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Freitag 19. Februar 2016

Da zittert man um den Schnee, dort beschneit man mit Kanonen und der Frühling hält immer früher Einzug (oder dümpelt wie dieses Jahr hier im Osten bei uns mehr oder weniger schon den ganzen Winter herum), man sorgt sich um Gäste und zugleich werden die Preise für Skilifte und Co. immer teurer und damit unattraktiver. Da trifft es sich ja gut: Riesenprojekt am Arlberg: 45 Mio. für Seilbahnen.

"Insgesamt 87 Lifte und 305 Kilometer Abfahrt stehen den Wintersportlern zukünftig zur Verfügung. Das entscheidende Bindeglied ist die neue Flexenbahn. Sie soll Zürs in Vorarlberg mit Stuben verbinden. Die Bahn wird sich über eine Länge von 1,8 Kilometern erstrecken und 47 Kabinen für jeweils zehn Personen aufweisen. Damit sollen pro Stunden bis zu 2.400 Personen befördert werden."

Sollte die Eiszeit nicht mehr in den nächsten Jahren eintreffen, sondern es weiter wärmer werden, dann ergibt das sicher ein schönes, sehr natürliches Bild in den Bergen. Liftstützen-Wälder, Kabinen-Nester, Skihütten-Verwerfungen und hungrige, herumstreifende Schneekanonen-Rudel.
07:38 Uhr / 19.02.2016 / 20160219073157.txt

Also die Mailingliste-Diskussion, die ich gestern hier verlinkt hatte, geht ja munter weiter... und man merkt, dass es nicht rund läuft. Einer kritisiert recht harmlos, führt an, dass sich mehr und mehr Leute verabschieden - und danach dreht sich in den Antworten fast alles vorwiegend um die richtige Wortwahl, den richtigen Ton und vor allem darum, wie lieb, toll und großartig und amazing und great and champions in our movement und was weiß ich alles das Ganze ist. Immer ein Hinweis darauf, dass man sich hier an das Wortsprech-Gerüst hält, um nicht komplett zu straucheln und sich einer Seifenblase hinzugeben.

"This is happening in spite of -- not thanks to -- dysfunction at the top. If you don't believe me, all you have to do is wait: an exodus of people from Engineering won't be long now. Our initial astonishment at the Board's unwillingness to acknowledge and address this dysfunction is wearing off. The slips and failures are not generalized and diffuse. They are local and specific, and their location has been indicated to you repeatedly."

"Like others, I believe this is the biggest crisis, crossroad, challenge (call it what you will), we have ever faced as a movement. But as wise people said, crisis also offers new opportunities and gifts, if confronted."

"I'm asking you to continue communicating with us in your capacity as a Board member, and I'm also asking you to be very very careful with your choice of words and statements."

Mimimi. Ich finde ja solche Diskussionen, wenn es um die Kommunikation der oberen Ebene mit der unteren Schicht geht, immer sehr interessant, vor allem, wenn sich mal ein paar Hobeln lösen, weil man so immer ein wenig über das Versagen der Mitarbeiter-Führung lernen kann. Die Muster wiederholen sich natürlich fast immer - obere Ebene weiß nicht genau, was unten los ist und denkt sich, die sind unfähig und die untere Ebene denkt sich, dass die da oben unfähig sind und haben keine Ahnung, was da oben los ist.
07:27 Uhr / 19.02.2016 / 20160219071249.txt

Donnerstag 18. Februar 2016

"I’ve been following the recent events silently - from the voting out of James Heilman, to the unfortunate timing of recruiting Arnnon Geshuri and the lack of clear, timely communication around WMF strategy in in general and specifically around the so-called “Knowledge Engine” grant, received by the Knight Foundation.

Even more alarming to me, is the slew of exceptional community-facing employees who left (or are leaving) the Foundation, accompanied by muffled sounds of discontent from staying Foundation employees.

I’m concerned because it’s evident that the Foundation is undergoing a deep, strategic change. But this change is not accompanied by the required transparency, honesty and accountability required by the Foundation in order to truly transform in a way that's beneficial for the organization and its community.
"

Wikimedia Mailinglist. Zur Zeit laufen interessante Diskussionen dort - über Vertrauen, Zukunft und Mitbestimmungsrecht in den oberen Riegen. Spannend.
17:21 Uhr / 18.02.2016 / 20160218171705.txt

Renato Bialetti, Sohn des Erfinders der Espressokanne, ist verstorben. Und ratet mal, in was er begraben wurde? Richtig! Bild. \o/
12:00 Uhr / 18.02.2016 / 20160218115932.txt

Etwas Lesestoff für Zwischendurch: "Diplomatie und Terror: Die Operationen des PLO-Geheimdiensts 1979 in der BRD und in... Österreich".

"Am 1. Mai 1981 wurde der Wiener Verkehrsstadtrat und Vorsitzende der österreichischen Israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel, vor seinem Wohnhaus erschossen. Wenige Monate später eröffneten zwei Terroristen das Feuer auf Gläubige .... zwei Tote und 21 teils Schwerverletzte. 1985 ereignete sich noch ein weiterer Anschlag - diesesmal gegen den El-Al-Schalter auf dem Flughafen Schwechat."
11:29 Uhr / 18.02.2016 / 20160218112834.txt

Natürlich hat sich das lose N auf der Tastatur nicht nur gelöst, sondern es ist auch ein Miniatur-Stift gebrochen, so klein, dass ich ihn übersehen hatte... jetzt fliegt das Teil bei jedem Tastendruck munter durch die Landschaft. Also mal behelfsmäßig auf dem Gummistempel festgeklebt... schauen wir mal, wie lange das hält. Ich werde mir nämlich ganz sicher keine neue Taste kaufen - soweit kommt es noch.

Man muss zudem ja schon fragen, warum man diese Dinge dermaßen "komplex" und fein baut (außer als Sollbruchstelle des Geräts natürlich - aso, unlängst stellte man ja fest, dass es das nicht gibt oder so, mhm), anstatt solide und primitiv. Den Ministift einen halben Millimeter dicker in der Breite und das Problem würde sich nicht weiter stellen. Vielleicht schnitze ich mir eine Taste aus Holz. Generell aber: Seufz.

Nachtrag: Nun, jetzt ist es soweit. Ich schreibe mit einer externen Tastatur, denn das lose N ist wirklich mühsam. Nochmal Seufz.
11:22 Uhr / 18.02.2016 / 20160218111805.txt

Gratuliere. Da hat es unlängst noch geheißen "Nein, nein, das passiert natürlich nicht!", ist es jetzt doch anscheinend Fakt geworden: Funkregulierung: TP-Link muss WLAN-Firmware sperren - und weitere Firmen werden sicherlich folgen. Somit keine freie Software mehr auf den Routern. Und weitere Nachteile.
10:47 Uhr / 18.02.2016 / 20160218104350.txt

Mittwoch 17. Februar 2016

Habt ihr dieses eingerichtete Zimmer in den U-Bahnschächten mitbekommen? Mittlerweile haben sich ganz viele Menschen damit beschäftigt, zu überlegen, was - wer - wieso - warum dort das Zimmer gebaut hat. Mittlerweile nimmt das Ganze neue Dimensionen an...

"Der Berliner Architekturhistoriker Nikolaus Bernau schwärmt von genialer und preiswürdiger Guerillakunst. Er deutet die Installation als ein vielschichtiges Werk, hinter dem Kritik an Sexismus, Rassismus, Konsumrausch, Wohnungsnot samt Mietpreisexplosion und dem Umgang mit Asylbewerbern stecken könnte."

Wetten, dass dort nur Pornos gedreht wurden?
18:46 Uhr / 17.02.2016 / 20160217184535.txt

Mmhhhmmm... es kracht gerade auf Twitter. Lest Euch mal den Brief durch. Herrlich, oder?
18:43 Uhr / 17.02.2016 / 20160217184258.txt

Scheiß doch auf die Leistungsgesellschaft, die ist sowieso hinüber. Formen wir doch Kinder, die sich endlich frei entfalten können, damit sie erst in der Mittelschule, Gymnasium oder wenigsten dann beim Studium oder im Beruf eine Gesprächstherapie wegen Burnout, Frust und Leistungsdruck benötigen. Wenigstens die Kindheit sollte ja schließlich unbeschwert und ohne Druck laufen und nicht so wie bei uns alten Haudegen, die jede Woche in der Volksschule damals am Zittern waren, ob man am nächsten Tag den Buchstaben N mit dem F verwechselt. Bauchschmerzen, Angstschweiß und so... wisst ihr noch!? Schon, oder?

Ist ja zudem nicht so, dass es dann nach der freien, lockeren Zeit schwer ist, sich plötzlich auf 40 Stunden Lernen und Jobs umzustell.... achso, stimmt... wir arbeiten dann ja zukünftig alle total flexibel von Zuhause aus bei freier Zeiteinteilung mit Gleitzeiten von 6 bis 23 Uhr. Stimmt, hatte ich vergessen, die Arbeitswelt ist ja auch im Umbruch. Passt schon. Alles gut.

Wir machen jetzt die Augen fest zu, zerreiben den Zettel mit den bösen Gedanken in der Hand langsam und werfen ihn dann ins Kaminfeuer. Und wenn wir die Augen öffnen, sind wir alle eine fröhliche, entfaltete, die Freizeit liebende Gesellschaft ohne Leistungsdruck, ohne Bildung, stellen uns dadurch nicht mehr so viele Fragen, die ja nur Kopfschmerzen verursachen, lieben unsere Politiker und freuen uns auf das gemeinsame Basteln am Nachmittag!

Achso... Sitzenbleiben in der Volksschule soll abgeschafft werden. Ich kenne übrigens ganz viele Eltern, die ihre Kinder gerne freiwillig wiederholen lassen. Ihr sicher auch, oder? #räusperhust#

Nachtrag: Gott ja... der Beitrag war ironisch gemeint. Seufz.
16:59 Uhr / 17.02.2016 / 20160217164700.txt

Wien plant mobile Holzhäuser gegen Wohnungsmangel. Juhuuu! \o/ (Insider-hüstel)
16:27 Uhr / 17.02.2016 / 20160217160914.txt

Bei mir in der Nähe gibt es ein Lokal, das nannte sich früher Futterboden. Dann wurde es vor ein paar Monaten umgetauft auf Jerusalem. Heute zwei Arbeiter davor, Leiter, Bohrmaschine, montieren neue Schilder. Ratet mal, was jetzt drauf steht...

Richtig. Futterboden. Na das hat sich ja ausgezahlt. \o/
14:30 Uhr / 17.02.2016 / 20160217142642.txt

"Weil die Kinder immer unterschiedlicher sind – und für Frontalunterricht nicht mehr „duckmäuserisch“ genug, heißt es." Das Kind steht im Mittelpunkt. Aha. Bald werden wir alle so individuell sein, dass dann doch wieder alle gleich sind.
07:17 Uhr / 17.02.2016 / 20160217071611.txt

Dienstag 16. Februar 2016

"Illegales" Wissen? Wissenschaft im Darknet? Piraterie von Fachpublikationen? Jap, die Neurowissenschaftlerin Alexandra Elbakyan aus Kasachstan betreibt eine solche Seite - für die Allgemeinheit. Sci-Hub und die Geschichte dahinter. Lesenswert.
12:25 Uhr / 16.02.2016 / 20160216122204.txt

Wow. Ich... bin... sprachlos. Das ist die absolute Perversion der Menschheit und der modernen Gesellschaft: dieses Video. Spendengala mit Worthülsen, die einem eigentlich zum Erbrechen bringen müssten. Rettungsdecken als "Symbol" über den feinen Kleidern und Anzügen, während umfassend schnabuliert und gesüffelt wird. MakeUp in der drei Kilo-Variante, teures Ambiente, kostenlose PR-Fotos für die Eigenmarke... aber "Ich weiß gar nicht, ob ich so noch weiter arbeiten kann..." "Wenn ich an einen Gott glauben würde - was ich nicht tue - dann...".

Als Flüchtling, Kriegsbetroffener, Sklave, Hungerleidender, Slumbewohner und was weiß ich... da muss man ja auszucken und aggressiv werden. Westliche Dekadenz in Perfektion. Irgendwo in der Welt zu reisen und beichten zu müssen, dass man ebenfalls aus diesen Ländern kommt, ist mittlerweile wirklich peinlich geworden - hoffentlich sieht das woanders niemand.

Und kommt mir jetzt nicht mit "Aber... aber... das hilft das Thema publik zu machen und da kommen Spenden rein!"... Spenden kann man auch einfach so, egal ob als Promi oder nicht. Überweisung am Laptop und fertig. Oder hinfahren und vor Ort was bewirken. Oder das Essen für ein Lager spenden. Die Rettungsdecken an Obdachlose verteilen. Auf das teure Abendkleid verzichten und um die 3000 Euronen dafür eine Stromleitung bauen oder eine Schule ausstatten. Eine Ausbildungsplatz finanzieren. Und so weiter.

Kopf > Tischplatte. Ich dachte echt, dass wir dieses Niveau schon hinter uns haben... wenn man wenigstens auf die Rettungsdecken verzichtet hätte. Aber das ist ja nur mehr peinlich. Brrr.
09:58 Uhr / 16.02.2016 / 20160216094947.txt


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