\ō/

Samstag 16. April 2016

# Da hat einer ein Buch über Computerspiele geschrieben und ein Journalist einen Aufsatz darüber.

"Die Ausgangslage allerdings bildet die Bestimmung von Computerspielen als ästhetische Medien. Diese stehen in spannungsreichen, intensiven wie vielfältigen Austauschbeziehungen mit anderen ästhetischen Medien. ...

Für Feige allerdings sind all diese Konzepte obsolet. Sein Vorschlag ist, statt von intermedialen Einflüssen von einer spannungsreichen Einheit ästhetischer Medien zu sprechen, die in ihren Austauschprozessen wechselseitig bestimmen, was sie selbst und das jeweils andere sind. ...

Wenn Feige über das Spielen von Computerspielen spricht, wenn er in den beiden analytisch-exemplarischen Passagen zu Ästhetik und Kunsterfahrung von Computerspielen aus dem Akt des Spielens selbst heraus ästhetische Eigenarten verstehbar macht, dann betritt man mit dieser Arbeit tatsächlich Neuland. ...

Es folgt eine präzise Bestimmung des Kunstwerks als eine Praxis der Reflexion beziehungsweise der Selbstverständigung, welche zielgenau auf die Frage hinausläuft, ob und wenn ja, in welchem Fall ein Computerspiel Kunst sein könnte. Die erste Antwort lautet, ja, aber es wird sich dabei immer um ein kollektives Ringen in Form einer agonalen Praxis des Streitens handeln. Die zweite sucht die Ebene des Spielens selbst auf."


Alles klar. Vielleicht wäre es jedoch besser, wenn der Verfasser einfach nochmal ein paar Runden Doom spielt. Also jetzt natürlich mal ganz in der Metapher der Symbolik von intellektuell zersetzender Infragestellung mittels geistigen Worthülsen in ihrem diagonalen Vergleich zu der wahren Ästethik in Hinblick auf die primitive Betrachtungsweise jugendlicher Spieler, deren Kontext weniger aus dem ästhetischen Anspruch der visuellen Ausuferungen einer Darstellungsform besteht, sondern die ihre Dynamik aus dem Wunsch nach Selbstverwirklichung extrahieren und die visuelle Form mittels analoger Haptik zwar in ihren Alltag einbinden, ohne dabei eben jedoch allzu sehr einen Anspruch auf den ästhetischen Aspekt zu erheben, sondern vielmehr aufgrund exzessiver Szenen der analogen in digital umgewandelten Dominanz gegenüber Gleichaltrigen und auf Grund dieser Basis und Triebfeder diese gelebte Kultur als Teil ihrer Gegenwart ausleben wollen. \o/


Freitag 15. April 2016

# Naja, wenn es einfach gehen soll, tut es auch mal eben ein Mini-iso von Ubuntu und die manuelle Installation aller notwendigen Tools danach. Auch das erledigt. Allerdings haben wir (also ich) mal wieder das Window manager-Problem. Seufz, warum werde ich denn nie so richtig glücklich? Es wäre so viel einfacher, wenn man keine Maus erfunden hätte und von Anfang an auf der Konsole geblieben wäre. Gut, wird wohl mal zur Abwechslung OpenBox. Vorläufig, ich kenne mich ja.

Nachtrag: So viel Auswahl zu haben, ist schon irgendwie ein Luxus und Fluch zugleich. Unter Windows stellt sich dieses Problem eindeutig nicht. \o/


# "Mind the gap!-Sprecher aus Londoner U-Bahn gestorben"... Ich würde auch gerne mal was sagen, was dann so ein allseits bekannter Spruch wird. Mmmmhhh. Wie wäre es mit "Mind Javascript"? Banal, kurz, lernt auch die Jugend von heute schnell, weil ohne besondere Füllwörter. Kann man dann wie "rumoxidieren" verwenden oder so.

"He Du Display-Klopfer an der Flachscheibe, naaa... mindest Du Javascript oder oxidierst Du noch rum, mh? Wir gehen jetzt mal ein bisschen abperlen und denk dran, morgen brauchst nginx mitzunehmen. Übrigens, Sarah richtet Dir einen Update aus, sie freut sich schon aufs Quellcoden mit Dir, Du alter Spammer, Du...! Okay, wir gehen uns jetzt mal neu booten und komplieren uns noch für den Abend. An Deiner Stelle würde ich übrigens noch schnell Deine Haare backupen, die sind ja löchrig bis zum geht nicht mehr... voll Flash ey!"


# Mal so am Rande und in eigener Sache... ich schreibe den Text hier in Markdown-Syntax und bei manchen externen Links mit Klammern oder anderen Sonderzeichen verwende ich dann ein kleines PHP-Skript zum Abkürzen (saforge.com), so dass es keine Darstellungsprobleme bzw. fehlerhafte Links in den Beiträgen gibt. Kommt nicht oft vor, aber wenn: nein, ich tracke da nichts, zeichne nichts auf oder schicke Euch (bewusst) auf bösartige Seiten... das ist tatsächlich nur zur Vereinfachung. Warum schreibe ich das?

Wegen solchen Schlagzeilen: Wenn Kurz-URLs zur Sicherheitslücke werden.


# Egal ob echt oder nicht - externe Backups sind immer Pflicht. Speziell in dem Fall... Mit einem Klick die Firma zerstört.


# "Die Regierung fordert ein Identitätsdokument mit vollständigen Adressangaben beim Kauf einer Prepaid-SIM-Card. Zudem soll Providerhaftung europaweit durchgesetzt werden. ... Begründet wird dies mit dem Kampf gegen Terrorismus."

Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern, als man bei uns über die Amerikaner schon immer öfter gelacht hat, als in jeder zweiten Rede der Spruch "War against Terror" zu hören war und man meistens nur den Kopf schüttelte über diese extrem strapazierte Äußerung? Heute ist das auch bei uns Alltag.

Und die erweiterte Provider-Haftung nähert sich der Foren/Kommentar-Landschaft an - jetzt noch freiwillig, bald dann Pflicht und dann werden auch Provider zwangsläufig nachstochern und vorfiltern müssen, was ihre Kunden denn da eigentlich so genau treiben. Und vor allem kratzt auch das die Masse nicht wirklich und wird sich da nicht weiter auflehnen dagegen...

Was passiert bloß mit uns?


Donnerstag 14. April 2016

# Schadet ja nicht, dieses Video hier zu posten.


# Man kann ja sagen was man will, aber Microsoft macht zumindest auf dem Gebiet des Marketing Einiges gar nicht so unklug in letzter Zeit. Die Bash-Geschichte mit Windows & Linux ist natürlich eine "laute" Einladung an viele Entwickler, das neue Windows wird zwar wegen den Zwangsupdates kritisiert, aber ansonsten ist es bis auf ein paar fehlerhafte Updates überraschend still und es werkelt scheinbar, viele Rezensionen und Berichte sind positiv bis neutral (also jetzt in Relation zu früheren Zeiten natürlich) und dann passen solche Meldungen, auch wenn sie nur oberfächlich sind, gut in dieses Schema: "Microsoft klagt gegen US-Regierung - Das US-Unternehmen will künftig bei jeder behördlichen Anfrage die betroffene Privatperson darüber informieren". So punktet man naturgemäß bei der Masse heutzutage.

Auch wenn es keinen Grund gibt, Windows mit weniger Skepsis zu begegnen, Microsoft hat in letzter Zeit wieder einiges an Boden gut gemacht, nachdem sie die Jahre zuvor gegenüber Apple und dergleichen eher ins Hintertreffen geraten sind. Auch wenn das Windows-Phone ein Fehlschlag war und ist, fällt auf, dass in vielen Diskussionen und Berichten beispielsweise iPhones - sowohl alt als auch neu - mittlerweile nicht mehr so gut wegkommen in den Meinungen, auch die Laptop-Varianten gewissermaßen ausgereizt sind und immer öfter wird auch über Sicherheitslücken "offener" berichtet. Eigentlich spannend, wie sich das Verhältnis in den nächsten Jahren - vielleicht noch und erneut - verändern wird, denn in der Geschichte war es ja immer ein so ein Hin & Her.

Nachtrag: Vielleicht erleben wir es auch noch in der breiten Masse, dass man zwischen "Linux" wie Ubuntu und Co., Windows und Mac-Zeugs eines Tages nahtlos mit den Programmen und dergleichen switchen kann, weil eh alles bunt gemischt überall in sich gestülpt eingebunden und virtualisiert läuft. Oder es taucht ein völlig neuer Player auf und erobert die Massen. Plan9 oder RiscOS und so... der neue Hipster-Trend. Ethernet-Kabel werden dann hipster-mäßig in bunten und grellen Farben angeboten, lässig in den Kaffees in die Dose gesteckt, untereinander connected und ansonsten im Alltag als Hals-Ketten-Accessoire getragen, WIFI ist out und verpönt und ARM-Prozessoren gelten so gesellschaftstauglich wie vegane Ernährung... ach ja. ^^


# Naja, wie schon mal früher geschrieben... "Vor allem ist die Thematik jetzt damit ausgelaugt, soll heißen bei den nächsten Ansuchen durch FBI und Blabla wird es nicht mehr so schnell einen Aufstand geben. Ich nenne das ja die Schlaffi-Taktik. Man bringt unangenehme Thema ein- bis dreimal ans Tageslicht, spielt ganz böse, lässt empören und heizt den Konflikt an, rudert 10 Meter nach vor... lässt das Ganze noch köcheln... und dann rudert man offiziell Zähneknirschend wieder zurück und entschuldigt sich oder schweigt einfach, sucht Alternativen. Man rudert dabei allerdings nur... 5 Meter zurück. Die Bevölkerung hat damit politisch und rechtlich gesiegt "Juhuuuuu, wir haben es denen gezeigt, muhahahahahah!", die Politiker sind froh, dass das Thema wieder einschläft und können sich zudem auf die Fahnen heften "Tja, dank unserer Überzeugung und Kraft konnten wir das Schlimmste abwenden, das Volk ist wichtig, Datenschutz ist wichtig, Zukunft ist wichtig" und alle freuen sich."

Denn all das Demonstrieren, Empören, Unterschriften sammeln, Online-Petitionen, böse schauen und jammern... es bringt nichts. All die Dinge, die am Plan stehen, kommen früher oder eben halt auch mal später, aber sie kommen auf jeden Fall. Und ich wette ja, dass es sogar jetzt Welche gibt, die sich freuen, weil es doch nicht "soooo" schlimm geworden ist oder so ähnlich. Es ist frustrierend.

Parlament stimmt EU-Richtlinie über Verwendung von Fluggastdaten zu.

"Es gab verständliche Bedenken über die Erhebung und Speicherung der Daten der Bürger, aber die Richtlinie enthält Datenschutzmaßnahmen und entspricht den Risiken, mit denen wir konfrontiert sind. Die EU-Regierungen müssen nun mit der Umsetzung dieser Vorschriften beginnen", fügte er hinzu.

Der Text wurde mit 461 Stimmen angenommen, bei 179 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen."


Risiken... wie passend eigentlich nun der Anschlag am Flughafen und das Entsetzen der Bevölkerung. Es geht munter voran und es wird auch so weitergehen. Das Dauer-Tracking eines jeden Einzelnen wird zum Alltag, man gewöhnt sich und es wird mehr und mehr. Ich verweise übrigens abermals auf Gladio. Seufz.


# Ich hatte ja ganz die Journalistentage im MQ vergessen, aber wenn ich mir gerade die Tweets der dortigen Journalisten dazu so durchlese, habe ich nicht gerade das Gefühl, da irgendwas Neues zu versäumen. Also erinnert eigentlich mehr und mehr an ein analoges Live-Twittern mit den selben Inhalten und Diskussionen, wie sie sonst auch online stattfinden. Mhm.


# Und wer mit LESS oder SASS daher kommt, dem gehört das ganze Ambiente um die Ohren geschlagen.

Nachtrag: Das Erklärbär-Beispiel von der LESS-Webseite. Damit wird das Leben einfacher, denn aus:

@base: #f938ab;

.box-shadow(@style, @c) when (iscolor(@c)) {
-webkit-box-shadow: @style @c;
box-shadow: @style @c;
}
.box-shadow(@style, @alpha: 50%) when (isnumber(@alpha)) {
.box-shadow(@style, rgba(0, 0, 0, @alpha));
}
.box {
color: saturate(@base, 5%);
border-color: lighten(@base, 30%);
div { .box-shadow(0 0 5px, 30%) }
}


wird dann das deutlich umfangreicherer, komplizierter und schwierigere

.box {
color: #fe33ac;
border-color: #fdcdea;
}
.box div {
-webkit-box-shadow: 0 0 5px rgba(0, 0, 0, 0.3);
box-shadow: 0 0 5px rgba(0, 0, 0, 0.3);
}


Hüstel. Na so ein Glück, dass wir das kompilieren konnten!!!1! Weil es ist ja schon unglaublich schwierig, mit einem vernünftigen Editor mal eben in Sekundenbruchteilen alle Farbwerte oder Defintionen zu ersetzen oder gar ganze Blöcke. Also so dieses Suchen und Ersetzen, das man mit einem Shortcut mal eben öffnet und nutzt. Klar, das kann nicht jeder, deswegen ist es wirklich hilfreich, wenn man auf diese Vereinfachungen wie LESS oder SASS setzt. Vor allem weil:

"Less is a CSS pre-processor, meaning that it extends the CSS language, adding features that allow variables, mixins, functions and many other techniques that allow you to make CSS that is more maintainable, themable and extendable. Less runs inside Node, in the browser and inside Rhino. There are also many 3rd party tools that allow you to compile your files and watch for changes."

Sind wir froh, dass wir das mit Javascript machen! Und noch zusätzliche Tools auch noch in die CSS-Welt einbinden können. Aber eigentlich... mmmhhh... mal so überlegen, wie viele Webseiten ich so kenne, die so umfangreich gestaltet sind, dass man mehr als zwei-drei CSS-Dateien benötigt und mit Variablen und Stützen arbeiten muss... mmmmhhhhh... mmmmmmhhhhhh.... also außer ein paar furchtbaren Wordpress-Templates, die vor CSS-Chaos nur so platzen und irgendwelchen Framework-Template-Plugin-Tools fällt mir da gerade... mmmhhh... gar nichts ein. Vor allem nichts, wo man nun wirklich so dringend mit Variablen und Funktionen arbeiten muss, um mal eben ein vernünftiges, freundliches und sauberes Ergebnis zu bekommen.

Nachtrag: Falls sich jemand wundert, warum ich das jetzt im Jahr 2016 hier tippe und nicht schon Jahre zuvor... ich dachte, dass diese beiden Irrwege schon ausgestorben sind, aber bin heute sehr überrascht worden, dass hier Lobpreisungen in meinem Umfeld stattfinden. WTF is wrong with these people? /o\

Nachtrag: Wird schon kritisiert - natürlich gibt es Menschen die sowas brauchen können, in Agenturen, wenn mehrere Menschen an einem Design arbeiten und es zentrale Vorgaben gibt, die womöglich später adaptiert werden. Oder im Zusammenspiel mit einem System, das Template-Anpassungen erlaubt. Aber A) ist es in 90% der Fälle unnötig und B) klappt das genauso PHP oder Perl oder dergleichen basierend - ohne "Kompilierung" - und das wesentlich rudimentärer, KISS-tauglicher und damit freundlicher.


Mittwoch 13. April 2016

# Weil ich eigentlich ins Bett sollte und müde bin, aber gerade ein Gentoo ziehe und in einer VM-Umgebung installiere... was spricht für und gegen Gentoo (aus der weisen, persönlichen Sicht der treuen LeserInnen)? Mein letzter Versuch liegt schon länger zurück.


# Mal ein Eintrag wieder aus der analogen Welt, momentan beschäftige ich mich nämlich mit einer anderen Webseite, aber ich war heute so nebenbei zeitig in der Früh kurz Tanken. Eigentlich wollte ich zu einem Termin, eh schlecht geschlafen, irgendwie spät dran, also rein ins Auto, aha... Tank fast lala, also in die Gegenrichtung die paar Minuten zur Tankstelle, das geht sich ja noch bequem aus, auch wenn meine Benzinmühle nicht so gut klingt und generell geschont werden sollte.

Ernsthaft... wer noch nie in seinem Leben getankt hat, besitzt naturgemäß vor dieser banalen Sache ein wenig Respekt. "Stehe ich eh richtig, weit genug vorne, schaut mir jemand zu, wo muss ich da wie die Karte reinschieben, was tanke ich nochmal, ok und den Stutzen da einfach reinhängen oder so und da irgendwie dieses Schnapp-Ding da festmachen, aha, springt wieder zurück, muss ich da drücken, uff, peinlich, alle schauen schon, nochmal, aja, jetzt sitzt es fest, naja, hört das dann eh auf oder läuft das über und alles geht in Flammen auf, oje, oje... ob das gut geht?"

Ich denke, so geht es jedem am Anfang und das ist schon ok. Man lernt dazu, verliert den Scheu und irgendwann ist Tanken so ähnlich wie Bleistift spitzen. Banal, primitiv. Karte rein, tippen, Stutzen ins Loch, drücken, warten, fertig. Jeder beginnt mal, keine Sache.

Nun gut, also stehe ich da so bei der Tankstelle in einer Seitengasse hier in Wien, vor mir fünf Fahrzeuge, kein Platz, also warten und halt zuschauen. Was soll man in so einer Situation in der Früh auch Anderes machen? Normalerweise würde ich davon ausgehen, dass von fünf Fahrzeugbesitzern einer dabei ist, der etwas gestresst, nervös und ängstlich ist, weil selten tankt oder noch nie, während die Anderen nebenbei Zigarette rauchen und am Handy rumspielen oder schon gedankenverloren im Auto sitzen...

Aber nein! \o/ Es war das beste visuelle Beispiel für das klassische User-Verhalten, das man auch auf Webseiten und generell online beobachten kann. Oder auch, wenn man mal in einem Computerraum schaut und beobachtet, was die Leute wo wie am Bildschirm so treiben. Ihr wisst schon, eine Webseite ist geöffnet und der User will eine andere Seite aufmachen, also schließt er den Browser, macht ihn neu auf. Oder will ein Wordokument öffnen, sucht erst Word, öffnet von dort aus die Datei, will eine Andere aufmachen, macht er alles wieder zu und beginnt von Neuem. Und so weiter.

Und genau das war bei dieser Tankstelle zu sehen. Fünf völlig verschiedene Menschen, alle sehr souverän, vermutlich um die 30~50 Jahre alt, im üblichen Wir-fahren-ins-Büro-Flow... der Eine steht nachdenklich vor dem Karten-Terminal und überlegt Minutenlang, was er da jetzt am Display tippen muss anscheinend, die Frau spielt sich mit zittrigen, nervösen Händen und etwas hilflos an der Verriegelung des Tankgriffes, damit es nicht ständig abschnappt, hält den Griff anschließend dann in einer gebeugten Haltung, weil zu tief für sie und klappt mit den Knien immer wieder ein, weil es natürlich kräftemäßig zu anstrengend ist in der Position, der andere Typ weiß nicht, wo denn die Karte überhaupt rein muss (in den einzigen Schlitz vor ihm), der Vierte ist sich enorm unsicher und weiß nicht, ob er jetzt schon fahren kann oder noch irgendwo was zum Abschluss drücken muss und der Fünfte kontrolliert alles dreimal und ganz langsam und ist sich augenscheinlich unsicher, ob er eh da alles richtig macht und überhaupt das richtige Gemisch erwischt hat....

Im Endeffekt ein vernichtendes Bild und zwar nicht wegen diesen Menschen, sondern weil es zeigt, dass auch diese eigentlich banale Technik noch immer nicht ausreichend User-tauglich ist. Ich hatte ja mal beruflich im Rahmen einer statistischen Auswertung eine Webseite mit einer Heatmap ausgestattet vor Jahren schon, also wo man in etwa abschätzen kann, wohin die User auf der Webseite denn so klicken... das war faszinierend und teilweise völlig ungreifbar. Fokussierte Klicks in leere Flächen, x-mal auf das kleine Logo, statt auf das Größere daneben, das Menü links wurde völlig ignoriert, dafür ein völlig unwichtiger, kleiner Sidebar-Button x-mal angeklickt, der Newsletter-Button wurde verfehlt, stattdessen wurde die Füllgrafik darunter angeklickt, grafische Elemente als Ziel ausgesucht, klassische Links hingegen ignoriert oder anscheinend nicht gefunden und so weiter. Da zweifelt man ab einem gewissen Maßstab nicht so sehr mehr an den Usern, sondern eher am eigenen Verständnis der Materie und den Bedürfnissen.

Und auch bei dieser Tankstelle, die ident zu Tausenden Anderen ist... es gibt einen Kartenschlitz, ein Display mit Anleitung, beschriftete Tankstutzen, Dieselstutzen sind auch etwas größer als die von Benzin und passen daher meistens nicht bei Benzinern, es gibt keine besonderen Knöpfe oder Hebel zu drücken... und trotzdem ist es noch zu komplex bzw. zu fordernd. Schon spannend, solche Dinge mal wieder bewusst zu sehen und welche Herausforderung es in Wirklichkeit ist, ein brauchbares, einfach nutzbares "Ding" für die breite Masse zu entwickeln.

Übrigens hatte ich diese Aufgabe dann nach einigen Minuten auch bewältigt, wollte die paar Meter wieder retour zur eigentlichen Strecke fahren und bin... im Morgenverkehr stecken geblieben. Stillstand. Kurzerhand zuhause wieder eingeparkt und mit den Öffis weitergekurvt bzw. nun gehetzt. Sinnbefreit alles. \o/

Nachtrag: So ein Heatmap-Experiment ist übrigens auch ein Lernfaktor für die Webseitengestaltung und kann ganze (aufwendige) Konzepte in die Tonne hauen. Denn am besten bietet man kaum eine Auswahl an Menüpunkten an, kaum eine Tiefe an Inhaltsstruktur und am besten so wenig auffällige Grafiken wie nur irgendwie möglich. Ich überschreite da allerdings auch diese Erkenntnisse regelmäßig, aber es ist gut, sich sowas immer im Hinterkopf zu behalten.

Nachtrag: Wer Apple-Kram verwendet, kennt ja vermutlich (hoffentlich) den Finder, also sozusagen der "Arbeitsplatz" in der überteuerten Luxus-Variante. Und da gibt es über den Dateien diese - nennen wir es mal - blätterbare Dateivorschau. Also zum Beispiel Bilder und die kann man durchfächern. Im privaten Umkreis Support geleistet und es ging um bestimmte Bilder mit chaotischen Dateinamen, also mal eben die Vorschaubilder vergrößert, in dem man den Trennbalken an dem kleinen Griffpunkt in der Mitte nach unten zieht. Große Augen plötzlich neben mir und ein Raunen. Nach Jahren+ wurde diese Möglichkeit von meinem Gegenüber zum ersten Mal überhaupt erkannt, verstanden und freudig begrüßt. Das diese Möglichkeit da ist, ist zwar theoretisch erkennbar, aber in der Praxis wird das vermutlich kaum entdeckt. Ebenso wie unter Windows in Outlook der Kalender in der Seitenleiste... "Du, da kann man klicken, wegen dem Tag und so... schau..." - "WIRKLICH?!!!!???? WOW! Oo" - ebenfalls von einem Mensch, der tagtäglich seit vielen Jahren davor sitzt. Und das ist der Maßstab, bei dem ein Entwickler bzw. Designer einsteigen muss.


Montag 11. April 2016

# "Idomeni-Einsatz große Schande - Minister warnt vor Radikalisierung." Hat denn irgendjemand geglaubt, dass man Flüchtlinge einfach so aufhalten kann? Irgendwie sind ganz schön viele Menschen naiv und gutgläubig. Wird auch mit den Lagern in der Türkei so verlaufen. Und jetzt warnt man davor, dass sich dadurch die Terroristen von morgen bilden könne. Na so eine Überraschung... was hatte ich da bereits mal dazu getippt? Es wird nichts anderes übrig bleiben, als sich den Problemen in den entsprechenden Ländern direkt zu widmen. Die Ursache korrigieren, nicht die Symptome.


# Ist eh schon in aller Munde und nichts Neues jetzt, aber weil es so schön ist, wollte ich es trotzdem hier archivieren.

"Glauben Sie mir, kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen." und "Er habe "sehr mit der Stirn gerunzelt", als er erfahren habe, dass Mühlenfeld die Veröffentlichung eines Rechnungshofberichts zum BER in der Presse per Brief habe verhindern wollen. Später habe er seinen "Kopf auf die Tischplatte geschlagen", als Mühlenfeld den Rechnungshof um Aufklärung darüber bat, wie der Bericht zur Presse gelangt sei."

Das ist einfach herrlich... hach wie schön wäre es, wenn es mehr von solchen Pressesprechern geben würde. Da könnte man glatt Sympathien entwickeln. ^^



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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