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Samstag 23. Jänner 2016

# "Ich prophezeie Ihnen: Wir werden in fünf oder sechs Jahren einige Skandale haben, weil Journalisten und Rechtsanwälte überwacht werden." Das glaube ich auch. Das Staatsschutzgesetz.


Freitag 22. Jänner 2016

# Falls jemand noch immer nicht die Geschichte von UNIX verstanden hat, dann gibt es nun endlich eine einfache Übersicht. Einfach das PDF anschauen und ja, ihr müsst halt ein wenig in das breite Dokument wegen der kleinen Schrift zoomen, aber sonst erklärt sich wirklich alles von selber. Wenn ihr es jetzt dann noch immer nicht verstanden habt, dann... ja... zurück in den Kindergarten!

Nachtrag: Falls sich jemand lieber für den Lebenslauf von Programmiersprachen interessiert, dann schaut mal da.


# Mir ist gerade aufgefallen, dass dieser neue Blog mit den paar Textdateien immerhin schon über 500 Beiträge angesammelt hat. Feine Sache und viel besser, als die schweren, großen Blogs mit den "überlegten" und "ausformulierten" Beiträgen anno dazumal. Liest ja eh keiner... \o/

Übrigens habe ich im Wiki drüben einen Eintrag zu dem Thema Kommentare hier im Blog eingefügt und auch in der Sidebar verlinkt. Beantwortet vielleicht die eine oder andere Frage von Euch.


Donnerstag 21. Jänner 2016

# "Das bedeutet, dass Webseitenbetreiber und Onlinemedien mehr Verantwortung für die Tonalität übernehmen müssen – und möglichst schimpfwortfreie Räume schaffen." Der Text von Brodnig ist schön und gut, nur das ist eben nicht möglich - und genau daran scheitert es ja. Wer entscheidet denn, wann wo wie etwas verletzend, verhetzend oder freie Meinungsäußerung ist? Der abstruse Foren-Betreiber, der hauptsächlich schaut, dass er bloß nicht verklagt wird und sicherheitshalber alles Unklare löscht und sich dann erst recht Vorwürfen ausgesetzt sieht, dass er Meinungen unterdrückt?

Die im Text erwähnten Studien hin oder her... der Schlüssel für mich ist eher die grundlegende Bildung bei Menschen. Das Netz kehrt ja nur das hervor, das schon lange oder immer vorhanden war. Man braucht nur in der Geschichte einen Blick nach hinten werfen... da gab es Massenmorde, Mobs, Lynchjustiz und Begeisterung dafür. Und zwei Lösungs-Ansätze: Demokratie & "Free Speech" oder eben Diktatur und kontrollierte Meinung. Letzteres wurde und wird nicht gerne gesehen, zugleich gilt aber in den letzten Monaten die Kontrolle von Meinungen mehr und mehr als Lösung für Hass und Wut im Netz. Aja.

Ich persönlich glaube, dass wir da nur weiterhin einen Deckel auf gefährliche Entwicklungen setzen. Moderiere ich ein Forum oder Kommentare so, dass die negative Seite nicht überwiegt, muss ich Maßstäbe setzen, die sehr riskant sind - weil eben Mensch und der Mensch nicht emotionslos filtern kann bzw. immer (ob man will oder nicht) Vorurteile hat. Der Eine ist von Grund auf mehr links, der Andere rechts und zudem sind Alle meistens ein Produkt ihrer analogen Umgebung, Erziehung, Familie, Herkunft, Abstammung und Ursprungsgeschichte - und genauso wird dann auch gefiltert. Wer traut sich wirklich zu sagen, dass genau er da das richtige Maß benennen kann und neutral bleibt? Ich würde es nicht sagen wollen.

"Doch gerade im Netz hätten wir eine große Chance: Hier können wir verlinken, hier können wir Aussagen häufig doch recht leicht überprüfen oder gar – wenn man transparent vorgeht – sogar aufzeigen, wo man eine Information her hat." Ja, eh. Wäre fein... sicherlich. Aber man sieht ja, wie es läuft. Die letzten Jahre ist es in Bezug auf die "Recherche" immer schlimmer geworden und auch im Journalismus findet weniger und weniger Recherche statt (zumindest natürlich nur augenscheinlich, aber das zählt halt leider eben) bzw. folgen auch keine Konsequenzen bei Falschmeldungen oder Populismus der verschiedensten Sorten. Dass eine Krone oder eine Bild-Zeitung so "stark" und weitreichende Leserschaften haben, hat auch damit zu tun, dass sie es einfach "tun können". Da werden vorschnell Informationen und Meinungen hochgespült, die sich danach als Fehler darstellen - aber darüber wird einfach nicht mehr berichtet oder berichtigt. Und es gibt ja auch niemanden, der diese Dinge durchsetzt. Pressrat und all diese Gremien haben ja eigentlich nichts zu sagen und leben zudem von Vernaderungen untereinander. Und Qualitätsblätter sind in den letzten Jahren auf diesen Zug der "Schnelligkeit" aufgesprungen und tragen diese Entwicklung weiter voran. Und jetzt erwartet man von der kleinen Susi und Karli im Gemeindebau, dass sie beginnen im Netz zu recherchieren? Wäre toll und finde ich auch gut als Meinung, aber... es... wird... nicht... klappen. \o/

Und zudem wird jede Kontrolle von Inhalten immer zugleich - und das ist eben das grundsätzliche Problem und mein persönliches Problem damit - auch strategisch und politisch zur Meinungsbildung genutzt. Reicht schon, wenn einer in einem Forum~Blog~Kommentar schreibt "Ich mache mir Linsen mit Speck" - und es formiert sich eine Front, die diesen Menschen in Frage stellt und das Forum als Fleisch-Industrie-fördernd bezeichnet... und schon wird der Betreiber zukünftig solche Postings im Vorfeld filtern (was ja auch so eine Sache ist, weil ein moderiertes Forum mit vorgefilterten Meinungen ist ein 24/7 Job, den kaum einer erfüllen kann, vor allem nicht, wenn es eine lebendige Diskussions-Dynamik beinhalten soll). Bei politischen Dingen wird das dann aber auch gerne vorsätzlich gemacht und schon ist das Bild wieder verfälscht.

Ob es gerne gehört wird oder nicht - "Wir brauchen eine Diskussionskultur, bei der die Grundsätze des logischen Denkens und des fairen Diskutierens wieder mehr geachtet werden." - ja, eh. Nur müsste ja der "Meinungsgebende" Journalismus, der im Netz dann von den kleinen Usern ungefragt verbreitet wird, hier ein Vorbild sein und weg von dem Prinzip der vorschnellen Infos und aktuellen "Eilt!"-Meldungen weg und stoppen, wenn es keine Fakten gibt. Passiert nicht. Aber es werden Meinungen gebildet und mit "Experten" jongliert, obwohl alle wissen, dass es sich vor allem um heiße Luft handelt.

"Es ist aber auch sehr gut, dass Blogs diese Funktion zunehmend miterfüllen. Zum Beispiel das Blog Kobuk, das Medien kontrolliert. Oder auch der Verein Mimikama,..." Twitter-Journalismus-Blase. Die Masse der Leser da draußen lesen diese Blogs nicht. Das machen nur die, die sowieso schon nachdenken. Und die wiederum könnten es zwar mit den Anderen teilen, tun es aber nicht, weil sie mit den "Deppen" und "Nicht-Denkenden" ja nicht in einer gemeinsamen Filterbubble sein wollen. Oder mit denen kommunizieren, "weil eh sinnlos". Und so schwappen die Blogs auch nicht in diese anderen Blasen hinüber. Und die Gegenseite liest die Blogs erst recht nicht auf Eigeninitiative.

Brodnig hat da und dort schon recht, die Studien mögen ein Fakt sein, aber das hilft alles nichts - denn die Lösungen sind zwar richtig, aber wer trägt sie denn im Alltag? Immer weniger und weniger Menschen. Man sieht das schon an ihrem Blogeintrag selber... es werden ihn nur "Intellektuelle" lesen, denn die kennen sie, der Beitrag wird in der Twitter-Blase verteilt und vielleicht da und dort in Qualitätsmedien gestreift. Aber der Gemeindebau-Karli wird wohl kaum den Titel von "Das Internet ist kein egalitärer Raum – mein Vortrag vom Netzpolitischen Abend" lesen. Und hier beginnen die Schwierigkeiten.

"Aber zumindest können wir schauen, dass wir die seriöseren Räume, die Räume, wo eben nicht nur die verschwörungstheorieaffinen User unterwegs sind, wieder etwas mehr mit Fakten und weniger mit Emotion füllen." Wer definiert diese seriösen Räume? Wo sind die? Für den Gegenüber sind diese seriösen Räume Teil der Lügenpresse, der Geblendeten, der Naiven und so weiter und deren Filterbubbles wiederum der wirklich seriöse Raum. Das Problem ist - meiner persönlichen Meinung nach - dass überhaupt der Anspruch erhoben wird, dass man selber genau weiß, auf der richtigen Seite zu sein... Klar, ich helfe zum Beispiel Menschen, dass sie nicht verhungern und frieren = gut. Ja. Aber diese Beispiel-Thematik ist viel komplexer, weil die Frage sich ja nur selten in Wirklichkeit im Netz auf "das Retten" und dergleichen bei Flüchtlingen bezieht - da geht es um andere, grundsätzliche Fragen - der banale Hass ist ja nur die vereinfachte Reaktion auf wesentlich vielschichtigere Ansichten und deswegen gibt es keine "richtige" Seite als Definitionspunkt. Wer dies nämlich so darstellt, hat gegenüber dem Mob ja bereits an Argumentation verloren.

Abgesehen davon ist es in Relation zur Bevölkerungszahl ja in Wirklichkeit eine nur kleine Masse, die tatsächlich schreit "Lasst sie ertrinken" und "Nieder mit dem Feminismus". Der größere Teil kritisiert viel bunter und nur schwer definierbar. Der eine hat Angst um seinen Job, der andere um sein Kind, der andere sieht Drogendealer, der andere den Glauben, der eine nackte Feministin in einem heiligen Glaubenshaus, der andere "eingebildete Studentinnen ohne Beschäftigung", der andere deutet es als Radikalismus, und so weiter... würde man bei diesen Menschen jedoch genau jeweils dieses eine bestimmte Vorurteil aufbrechen, würde deren Abneigung wohl wesentlich mehr zusammenbrechen.

Aber das ist dermaßen komplex, dass es eben kaum möglich ist. Stattdessen stülpen wir einfach das Wort "Hate Speech" darüber und bekämpfen es als "eine Erscheinung". Ich glaube, da macht man es sich irgendwie zu einfach. Ich nenne mal eine Fantasiezahl: 50% sind dafür oder interessieren sich nicht weiter dafür oder haben keine Meinung, 30% haben Ängste und Sorgen vor was auch immer, 10% sind Stimmungsmitläufer und 10% sind echte Hater, Nazis und~oder bewusste Trolle. Das zuletzt ausgiebig diskutierte und aktuelle Netz-Phänomen "Hass/Hate" wird mir jedoch zu stark auf diese letzten 10% festgelegt und daraus abgeleitet. Dabei wären die 30%~40% der anderen User deutlich wichtiger und interessanter... und das müsste auch ohne Filter, Kontrolle und Co. möglich sein. Mit einem deutlich ruhigerem, langsameren Journalismus und einer Öffnung auch für die Gegenseite mit ihren vielleicht abstrusen, überängstlichen und naiven Meinungen. Speziell muss dieses Denken bei so manchen Intellektuellen Einzug halten, die diese 30% als dumm, naiv, Ewiggestrige und so weiter mal eben beiseite wischen. Ganz gefährlich, denn sie könnten das Schloss und die Türe zu diesen Menschen ja überhaupt erst öffnen. Tun es aber nicht, "weil auf deren Niveau diskutiere ich nicht. Sollen halt mal erst nachdenken, bevor sie den Mund aufmachen". #fail

Den harte Kern der letzten 10% wird man weder mit solchen Texten oder kontrollierter Meinung oder dergleichen beikommen, denn sie werden immer ihren eigenen Raum definieren. Aber nicht die loseren 30%~40% und die sind nicht wirklich die Basis des echten "Hass" und der "Intoleranz". Da wird im Netz irgendwie mehr und mehr der Fokus in Bezug auf den Umfang verloren. Fragen und Kritik (auch wenn sie naiv und kurzsichtig sein mag) ist nicht automatisch Teil der gezielten Hassbewegung einer rechten oder konservativen Seite - mir fehlen da die Grauzonen oftmals, die ich für wichtig empfinde, um eben etwas "dagegen" tun zu können.


# Mitspieler erstochen. Diskussion über Gewalt und Computerspiele in 3... 2... 1...


# Das könnte noch sehr, sehr spannend werden. Astronomen vermuten doch noch einen neunten Planeten in unserem Sonnensystem - Pluto hatte man ja aus der Liste rausgenommen und damit unser System auf 8 reduziert (was übrigens auch so eine Sache ist, wenn bei Bewertungstests und dergleichen noch immer "Zählen sie die 9 Planeten auf" auftaucht... mhm, man ist am Puls der Zeit).
Die neue Kugel wurde noch nicht entdeckt, sondern nur mathematisch geformt - was ganz üblich ist, denn auch Pluto wurde zuvor nur berechnet und tauchte erst dann bei der langen und gezielten Suche auf. Das gab es übrigens auch schon bei vielen Anderen, dass man von ihrer Existenz wusste, bevor man überhaupt einen ersten Blick darauf werfen konnte. Interessant wäre es aber auch, wenn es wahr ist, weil er die zehnfache Masse der Erde hätte, also nicht nur ein "kleiner Brocken" ist. Aber sicher ist erstmals nur, dass diese "Entdeckung" in nächster Zeit auf jeden Fall zu sehr kontroversen Thesen und Diskussionen führen wird - solange, bis er dann gefunden wurde oder sich eben doch als Hypothese in Luft auflöst. Das Weltall bleibt weiterhin hochspannend (zumindest für mich).

Nachtrag: Du meine Güte - ein User hat natürlich absolut recht, dass damit eigentlich die ganze Astrologie zum vergessen wäre, denn so würden und wären auch bisher Horoskope und so weiter unter völlig falschen Annahmen und Bezügen entstanden. Noch mehr Humbug als schon zuvor. Köstlich!

Nachtrag: Der gute Florian Freistetter hat mal wieder mehr Licht in das Thema gebracht.


# Wer mich früher gelesen hat, der weiß, dass ich mich immer ein wenig mit dem Minimalismus beschäftigt habe... und gestern war auch wieder so ein Abend. Ein alter Holzbalken ist mal schnell zu neuen Tischbeinen und ein kleines Kästchen dadurch eingespart worden und das kleine Zimmer wirkt nun schrittweise immer größer und größer. Als Single hat man ja auch den nicht zu unterschätzenden Vorteil, dass man komplette Umstellungen quasi ohne Rücksicht auf Verluste durchführen kann. Mal eben das Ding von A nach B und das Ding von hier nach dort und das gleich ganz weg und das dafür dahin und so weiter... bei anderen Menschen im Kollektiv ist so etwas eine massive Herausforderung und besteht wohl aus mehr Kompromissen als Ergebnissen. Wie auch immer - nach Jahren und mehr formt sich der Wohnraum also langsam einer Stufe, wo ich sage "Mh, ist ok". \o/


# Anscheinend ist es wieder mal wichtig daraufhinzuweisen, dass wenn ich etwas hier verlinke, ich nicht automatisch einen unterstützenden Bezug zum Inhalt habe. Im Gegenteil, ich verlinke, wenn ich will, auch Seiten, deren Meinungen ich weder unterstütze noch gutheiße oder nur zum Teil oder manchmal unter naiven Vorbehalt. Scheinbar ist dies aber heute nicht mehr so üblich, denn man landet automatisch in der Schwarz~Weiß-Schiene. Warum auch immer das so ist... Mittlerweile glaube ich ja, dass vor allem die Plattformen mit ihren Herzchen, Likes und Co. diese Trendwende, den Verlust des Gefühles der Mitte und auch der Ironie, eingeläutet haben und maßgeblich daran beteiligt sind. Die Wohlfühl-Filterbubble, vereinfachte Ja/Nein-Bewertung über Likes und Ausblenden von unangenehmen oder unklaren Dingen und bei Bedarf das "drüberscrollen"... da muss vermutlich, ob man will oder nicht, die vielschichtige Meinungsvielfalt darunter leiden.

Ich habe bei mir selber festgestellt, dass - seitdem ich mich bei fast 90% aller Plattformen dieser Richtung abgemeldet bzw. meine Accounts dort gelöscht habe - ich deutlich mehr widersprüchliche Seiten und viel mehr Meinungen lese (auch auf Facebook und Co. aber eben ohne Account und Anbindung an Likes und Filterbubble). Bewusster und gemischter. Und ich denke, dass das auch gesünder ist (ohne jetzt behaupten zu können, dass ich deswegen offener oder was auch immer geworden bin - aber die Richtung an sich ist sicherlich ein Vorteil für das Verständnis der Umgebung).


Mittwoch 20. Jänner 2016

# Weiß nicht, irgendwie finde ich es seltsam, dass zur Zeit wieder RAF-Geschichten auftauchen. Also müsste man so ein Terror-Nachrichten-Loch befüllen, um die Schwingungen der Bedrohung immer und überall aufrecht zu erhalten.


# Deppenmagnet deutsches Facebook. Und eine Antwort darauf. Die "Elite" unter sich... köstlich.


# Falls das jemand mitbekommen hat, wurde ja die Entscheidung von Facebook von der Masse bejubelt, denn es werden nun Hasskommentare im deutschsprachigen Raum deutlich verstärkt kontrolliert, entfernt, verfolgt und so weiter. Abgesehen von meiner eigenen Meinung, die besagt, dass das nur ein Pyrrhussieg ist, ist es aber vor allem und viel mehr ein Schnitt in das eigene Fleisch - denn es handelt sich um eine selbst initiierte Zensur, die natürlich von der Politik (wie man ja sehen konnte) eifrig unterstützt wurde... natürlich zum Wohle des Volkes, der Freiheit und gegen Hass und Ausgrenzung und so weiter. Und alle freuen sich. Endlich wird gegen Rechts etwas getan, endlich werden sie zum Schweigen gebracht und endlich muss man deren Absonderungen nicht mehr wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen.

So weit, so gut. Ich stelle dem mal entgegen, dass es sich hier um eine temporäre Sache handelt, denn es wird schneller kippen, als sich so manche wohl vorstellen. Ein gutes Beispiel sind in Deutschland gerade die Vorfälle in der Rigaer Straße. Mal ein Auszug:

"Seit Monaten werden Menschen rund um die Rigaer Straße anlasslos und verdachtsunabhängig von der Polizei kontrolliert, weil die Polizei die Gegend augenscheinlich zu einem ihrer geheimen Gefahrengebiete erklärt hat.
.... und sendet am Abend 550 Polizisten samt SEK, Hundestaffel und Hubschrauber. Sie dringen mit der Begründung “Gefahr im Verzug” (ASOG) ohne Durchsuchungsbefehl in das Haus ein, zerstören Wohnungstüren, verletzen das Grundrecht auf “Unverletzlichkeit der Wohnung” und bleiben sieben Stunden im Haus. Dabei wird dem gerufenen Anwalt und Mitgliedern des Abgeordnetenhauses für lange Zeit der Zutritt zum Haus verwehrt.
.... „Unsere Maßnahmen haben keine zeitliche Begrenzung. Wir machen auch weiterhin Hausbegehungen, wenn wir sie für notwendig erachten.“ Der BZ verriet ein leitender Polizeibeamter, dass man die linke Szene mit einem Masterplan aus dem Kiez verdrängen wolle. Die taz berichtete Ende des Jahres schon von einem geheimen Fünf-Punkte-Plan."


Versteht ihr? Es handelt sich hier nicht um Rechte, sondern um Andere. "Linke". Während wo anders Rechte demonstrieren und aufmarschieren können und die Allgemeintendenz verstärken, werden andere Seiten mit Hundertschaften, Hubschraubern, Hundestaffeln, Wohnungsstürmungen und Co. "kontrolliert".

Es ist egal, ob es sich da jetzt um gealterte Hausbesetzer handelt (die man genauso kritisch sehen kann und darf), Kiffer-Gruppen und Anarchos oder um Rechte. Fakt ist, dass die Zielrichtung von behördlichen Maßnahmen eher gegen "Nicht-Rechts" geht.

Aber genau die schreien prompt nach mehr Zensur im Netz, nach einer Politik, die dies unterstützt, nach einem Automatismus, der von selber filtert, nach Löschung von Gruppen und Communities, die sich nicht tolerant zeigen und "Hass" verbreiten und so weiter. Und verkennen anscheinend die Situation, dass wenn ich einen Aufruf von Rechten für eine Demo irgendwo auf Facebook löschen lassen kann bzw. Facebook das nun aufgrund undurchsichtiger Strategien und deutschsprachiger Politik von selber durchführt, dass da genauso eine Demo von Alternativen nun gelöscht, entfernt und gesperrt werden kann. Anlass hat die Polizei ja anscheinend und zumindest so viele "offizielle" Gründe, um Wohnungskontrollen und dergleichen durchzusetzen - mit sehr viel Geld und Aufwand. Da ist so eine Sperre auf Facebook offiziell noch einfacher zu erledigen. "Bitte entfernen sie umgehend diese Anarcho-Gruppe, die hier zu nicht angemeldeten Demos aufruft... da besteht nämlich die Gefahr von Gewalt, Hass, Sachbeschädigung, politischen gefährlichen Statements und untergriffigen Vorwürfe gegen Behörden und so weiter... Danke!" Die gleiche Rhetorik, mit denen man jetzt rechtsgelagerte Einträge entfernen lässt.

Die User zensieren sich selber begeistert und spielen dem System bei vollem Bewusstsein in die Hand - dabei hätten die Alarmglocken bereits schrillen müssen, als die politischen Agenden sich ausgiebig diesem Problem widmeten. Und alle freuen sich nun. \o/

Jahrelang gegen unbegründete Vorratsdatenspeicherung demonstriert und das Netz soll unbedingt anonym bleiben und freie Meinungen ermöglichen, keine Kontrolle zum Schutz vor politischer Verfolgung und wir brauchen unangenehme Leaks, Informationsgeber und Gegenstimmen und Co... aber nun auf Facebook? Ja, Politik, löscht das endlich alles, weg damit Wir brauchen mehr Gesetze!

Ich befürchte, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis mehr Rechte dann in den Gremien sitzen und sich die Ausgangslage mal eben massiv ändert. Und wie wir alle wissen, verschwinden einmal eingerichtete Lebens-Filter und Gesetzgebungen nur mehr selten, sie werden nur adaptiert. Gesamtsituation und Mentalität der User-Masse: Kopf > Tischplatte.

Nachtrag: Und das Absurde ist ja, dass Menschen mit rechten Tendenzen sich durch die Sperren weder wirklich eingeschränkt fühlen (höchstens bestätigt), noch ihre Mentalität ändern, noch sich davon abhalten lassen, zu demonstrieren oder Unterkünfte anzuzünden. Und noch absurder: gegen ernsthafte Aufrufe zu Gewalt, Hass, Nationalsozialismus, Mord und Co... gab es sowieso schon Gesetze und Handhabungsmöglichkeit, wenn eine Anzeige gestellt wurde. Aber das wird gerne jetzt übersehen und verniedlicht, weil passt ja nicht mehr in das Weltbild in dieser Situation. Wir haben uns echt das Netz selber ruiniert. Die Empörung hat gesiegt.

Nachtrag: Lesestoff: Der Einsatz in der Rigaer Straße war maßlos, seine Rechtsgrundlage zweifelhaft.
Polizeieinsatz in der Rigaer Straße: Übertrieben oder richtig?

Nachtrag: Noch etwas Heiteres am Schluss (abkopiert).

Nachtrag: Aus Österreich: "Denn künftig reicht für die Koalitionäre die bloße Vermutung, dass Personen "einen verfassungsgefährdenden Angriff" im Schilde führen, damit diese ins Visier der Ermittler geraten. Mit ihnen sämtliche Kontaktpersonen, auch ihre Koordinaten sollen jahrelang in der neuen Analysedatenbank des Verfassungsschutzes gespeichert..." \o/


Dienstag 19. Jänner 2016

# Wohnungen sind Heimat für Hunderte Tierarten. Kann ich bestätigen. Ameisen auch. :o)


# Weil übrigens die Diskussion gerade wieder aufflammt, dass Maschinen bzw. Roboter mehr Arbeitsplätze vernichten, als neue Jobs in den neuen Bereichen geschaffen werden... hat der User safari bei Heise eigentlich die richtige Antwort gegeben:
"Wer als Antwort auf eingesparte Arbeitsplätze neue Arbeitsplätze fordert gehört in die Geschlossene! Den ältesten Traum der Menschheit sich von Arbeit zu befreien so zu pervertieren ist schlichtweg nicht würdig Homo sapiens genannt zu werden".
Da hat er natürlich recht. Wir bauen und basteln Roboter und Computer, um uns das Leben leichter zu machen, zu vereinfachen, Aufgaben abzukürzen und körperliche Last von uns zu nehmen... für den alten Traum von mehr Freizeit und Lebensgenuß (erinnert sich noch jemand an die 60~70er und den utopischen, farbenprächtigen Visionen von Frieden, Freizeit, Lebensfreude, Wissenschaft und Forschung und keiner Arbeit mehr?)... Tja, das sollte mal jemand dem zur Zeit herrschenden System von Kapital, Geld, Wertschöpfung und Co. sagen. Ich persönlich befürchte ja, dass wir an dieser Vision eher knapp vorbeischrammen und stattdessen uns gegenseitig zum Teil auslöschen... für ein paar Geldscheine, Ressourcen und etwas Glauben und Fanatismus auf allen Seiten. Und das mit Hilfe von Robotern, Drohnen, Maschinen, Computern, wie auch immer - es bleibt der Mensch als ursächliches Problem bestehen.


# Immer diese südlichen Länder. Als ob wir was in Europa dafür können, dass da unten Chaos herrscht. Sollen sich doch ein Beispiel an unserem bürokratischen Alltag nehmen. Alles geordnet, sauber und ruhig und.... oh wait! "Beim Verzehr unseres glutenfreien Bio-Vollkorntoasts tippen und wischen wir eifrig über das Display unseres Smartphones. Und unterstützen dabei unbemerkt einen Krieg, der monatlich 45.000 Menschen das Leben kostet." Nein? Doch! Ooohhh?!
Nachtrag: Wer ruhiges Blut hat, kann sich auch durch die Kommentare dort lesen.


# Ein Blick nach Deutschland: "...berichtete unter Berufung auf die Luftwaffe, wegen der Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware reflektiere die Cockpit-Beleuchtung der Tornados so stark, dass ein Einsatz bei Nacht nicht möglich sei. ... Die Luftwaffe hoffe, die Probleme bis Ende des Jahres grundsätzlich beheben zu können." Aber immerhin heißt es am Schluss: "Die Aufklärungsergebnisse seien bei Tag ohnehin besser." \o/



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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