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Dienstag 22. Dezember 2015

# Boah - bin ich genervt. Da wollte ich ursprünglich auf einem alten, kleinen Monitor die Raspberry Pi anhängen, bis ich nach längerem Suchen mich endlich daran erinnern konnte, dass ich den ja gar nicht mehr habe, sondern den damals defekt entsorgen musste. Meine Güte.
Dann habe ich mir gedacht, ich mache mir eine Mini-Blog-Engine mit dem kleinen, aufsteckbaren LCD-Bildschirm direkt auf der Raspberry drauf, inklusive kleiner USB-Tastatur... das nimmt keinen Platz weg, fällt nicht störend auf und ist nicht größer als ein Buch visuell - und wäre somit 24 Stunden am Tag direkt als Blog-Eingabe-Tool jederzeit sofort verfügbar, in der Zwischenzeit könnte mir das Teil die Wettervorhersage anzeigen und~oder auf IRC mitlurken.
Dachte ich... aber die Bluetooth-Tastatur ist eine Mini-Variante (so TV-Fernbedienung-Größe) und es fehlen etliche Tasten und die Belegung ist wirklich völlig chaotisch und wüst aufgedruckt und einige wichtige Dinge wie Pfeil nach oben oder Trennstrich oder gar Umlaute sind damit auch nicht möglich, es sei denn ich tweake mühsam herum. Also folgte der Gedanke an die Bluetooth-Tastatur, die auch noch herum kullert... aber aus irgendeinem Grund erkennt die Debian-Version auf der Pi die "Anker"-Tastatur nicht, während es mit dem selben System auf dem alten Nettop mit dem gleichen BT-Stick sehr wohl klappt. Ich habe sicherlich deutlich mehr graue Haare jetzt als zuvor. Und auch nach längerem genervt aufgegeben. Die Tastatur scheint auf, ist auch richtig bezeichnet, aber das Pairing klappt und klappt einfach nicht. Und jetzt freut es mich nicht mehr.
Und vor allem nervt es so extrem, dass jedes Ding, jedes System, jedes Stück Hardware und so weiter immer auf eigene Standards und Lösungen oder gar Treiber setzt. Ernsthaft - wenn ich die Fähigkeiten hätte, mir meine eigene Hardware zu löten und ein OS von Grund auf selber zu programmieren, hätte ich das schon längst getan. Grumpfl.


Montag 21. Dezember 2015

# Erstaunlich wie sich die Zeiten ändern. Wer sich mit Webseiten im Alltag abmüht, kennt natürlich die ganzen Fehlercodes, wenn eine Seite nicht erreichbar ist, umgeleitet wird und so weiter. Also diese 404, 403 und so weiter Fehler... kennt man auch als gewöhnlicher User im Alltag vom Surfen im Netz.
Nun, jetzt gibt es einen neuen HTTP-Fehler-Code: 451.
Die Zahl ist eine Anlehnung an... Fahrenheit 451 und steht für eine Seite, die zensiert wurde bzw. aufgrund von rechtlichen Gründen entfernt werden musste. Mh, wer hätte damals vor einem Jahrzehnt gerechnet, dass es einmal so weit kommen wird?


# Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass immer weniger Christbäume gekauft werden? Als ich ein Kind war, waren die meisten Verkaufsplätze schon recht gut geleert um diese Zeit, auch sah man oft Menschen sich mit den eingepackten Dingern abmühen... aber die beiden Plätze hier in der Nähe sind weiterhin zum Bersten gefüllt und die Meisten stapfen recht unbeteiligt durch.
Auf der anderen Seite verstehe ich das auch... für ein kleines Bäumchen hier in der Großstadt 14 Euro zu zahlen, das Mengenmäßig gerademal mit ein oder zwei Tannenzweigen mithalten kann?! Mrmpf.


# Ich muss übrigens anmerken, dass ich mich in die fragwürdige Diskussion dann doch noch eingemischt habe. Mit dem Resultat, dass eine mehr oder weniger angepisste Antwort folgte, dann gab es auch noch einen Einwurf meinerseits... daraufhin kam nichts mehr und jetzt herrscht Stille. Ups. \ô/

Allerdings hatte ich später noch einmal einen Blick auf meine getippten Zeilen dort geworfen und es ist leider etwas beschämend, denn der englischsprachigen Wulst an Blabla war so schnell meinerseits getippt und abgesendet, dass ein paar radikale Rechtschreibfehler und Tippstolperer dabei sind... statt shaping wurde im Schnelltipp shapping. Statt there hatte ich their geschrieben und noch ein paar andere Peinlichkeiten. Autsch, passiert normalerweise nicht, aber man sollte solche Dinge ja auch nur ausgeschlafen und nach einem ausreichenden Frühstück angehen.
Die Quintessenz war übrigens, dass ich der Meinung bin, dass das ewige Diskutieren über die erste Mondlandung mittlerweile sinnlos ist. Es ist in Zeiten von Pathfinder, Rosetta und Co. auch nicht mehr relevant. Das Gegenargument des Russen, der mir übrigens prompt Amerika-Anhängertum nachsagte (mwwhaahaha) war, dass es sehr wohl wichtig ist, denn diese "Lüge ist wiederum Basis für das heutige Amerika und dessen Stärke" und dann folgte noch ein paar Klassiker alias Amerika ist quasi das Nichts und man sollte sie sozusagen von der Bildfläche wegwischen und so weiter... viel Wut-Blabla.

Auf die anschließende Anführung meinerseits, dass es nicht lohnt, Dinge zu philosophieren, die bereits in tausenden TV-Dokus, Youtube-Videos, Büchern und Blogs sowie Mailinglisten Millionenfach durchgekaut wurden (ist ja so) und deshalb auch keine neuen Einblicke ermöglichen - und er sich doch besser ein Beispiel an einem Snowden nehmen soll, der neues Material der Weltöffentlichkeit präsentierte und er solle doch auch hier nachfolgen - das Fachgebiet zum Beispiel studieren, die Leute und Firmen von damals kontaktieren und das Gespräch suchen, sich auf Spurensuche begeben und neue Fakten zusammentragen und dann nach Prüfung durch Journalisten und Co. der Weltöffentlichkeit präsentieren - ja... da kam dann nichts mehr. Mh.

Und das ist der Klassiker - wenn man schon an eine Verschwörungstheorie glaubt, die völlig abseits der Norm ist und ich der Meinung bin, dass sie aber begründet ist... dann werde ich mich doch auf ernsthafte Spurensuche begeben, wenn es mich denn wirklich interessiert?! Und nicht auf einer verlorenen Mailingliste rund um Cypherpunks bzw. Verschlüsselung (!) auf Scriptkiddie-Niveau über so ein Thema erneut philosophieren und uralte Videos raus kramen, die jeder schon Tausendfach gesehen hat, auf der Stelle treten und sich darüber ärgern. So etwas verstehe ich dann nicht. Dafür wäre mir meine Zeit wirklich zu schade.

PS: Falls das etwas arrogant und großkotzig meinerseits klingt und so quasi "Fasse Dich doch an der eigenen Nase", ist das absolut ok. Aber das gönne ich mir hier einfach.


# Ich habe gestern noch relativ spät die Raspberry Pi und meinen alten Nettop-Computer rausgekramt, das Teil muss übrigens auch schon an die 7 Jahre oder älter sein, und beide wieder via einem Debian Linux zum Leben erweckt. Leider fehlt ein eigener Monitor, aber da werde ich mir noch einen Umweg zusammenstoppeln, aber prinzipiell soll die Raspberry sich im Dauerlauf um Blog, Emails und IRC kümmern, während der Nettop im Alltag hin und wieder kleine Dinge übernehmen soll (Backups, aber auch zum Beispiel Fotos in größerem Umfang mit ImageMagick bearbeiten bzw. durchlaufen lassen oder Videos geduldig rendern).
Aber ein paar Dinge nerven gewaltig - überall unterschiedliche USB-Anschlüsse, die Raspberry hat auch zu wenig davon, der Nettop quasi zu viel, das HDMI-Kabel passt nur da und nicht dort, der Bluetooth-Sender spricht die Tastatur erst nach dem Login an, die Mini-Tastatur hat eine völlig andere Belegung als aufgedruckt und so weiter. Und durch einen USB-Hub erweitert sich das Kabelgewirr und deswegen erwähne ich wieder einmal: Ich hasse Kabel abgrundtief. Sie nerven, sie sind vorsintflutlich und unglaublich lästig.


Sonntag 20. Dezember 2015

# Sonntag, der ideale Morgen um mal wieder einen Blick in freie, demokratische Länder zu werfen und so wir besuchen The Intercept. Dort finden wir einen mittlerweile aufgedeckten Katalog mit Überwachungs-Geräten, mit denen man Demokratie und die persönliche Freiheit des kleinen Mann oder der Frau auf der Straße schützt. Und einen längeren, sehr interessanten Text über diesen Katalog. "Nearly a third of the entries focus on equipment that seems to have never been described in public before."

Dabei geht es vorwiegend um Stingrays - in vereinfachter Form gesagt: mehr oder weniger mobile Geräte bzw. Einheiten, die Dutzende oder auch Hunderte von Handys in der Umgebung erfassen, identifizieren, abhören, protokollieren und so weiter können und sich als "reguläre" Funkzelle zum Einhängen ausgeben. Sicher nur Einzelfälle für ganz böse Jungs und Terroristen bei Spezial-Operationen. Deshalb gibt es auch nur wenige davon. "Today nearly 60 law enforcement agencies in 23 states are known to possess a Stingray or some form of cell-site simulator, though experts believe that number likely underrepresents the real total. In some jurisdictions, police use cell-site simulators regularly. The Baltimore Police Department, for example, has used Stingrays more than 4,300 times since 2007."

Gut, wir wissen ja, dass heutzutage überall Schläferzellen lauern und unsere freie Gesellschaft massiv unterwandern, deswegen ist der Einsatz solcher Tools ja auch begrüßenswert - es geht schließlich um unseren eigenen Schutz und auch das Verhindern von Anschlägen. "Michigan State Police claimed their Stingrays would allow the State to track the physical location of a suspected terrorist, although the ACLU later found that in 128 uses of the devices last year, none were related to terrorism. ... 'I am not aware of any case in which a police agency has used a cell-site simulator to find a terrorist,' said Lynch. Instead, 'law enforcement agencies have been using cell-site simulators to solve even the most minor domestic crimes.'”

Wobei unschuldige Passanten. Das Abhören beschränkt sich ja nur auf die Zielpersonen oder ganz bestimmte Gruppen, die unsere Freiheit bedrohen. Deswegen läuft der Unbeteiligte auch nicht Gefahr, irgendwo gespeichert oder protokolliert zu werden. "In 2012, a U.S. magistrate judge in Texas rejected an application by the Drug Enforcement Administration to use a cell-site simulator in an operation, saying that the agency had failed to explain “what the government would do with” the data collected from innocent people."

Tja. Wer übrigens Ironie in dem Text findet, darf sie behalten und sich darüber freuen. Ansonsten empfehle ich, den Beitrag bei The Intercept und auch die Anderen dort aufmerksam zu lesen. Denn das, was dort für die Amerikaner angeführt ist, findet man garantiert auch bei uns in Europa - darauf wette ich.

Nachtrag: Ein Blick in die Kommentare bringt auch diesen Einblick: "It turns out I grew up as part of a family of high profile political dissidents in Cuba .... Not long ago, people would ask me (some of them as a way to crack jokes, some others seemingly out of genuine curiosity) how it was like living in Cuba, Stasiland... “how is that about one family being ‘responsible’ for the other families in the neighborhood”, “how could even a dictatorial government factually control, own the whole country”, “Cuban people must be all clinically crazy, right?”, “how could they even survive for so long under such stringent embargo and manage to keep a life expectancy and educational levels in par with the ‘developed’ world”,..."
und dann folgt dieser wichtige, ergänzende Zusatz:
"Now when they (Anm.: Americans) discovered that the level of surveillance and moral corruption of their own government is order of magnitude greater than anyone had ever imagined, that what many “tin-hat”, “conspiracy theories” kind of people were saying was true, they “simply” and rather amazingly quietly blacked out the side of their individual and societal minds worrying about such issues. They were told it is all about “metadata” and that was that."


Samstag 19. Dezember 2015

# Aha. Eigentlich wollte ich mal wieder mein System komplett löschen und mal eben neu aufsetzen. Das mache ich hin und wieder und sichere dabei immer bewusst nur die notwendigsten Daten - das hält das System auf dem neuesten Stand, sauber, "sicher" und ich sammle keinen unnötigen Datenstaub an. Was ich nicht berücksichtigt hatte ist, dass durch das schwache Netzteil eine Neuinstallation eines Systemes nicht möglich ist - denn das Tool, um die Prozessortaktung zu reduzieren, ist ja in dem Moment noch nicht installiert bzw. lauffähig und so läuft das Einrichten unter Volllast ab. Soll heißen, mir schmiert das Teil bei einer Neuinstallation an irgendeinem Punkt ab. Also muss ich das mal aufschieben und mir im Laufe des Jahres 2016 anschauen. Käse.
Allerdings habe ich im Zuge dessen auch mal wieder eben die Live-Versionen von Mint, Ubuntu und so weiter bzw. Sonderformen alias Tails angeschaut und mir deren Neuerungen zu Gemüte geführt. Aber es hat sich schnell gezeigt... lohnt sich nicht (soweit ich das vor der Netzstrom-Abschaltung nach kurzer Zeit beurteilen kann). Ich bleibe beim soliden LT Mint mit etwas Xfce mit tmux bzw. i3wm und reduziertem Softwareumfang. Tails ist zwar griffbereit für Notfälle, aber es schleppt sich generell etwas. Verstehe nicht, warum man es nicht noch minimaler aufbaut... mehr Konsole und weniger Oberfläche bzw. sich beispielsweise an Puppy Linux orientiert? Mh.


# Eigentlich hatte ich die beiden Kommentare meinerseits als leichte Ironie auf die restliche Diskussion bei einem Posting beigefügt, aber sie wurden glücklichweise eher amüsiert aufgenommen oder schlicht höflich ignoriert. Smartwatches und der Wahn des "Ich kann meine Schritte tracken":

"Ich bevorzuge einen Armbandsonnenuhr mit aufstellbaren Schattenstiel. Läuft tagsüber ohne Nachladen und sogar bei Neonlicht, wobei ich mir da die Uhrzeit selber und ganz individuell aussuchen kann. Unzerstörbar das Teil, wasserfest. Gegen Aufpreis gibt es auch dickere Stiele, dann vergeht die Zeit eine Spur schneller. Für die Nacht habe ich auf der anderen Seite noch eine Sandarmbanduhr. Ebenso verlässlich und auch beruhigend. Als Zusatz-App für die Sonnenarmbanduhr gibt's eine kleine, ansteckbare LED-Sonne mit einer Knopfzelle, die man tagsüber mit Sonnenlicht via Solarzelle auflädt."

"Mein Schritttracker läuft nicht über die Uhr, sondern über eine Zwirnrolle am Rucksack, die bei jedem Schritt den Faden ein Stück weiter von einer Rolle hinten am Schuh einzieht. Am Ende des Tages lässt sich die Schrittmenge anhand der Zwirnlänge feststellen. Und an einer Pinnwand zum Beispiel sammeln und damit vergleichen. Ganz ohne Akku, USB und Updates, hält ewig und ist wasserfest. Wer's im Hipsterstyle mag, nimmt eine Paketschnur, elegantere User einen Seidenfaden.
Und als GPS-Ersatz verwende ich die biologische Passanten-App, die Meisten sind relativ gut aktualisiert, auch wenn manche beim Anfragen abstürzen und ohne Antwort oder Fehlermeldung zumachen und weitergehen, aber in der Regel klappt das gut. Die aktualisieren sich sogar von selber. Und wenn man öfter einen Ort besucht, speichert die Passanten-App mein Profil sogar ab und erkennt mich an meinen favorisierten Orten und informiert mich mit Statusmeldungen oder reicht mir das von mir individuell bevorzugte Getränk."
^^


# "Österreichs Bankenlandschaft ist im Umbruch. Es sei nicht unrealistisch, dass der Bankensektor in den nächsten Jahren ein Drittel seiner Jobs verliert - das sind rund 25.000 Arbeitsplätze." Verstehe nicht, wo das Problem ist. Laut unseren ganzen HighTech-Experten und Wirtschaftsführern gehen keine Arbeitsplätze verloren, stattdessen finden die ja nach Umschulungen einfach einen Platz in der neuen IT-Branche und betreuen dann Roboter und Server! Also warum Sorgen machen...?


# Jedes Mal, wenn ich solche Beiträge über Politik-Blabla und Gesellschaft wie vorhin getippt habe und hier dann selber lese, denke ich mir: Warum tue ich das?
A) Ich habe eigentlich keine Ahnung davon und schwafel so wie alle Standard-Zeugs. B) Ich sitze so wie jeder einer von vielen Wahrheiten der globalen Welt auf und verkenne die anderen 20 weiteren Wahrheiten hinter den geopolitischen Spielen. C) Etwas Naivität tut zwar gut, schmerzt aber in der Eigenerkenntnis und D) es lohnt nicht. Ich kann die Weltpolitik kaum ändern, den auch Wahlen sind mittlerweile ineffektiv, da es recht egal ist, wer oben sitzt - das Resultat ist sowieso immer das Gleiche in der groben Gesamt-Summe. Ich sollte das lassen.


# Falls übrigens jemand glaubt, dass ich ein Russland-Freund bin: nein. In Russland läuft viel schief und ja, das politische System kann Angst machen. Journalist oder Unternehmer will ich dort auch nicht sein. Genauso wenig dort beim Militär landen oder bei Paraden im Stechschritt marschieren und genau so wenig möchte ich einen Einmarsch Russlands oder dass das Land womöglich "Weltpolizist" wird. Und mir tun etliche Länder rund um Russland leid, die unter dessen Sanktionen oder direkten Einflüssen leiden.
Aber mir ist eine ausgewogenere, faire Berichterstattung wichtig. Und die ist weiterhin: Russland dunkel und böse. Westen~Amerika hell und gut. Und dass einige deutschsprachige Leitmedien auffällig eine sehr starke Anti-Russland Haltung einnehmen ist wohl kaum zu übersehen, wenn man einmal sachlich die Schlagzeilen so überfliegt. Und das frustet, weil so etwas die Mentalität und Haltung der Masse beeinflusst. Kriege werden ja heute mehr und mehr durch Zeilen gewonnen oder verloren.
Europa ist da mittendrin und arbeitet auf allen Seiten tatkräftig mit, offiziell und um sauber zu wirken für das Titelblatt jedoch mit den Amerikanern, während man die Russen offiziell boykottiert. Dazu passt dann diese Spiegel-Meldung: "Ihr Deutschen macht es ja prima, Ihr seid bei Sanktionen mit dabei und andererseits macht Ihr die Geschäfte mit den Russen in der Ostsee."
Es ist aufgesetzt und diese Haltung "Osten böse ~ Westen gut" eine Meinung, die von wenigen Leitmedien aufgrund persönlicher Präferenzen zu einem Weltbild geformt wird (oder gar finanziert wird) und somit dadurch auch lebt. Stichwort Ukraine, das Land des zuvor geplanten amerikanischen Raketenschildes. Und jetzt will natürlich niemand das Gesicht verlieren und zurückrudern, zugleich will man sich selber als Gemeinschaft stark zeigen und auch nach der Macht greifen. Die Bevölkerung auf allen Seiten zahlt allerdings dafür.
Dass Europa der freundliche, nette und neutrale Partner ist, ist wirklich eine Illusion. Wir verpacken es nur gut und reden uns selber diese Mentalität ein. Aber in Wirklichkeit sind wir genauso dunkel, wie "die da drüben" - wer auch immer das ist.
Nachtrag: Aja. Übrigens ist seit gestern die deutsche Vorratsdatenspeicherung aktiv. Jetzt können wir eigentlich Wetten darüber abschließen, wie lange es wohl dauert, bis auch wir in Österreich dieses staatliche, dunkle Instrument der Massen-Überwachung... ähm... des Schutzes vor dem Terror... wieder Leben einhauchen. "Zugleich tritt ein neuer Paragraph im Strafgesetzbuch zur „Datenhehlerei“ in Kraft, der als Anti-Whistleblowing-Paragraph einzuordnen ist." Lalala. Wer will schon unbequeme Wahrheiten wissen?! Man stelle sich vor, Russland fabriziert so etwas offiziell! Die Schlagzeilen!!
Nachtrag: kann sich noch jemand erinnern, als die EU vor einiger Zeit einen eigenen Anti-Russland-Sender auf die Beine stellen wollte, um Sender wie RT den Boden abzugraben? Wegen russischer Propaganda? Kann mich nicht erinnern, dass die EU in den Zeiten des damals auch offiziell fragwürdigen Irak-Krieges und Co. einen Anti-US-Sender umsetzen wollte. Zitat Wikipedia: Ziel des Senders sei, das Image Russlands im Ausland zu verbessern. Dazu stellt der Sender Personen aus der russischen und sowjetischen Geschichte in einem positiven Licht dar. - ändern wir das einmal Ziel des Senders sei, das Image Europas im Ausland zu verbessern. Dazu stellt der Sender Personen aus der europäischen Geschichte in einem positiven Licht dar. :)


# Die FAZ titelt, dass Russland Armee-Hubschrauber unweit der türkischen Grenze stationiert (als Headline). Als Leser denkt man sich automatisch "Oha, ein Affront" - Russland brüskiert die Türkei. Auf der anderen Seite schaut man mal auf die Weltkarte, dann liegt der Erebuni-Stützpunkt tatsächlich bei der Grenze zur Türkei und dem Iran. Zugleich ist er aber auch derjenige, der als nächster russischer Stützpunkt zu Aserbaidschan liegt und so schreibt man auch in einem Absatz "Russland ist Schutzmacht von Armenien und hat in der früheren Sowjetrepublik Tausende Soldaten stationiert (Muli-Anmerkung: also ist das nichts Neues, dass dort das russische Militär umfangreich tätig ist). Mit der Präsenz will Moskau unter anderem einen Konflikt Armeniens mit Aserbaidschan verhindern. Die Nachbarn streiten etwa um die abtrünnige Region Berg-Karabach. " und dann wird es wirr, denn der nächste Satz im gleichen Absatz lautet "Das Verhältnis zwischen Ankara und Moskau ist seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei angespannt." Moment, was hat das jetzt mit dem Satz und Aserbaidschan davor zu tun?
Und es geht weiter "Wohl auch aus diesem Grund hat Russland den Einsatz türkischer Soldaten im Irak scharf kritisiert." (hat auch aktuell Obama kritisiert) und danach "Die Führung in Bagdad hatte Ankara am Sonntag zum Abzug der rund 150 Soldaten binnen 48 Stunden aufgefordert. Nach türkischen Angaben handelt es sich um Militärausbilder für kurdische Peschmerga-Kämpfer."
Aha, Bagdad hat das gesagt, nicht Russland. So. Also was jetzt? Geht es jetzt um die Türkei, Irak, Russland, Armenien, Hubschrauber, Berge oder türkische oder kurdische Truppen - oder russische? Und wer ist jetzt der Böse? Oder geht es einfach darum, irgendwie eine Schlagzeile aus ein paar Infos zusammenzuwürfeln und passende Themen wie Türkei, Russland, Irak und Konfrontation als Schlagworte zu vereinen? Man muss schon sagen, dass man Konflikte auch mit geschriebenen Zeilen formen und anheizen kann. Und das nervt. Egal, wer da jetzt der Gute und Böse ist.


Freitag 18. Dezember 2015

# Wieder einmal völlig richtig der alte Spruch:
Frage: "Woran erkennt man einen guten Administrator?"
Antwort: "An seiner Faulheit."
Das ist darin begründet, dass ein fauler Administrator alles daran setzen wird, Abläufe und Aufgaben so weit es geht zu optimieren, zu automatisieren und zu vereinfachen. Ein engagierter, in die Technik vernarrter, höchst aktiver Admin hingegen beginnt zu spielen, setzt mehr Tools ein als notwendig vielleicht, weil er die Beschäftigung und Herausforderung sucht, versucht mehr Prozesse in einen kleinen einzigen Ablauf zu stopfen, lebt und stirbt mit seinem System, durchstöbert händisch das System stundenlang, kann nicht loslassen, beginnt "fade" Standards zu umgehen, um tweaken zu können und so weiter. Und dann kommt das Stolpern, weil es zu komplex wird oder sich kleine Fehler in die langen Wege einschleichen und er brennt langsam innerlich aus.
Eine Spur "Faulheit" schadet also durchaus nicht, um einen Job gut durchzuführen, weil diese Eigenschaft durchaus auch kurze Wege und effiziente Lösungen schafft und somit beide Seiten - Arbeitnehmer und Arbeitgeber - langfristig entlastet und Aufgaben nicht unnötig verkompliziert. Und zudem Spielraum für genug sachliche Abgrenzung ermöglicht, die effizientere Lösungen bietet. (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regeln, bezieht sich vor allem auf die IT-Welt, die auch Raum für solche alternative Wege bietet und die Welt ist nicht schwarz und weiß, sondern unscharf grau, usw...).


# Meine Güte, bei der Cypherpunks-Liste läuft gerade eine Diskussion über die erste Mondlandung und ob sie echt war oder nicht. Da ruft man nichtsahnend seine Mails ab und darf sich dann etwas überrascht köstlich über die unterschiedlichen Meinungen amüsieren - ungeachtet der jeweiligen Seite. Manche Themen bleiben anscheinend wohl auf Dauer bestehen.
Ich würde allerdings fast sagen, dass nach der Pluto-Mission und den Mars-Pathfinders und Co. die erste Mondlandung mittlerweile eigentlich völlig irrelevant geworden ist (genauso wie ich ja zum Beispiel nicht verstehe, warum alle von einer bemannten Marsmission sprechen und planen, anstatt erst mal den Mond vor unserer Nase dauerhaft zu besiedeln und nach Jahrzehnten endlich wieder Menschen dort hin zu schicken. Den kann man schnell erreichen, es lässt sich leicht mit ihm kommunizieren und er ist der ideale Testball für Besiedelungen, Aufbau einer Infrastruktur und so weiter. Aber gut, was weiß ich schon...).
Nachtrag: Im März schwirren zwei weitere Sonden zum Mars. Die Amerikaner schicken den nächsten Rover Insight und die Europäer mit den Russen gemeinsam (die EU hat heute übrigens ein weiteres, sechsmonatiges Boykott der Russen beschlossen #facepalm) die Sonde Trace Gas Orbiter.


# Ich bin etwas spät dran damit, aber ich reiche das Bild trotzdem nach.



Privater Meinungsblog von Emanuel aus Wien, ressourcensparend zusammengestoppelt aus aktuell 1707 Textdateien. Befüllt mit wechselnden Meinungen, chaotischen Gedankengängen und gemischten Gefühlen. Revidierungen finden immer wieder statt, Tippfehler runden das Ganze ab. Mein Blog = meine Meinung. Hier der schludrige RSS-Feed und hier der Kontakt. Keine Kommentare. Keine Herzchen. Kein Tracking. Kein Javascript. Keine Cookies. Keine Werbung.
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