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Mittwoch 24. Februar 2016

# Haben sicher viele mitbekommen... Wien ist mal wieder weltweit an der Spitze, wenn es um die Lebensqualität geht. Aber kann denn das alles einfach so stimmen? Gefühlsmäßig ist Wien als meine Heimatstadt sicherlich ein Glücksfall, um darin geboren zu werden und zu leben. Etwas mehr Kritik an dem Blickwinkel schadet aber dennoch nicht - denn nur so bleibt das Gesamtbild sauber:

"Kritik an der Studie findet kaum Erwähnung. Der "Standard" schreibt dazu: "Gegenstimmen üben indes Kritik an der Liste, weil sie vermeintlich nur die Lebensqualität für Top-Manager misst. Tatsächlich werden die Städte anhand von 39 Faktoren in 10 Kategorien verglichen, die zumeist die Lebensqualität alle Bewohner betreffen". Nun, lieber "Standard", die medizinische Versorgung betrifft tatsächlich alle Bewohner_innen. Nur liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Behandlung auf der Basis einer privaten Versicherung und dem stundenlangen Ausharren in den Warteschlangen des AKH. Der Knackpunkt ist weniger die Frage, ob die erfragten Kategorien alle Bewohner_innen "betreffen", sondern wer überhaupt befragt wird. Glaubt jemand ernsthaft, dass das Ergebnis dasselbe wäre, wenn Arbeiter_innen in Simmering oder Pfleger_innen im AKH befragt werden würden?"


# Noch so ein Tool aus dem Dunstkreis der amerikanischen Behörden:

"Investigating Crime in the Digital Age - With over 900 million Facebook users and 400 million daily tweets, finding incriminating data is sometimes overwhelming. But, mining and organizing data collected from these massive sources is paramount to the success of the 21st century investigative agency. SocioSpyder is the key to solving the complexities of this multifaceted problem."

Systemanforderungen: Windows und Flash-Player for Internet Explorer.
Lalala. \o/


Dienstag 23. Februar 2016

# Großartiger Text, mal wieder vom Florian Aigner: "Es ist ein absurdes Phänomen: Gerade die alternativen Eltern, die sich gegen das Beurteilen und Kategorisieren von Kindern aussprechen, wollen ihrem Kind dann unbedingt einen offiziellen Besonderheits-Stempel aufdrücken. Man spricht sich gegen Klassendenken und Konkurrenzdruck aus und erfindet dann die Klasse der „Indigokinder“, um dadurch erst recht wieder in Konkurrenz mit anderen zu treten." Denn: Diese Kinder sind feinstofflich hochbegabt.


# "Für die jetzt veröffentlichten Dokumente hatte die NSA 13 Telefonnummern angezapft, die zu Regierungsmitgliedern und Regierungsbüros in Österreich, Belgien, Frankreich, Italien und der Schweiz gehören. Bis auf eine der 13 gelisteten Telefonnummern sollen laut The Intercept alle noch von Regierungen genutzt werden. Manche Gespräche wurden direkt abgehört, andere NSA-Berichte wurden nach abgehörten Schilderungen von Regierungsmitarbeitern verfasst." Wetten, dass bei uns dieses Thema kaum breit getreten wird... schon gar nicht auf politischer Ebene?


Sonntag 21. Februar 2016

# Kann mir mal jemand was erklären? Wenn man sich heutzutage Wohnhäuser anschaut und diese mit jenen aus der früheren "Blüte" des Stils vergleicht, ist der Unterschied ja recht drastisch. Heute dominieren zarte Pastelltöne, wenn überhaupt und ansonsten die klassische, einfache, eckige, minimalistische und schnelle Bauweise. Nicht ganz so schlimm wie die Plattenbauten in den 50er-70ern, aber im Großen und Ganzen könnte man es primitiv und einfach nennen (ja, da und dort wird mal elegant Glas und dergleichen verbaut, aber es folgt dem kühlen, minimalistischen Stil). Es wird billig gebaut.

Früher hingegen gab es Verzierungen, Stuckarbeiten, Fensterumrandungen, Figuren über den Türen, Kupfer, Bleche, Schmiedeeisernere Tore mit verschlungenen Mustern, großzügige Dachaufsätze, gemusterten Fliesenboden in den Gängen, verzierte Türnummern, farbige Streifen, Geländer mit geformten Holzgriffen, sogar die Türstopper bei den Eingangstüren der Häuser waren verziert und wer sich zum Beispiel bei den alten Häusern in Wien mal ein wenig umschaut... aufgemalter Efeu, Rosenblätter, Tiere oder sogar Sprüche, Gedichte oder Gedenken an was auch immer.

Warum gibt es das nicht mehr? Fast allen, die ich so kenne, gefällt das "reichhaltigere" besser oder zumindest da und dort. Oft liest man, dass sich das heute keiner mehr leisten kann, zu teuer und aufwendig ist, nicht massentauglich und der schnellen, effizienten Bauweise im Weg steht... WTF? Es kann mir doch keiner erzählen, dass es früher billiger oder dass es notwendig war, dass das Geländer verschnörkelt ist. Oder dass am Dach ein kunstvolles Ziermuster montiert ist oder bei der Regenrinne eine Tierkopf den "Schnabel" formt. Oder die bunten Mosaik-Fliesen in den Stiegenhäusern. Früher war es sogar mühsamer, solche Dinge zu transportieren - da gab es keine mal eben bequeme hydraulische "Ameise" zum transportieren, keinen Lift, keine modernen Kräne oder Hebebühnen, keine modernen, leisen und billigen LKWs, keine Klebstoffe oder Schnellschraubfixierungen, mit denen man ein Wandpanel einfach montieren oder tauschen konnte, keine vorgegossenen Stiegenelemente oder Fensterflügel mit vorgefertigter Dämmung oder großflächige Fliesenböden von der Stange.

Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass der Bau durch die Arbeiter leichter, schneller oder billiger war - ganz im Gegenteil. Das Gewicht der Elemente war höher und unflexibler, Bodenkacheln musste im großen Umfang gebrannt werden und Schmiedeeiserne Tore montieren sich auch nicht mal eben. Oder der Spruch an der Wand, der mit der Hand aufgetragen wurde.

Warum ist es also heutzutage nicht möglich, dass moderne Wohnhäuser ein bisschen mehr an individuellem Charme haben, kräftigere Farben oder bunte Muster, Wandverzierungen oder verschnörkelte Griffe an den Türen? Hat da jemand eine erleuchtende Erklärung für mich?

Nachtrag: Klar, braucht das nicht jeder und ich pendle auch zwischen Zierde und Minimalismus, aber etwas mehr "Stil" und Abwechslung im baulichen Alltag hin und wieder muss doch möglich sein? An den Kosten kann es doch nicht wirklich liegen?!


# Hach, schaut mal... Autos im Größenvergleich heute vs. gestern. Auch wenn der Sicherheitsaspekt nicht erwähnt wird (Airbags, Seitenaufprallschutz, usw...) gefallen mir die kleineren Varianten dennoch deutlich besser.


# Hier zwei aufgeschnappte Screenshots Bild 1 & Bild 2 aus einem Schulungs-Video für ein Fingerabdruck-System der US-Behörden (und eventuell anderen Ländern, ungeprüft). Schaut auch die Bilder mal näher an... was bemerkt man sofort? Internet Explorer unten und am Desktop völlig wahlos massenweise Dateien verstreut - Dokumente, Bilder, Videos und HTML-Seiten. Könnt Ihr Euch da vorstellen, dass da Datensicherheit an oberster Stelle steht? Ich irgendwie nicht.

Nachtrag: Ich habe mir mal die Webseite von diesem Software-Anbieter angeschaut... klickt Euch mal durch die Produkte, da finden sich weiter unten jeweils Screenshots der Tools. Also ganz ehrlich, die wirken alle wie aus den 90ern und erinnern an so Shareware-Tools. Die meisten Dinge könnte man vermutlich mit ein paar Skripten im Terminal lösen und auch sicherlich eleganter visuell verpacken. Da dürfte wohl generell viel Access und Co. zum Einsatz kommen. CSI-Style? Nope.

Nachtrag: Natürlich ist nicht die Optik relevant, sondern der technische Ablauf und das Zusammenspiel der Daten... ist aber klar. Aber sie lässt oft auf das gesamte, technische Bild schließen.


Samstag 20. Februar 2016

# Gesprächskultur: Können denn eigentlich alle nur noch Smalltalk? "Auf ähnlich verkümmertem Niveau unterhalten sich mittlerweile viele Menschen. Und das hat nichts mit dem Buchstaben zu tun, unter dem ihr Jahrgang im XYZ-Generationenalphabet läuft. Es ist ein Phänomen, das ältere und jüngere betrifft, Männer, Frauen, über das es Videos (siehe oben) und Artikel gibt. Es stimme, dass es in Gesprächen immer häufiger darum geht, sich selbst darzustellen und das möglichst gut, hat auch die Sprachwissenschaftlerin Doris Märtin bemerkt. Märtin erklärt in Büchern und Seminaren, wie gute Kommunikation funktionieren kann und sagt: "Ein echter Gedankenaustausch kann so nicht entstehen."


# Bin gespannt, wie groß der Aufschrei wird. "Doch bei einem US-Bombardement in Libyen sind auch entführte Mitarbeiter der serbischen Botschaft ums Leben gekommen." Wenn es einen gibt - vermutlich nicht.


Freitag 19. Februar 2016

# Wir wir ja alle wissen, ist das Thema Erziehung von Kindern sehr komplex. Entweder man prügelt sie zu zukünftigen Serienmördern, Gewalttätern oder Fanatisten oder man umsorgt sie mit so viel Liebe und Unikatismus, das Gesprächstherapie, Narzissmus und psychotische Störungen Alltag sind. Oder umgekehrt alles. Aber jetzt gibt es einen neuen Ansatz!

"Führen wie ein Wolf - Wie man Entscheidungen für die Familie trifft, ohne autoritär zu sein oder sich von den Kindern auf der Nase herumtanzen zu lassen."

"Ich habe keine Lust, mit meinen Kindern zu streiten, ob sie sich die Fingernägel schneiden lassen; ich will auch nicht betteln oder verhandeln. Es soll klappen. Nur: Wie kriege ich das hin? --- Führen Sie. Sagen Sie also zu Beginn der Badezimmerroutine: "Heute will ich dir die Nägel schneiden." Wenn das Kind protestiert, antworten Sie: "Ich wusste, dass dir das nicht gefallen würde, das ist auch okay. Ich werde es trotzdem tun." Machen sie weiter mit dem Baden oder was auch immer Sie tun, und wenn das fertig ist, nehmen Sie die Hand Ihres Kindes und sagen: "Jetzt geht‘s los ... diese Folter, die du so hasst." Dann schneiden Sie die Nägel. Aber denken Sie daran: Die Botschaft muss von Herzen kommen und in Ihrer Stimme zu hören sein."

Öhm... öhm... yeah! Ich empfehle, das Ganze mit einer tiefen, verrauchten Stimme zu sprechen, damit es etwas mehr Psycho wirkt. Aber ansonsten hat er natürlich recht. Willkommen im Leben! \o/


# "Die USA haben Russland darum gebeten, bestimmte Bereiche im Norden Syriens nicht anzugreifen. Moskau hält sich daran, heißt es." Und so eine Meldung kommt von den Amerikanern? Mmmh, was ist denn da los? Und die Frage ist ja, wäre das umgekehrt genauso?

Und noch was - ist Euch aufgefallen, wie schnell das Thema um die zerstörten Krankenhäuser durch die Russen wieder aus den Medien verschwunden ist? Also nach dem anfänglichen Aufschrei und Entsetzen? Eigentlich müsste da doch jetzt über eine viel längere Zeit ein Schwall der Kritik in den Medien herumeiern... aber ist schon wieder weg. Da war ja der US-Angriff auf das kleine "Taliban"-Krankenhaus medial länger vertreten. Nicht mal bei der FAZ war gestern und heute morgen ein Titelbild mit einem grimmig blickenden Putin, der die Weltherrschaft an sich reißen will oder martialischen Russen-Truppen, vollgepackt mit Waffen und Munition. Mache mir ja schon fast ein wenig Sorgen um den gewohnten Tagesablauf!? oÔ


# "Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen!" Haben wir sicher alle in den News gelesen - da sperrt sich gerade Apple gegen die bösen Behörden und schützt Userdaten und will keinen Zugriff auf iPhones ermöglichen. Die Helden, die Schützer der Privatsphäre und wir würden das nie machen, denn unsere User und Kunden sind uns wichtig, wir retten die Menschheit und vor allem mit den Behörden kooperieren und die Verschlüsselung aushebeln... pah, niemals!

"Apple Unlocked iPhones for the Feds 70 Times Before. A 2015 court case shows that the tech giant has been willing to play ball with the government before - and is only stopping now because it might ‘tarnish the Apple brand.’"

Nom nom nom.


# Da zittert man um den Schnee, dort beschneit man mit Kanonen und der Frühling hält immer früher Einzug (oder dümpelt wie dieses Jahr hier im Osten bei uns mehr oder weniger schon den ganzen Winter herum), man sorgt sich um Gäste und zugleich werden die Preise für Skilifte und Co. immer teurer und damit unattraktiver. Da trifft es sich ja gut: Riesenprojekt am Arlberg: 45 Mio. für Seilbahnen.

"Insgesamt 87 Lifte und 305 Kilometer Abfahrt stehen den Wintersportlern zukünftig zur Verfügung. Das entscheidende Bindeglied ist die neue Flexenbahn. Sie soll Zürs in Vorarlberg mit Stuben verbinden. Die Bahn wird sich über eine Länge von 1,8 Kilometern erstrecken und 47 Kabinen für jeweils zehn Personen aufweisen. Damit sollen pro Stunden bis zu 2.400 Personen befördert werden."

Sollte die Eiszeit nicht mehr in den nächsten Jahren eintreffen, sondern es weiter wärmer werden, dann ergibt das sicher ein schönes, sehr natürliches Bild in den Bergen. Liftstützen-Wälder, Kabinen-Nester, Skihütten-Verwerfungen und hungrige, herumstreifende Schneekanonen-Rudel.


# Also die Mailingliste-Diskussion, die ich gestern hier verlinkt hatte, geht ja munter weiter... und man merkt, dass es nicht rund läuft. Einer kritisiert recht harmlos, führt an, dass sich mehr und mehr Leute verabschieden - und danach dreht sich in den Antworten fast alles vorwiegend um die richtige Wortwahl, den richtigen Ton und vor allem darum, wie lieb, toll und großartig und amazing und great and champions in our movement und was weiß ich alles das Ganze ist. Immer ein Hinweis darauf, dass man sich hier an das Wortsprech-Gerüst hält, um nicht komplett zu straucheln und sich einer Seifenblase hinzugeben.

"This is happening in spite of -- not thanks to -- dysfunction at the top. If you don't believe me, all you have to do is wait: an exodus of people from Engineering won't be long now. Our initial astonishment at the Board's unwillingness to acknowledge and address this dysfunction is wearing off. The slips and failures are not generalized and diffuse. They are local and specific, and their location has been indicated to you repeatedly."

"Like others, I believe this is the biggest crisis, crossroad, challenge (call it what you will), we have ever faced as a movement. But as wise people said, crisis also offers new opportunities and gifts, if confronted."

"I'm asking you to continue communicating with us in your capacity as a Board member, and I'm also asking you to be very very careful with your choice of words and statements."

Mimimi. Ich finde ja solche Diskussionen, wenn es um die Kommunikation der oberen Ebene mit der unteren Schicht geht, immer sehr interessant, vor allem, wenn sich mal ein paar Hobeln lösen, weil man so immer ein wenig über das Versagen der Mitarbeiter-Führung lernen kann. Die Muster wiederholen sich natürlich fast immer - obere Ebene weiß nicht genau, was unten los ist und denkt sich, die sind unfähig und die untere Ebene denkt sich, dass die da oben unfähig sind und haben keine Ahnung, was da oben los ist.


Donnerstag 18. Februar 2016

# "I’ve been following the recent events silently - from the voting out of James Heilman, to the unfortunate timing of recruiting Arnnon Geshuri and the lack of clear, timely communication around WMF strategy in in general and specifically around the so-called “Knowledge Engine” grant, received by the Knight Foundation.

Even more alarming to me, is the slew of exceptional community-facing employees who left (or are leaving) the Foundation, accompanied by muffled sounds of discontent from staying Foundation employees.

I’m concerned because it’s evident that the Foundation is undergoing a deep, strategic change. But this change is not accompanied by the required transparency, honesty and accountability required by the Foundation in order to truly transform in a way that's beneficial for the organization and its community.
"

Wikimedia Mailinglist. Zur Zeit laufen interessante Diskussionen dort - über Vertrauen, Zukunft und Mitbestimmungsrecht in den oberen Riegen. Spannend.



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