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Samstag 07. Mai 2016

# Schon interessant - wenn man so in Kommentaren liest (Heise, Golem, verstreuten IT-Foren, usw...) beschweren sich eh viele, dass ihnen die überfrachteten Webseiten am Nerv gehen, dass alles immer unnötig dynamisch geladen wird und ständig Javascript als Kern mitschleift, dass die Seiten träger geworden sind und dass der Fokus auf den Content - bzw. besser gesagt "Inhalt" - verloren gegangen ist. Warum nur ist dann das Netz voll mit dem überfrachtetem Zeugs?


# Weil ich das öfter höre und mir das auch im Interview hier am Ende aufgefallen ist, sind sehr viele Leute nicht sehr glücklich mit der Technik im Alltag. Geht mir genauso, ich bin irgendwie nie zufrieden mit meinem Setup und bastle ständig rum und es wird wohl nie ein Ende geben - auch wenn man sagen muss, dass die Minimalisierung da schon sehr hilft. Kann ich nur jedem empfehlen. Weniger Technik, weniger komplexe Tools = weniger Kopfschmerzen, weniger Probleme, weniger Chaos.

Es gibt aber eine Sache, mit der ich tatsächlich nun nach Jahren zufrieden bin - und zwar so richtig zufrieden - und das ist nicht nur der Blog hier aus technischer Sicht (kein statisches Kompilieren, kein Backend, kein Updaten, keine Datenbank und was auch immer), sondern es war auch die Entscheidung goldrichtig, meine restlichen Seiten auf eine 1-File-Wiki-Engine mit ein paar Textdateien umzustellen. Egal ob meine persönliche Webseite oder das Sammel-Wiki... die Lösung ist wirklich der beste Ansatz und irgendwie auch endgültig. Besser geht es schließlich nicht mehr.

Gestern wollte ich unterwegs mal eben einen Link zum Nachlesen öffnen, den ich Tage zuvor entdeckt hatte, konnte mich aber natürlich nicht daran erinnern, habe ja zudem Browser-Sync und Co. deaktiviert, weil mich das nervt, am Smartphone läuft außerdem ein anderer Browser, der da eh keinen Zugang hat und so weiter... kurz und gut: den Link nicht gefunden. Rumgesucht. Nichts. Genervt bin~war.

Also habe ich jetzt mal eben meine Lesezeichen in das eine Wiki geschmissen und sie dafür aus dem Browser geworfen und bei dem Konzept bleibe ich auch. Und das ist das Tolle bei einem Wiki. Du brauchst einen neuen Bereich? Einfach anlegen und verlinken. Aus. Mehr gibt es da nicht. Und den Inhalt gestaltet oder strukturiert man, wie man will. Oder man bessert mal eben unterwegs einen Tippfehler wo aus - ohne mühsames Backend, Seitenstrukturen, Menü-Punkten, Inhaltsfeldern, Tags und so weiter... Großartig!

Nachtrag: Ursprünglich wollte ich ja auch diesen Blog mit einer Wiki-Engine betreiben, wäre ja möglich (ein Eintrag = eine Textdatei) - der einzige, damalige Grund, warum es nicht dazu kam, war zu Beginn, dass ich keinen Plan hatte, wie ich das mit dem RSS und dem Durchblättern lösen könnte. Entscheidung war eh ok, aber ansonsten bleibe ich definitiv bei Wikis. Hat auch lange und viele, viele CMS gedauert.


# Wir retten die Natur! Weg mit den Plastiksackerln, save the planet, save the trees, save whatever! \o/

"Erst, wenn man das Papiersackerl fünf bis zehn Mal verwendet hat, ist die Ökobilanz einer Tragetasche aus Recyclingplastik erreicht. ... Sackerl aus sogenanntem Bioplastik schneiden ebenfalls nicht besser ab. Die Rohstoffe, die dafür verwendet werden – Kartoffelstärke, Mais und Zuckerrohr – verschlechtern die Ökobilanz. ... Nur, damit wir ein Plastiksackerl erzeugen, das dann auch noch in Konkurrenz steht mit der Nahrungsmittelproduktion. ... Bis die Ökobilanz einer Stofftasche im Vergleich zu einer Plastiktasche hereinkommt muss sie ungefähr 80 Mal in Gebrauch sein. ... Problematischer ist die Entsorgung von Bioplastiksackerln. Diese sind nicht immer biologisch abbaubar."

Endlich wird mal mit den Märchen aufgeräumt. Die Lösung heißt nicht "Alternativen", sondern "Weniger". Weniger Auto, weniger Plastiksackerl, weniger Müll, weniger Wasserverbrauch, weniger Egoismus, weniger Hass, weniger Verschwendung und so weiter.


# Also ich weiß nicht... ich update mein System nur bei Sicherheitsupdates, installiere jetzt nicht überall die neuesten Versionen und was auch immer - lieber stabil und solide. Aber Google+ und auch Twitter schleppen sich immer mehr und mehr - es macht einfach keine Freude mehr, die Seite neu zu laden oder die neuen Nachrichten einzublenden oder einen Link auf diese Plattformen zu öffnen. Auch Postings bei Twitter direkt zu öffnen, ist mühsam geworden. Und ich habe nicht das Gefühl, dass das nur subjektive Einbildung ist oder mein Laptop bzw. Browser da plötzlich schlapp macht. Ein Grund mehr, die Seiten weniger aufzurufen... warum muss immer alles extra "überdynamisch" sein?! Es nervt.


# Holz im Fahrzeugbau. Gefällt mir. Auch wenn das Ziel eigentlich eine Reduktion von Autos im Alltag sein müsste.


# Also das Sprache sich immer entwickelt und nie still steht und schon gar nicht in Formen gegossen werden kann (auch wenn gerne Theoretiker-Junkies sowas gerne in Sprachwissenschaften und pädagogische lehrhaftes Wissen verankert hätten), ist ja nichts Neues. Jedes Monat ändert sich wo etwas, auch selber verliert man Wörter und gewinnt Neue im Alltag dazu... es nie endender Prozess, manchmal erfindet man selber oder der Freund~in ein neues Wort, das sich dann in der gemeinsamen Kommunikation einschleift. Und hin und wieder schlüpft daraus dann ein eigenständiger Begriff, der es in die freie Wildbahn schafft. Das Leben findet einen Weg!

So weit, so gut. Alles in Ordnung. Auch dass wir "Älteren" heute mit "Isch schwöre, oida!" oder "Gehst Du Arbeit?" nichts anfangen können, ist zwar manchmal ungewohnt, aber so ist es nun mal. Swag, Gammelfleischparty, Niveaulimbo, Hartzen, Oxidieren und so weiter... Muss man akzeptieren, weil wir früher auch nicht anderes geredet haben, nur eben mit anderen Wörtern - und wenn es Schul-Hochdeutsch war.

Aber was mir echt den Kopf zerbricht, war gestern auf einer Einkaufsstraße in Wien, als eine Gruppe junger Mädchen vorbeischlenderte - so ganz klassisch dem heutigen Style angepasst, eine Mischung zwischen Germanys Next Topmodel, britischem Straßenstrich (ist überzeichnet, ich weiß) und dem konservativen Land-Dorf-"Der Rock muss über die Knie"-Trend, vermischt mit dem Anlitz von Österreichisch-Türkisch-Deutsch~Gesichtern. Lange Haare, auffallende Fingernägel, Handtäschchen, Glitzer da und dort, Röhrenbauchnabel-Hose, HighHeels-Turnschuhe, Lippenstift und gekonnt laute "Sex in die City"-Gelächter, damit jeder sieht, sie sind da. Gut, auch kein Thema, war in der Jugendgeschichte in keiner Generation anders - egal ob bei den Burschen oder Mädchen. Man wollte präsent sein.

Nur... sie haben sehr lebhaft diskutiert, im klassisch gebrochenem Wiener-Türkisch-Deutsch, das heute hier in der Großstadt Alltag ist, mit den Worten: "Oida, isch sag Dir, Bruda! Echt, das ist nicht gelogen. Wirklich, ich sag Dir." - "Geh, dasch kann net sein." - "Oja, Bruda - isch mein ernst, er hat das gesagt" - "Oida! Das ist so ein Arsch! Ok Bruda, wir müssen..." ÔÔ WTF?!!!

Bruda???! Bruder?! Mädchen... untereinander... oida, Bruda, ich sag Dir...?! Was ist mit Schwester oder Sista?! Ich glaube, ich habe da echt eine Entwicklung verpasst. \o/


# "The media has failed. Many news networks are cartoonish parodies of their former selves, individual billionaires appear to have taken up newspaper ownership as a hobby, limiting coverage of serious matters concerning the wealthy, and serious investigative journalists lack funding. ... several major media outlets did have editors review documents from the Panama Papers. They chose not to cover them. The sad truth is that among the most prominent and capable media organizations in the world there was not a single one interested in reporting on the story. Even Wikileaks didn’t answer its tip line repeatedly.

... But most of all, the legal profession has failed. Democratic governance depends upon responsible individuals throughout the entire system who understand and uphold the law, not who understand and exploit it. ... On average, lawyers have become so deeply corrupt that it is imperative for major changes in the profession to take place, far beyond the meek proposals already on the table. ... Mossack Fonseca did not work in a vacuum—despite repeated fines and documented regulatory violations, it found allies and clients at major law firms in virtually every nation."


Der ganze Text von "John Doe" zu den Panama Papers findet sich hier.


Freitag 06. Mai 2016

# "Wie wenig der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu noch zu sagen hat, zeigt sich schon am Tag nach seiner Rückzugsankündigung. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Konya spricht Davutoglu am Freitag gerade einmal zehn Sekunden zu AKP-Anhängern, wie die Nachrichtenagentur DHA akribisch stoppt. ... Während Davutoglu noch im Amt ist, torpediert Erdogan den von seinem Ministerpräsidenten ausgehandelten Flüchtlingspakt mit der EU – und lässt sich dafür in Istanbul feiern. ... Erdogan war noch nie ein Fan der Vereinbarung mit den Europäern, und er steht der EU insgesamt zunehmend kritisch gegenüber."

Erst einen Nagel eintreten, jetzt kommt der Wundbrand. Man stelle sich vor, Erdogan gestaltet nun die Türkei nach seinem Willen (noch mehr) und wendet sich von der EU ab. Flüchtlingsabkommen gibt es dann keines, also kommen neue Ströme und die europäischen Regierungen brechen erneut ein und teilweise ganz weg (siehe Trend bei uns in Österreich). Der Frieden mit der Türkei kippt, der Frieden in der EU kippt und die Flüchtlingsprobleme bleiben weiterhin ungelöst. Das wird ja noch was... \o/

Nachtrag: Währenddessen Schuss-Attentat auf Cumhuriyet Redakteur Can Dundar.

Nachtrag: Bin ja sehr gespannt, wie schnell dann wieder Rufe nach Grenzen und Co. auftauchen, wenn das Abkommen platzt.


# INTERVIEW 0.1 Heute gibt's mal ein Interview mit dem Kopf hinter der selbst gehosteten Kommentar-Lösung Isso, die sich mittlerweile zu einer spannenden Alternative gegenüber Disqus, Discourse und ähnlichen Lösungen entwickelt hat und regen Zuspruch findet. Das Interview wurde selbstverständlich in einer Hochglanz-Textdatei geführt! \o/

Posativ aka. Martin Zimmermann. Beschreib Dich mal kurz - wer bist Du, wie alt bist Du, woher kommst Du und was machst Du denn eigentlich so den ganzen Tag?

Ich bin der Martin. Mitte 20. Komme ursprünglich aus Berlin, aber lebe derzeit arbeitsbedingt in Erfurt. Mein abgebrochenes (sic!) Studium in Bioinformatik habe ich in Jena angefangen, das nur unweit von der Landeshauptstadt (Erfurt!) liegt. Primär benutze ich meine Zeit zum Prokrastinieren - ich bin bei "we love apps" beschäftigt, da mache ich Dinge für Android. Netter, kleiner Laden. Nebenbei lese ich im Internet, spiele gelegentlich Klavier, lese oder spiele Computerspiele.

Du hast also ein eigenes Kommentarsystem "Isso" entwickelt, das mittlerweile regen Zuspruch hat. Was stört Dich denn bei bestehenden Lösungen bzw. den anderen Diensten wie Disqus oder gar Facebook-Kommentaren und Co., so dass Du etwas Anderes wolltest?

Um der einen Frage schon etwas vorzugreifen: ich habe mal ein Web Log ~ Blog betrieben. Die Engine war ein Nebenprojekt während meines Studiums und spuckt statisches HTML aus. Eine Zeit lang habe ich da auch Disqus genutzt, aber das ist ähnlich langsam wie das (aktuelle) Twitter-Webinterface. In dieser Zeit habe ich mich zunehmend mit dem Thema "self-hosting" befasst (ich bin auch leicht paranoid, aber pragmatisch). Facebook hatte und hab ich nicht - die Möglichkeit Kommentare einzubinden, gibt es da noch nicht so lange.

Ich habe die Historie etwas rekonstruiert, erschreckend lang ist das her!
+ Im Oktober 2012 habe ich einen Prototypen gebastelt, dem Commitlog zu entnehmen sogar mit Bootstrap 2.3.2 und jQuery 2.0.3. Hatte allerdings keine Ahnung von beiden "Technologien" und auch noch nie mit dem DOM gearbeitet. Nur etwas CGI konnte ich, aber auch das hatte ich verkackt. Natürlich auf GitHub gepusht, unfunktional wie es war.
+ Etwa ein Jahr später wurde ich von @noqqe angehauen, wie es mit Isso aussieht. Natürlich hat sich nichts getan und ich hab mit den berüchtigten Worten "refactor all the things" das Isso geschaffen und es hat trotz der vielen Fehler guten Anklang gefunden.

Isso habe ich direkt als Disqus-Ersatz gesehen, dass heißt die Integration läuft ähnlich, es gibt ein Migrationstool von Disqus weg. Das Deployment ist in der Standardkonfiguration zwar umständlich, aber sicher. Wichtig für mich ist die Datensparsamkeit, d.h. IP-Adressen werden geloggt, aber verkürzt (den Webserver kann ich natürlich nicht beeinflussen), die E-Mail kann ungültig sein und ist wie der Nutzername optional.

Kannst Du kurz in zwei-drei Sätzen für Ahnungslose erklären, wie Isso denn funktioniert? Kann man das mit dem Kommentar-System bei z.B. Wordpress vergleichen?

Man nehme eine JSON-API, ein eigenständigen JavaScript-Client und CORS. Heraus komt Isso. Isso ist unabhängig und lässt sich nicht in bestehende CMS integrieren, denn es ist eben unabhängig. WordPress bietet neben den Kommentaren auch zufällig Funktionalitäten zum Erstellen einer Website, das ist natürlich einfacher zu "integrieren". Isso lässt sich jedoch sehr gut in einen "stateless" Blog einbauen, z.B. statisches HTML. Witzigerweise nutzen schätzungsweise über 50% Isso in Kombination mit der ehemals gehypten Blog Engine Ghost, ein Node.js Webserver mit Analytics-Dashboard, aber keinen Kommentaren. Was für Hipster... ^^ Ohne besondere Anpassungen läuft Isso auch damit.

Isso - was bedeutet denn dieses Wort überhaupt und wie kommt man darauf?

Das ist schwierig. Ich war~bin jung und naiv und "ist so" und auch "ich schrei sonst" (das kannte ich) kann als "isso" abgekürzt werden. Im Nachinein auch ein tolles Oxymoron für ein Diskussionssystem. Bei der Google-Bildersuche stellt sich auch heraus, dass das auch ein Pokémon ist - daher die offensichtliche Urheberrechtsverletzung im Logo, hüstel. ^^

Und für welche Zielgruppe ist diese Lösung gedacht? Können auch Wordpress, Octopress, usw...-Blogger mal eben etwas damit anfangen? Gibt es ein Plugin dafür, meldet man sich da irgendwo an oder benötigt man technische "Skills"?

Isso ist plattform-agnostisch, wie man es so schön nennt. Letztendlich habe ich das System für mich entwickelt und auch etwas Feedback von @noqqe bekommen. Wenn ein Blogger seine eigene Plattform versteht oder gar eine eigene Engine betreibt oder zum Beispiel Octopress verwendet, dann ist der Weg nicht weit zu Isso.

Du bietest Isso kostenlos an - man muss also nichts dafür zahlen, somit investierst Du viel Zeit und Energie in das Projekt... ohne Bezahlung. Wer macht denn sowas? \o/

Das wüsste ich auch gern. Isso ist mein erstes, größeres "Open Source" Projekt (ich habe schon deutlich mehr auf GitHub und Co. hochgeladen, alles frei wie in MIT/BSD-Lizenz). Meine Meinung hat sich mit Isso sehr geändert...

Ich bin ein großer Befürworter von freier Software und werde jedes private Hobbyprojekt auch weiterhin unter einer wirklich freien Lizenz (kein GPL) veröffentlichen. Ich verwende im Beruf sehr oft freie Projekte und das ist nur möglich, weil ein Großteil unter BSD/MIT-Lizenz steht.

Das Hauptproblem ist die Community. Bei freier Software gibt es viel mehr Nehmen als Geben. Leute sind inkompetent, unfähig (ohne es zu wissen), Leute wollen dies, das und jenes. "Feature XY ist mein Killerfeature, dann würde ich Isso verwenden". Benötigen lange Debugging-Sessions im IRC um ihre Konfiguration zu fixen.

Die Community frisst die Motivation... Das gefällt mir nicht.

Unter welcher Lizenz steht das Projekt? Was passiert denn, wenn jemand einen kostenpflichtigen Dienst auf Basis deiner Lösung entwickelt? Würde Dich das stören?

Vermutlich MIT, ich müsste mal nachlesen. Die Lizenz erlaubt die kostenpflichtige Nutzung und auch Weiterentwicklung (unter anderem Namen) und damit bin ich zufrieden, ansonsten hätte ich auch eine andere Lizenz nehmen können (nebst Anwalt für das Verständnis).

Es gab bisher auch zwei Fälle, die in diese Richtung liefen:
+ Nutzung in einem proprietären Buchverwaltungssystem, das funktionierte nicht, weil ich nicht Feature X und Y nachgeliefert habe.
+ Integration in eine Art Community (Internetprovider) mit Authentifizierung über OAuth. Hier gab es auch eine Zeitlang eine Zuarbeit (aka Pull Requests), die leider im Sand verlief (Desinteresse, Projekt gestoppt, was auch immer).
Die proprietäre Nutzung in erster Form ist, mir sei verziehen, Arschloch-Verhalten. ^^ Die Nutzung in der zweiten Form ist aus meiner Sicht völlig ok. Die Lizenz lässt beide Formen zu.

Gut, Du hast da also Etwas auf die Beine gestellt, das viel Interesse auslöst und von vielen Bloggern mittlerweile eingesetzt wird. Mal so ein generelles Résumé: würdest Du aus heutiger, "frischer" Sicht etwas anders machen bzw. zum Beispiel die Basis völlig neu angehen (z.B. PHP oder dergleichen verwenden) oder irgendetwas Anderes?

Ja, natürlich! Du musst wissen, dass ich erst 2010 mit Programmierung angefangen habe. Drei Jahre später ist mein Pythonwissen zwar durchaus sehenswert ~ ok, aber gerade das Konzept ist nicht gut ausgearbeitet.
Wenn ich neu anfangen würde (ich spiele manchmal mit dem Gedanken), dann weiterhin in Python oder einer modernen Sprache á la Rust, mit folgenden Änderungen:

+ keine GitHub Issues
+ eine Datenbank-Abstraktion
+ Webinterface
+ noscript-Support (z.B. manuell gerendert)
+ kein Support für System X/Y/Z (siehe Punkt 1)
+ mehr Interoperabilität (z.B. RSS, SSL Proxy, E-Mail Benachrichtigung)
+ das Datenbankschema ist naiv und einer der Hauptgründe für die schwierige Erweiterbarkeit

Aber mit Abstand am Wichtigsten ist die Unterstützung von Nutzern, das heißt per OAuth/Login/Foo kann der Kommentator seine Echtheit verlinken. Um es wissenschaftlich zu beschreiben, es geht um die Reputation von den Nutzern. Aktuell ist es IP-basiert und natürlich kann es hilfreich sein, nur Nutzer von GitHub, Twitter oder auch gar Tor oder einer eigenen Community zuzulassen. Dabei soll Isso nicht den Monolith-Tod sterben, die Authentifizierung soll über Drittanbieter passieren (zum Beispiel eben OAuth).

Gibt es irgendeine Idee oder "Sache", die Du gerne im Rahmen von Isso noch umsetzen möchtest oder gerne würdest? Oder erfüllt es bereits all deine Vorstellungen?

Ich bin sehr zufrieden mit dem aktuellen System. ^^

Das Feedback der User... in letzter Zeit meinen Viele, dass der Umgangston vieler User heutzutage oft eher fordernder geworden ist, weil sie gewöhnt sind, Tools und Lösungen kostenlos zu bekommen bzw. etwas "verwöhnt" sind. Wie siehst Du das? Und gibt es auch negative Erfahrungen oder eine Erkenntnis, die Du mitnimmst?

Das habe ich oben angesprochen, aber ja... Ich muss niemandem etwas verkaufen. Ich freue mich über Spenden oder einfach auch nur einem Kommentar á la "Danke für Isso". Wer eine proprietäre Lösung verwenden will, der soll dies tun... Das ist nicht mein Problem. Mit einem offenen Kommentarsystem lässt sich die Welt nicht ändern.

Wie siehst Du generell die Entwicklungen von Kommentaren in Blogs? Bei vielen Online-Zeitungen gibt es beispielsweise heutzutage starke Filter, manche öffnen die Kommentare nur mehr tagsüber, auf vielen Seiten muss man sie erst mit einem Klick einblenden und damit sichtbar machen und da und dort finden sich Blogger, die aus unterschiedlichen Gründen gleich ganz auf Kommentare verzichten, während der Rest externe Lösungen wie eben von Facebook und Co. einsetzt - wohin geht der Weg?

Die Kommentarsektion unter Online-Zeitungen oder auch Online-Portalen wie z.B. Golem sind neben Facebook meiner Meinung nach ein großes Übel. Belustigend und beängstigend zugleich. Letztendlich sind die Kommentare stark vom eigenen Internetauftritt abhängig. Ich finde, dass sich Kommentare gut für direktes Feedback zum jeweiligen Beitrag eignen. Allerdings ist der Übergang zu einem Forum/Community fließend (siehe Ars Technica oder auch Facebook Fanpages).

Mir gefällt die eingeschränkte Nutzung von Kommentaren mit Isso daher sehr gut. Denn es ist super nützlich für kurzes Feedback, aber definitiv die falsche Form um Bugreports zu diskutieren: siehe hier.

Allgemein problematisch sehe ich natürlich "Facebook und Co." an, gerade weil ich ohne Facebook-Konto einerseits nicht an Diskussionen teilnehmen kann aber auch vom Inhalt ausgesperrt werde. Stichwort: walled garden.

Man kann via Github, einer Mailingliste und mittels IRC mit Dir in Kontakt treten, wenn es um Isso geht... was bevorzugst Du und wie schätzt Du die Gewichtung der einzelnen Lösungen ein - wo findet die meiste Aktivität und "Nutzen" statt? Ist IRC noch relevant?

Tickets werden oft für "aah-bin-bin-zu-dumm-fuer-deine-software" genutzt, ich bevorzuge daher IRC. Einerseits weil die Kommunikation schnell ablaufen kann (Chat) oder auch verzögert (durch einen Bouncer). Im IRC-Channel helfen auch andere Nutzer, das entlastet mich.

Ich finde das Medium E-Mail schwierig, primär weil das Konzept aus IMAP, MTA, MUA und was auch immer super nervig ist und die RFCs alle nur halb umgesetzt sind. Aber das ist nur meine persönliche Präferenz. Support-Anfragen zu Isso per E-Mail kommt häufiger, aber das wird dann einfach ignoriert.

Gefährlich finde ich die neuen, hippen Lösungen á la Slack, Gitter, etc... Warum sollte ich meine Kommunikation auf 10.000 Nachrichten und einem "free" Modell beschränken? Davon abgesehen, dass ich für GitHub-Projekte keine Push-Benachrichtigungen für Support will.

Würde übrigens Github von heute auf morgen zusperren, welches Service würdest Du stattdessen am ehesten nutzen bzw. warum greifst Du hier auf diesen externen Dienst zurück, anstatt alles beispielsweise auf deinen eigenen Server laufen zu lassen?

Ich habe schon länger eine eigene Infrastruktur. Es gibt leider keine ansprechende Lösung für Tickets, da bin ich auf externe Dienste angewiesen. Warum ich mein Zeug auf GitHub habe: früher war es hip, heutzutage ist es sehr einfach aufzufinden (für andere User).

Du hast ja übrigens auch eine eigene Blog-Engine programmiert - vielleicht ein paar Worte dazu... was, wie, warum - und hängt sie mit Isso zusammen?

Mein erstes Projekt um in die Programmierung einzusteigen. Es gab zwei Ansätze: einmal mit CGI und danach als "static blog compiler". Auch wenn ich nicht mehr aktiv blogge, bin ich sehr zufrieden mit meiner Engine.

Hier übrigens am Rande eine kleine Erklärung, warum ich zur Zeit nicht aktiv blogge: Der Hauptgrund ist, dass ich meinen Schreibstil sehr nervig finde. Ich schweife aus, komme nie zum Punkt. Ich schreibe Programmcode besser als Deutsch... ^^ Wenn ich wieder mit dem Bloggen anfange, dann auch als Neustart in anderer Engine und lockerer, so ähnlich wie bei dir.

Schlussfrage: Mit welchen Tools arbeitest Du so am liebsten und welcher Umgebung?

Uhm, ich schreibe dir meine Tools auf, allerdings mit dem Hinweis, ob ich zufrieden bin oder nicht.
+ OS: Linux (Gentoo) – geht so
+ DM: X11 mit Herbstluftwm – ist mir im Wege
+ Terminal: urxvt – schei? Unicode ^^
+ Shell: fish
+ E-Mail: notmuch/alot, heute temporär auf Thunderbird migriert, der Schmerz war unerträglich
+ Browser: Chromium (mit uMatrix)
+ Editor: Vim – gute Bindings, viel Unwissen
+ IDE: IntelliJ – would recommend again
+ IRC: mosh + screen + weechat

So viel mehr nutze ich täglich nicht. Vieles läuft inzwischen im Browser oder Terminal. Für die nächsten Jahre plane ich technisch ein deutlich "suckless"eres Setup als aktuell. ^^

Dankeschön Martin! \o/


# Ja, schau mal einer an... wer hätte sich das gedacht?! Ôo

"EU-Ratspräsident Donald Tusk hat vor der Vision eines europäischen Superstaates nach dem Vorbild der USA gewarnt. Ein Projekt der EU als ein einziger Staat wäre nicht nur total unrealistisch, sondern auch zerstörerisch für ihre Zukunft ... „Europa ist ein Versprechen, aber ein Versprechen, das nicht eingehalten wurde“ ... Generationen von Europäern hätten Opfer erbracht, damit das Versprechen Europas von mehr Jobs, mehr Dienstleistungen und mehr Wachstum erreicht werde, zumindest für die Kinder. Doch jetzt verlangten die Staats- und Regierungschefs noch mehr Opfer, weniger Dienstleistungen, höhere Steuern, „um was zu tun? Die Banken zu retten“, sagte Schulz."


# Ich hatte gestern oder vorgestern bei Twitter einfach die Farbe Blau als Profilbild-Ersatz verwendet, weil ich an die blaue Link-Farbe bei HTML-Seiten gedacht habe... uff, gerade aber ist mir erst bewusst geworden, dass das ja womöglich auch politisch ausgelegt werden könnte. Jössas! \o/ Gleich wieder entfernt. Und noch dazu tippe ich diese Zeilen gerade in einem blauen H & M-Sweater und eine blaue Kappe liegt auch wo rum... ich muss wohl mein Outfit ändern. Ôo


# Auch spannend, gerade per völligem Zufall noch schnell kurz bei der Live-Übertragung der JCSAT-14 Mission von SpaceX gelandet und genau in dem Moment landet das Teil aufrecht stehend - erst alle so im Hintergrund "Oohhh. (viel Licht) Oh. (alles dunkel, nichts zu sehen) OOOOOHHHH!!! (sie steht doch)". Jubel. ^^


# "Letztlich zählen die Fakten. Wir haben eine Rekordarbeitslosigkeit, Rekordstaatsschulden, eine noch nie da gewesene Steuerquote und überbordende Bürokratie, den stärksten Anstieg der Lohnstückkosten der westeuropäischen Industriestaaten seit dem Jahr 2000. Und besonders schlimm ist, dass wir seit 2009 sinkende Realeinkommen haben. Die Menschen können sich immer weniger leisten, weil der Staat immer mehr braucht. Stünde ein Unternehmen so da... Wir erleben in Österreich das Ende eines Systems, an das sich die Menschen viel zu lang geklammert haben. Die Sozialpartner, die sich historische Verdienste erworben haben, sind zu Hütern überkommener Strukturen geworden. Niemand sollte über die aktuellen Entwicklungen überrascht sein. Die Menschen spüren, wenn etwas aus dem Lot läuft. Es reicht einfach nicht, Jahr um Jahr nur zu verwalten und Macht zu horten."

Ösi-Mentalität: "Jo, wos? Des hob ma imma scho so gmocht! Imma des sudern, oiso wirkli...!"

Realität? Recht hat der Gute. Und das sage sogar ich... über einen Voestalpine-Generaldirektor.


# Fehlprognose - US-Journalist muss eigene Kolumne essen. Ich finde, das sollte man als Standard einführen! (Der Text ist auf der Seite ein paar Absätze weiter unten)


# Was für eine Nacht. Gestern ausnahmsweise eine Pizza vom Mafia-Lokal um's Eck geholt, nur bin ich so fettes Knoblauch-Essen gar nicht mehr gewöhnt - momentan erarbeite ich mir ja wieder seit längerem die schlanke Linie. Heißt also, statt Traumland gab es ein Rumwälzen und so weiter, aber immerhin habe ich irgendwann um drei in der Früh endlich verstanden, dass ich das Problem auf dem Nexus-Tablet (es stoppen nämlich manche Videos bzw. einige Kanäle und deren Videos oft nach 1~3 Minuten... der Ton läuft dabei weiter, aber das Video nicht, egal ob mit der neusten Youtube-App oder auch wenn ich das Gerät komplett rücksetze und mit einer Uralt-Version die Videos anschaue) umschiffen kann, in dem ich die Videos nicht über die App, sondern im Old-School-Style über den Browser anschaue. Hatte ich gar nicht im Sinn, weil es immer unabhängig von der App-Version und Updates aufgetreten ist und ich das Nexus an sich dafür verantwortlich gemacht habe, aber gut... scheint wohl doch so zu sein. Wieder was gelernt und gelöst.



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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