D und 3D-Grafiken erstellen, Videos schneiden, Fotos retuschieren und was weiß ich alles, ich schaffe es in 90% der Fälle, technische Probleme selber zu lösen oder sie zu "erlernen und dann zu lösen" und ich kann mir selber Templates und Layouts oder Funktionen erstellen. Aber da bin ich weder Programmierer, noch Experte noch eine IT-Fachkraft deshalb. Nur interessiert und konnte es auch beruflich einsetzen. Aber mehr ist da nicht. Das ist nur BlaBla, sonst nichts. Wenn ich aber dann von "Programmierkurs: Wordpress" lese oder mir jemand erzählt, er kann programmieren und klickt dann in einer Plugin-Oberfläche auf Buttons in Joomla oder eben Wordpress rum... dann habe ich damit ein massives Problem. Speziell wenn solche Fake-Kurse dann teuer gefördert und von den BesucherInnen bezahlt werden und den TeilnehmerInnen dann Dinge vorgegaukelt werden, die nicht den Tatsachen entsprechen. So etwas hat ja Folgewirkungen und erzeugt einen Rattenschwanz mit all seinen tragischen Facetten von Unsicherheit, fatalen Fehlern und eben auch Sicherheitsproblemen sowie fehlendem Bewusstsein für die Materie (wie man ja heutzutage gut sehen kann - Petitionen für Netzneutralität und Konzern-Unabhängigkeit auf Facebook unterschreiben und auf Twitter für Meinungsfreiheit kämpfen... absurd).

Nachtrag: Ich finde es beispielsweise großartig, dass man heutzutage auch der Meinung ist, dass Mädchen auch in diese technische Welt einsteigen sollen beziehungsweise es vermehrt begrüßt wird und man da nicht weiter dieses um den heißen Brei tanzen vollzieht - lächerlich. Warum auch nicht? Können genauso gut oder schlecht sein wie Männer. Also richtig so.

Aber diese seltsamen Spezial-Kurse und Programme dafür, die da heutzutage aufkommen, sind für mich am Ziel viel zu oft komplett vorbei geschossen und grundsätzlich der falsche Zugang, weil sie dort die Materie gezwungenermaßen fast immer aus unerfindlichen Gründen falsch anpacken. Da heißt es, man möchte weg von den Vorurteilen und den Klischees und gleiches Recht für Alle - und dann werden erst recht wieder Inhalte absurd und völlig unnötig in solchen Angeboten vereinfacht sowie geschönt... und damit ironischerweise der Zugang zu "einem mehr an Kenntnissen" prompt verhindert.

Nachtrag: Mal ein radikales, übertriebenes Beispiel - wenn ich etwas über die Geburt mitsamt Schmerzen und Komplikationen bei einer Frau lernen will und das Verständnis dazu entwickeln möchte, hilft mir nicht ein Stoffteddy und lustige Grafiken dabei, um es "wirklich zu erlernen und zu verstehen". Sondern stattdessen bei einer echten Geburt selber direkt dabei zu sein oder gar zu helfen. Da lernt man etwas über die wahre Materie und das auch für das Leben. Schreckt zwar Viele ab, aber wenn man so Etwas ganz "natürlich" angeht und auch ohne Eiertanz präsentiert, dann zeigt sich, dass die ganze Thematik viel "entspannter" ist im Umgang, als immer so getan wird.

Und das wird bei technischen Sachen viel zu gerne gemacht - man tut so, als müsste man das erst kompliziert aufarbeiten und anpassen, damit man es überhaupt mal zeigen darf. Man baut meiner Meinung nach aber damit viel mehr Barrieren auf, als wenn man einfach in das Thema so wie es ist hinein geht.

Denn man wird sowieso nie Alles und Alle abdecken können, weder menschlich noch inhaltlich - das geht einfach nicht und es liegt auch nicht in der Natur des Menschen und der Gesellschaft. Es wird immer Inseln geben, immer Konflikte und immer unterschiedliche Meinungen sowie Gruppen, die Andere zu wenig berücksichtigen. Wer das Auflösen will, wird und muss scheitern - das zeigt auch schon die Geschichte der Menschheit, die sich in ihrer Grundlage seit Jahrhunderten nicht weiter geändert hat. Wir bringen uns noch immer um und beuten Andere aus.

Stattdessen wäre ein offener, geistiger Zugang ohne Spezial-Anpassungen und komplizierte Konstrukte viel hilfreicher, als das künstlich-bemühte Auflösen von Grenzen, die man dabei erst selber erschafft.

Nachtrag: Deswegen trete ich ja auch dafür ein, dass Kinder sehr wohl in einem Zoo sehen sollten, wie ein Löwe ein Zebra oder was auch immer schlägt und frisst. Mit all seinen blutigen Bildern. Denn wenn man es von Grund auf als etwas Natürliches darstellt, dann ist es das auch für Kinder und sie verlieren die Angst davor, verstehen die Grundlage und wachsen mit einem viel größerem Bewusstsein für die Umgebung mit ihren Abläufen sowie Bedürfnissen auf. Und das gilt auch in der Technik-Welt. Hey, Server-Administration ist nicht cool und voll spannend... es ist zu 90% langweilig. Eine Webseite zu bauen, ist nicht nur lässig und geschmeidig und voll easy und macht attraktiv, sondern ist ein ziemliches Fluchen und stundenlanges Rumwerken in Code-Fragmenten und schlaflose Nächte. Und einen Drucker installieren und Netzwerktauglich machen... da findet sich kaum die Erfüllung des Lebens, außer dass man von anderen Menschen dabei in Ruhe gelassen wird.

Computer sind grau, trocken, leblos und das Leben vor der Mattscheibe nicht hipp in dem Sinn. Technik ist kühl und fad. Was man daraus aber macht, kann man nur für sich selber lösen und umformen... da hilft mir kein Zuckergeschmack, der mir extra in den Mund geschoben wird, damit ich ja daran Geschmack finde. Wer sich für Technik interessiert, kann sich - egal welches Geschlecht - einarbeiten und seine Welt aufbauen. Aber das muss man halt wollen. Selber. Und wer es nicht mag, mag es eben nicht und wird andere Gebiete finden, die mehr zusagen. Darf ja glücklicherweise Jeder und Jede... noch.


Montag 02. Jänner 2017

# Bienen leben in der Stadt oft besser. "In Parks und Gärten fänden sie ein reiches und vielfältiges Blütenangebot. Dagegen wirke sich die intensive Landwirtschaft mit ihren Monokulturen außerhalb der Städte negativ aus." Auch verrückt, oder? Kann man sich alles gar nicht mehr vorstellen, was wir mit der Welt aufführen, dass es sich so radikal verändert.


# "Im Jahresdurchschnitt sind die Arbeitslosenzahlen in Österreich insgesamt auf Rekordhöhe geklettert. Die Zahl der jahresdurchschnittlich arbeitslosen Personen und Schulungsteilnehmer stieg 2016 im Vergleich zum Jahr davor um etwas mehr als 5.000 Personen zusätzlich auf 424.523 Betroffene.

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es 2016 bei langzeitarbeitslosen Personen mit einem Plus von 59,8 Prozent auf 55.550 Betroffene. ... Im Durchschnitt betrug die Verweildauer in der Arbeitslosigkeit bereits 126 Tage, um elf Tage mehr als 2015. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg laut Prognose um 1,5 Prozent auf 3,588 Millionen."


Und man schaue sich mal diese Grafik an - die Steigerung ist nicht ohne. /o\


# Heute ist es zur Abwechslung mal wirklich kalt, Eiskristalle auf den Stromleitungen und im Hals macht sich das obligatorische Kratzen bemerkt - nicht unerwartet, weil das kollektive Umfeld auch rumgrippt und mich mit dem Kram vollstreuselt. Auf jeden Fall stehe ich gerade zusammengezogen mit meiner Jacke bis zu den Ohren hinauf in der dunklen Stadtlandschaft und warte auf den Zug. Und beobachte eine Bäckerei gegenüber, die über eine automatische Schiebetür verfügt.

Schon spannend, wie so etwas Alltägliches eigentlich irgendwie futuristisch ist. Man denke nur an die ersten Folgen von Raumschiff Enterprise mit Kirk und Spock, als man fasziniert beobachten durfte, dass die Türen nur dann aufgingen, wenn sie durchgehen wollten - aber auch nur dann. Standen sie davor und diskutierten, blieben sie geschlossen. Solche Türen wollte ich als Kind ja schon unbedingt - die Schiebetür bei der Bäckerei kommt dem allerdings nun schon recht nahe, weil die Sensoren gut eingestellt sind und der Winkel auch passt. Vorbeigehen ist kein Problem, sie öffnet sich aber zügig, wenn man doch Eintreten möchte. HighTech-Futurismus um 6:50 Uhr in der Früh an einer Station in einem grauen, verschlafenen Bezirk. \o/


Sonntag 01. Jänner 2017

# Also ich muss ja da mal was sagen und vor allem auch das löchrige, kollektive Bewusstsein ein wenig auffrischen... die Feuerwerke werden von Jahr zu Jahr mickriger und billiger. Überall heißt es, es knallt so schlimm wie schon lange nicht mehr und so weiter, dabei ist das ein völliger Blödsinn. Es wird von Jahr zu Jahr ruhiger und überschaubarer. Knallte es früher schon Wochen und Monate zuvor überall in den Gassen, kann man nun sogar die letzten Tage vor Silvester ohne Spießrutenlauf am Abend durch die Gassen gehen. Die unnötige Knallerei hat sich mittlerweile sicherlich um weit mehr als die Hälfte reduziert.

Und was ebenfalls verloren ging, sind die schönen, farbenkräftigen Feuerwerke. Ich habe auf einer Festplatte irgendwo noch ein Video von vor 10 Jahren aus meiner Gasse... da begann eine halbe Stunde vor Mitternacht bis eine Stunde danach ein visuelles Feuerwerk hier in den Seitengassen und über den Dächern, dass man ständig rechts, links, rauf, rüber und wieder zurück schauen musste, um ja nichts zu verpassen. Da explodierten in regelmäßigen Abständen auch auf den kleinen Kreuzungen hier in den Straßenschluchten Sternensplitter und sonstige Miniatur-Atom-Explosionen in 40 verschiedenen Farben und der Boden in der Wohnung erzitterte dabei. Auch die Dächer zuckten nur so vor dem Farbenspiel und es gab dabei Feuerbilder, die fast den ganzen Himmel schlagartig abdeckten.

Aber das ist vorbei. Dazu tragen sicherlich auch die verschärften Verbote bei, ebenso, dass die Leute nicht mehr so viel Geld in der Tasche haben, außerdem verliert es sich auch, weil man ja pauschal sagt, dass Feuerwerke unnötig und schlecht sind, Feinstaub, Sicherheit, Kosten, Krieg in anderen Ländern und so weiter, meint aber eigentlich meistens ja eher nur die wirklich lästigen "Knaller" an sich, die unnötig Rumlärmen und sonst nichts können, aber nicht die farbigen Sternschnuppen-Explosionen. Denn die gefallen ja doch den Meisten und fast jeder schaut sich bunte Farben im Nachthimmel gerne an. Zudem bin ich der Meinung, dass anscheinend auch die Qualität der Raketen gesunken ist - zwar gab es immer wieder Fehlzünder und Raketen, die in einem langen Bogen ins Nichts verglühten, aber da würde ich sagen, da war das Verhältnis vor einem Jahrzehnt 10:1, während es heute scheinbar 10:8 ist. Auch ist der Radius kleiner geworden und ebenso die Farbenvielfalt und die Variationen im Ablauf... ihr wisst schon "Bam" und dann geht mal ein Stern auf, der wandelt die Farbe, dann zerplatzen die einzelnen Schnuppen nochmal in weiteren Farben und dann regnet es goldene Glut-Regentropfen in langen Strichen. Kaum zu sehen mittlerweile.

Irgendwie ist das wie mit dem Rest der Konsum-Gesellschaft... alles wird schneller, einfacher und auch billiger sowie minimaler produziert und gekauft und löst sich genauso schnell auf. Das Feuerwerk heute Nacht war wirklich schwach und das geht nun schon seit Jahren so immer mehr und mehr runter... auch wenn es ständig tönt:

"Na, also früher war das nicht so schlimm, furchtbar ist das, ständig wird da geknallt, als ob es nie aufhören würde. Mei, die Leute müssn ein Geld haben, schlimm ist das, wirklich. Man sollte das Alles verbieten, also früher war das sooo besinnlich und ruhig."

Völliger Blödsinn. Schwachsinn. Früher wartete man geduldig in der Kälte und zählte die Sekunden bis zum Mitternachtschlag und dann öffnete sich die Hölle und die halbe Stadt flog dabei in die Luft. Ich weiß noch, als es damals beispielsweise den Jugoslawien-Krieg neben uns gab, dass man aus Respekt und so weiter in den Medien gebeten hatte, es doch eher zu unterlassen, weil es auch für viele Flüchtlinge belastend sein könnte, die ja damals doch in großer Zahl ins Land strömten. Aber sogar in der Zeit schneite es mehr leuchtenden Sternenstaub als heutzutage. Ich bin auch der Meinung, dass die akustische Knallerei nicht lauter oder mehr geworden ist, sondern man einfacher empfindlicher reagiert, weil eben die Masse sich umgewöhnt. Benötigte man früher fast schon eine Schneeschaufel, um die vielen Piraten vor der Haustüre und am Gehweg wegzuschaufeln, findet man solche Haufen eher nur mehr konzentriert da und dort, aber ganz sicher nicht mehr so großflächig und den rauen Mengen wie früher.

Aber gut, das ist so wie mit dem Schnee. Da schneit es einmal einen halben Meter in der Stadt und man redet vom endgültigen Weltuntergang und "So schlimm wie nie, wir sterben alle", dass man das früher mehrfach im Winterjahr hatte und trotzdem ging der Stadtalltag weiter, fällt dabei unter dem Tisch. Und aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen. Wenn es überhaupt noch mal schneit in Wien... ^^ Gestern gab es ja Sonnenschein und soeben färbt sich der Himmel gelb-blau von der Morgensonne.

Nachtrag: Also ja, natürlich gab es auch in Wien stundenlange Feuerwerke und spektakuläre Effekte da und dort, aber ich meine das Ausmaß an sich - das hat sich deutlich reduziert. Auch war es früher viel konzentrierter auf den Zeitpunkt von Mitternacht und nicht so sehr verwaschen und verteilt auf die Nacht.


# Da übersteht man das mickrige Feuerwerk vor den Fenstern in der Nacht, schläft ein wenig, wacht im neuen Jahr auf, latscht müde ins Wohnzimmer und wird dann in der Früh von riesigen Buchstaben am Monitor begrüßt.

"Wir haben Ihren Computer aktualisiert."

Steht auf schwarzem Grund mit großen, weißen Buchstaben... und ganz ehrlich: das ist schon irgendwie Psycho. "WIR haben deinen Rechner in der Hand, wir haben da auch Etwas heute Nacht getan, aber keine Sorge, Du brauchst da auch nicht mehr wissen, tue einfach so, als hätte es das gar nicht gegebenen. Aber vergiss nicht, Dein digitales Leben liegt so oder so in unserer Hand. Du bist hier nur der Gast. Zumindest solange wir wollen." Die Matrix lässt grüßen. ^^


Samstag 31. Dezember 2016

# Nun ja, ich dachte mir, zum Abschluss des Jahres fallen mir ein paar weise Worte ein und ich klopfe hier ein paar sinnvolle Gedanken in die Tasten, damit ihr was zum Lesen und Sudern habt, aber mir fällt gerade nichts ein. Ein recht seltsames Jahr war das, noch dazu hat sich nicht wirklich was in der Welt verbessert, eher verschlimmert bzw. läuft man weiterhin gegen die Betonwände und was sich da so im digitalen Sektor tut, ist sowieso nur mehr zum stillschweigenden Kopfschütteln. Also merkwürdiges Jahr 2016, ich bin nicht unbedingt gespannt darauf, was 2017 so passieren wird, aber ich werde es prüfend zur Kenntnis nehmen und meinen Senf dazu denken.

Ich muss übrigens sagen, dass ich mir als Kind und Jugendlicher das Jahr 2017 gar nicht vorstellen konnte - das hatte damals so etwas völlig Futuristisches. Das war damals die Zeit, als dieses Jahr in Bildbänden mit extrem schnittigen Konzept-Autos, fliegenden Transportern, durchgestylten Weltraumstationen und drahtloser Technologie durchsetzt war. Zwar haben wir das irgendwie auch Alles, aber im Vergleich zu damals wirkt es eher nach einem Fehlgriff in der Wühlkiste im 1 Euro-Geschäft. ^^

Nun gut, also in froher Stimmung - oder wie auch immer man das zu Silvester knallkräftig korken lässt - ab ins neue Jahr und auf viele gemeinsame Zeilen, Austausch, Diskussionen und Projekte.

Nachtrag: Käse, ich habe mein halbvolles Sektglas heute Nachmittag hinter dem Bürocomputer stehen lassen, wie mir gerade bewusst wird. Tja, der wird wohl im nächsten Jahr nicht mehr sehr prickelnd sein. \o/


# Ich klimpere ja aus zeitlichen und beruflichen Gründen noch immer auf der Windows-Installation herum, unten tauchte vorhin so ein Meldungshinweis auf: "Office auf diesem PC installieren."

Aha?! Mal anklicken... "Office ist auf diesem PC bereits installiert."

.......... alles klar. Danke, Windows. War es auch schon zuvor. WAS willst Du von mir?!

Nachtrag: Aufgabe für 2017: endlich wieder mein Linux-Setting einrichten. Ich packe das Alles nicht. Übrigens ist McAfee auf der Kiste vorinstalliert. Fühle mich seitdem die ganze Zeit unwohl, so als ob ich mir einen Virus eingefangen hätte. ^^


Freitag 30. Dezember 2016

# "Die beiden bisher unbescholtenen Angeklagten beteuerten, tatsächlich Mönche zu sein, in einem Tempel in China zu wohnen und als Touristen nach Europa zum „Sightseeing“ gekommen zu sein. Ihr Einkommen als Mönche falle bescheiden aus, die Tausende Euro hätten sie von Verwandten für die Reise erhalten. ... Wenn jemand 50 Euro hergibt und ich 20 Euro herausgebe und derjenige dann nichts weiter sagt, nehme ich das als Einverständnis an“, rechtfertigte er sich. Die Männer gaben an, sich einander erst auf der Fahrt nach Salzburg kennengelernt und nur zufällig gemeinsam ein Hotelzimmer gebucht zu haben. ... Einige Chinesen hätten ihm aber Münzen auf den Boden geworfen. Und in sein Heftchen habe er die „guten Taten“ eingetragen, also die Namen, Adressen und Beträge der Geldgeber notiert. „Das Heftchen diente nur buddhistisch-religiösen Zwecken."

vs.

"In einem Hotelzimmer in Salzburg, in dem die Beschuldigten nächtigten, entdeckten Polizisten im Oktober Tausende Kettchen und Glücksbringer. Sichergestellt wurden zudem rund 10.000 Euro in bar und drei Mönchskutten."

Bettelmönche wegen Betrugs verurteilt. Lustig! ^^


Donnerstag 29. Dezember 2016

# Einem sehr netten, beruflichen Umfeld habe ich es zu verdanken, dass ich ab sofort ein klassisches Tastenhandy in meiner Tasche tragen darf - Wert ca. 10 Euro und kann außer telefonieren und SMS versenden eigentlich gar nichts. Kontakte abspeichern und ein Kalender zum Ablesen ist noch dabei, aber das war es schon wieder (Foto). Extrem leicht, gute Tasten und schön handlich, passt mit viel Platz rundherum auf meine Handfläche und ist sogar neuwertig. \o/


Mittwoch 28. Dezember 2016

# Also momentan gibt es hier "textuell" ein weihnachtliches Loch, denn dank meiner humanoiden Umgebung mit der selben genetischen Herkunft und einem Hang zum Weihnachtlichen darf ich nun einen halbwegs modernen Stand-PC mein Eigen nennen, mit dem ich mich erst anfreunden muss. Vorbei ist die Zeit der Abstürze am Laptop, das laute Rödeln der Lüfter und das generelle Spannungsproblem sowie die massive Eingeschränktheit bei der Verarbeitung von Bildern und Videos. Zwar ist die Kiste aus dem Jahre 2012~2013, aber nachdem es da in der Zwischenzeit technisch sowieso kaum einen ernsthaften Sprung bei den Standgeräten seitdem gab, bin ich da durchaus am Puls der Zeit. Wenn auch "old school"-mäßig mit einer normalen Festplatte und keiner SSD, but who cares? Die nicht ganz taufrische Grafikkarte von Nvidia kommt gar ohne eigene, zusätzliche Stromversorgung aus, leistet aber durchaus Einiges und hat bisher noch keine Einbrüche gezeigt und auch sonst herrscht im Inneren des Gehäuse angenehm gähnende Leere. Es hallt fast darin. Eine recht nüchterne Platine, die optisch sehr schlichte Grafikkarte (erinnert sich jemand visuell an die Creative Sound Blaster 16-Karten aus den Windows 95-Rechnern? Großartig! ^^), eine gurrende Festplatte, das Netzteil, recht minimaler und überschaubarer Kabelsalat und auch nur zwei (glücklicherweise große und damit leise) Lüfter. 4x USB-Anschlüsse und ein HDMI-Ausgang... aus. Was will man mehr? In der Einfachkeit liegt die Würze. \o/

Und ich bin recht zufrieden, sehr sogar. Gefällt mir gut und öffnet wieder ein wenig die Tore in die "kreative Welt". Einzig das installierte Windows 10 fühlt sich sogar nicht heimelig an, da muss ich mir erst irgendwann die Zeit nehmen, um daneben in Ruhe und schön sauber (m)ein Linux Mint oder Puppy zusätzlich einzurichten, damit ich meine Shortcuts und vertraute Oberfläche wieder vor den Tasten habe - fühle mich so gehemmt in meinem Tun. ^^

Ich hätte mir übrigens nie gedacht, dass ich je wieder einen Stand-PC mein Eigen nennen werde, aber in Wirklichkeit ist der Unterschied recht minimal... denn auch zuvor war das Gerät immer am gleichen Platz und durch die defekte Tastatur mit den losen Tasten und einer Externen im Alltag war der Kabelsalat am Tisch genauso groß, abgesehen vom fremden Netzteil, das als Dauernotlösung überhaupt nicht dazu passte. Der Vorteil bei den Block-Kisten zudem ist ja weiterhin, dass jedes Element austauschbar ist - Bildschirm, Netzteil, Grafikkarte, Festplatte, Lüfter, usw... und so mobil ist mein Laptop auch schon aufgrund des Gewichtes nie gewesen. Nichts versäumt und aus der anfänglich von mir gelobten Flexibilität ist im Laufe der Zeit eher eine lästige Kette mit einem schweren Gewicht geworden, an der man nichts oder nur sehr teuer Etwas austauschen könnte, was sich nicht mal ansatzweise lohnen beziehungsweise rechnen würde.

Also back to the roots - aja, dieser Text wird übrigens auf mechanischen Tasten erstellt. Klackert ordentlich laut, aber sympathisch. Fühlt sich an wie anno dazumal in der QBasic-Schulung in der Jugend. Gute Erinnerungen und Gefühl also! \o/

Nachtrag: "Wichtige, kollaborative Dinge" wie The Forest, Life in the Woods und Co. laufen sang und klanglos, Videos lassen sich gut schneiden, auch in der Live-Ansicht und auch das Surf-Erlebnis ist spürbar anders. Alles gut.


Montag 26. Dezember 2016

# Ich habe mich übrigens die letzten zwei Tage nochmal mit der alten PC-Kiste beschäftigt und dabei per Zufall festgestellt, dass man das Ding doch noch zum Laufen bringen kann, wenn man nämlich - festhalten - einen der Elkos bzw. Kondensatoren auf dem Motherboard leicht zur Seite biegt. Fragt jetzt nicht, wie ich das herausgefunden habe, aber eine ganz schön lange Verkettung von Zufällen hat dazu geführt - das Herauszufinden ist wohl wie ein Lotto-Gewinn.

Für den Alltag ist der Rechner zwar nicht mehr zu gebrauchen, aber ich habe dann der Neugierde halber eine zweite Festplatte innen angehängt, die ich komplett vergessen hatte. Ôo

Ich sag's Euch... ich bin tatsächlich fast eine Stunde lang vor dem summenden Bildschirm gesessen, neben mir das laute, röhrende Ding und habe mir im Minuten-Takt gedacht "WTF? Und was ist da drinnen... WTF... und das da... woha... WTF? Du meine Güte... und das hier... wow.... okay... und hier... WTF?!!! Und das... nicht wahr... WTF!!" und so weiter. Es war vollkommen absurd und ich musste dann erstmal schauen, von wann die Daten sind - teilweise von vor über 10 Jahren.

Fotos und Entwürfe von mir, die ich vollkommen vergessen hatte. Ideen und Projekte in so einer großen Zahl, dass ich mich ernsthaft frage, was mit meinem Leben zwischenzeitlich passiert ist und wo sich diese kreative Energie von damals versteckt!?! In jedem Ordner fanden sich neue Schätze, sogar verlorenen gegangene Dateien und auch Erinnerungen an Menschen, die schon lange nicht mehr in meinem Alltag sind, ebenso Fotos meiner Katzen von damals, wo mir erst bewusst geworden ist, wie lange die schon bei mir waren - viel länger, als ich vermutet hätte. Auch die Einrichtung meiner Wohnung von damals hat mich selber überrascht, aber ebenso alte Webseiten, die erstaunlich sauber und solide umgesetzt sind - so richtig brav, ordentlich, modern und durchdacht. Als ob es nicht von mir wäre... ^^

Ich habe mir schlussendlich ein paar, für mich wichtige, Dinge auf einen Stick kopiert und dann die Platte wieder abgehängt - die ist recht kostbar als Erinnerung. Und zugleich aber auch kurz darauf die ganze Kiste wieder stillgelegt, denn ich hatte bereits nach der Stunde von dem lauten Surren und dem Monitor, der nur mehr mit 100% Helligkeit arbeitet, dermaßen Kopfweh, dass der Elan und die Freude schnell weg waren. Aber spannend auf jeden Fall. Den schiefen Kondensator habe ich dann noch vorsichtig weiter fixiert, damit wenigstens der Status quo für die Zukunft erhalten bleibt. \o/

Nachtrag: Hier noch Bilder aus dem damaligen Katzenleben: Bild 1, Bild 2, Bild 3. Ähm, ja... ^^


# Geweihte Computer - "Sonnenstrahlen, die über Wände kriechen und dabei zu einem bestimmten Zeitpunkt eine geheime Botschaft offenbaren: Das klingt nach Indiana Jones oder einem Dan-Brown-Thriller. Oder einfach nach einem Besuch in einer Kirche - vorausgesetzt man weiß, wann. Auch viele österreichische Kirchen sind auf diese Art mit Lichtcodes versehen."



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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