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	<title>Journal Emanuel-S &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Muli.nl - Leben, Gedanken und sowas. Aus Wien von Emanuel Sprosec.</description>
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		<title>Absurde Datenschutz-Diskussion</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 06:18:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zugegeben &#8211; man wird schon etwas müde im Laufe der Zeit. Dieses ewige Diskutieren rund um die Themen Datenschutz, Privatsphäre, ACTA, SOPA, Vorratsdatenspeicherung und so weiter&#8230; kann schon recht anstrengend und immer öfter auch hoffnungsloser werden. Alle reden davon, aber ändern tut sich nichts. Bei der Re:publica, zu der ich übrigens gerne gegangen wäre, gab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zugegeben &#8211; man wird schon etwas müde im Laufe der Zeit. Dieses ewige Diskutieren rund um die Themen Datenschutz, Privatsphäre, ACTA, SOPA, Vorratsdatenspeicherung und so weiter&#8230; kann schon recht anstrengend und immer öfter auch hoffnungsloser werden. Alle reden davon, aber ändern tut sich nichts.</p>
<p>Bei der <a href="http://re-publica.de/12/">Re:publica</a>, zu der ich übrigens gerne gegangen wäre, gab es anscheinend einige Diskussionen dazu &#8211; bei der FAZ  findet man <a href="http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/bloggerkonferenz-re-publica-was-ist-los-mit-dem-internet-11739536.html">diesen</a> folgenden und sehr guten Einwand:</p>
<p><span id="more-3973"></span></p>
<blockquote><p>Überraschenderweise war es gerade eine Politikerin, die bei Re:publica auf das paradoxe Verhalten vieler Kritiker der großen Drei hinwies. Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die digitale Agenda, hörte nach ihrem Vortrag aus dem Publikum immer wieder den Vorwurf, dass Google und die anderen eine Monopolstellung besäßen und die Politik einschreiten müsse. Doch zur gleichen Zeit, antwortete Kroes, sehe sie überall Leute mit iPhones und iPads, die fleißig Google und Facebook benutzten. </p></blockquote>
<p>So ist es. Und es gibt noch ein anderes Absurdum &#8211; die Anonymität. Die einen wollen die völlige Freiheit, einen Platz für gesicherte Anonymität und Privatsphäre&#8230; dann gibt es aber wieder Kritiker, die genau mit dem Gegenteil das Gleiche erreichen wollen &#8211; die Klarnamen-Politik. Sprich die Anonymität im Netz soll aufgehoben werden zum Schutze der Privatsphäre &#8211; soll weiters heißen, wenn es keine &#8220;bösen, versteckten Cracker und Raubkopierer&#8221; mehr gibt, die brave, wirtschaftliche Institutionen als Vernichtungs-Ziel auserkoren haben, dann besteht eben weder Bedarf noch eine Grundlage für neue, schärferer Gesetzgebungen, ACTA&#8217;s, SOPAs und so weiter. So zumindest die Meinung der anderen Datenschützer.</p>
<p>Das Schlimme ist, dass beide Seiten recht haben. Beides stimmt und beides passt aber genauso wenig zusammen. Durch eine Gesetzlosigkeit im Netz wird man mehr und mehr versuchen die Schrauben anzuziehen, durch eine offene, transparente Netzkultur geht dafür wiederum die persönliche Freiheit ebenso verloren, ist aber geschützter. </p>
<p>Aber &#8211; es geht weiter. Sascha Lobo, der als großer Guru gehandelt wird, dem ich jedoch zeitweilig kritisch gegenüber stehe, ihm aber hier beipflichten muss, meinte <a href="http://orf.at/stories/2118404/2118408/">laut ORF</a>:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) doch auch er rief dazu auf, Inhalte auf selbst kontrollierte Seiten zu stellen: &#8220;Nur ein Blog gehört dir.&#8221; (&#8230;) Es sei Zeit für eine Renaissance von Weblogs, also Angeboten, die auf eigenen Websites laufen, nicht auf Facebook. (&#8230;) Lobo rief nicht nur Berater für Social Media dazu auf, Blogs zu empfehlen und 2012 zum Jahr der Blogs zu machen. &#8220;Überzeugt eure Familie, überzeugt eure Freunde“, denn die Inhalte auf eigenen Blogs könnten nicht so einfach verkauft werden&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Können schon, aber in der Tat &#8211; es ist nicht ganz so leicht. Man überträgt keine Rechte an den Inhalten irgendeiner privaten bzw. kommerziellen Firma &#8211; wie es zum Beispiel Facebook und Co. ist (vergessen viele). Auch ich bin der Meinung, dass Blogs eigentlich wieder eine Renaissance erleben und sie wieder mehr in den Fokus der User rücken sollten&#8230; und Social Media Kanäle eher nur zum &#8220;connecten&#8221;.</p>
<p>Nur es ist blauäugig und funktionslos in dieser Form einer Meinung. Die breite Masse ist dazu schon viel zu sehr angepasst, schafft es auch nicht zu Bloggen &#8211; in meinem direkten, unmittelbaren Freundeskreis bin ich der Einzige, der da konsequent ist &#8211; und ist mit den neuen Smartphones heute sowieso schon automatisch in die Netzwelt eingebunden. Zwar wird es, so wie immer in der Geschichte der Menschheit sicherlich wieder eines Tages eine Rückbesinnung geben, aber ich glaube auch, dass das noch lange dauern wird und es erst einen ernsthaften Knall dazu benötigt. Davon ist aber eben nichts zu sehen bisher&#8230;.</p>
<p>Zwar hat man als vielseitiger User im Netz vielleicht heute den Eindruck, dass Privatsphäre, Datenschutz und Recht und Ordnung im Netz heutzutage wieder mehr im Fokus der Medien und der Masse stehen und öfter als ernsthaftes Thema behandelt wird &#8211; aber der Augenschein trügt (wiedermal nur meiner Meinung nach) &#8211; denn in der selben Geschwindigkeit, in der wir alle über diese Themen diskutieren und Lösungen suchen, laufen wir mehr und mehr in diese Netzfalle. Neue Smartphones ohne Community-Anbindung sind undenkbar heute und so wie aktuell mal eben wieder &#8220;neue&#8221; Cloud-Dienste wie Google Drive, Microsofts Skydrive, Dropbox und Co. aus dem Boden gestampft werden, hängen sich die User sofort ein und teilen ganz praktisch ihre Daten &#8211; diskutieren aber währenddessen munter angestrengt über mögliche Folgewirkungen.</p>
<p>Ich bin also genervt. Von der zunehmenden Abstinenz an Selbstverantwortung der User, dem mangelndem Verständnis von Datenschutz und dem Abwälzen an Politik und Co.</p>
<p>Aktueller Fall gestern &#8211; ein Fotograf kommentiert auf Google+ ein Foto, findet es schön und fragt dann in den Kommentaren, &#8220;ob man das Bild eh verwenden kann&#8230; oder ist das womöglich geschützt oder so?&#8221; Lieber User &#8211; jedes Bild, das nicht anders ausgezeichnet ist oder keine Freigabe zur Verwendung seitens des Urhebers trägt, ist geschützt. Natürlich unterliegt es also einem Urheberrechtsschutz &#8211; so wie grundsätzlich alle Bilder &#8211; aber das sollte man als Fotograf doch erst recht wissen?</p>
<p>Und so ist es im Netz &#8211; alle reden und diskutieren laut, beschweren sich über das Durchleuchten und Co&#8230; und twittern dann wie verrückt von einer Re:publica und diskutieren die Themen auf Facebook. </p>
<p>Es ist absurd. </p>
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		<title>Firmensalat</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 16:41:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
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		<description><![CDATA[Habt ihr Euch schon mal gefragt, welche Firma mit welcher Firma so verbandelt ist und wo in welche Kanäle Euer sauer verdientes Geld nach dem fröhlichen Ausgeben hingeht? Nicht? Egal. Hier seht ihr mal eine kleine Übersicht, wer denn da so aller die Fäden zieht&#8230; müsst auf&#8217;s Bild klicken, um es in groß zu sehen! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Habt ihr Euch schon mal gefragt, welche Firma mit welcher Firma so verbandelt ist und wo in welche Kanäle Euer sauer verdientes Geld nach dem fröhlichen Ausgeben hingeht? Nicht? Egal. Hier seht ihr mal eine kleine Übersicht, wer denn da so aller die Fäden zieht&#8230; müsst <strong>auf&#8217;s Bild klicken</strong>, um es in groß zu sehen!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://i.imgur.com/k0pv0.jpg"><img src="http://muli.nl/wp-content/uploads/companys-800x3131.jpg" alt="" title="Firmen-Netzwerke" width="780" height="305" class="aligncenter size-full wp-image-3849" /></a></p>
<p>Allerdings habe ich den Urheber bzw. die verlässlichen Quellen nicht dazu gefunden, aber so im Groben wird&#8217;s schon stimmen. Ich finde es immer gut, solche Sachen visualisiert zu sehen, auch um zum Beispiel die Herkunft oder Handhabung von Produkten in bestimmten Fällen ein bisschen kritischer zu sehen bzw. so manche Aussagen vorsichtiger zu genießen. Mahlzeit übrigens!</p>
<p><em><small>Gefunden via <a href="http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2012-04/markenvielfalt/">Kotzendes Einhorn</a> und <a href="http://doktorsblog.de/2012/04/26/bon-appetit/">Doktors Blog</a></small></em></p>
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		<title>Fade Nocken</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 07:24:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich muss ja mal so ganz nebenbei sagen, dass ich es wirklich sehr schade finde, dass es kaum jemanden in meinem nahen privaten und ganz persönlichen Freundeskreis gibt, der bloggt. Ein paar Ansätze hat es mal da und dort gegeben, aber im Endeffekt ist nie was draus geworden. Zwar bin ich so oder so in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss ja mal so ganz nebenbei sagen, dass ich es wirklich sehr schade finde, dass es kaum jemanden in meinem nahen privaten und ganz persönlichen Freundeskreis gibt, der bloggt. Ein paar Ansätze hat es mal da und dort gegeben, aber im Endeffekt ist nie was draus geworden. </p>
<p>Zwar bin ich so oder so in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blogosphäre">Blogosphäre</a> und da und dort auch näher mit anderen verknüpft, aber es wäre schon irgendwie noch eine Spur feiner, wenn auch nahe Umstehende in meiner privaten Welt auch ihren Senf eintippen würden. Passiert aber nicht&#8230; und das Wenige, dass man so auf Facebook oder Google+ lesen kann ist halt auch nicht gerade berauschend oder nahrhaft genug, um mental satt zu werden. </p>
<p>Schade, dabei hätten so viele von Euch spannende Dinge zu erzählen&#8230; Sonnenschein über das Leben in fremden Ländern, Marygotchi über Kunst und Filmdrehs, Tofugotchi über herzige Geschichten und leckere Rezepte, Mike über Games und Partys, Miaugotchi über ökologischen Anbau und Ressourcen-Alternativen, Grisu über die Welt von Comics und Filme und so weiter und so fort&#8230;</p>
<p>Tja. Fade Schnuffis.</p>
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		<title>Kolumbiens Trauma</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 04:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Sehr sehenswerte Doku-Reportage, die gestern Nacht auf ARTE lief. Sie schildert die Ereignisse am und nach dem 6. November 1985 mit Original-Aufnahmen von der Stürmung des Justizpalastes in Bogota. Ich sage da nur Politik, Armee und verschwundene Menschen &#8211; und Angehörige, die bis heute (beeindruckend) durchhalten, um den Verbleib von Geiseln zu klären. &#8220;Am 6. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr <a href="http://videos.arte.tv/de/videos/kolumbiens_trauma-6577884.html">sehenswerte Doku-Reportage</a>, die gestern Nacht auf ARTE lief. Sie schildert die Ereignisse am und nach dem 6. November 1985 mit Original-Aufnahmen von der Stürmung des Justizpalastes in Bogota. Ich sage da nur Politik, Armee und verschwundene Menschen &#8211; und Angehörige, die bis heute (beeindruckend) durchhalten, um den Verbleib von Geiseln zu klären.</p>
<p><em>&#8220;Am 6. November 1985 stürmen schwer bewaffnete Mitglieder der M-19-Guerilla den Justizpalast, Sitz des Obersten Gerichtshofs, in der Innenstadt von Bogota. Sie nehmen Hunderte Geiseln, darunter fast alle Obersten Richter Kolumbiens. (&#8230;) Die Regierung verweigert Verhandlungen, der Präsident setzt das Militär in Bewegung und gibt den Befehl zur Erstürmung des Justizpalastes. Bogotas zentrale Plaza verwandelt sich in ein blutiges Schlachtfeld. Fast hundert Menschen sterben, darunter fast alle M-19-Guerilleros, elf Richter und viele Angestellte des Gerichtshofs. Zwölf Personen bleiben bis heute vermisst. (&#8230;) Im Verlauf eines emotional aufgeladenen Prozesses fürchten Anwälte, Ankläger und Richter um ihr Leben, engagieren Leibwächter, tragen kugelsichere Westen und müssen sich gegen Todesdrohungen behaupten.&#8221;</em></p>
<p><object classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=10,0,0,0" id="playerArte" allowScriptAccess="always" width="450" height="303" ><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="quality" value="high"><param name="movie" value="http://videos.arte.tv/videoplayer.swf?configFileUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fcae%2Fstatic%2Fflash%2Fplayer%2Fconfig%2Exml&#038;lang=de&#038;videorefFileUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fde%2Fdo%5Fdelegate%2Fvideos%2Fkolumbiens%5Ftrauma%2D6577884%2Cview%2CasPlayerXml%2Exml&#038;admin=false&#038;mode=prod&#038;videoId=6577884&#038;autoPlay=true&#038;localizedPathUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fcae%2Fstatic%2Fflash%2Fplayer%2F&#038;embed=true&#038;autoPlay=false"><embed src="http://videos.arte.tv/videoplayer.swf?configFileUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fcae%2Fstatic%2Fflash%2Fplayer%2Fconfig%2Exml&#038;lang=de&#038;videorefFileUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fde%2Fdo%5Fdelegate%2Fvideos%2Fkolumbiens%5Ftrauma%2D6577884%2Cview%2CasPlayerXml%2Exml&#038;admin=false&#038;mode=prod&#038;videoId=6577884&#038;autoPlay=true&#038;localizedPathUrl=http%3A%2F%2Fvideos%2Earte%2Etv%2Fcae%2Fstatic%2Fflash%2Fplayer%2F&#038;embed=true&#038;autoPlay=false" width="450" height="303" allowFullScreen="true" name="playerArte" quality="high" allowScriptAccess="always" pluginspage="http://www.macromedia.com/go/getflashplayer" type="application/x-shockwave-flash"></embed></object></p>
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		<title>Zu viele Menschen.</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 06:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Das ist jetzt ein klassischer, philosophischer Eintrag, wo jeder Leser sich denkt &#8220;Ja eh&#8230; aber das lesen&#8230; ist so fad wie eine Live-Übertragung aus dem Parlament&#8221;. Absolut. Trotzdem möchte ich es hier loswerden. Ich kann das Wort &#8220;Wachstum&#8221; nämlich einfach nicht mehr hören. Schon gar nicht aus der Politik oder Wirtschaft. Nicht nur deshalb, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist jetzt ein klassischer, philosophischer Eintrag, wo jeder Leser sich denkt &#8220;Ja eh&#8230; aber das lesen&#8230; ist so fad wie eine Live-Übertragung aus dem Parlament&#8221;. Absolut. Trotzdem möchte ich es hier loswerden. Ich kann das Wort &#8220;Wachstum&#8221; nämlich einfach nicht mehr hören. </p>
<p>Schon gar nicht aus der Politik oder Wirtschaft. Nicht nur deshalb, weil es sowieso sinnlos geworden ist, denn die da oben richten es sich sowieso immer, <a href="http://orf.at/stories/2113420/2113421/">Korruption</a> an allen Ecken und Enden, geförderte Schattenwirtschaft, kosmetische Gesetze, die nichts bewirken, seit dem 1. April mit der <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/8344-ueberwachung-selbstzensur-ist-keine-antwort.php">Vorratsdatenspeicherung</a> nun jetzt auch ein Überwachungsstaat, über den vor ein paar Jahren noch viele gelacht haben und als utopisch abgestempelt haben und so weiter und so fort. Da stellt es einem so oder so die Haare auf, aber mir fast noch mehr, wenn nämlich wiedermal über das &#8220;fehlende Wachstum&#8221; geklagt wird. </p>
<p><img src="http://muli.nl/wp-content/uploads/Menschen.jpg" alt="" title="Menschen... und noch mehr Menschen." width="800" height="403" class="aligncenter size-full wp-image-3354" /><br />
<small>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/18378655@N00">James Cridland</a> via <a href="http://www.flickr.com/photos/18378655@N00/613445810">Flickr</a>.</small></p>
<p><strong>Wir müssen wachsen!</strong><br />
Alles muss ständig wachsen, alles muss ständig größer werden, alles muss um mindestens soundso viel Prozent pro Jahr steigen, sonst kippt das System und so weiter. Blablabla. Ich kann das einfach nicht mehr hören. Es kann und darf kein immerwährendes Wachstum geben. Es darf nicht sein.</p>
<p><span id="more-3352"></span></p>
<p>Ob man es will oder nicht, die Erdkugel hat nun mal eine physikalische Begrenzung an Räumlichkeit für uns Menschen. Das sollte sogar jemanden ohne großem Verständnis der Welt um einen herum klar sein. Es gibt hier einfach nicht mehr Platz&#8230; und trotzdem lautet der allgemeine Tenor &#8220;Wir müssen wachsen. Wir brauchen mehr Kinder. Wir brauchen mehr Konsumenten. Wir brauchen mehr Ressourcen, mehr Rohstoffe und mehr Wachstum in der Industrie.&#8221; </p>
<p>Wir benötigen mehr Kraftwerke, zum Beispiel Atomstrom, weil wir sonst den Energiebedarf nicht decken können. Wir benötigen bessere Abbau-Methoden, um den Bedarf der Industrie zu stillen. Wir benötigen größere Flughäfen, um immer mehr Menschen zu transportieren. Wir benötigen mehr Siedlungen, wir benötigen mehr Autos, mehr Trinkwasser, mehr Medikamente, mehr Straßen, mehr Züge, mehr Hochhäuser, mehr, mehr und mehr. </p>
<p>Da wurde vor wenigen Tagen die Idee von einem <a href="http://orf.at/stories/2111202/2111209/">Holzhochhaus</a> präsentiert. Im ersten Moment dachte ich mir natürlich &#8220;Oh, supa.&#8221;, aber im zweiten Moment dann &#8220;Warum eigentlich? Warum ist die Idee nicht, wie können wir das Wachstum der Menschenmasse reduzieren, anstatt wie können wir noch mehr Menschen stapeln?&#8221;. </p>
<p>Und so ist es überall &#8211; bei allen Lösungen und Gedankenansätzen fällt nie das Thema &#8220;weniger Geburten&#8221;, sondern es werden immer nur Hilfslösungen gesucht. Mehr Menschen, also brauchen wir mehr Wohnungen. Aus. Das ist die Lösung, das nimmt man hin und fördert damit die Wachstums-Spirale immer weiter und weiter. Und unser wunderschöner Kapitalismus trägt sein übriges dazu bei.</p>
<p><strong>Weniger ist mehr.</strong><br />
Man stelle sich mal vor, es gäbe um die Hälfte weniger Menschen auf der Erde! Was würde denn das heißen, abgesehen davon, dass vielleicht mehr Freunde mehr verstreuter sind in der Landschaft und die Anfahrtswege etwas länger sind? Weniger Strombedarf, weniger Bedarf an sauberen Trinkwasser, weniger Felder, weniger Waldrodungen, generell weniger Ressourcen, weniger Straßen und Hochhäuser, weniger Autos und weniger Staus. Weniger Armut, da mehr an Grundstoffen erhalten bleibt. Mehr Natur, die sich selber pflegt und hegt. Und so weiter&#8230; </p>
<p>Viele Kriege würden verhindert, deren Grundlage in Raum und Religion münden. Weniger Bedarf an Ressourcen würde weniger Ausbeutung bedeuten, weniger Abhängigkeit der Länder untereinander &#8211; sowohl an Ressourcen, als auch an politischen und gesellschaftlichen Systemen. Völker, die heute unterdrückt oder überrannt werden, die einen anderen Glauben haben und ihren Platz in der Welt suchen oder was auch immer, hätten den physikalischen Raum, um ungestört zu sein. Viele soziale Spannungen, die übergeordnet in einer massiven Überbevölkerung liegen, würden vermieden.</p>
<p>(Dass es natürlich weiterhin noch den Krieg gäben würde, weil es immer irgendwo Volltrottel gibt, die die Macht als Kick benötigen und so oder so &#8220;etwas Großes schaffen&#8221; wollen, ist schon klar &#8211; aber die gehören meiner Meinung nach sowieso alle *******.)</p>
<p>Weniger Menschen heißt auch weniger Bedarf an Handys, Funkmasten, chemischen Stoffen und vielem mehr. Mehr Raum für gesündere Ernährung&#8230; wir müssten beispielsweise weniger künstlichen Käse-Imitate entwickeln, weil der Bedarf nicht so hoch und &#8220;schnell&#8221; ist. Eine mehrere Millionen-Stadt muss man ununterbrochen mit gewaltigen Mengen an Nahrung versorgen, ständig und fortlaufend, stündlich&#8230; kleinere Städte könnte man wesentlich &#8220;sanfter&#8221; ernähren &#8211; in einem Ausmaß, wo natürlicher Anbau und Abbau noch mithalten kann. Weniger Abwässer, weniger Müll und weniger Belastung für die Natur &#8211; und damit für den Menschen &#8211; wären weitere Resultate.</p>
<p><iframe width="853" height="480" src="http://www.youtube.com/embed/LF15YAvT9G0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<small>BBC-Reihe auf Youtube &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=LF15YAvT9G0&#038;feature=relmfu">How many people can live on the earth?</a>&#8220;</small></p>
<p><strong>Sinnlos. Es wird nicht klappen.</strong><br />
Aber das ist leider völlig abwegig. Immer noch sind Kinder ein Statussymbol, immer noch will jeder ein &#8220;eigenes&#8221; Kind, immer noch herrscht völliges Unverständnis für solche Dinge, wenn es um das eigene Kind geht und immer noch sind Kinder als Kritik-Thema ein völliges Tabu in der Gesellschaft, denn sie sind ja die Zukunft des Landes&#8230;.</p>
<p>Genau &#8211; heutzutage ist in Wirklichkeit jedes weitere, überzählige Kind ein Garant für den Niedergang. Politik verändert sich, Ansichten verändern sich, Völker kommen und gehen, Religionen entstehen und gehen unter, Wissen wächst und geht verloren, Tiere und Pflanzen verschwinden und entstehen neu &#8211; an dem hat und wird sich nie etwas ändern in der Geschichte der Menschheit und der Erde&#8230; aber sehr wohl, wenn die Masse an sich nicht kleiner wird &#8211; oder zumindest gleich bleibt. Das ist ein reales, tatsächliches Problem und völlig abseits von irgendwelchen philosophischen Ansätzen über Entwicklung und Zukunft an sich. Es ist ein praktisches, physikalisches Problem &#8211; nicht mehr oder weniger. Ein Glas Wasser kann ich auch nicht unendlich auffüllen.</p>
<p>Wenn ich heutzutage jemand mit Kindern sehen, dann denke ich mir natürlich auch &#8220;Oh, lieb und nett&#8221; vom Grundsatz her, sehe aber zugleich einen unglaublichen Egoismus der Mütter und Väter in Form von Selbstverwirklichung &#8211; einen, der mich heute richtig abstößt&#8230; Ja natürlich, wenn ich selber ein Kind hätte, würde ich es genauso lieben und hegen und pflegen &#8211; aber es geht jetzt nicht um die Kinder, die jetzt schon da sind&#8230; sondern um die, die folgen werden. Hier wäre (endlich) der Ansatz zu suchen. </p>
<p>Geburtenkontrolle wird immer als etwas Negatives gesehen, als Unterdrückung, Beschränkung der Freiheit und so weiter und so fort &#8211; aber ich werde mehr und mehr ein Anhänger davon. Die Ausrede, dass es dann zu Abtreibungen und Co. kommt, ist tatsächlich sehr schwach, denn dieses Problem hat nichts damit zu tun &#8211; es ist eines der vielen weiteren Dinge, die theoretisch lösbar sind. Es gibt Verhütungsmittel in allen möglichen Formen und bei entsprechender Forschung sicherlich noch weit bessere und sichere&#8230; aber sind wir uns ehrlich und sprechen das Thema auch offen an&#8230; viele Kinder sind auch einfach aus Unwissenheit und Fahrlässigkeit entstanden, aber das ist &#8211; so wie meistens &#8211; ein soziales Bildungsproblem.</p>
<p>Bildung ist sowieso eine der Grundlagen. Wir Menschen bekommen mehr und mehr Kinder weltweit gesehen, die Bildung sinkt aber zusehends in allen Schichten. Und das in einer Bevölkerung mit wenig Bildung oft mehr Kinder geboren werden, ist schon lange kein theoretisches Modell mehr. Bildung ist also ein weiterer Schlüssel. </p>
<p>Jemand, der das Wissen und Verständnis hat, seine Umwelt klar zu erfassen und es auch schafft, um drei Ecken zu denken und auch über den Tellerrand zu blicken, sich die Kettenreaktionen in der Natur und Umwelt verständlich machen kann und so weiter, der weiß von selber, wann es genug ist. Und der würde sicherlich erkennen, dass man zwar technisch noch weit mehr Menschen auf der Erde unterbringen kann, aber nicht praktisch und sinnvollerweise.</p>
<p><strong>Utopisch</strong><br />
Ich glaube &#8211; oder bin mir eigentlich sogar sicher &#8211; dass das alles eigentlich eh jedem bewusst ist. Aber das &#8220;Aber!&#8221;. Ja, ich weiß&#8230; es wird nicht passieren. Weder bessere Bildung (wir in Österreich leben in einem der reichsten und sichersten Länder auf dieser Erde und schaffen es nicht mal hier, vernünftig Bildungspolitik zu betreiben und &#8220;klar sehende&#8221; Kinder außer Haus zu schicken), noch Geburtenkontrolle &#8211; da würden unglaublich viele Gruppen auf die Barrikaden steigen &#8211; und von anderen Ländern, wo Kinder als Überlebenssicherung dienen, ganz zu schweigen. </p>
<p>Das ist das Dramatische. Es ist eigentlich erschreckend und beängstigend, wenn man sich bewusst macht, dass es einfach kein Zurück gibt. Man lasse jetzt mal Weltkriege, Seuchen, weitreichende Naturkatastrophen und Selbstauslöschung in Massen außer acht&#8230; dann weiß man einfach, dass sich hier nichts ändern wird. Seit Anbeginn der Zeit wächst die Menschheit immer mehr und mehr &#8211; und hat noch nie den eigenen Schritt unternommen, sich selber einzuschränken. Es ist völlig utopisch, es wird nicht passieren. </p>
<p>Es kann einem im Prinzip natürlich auch egal sein, alias &#8220;Nach mir die Sintflut&#8221;&#8230; ja, sicherlich. Aber solche Menschen beschäftigen sich eben sowieso nicht mit dem Thema und sind genau diejenigen, die alles zu einer Utopie machen. Der ewige Kreislauf&#8230; </p>
<p>Übrigens &#8211; und ja, ich hätte eigentlich natürlich auch gerne Kinder &#8211; aber ich würde sie trotzdem heutzutage nicht mehr in die Welt setzen wollen&#8230; wozu auch? Es gibt schließlich wirklich mehr als genug von uns. Wirklich, mehr als genug. Und es werden auch mehr. Wozu also noch ein eigenes Kind zusätzlich in die Welt setzen?</p>
<p><strong>Lesenwerte Tipps</strong><br />
<a href="http://www.zeit.de/2011/46/Kapitalismus/seite-1">Kapitalismus in der Reichtumsfalle</a> (Zeit Online)<br />
<a href="http://zuwi.at/themen/wachstum/wachstum-auf-teufel-komm-raus/">Wachstum auf Teufel komm raus</a> (zuwi &#8211; Wirtschaft neu denken)<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Voluntary_Human_Extinction_Movement">VHEMT &#8211; Freiwilliges Aussterben</a> (Wikipedia)</p>
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		<title>Kony 2012 / Wir pfuschen mal wieder rum</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 06:49:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[Weil da gerade so ein Hype drum ist und weil jetzt alle (wieder) Afrika helfen möchten und sich plötzlich (wieder) berufen fühlen, da sofort aktiv zu werden und ja brav solche Hypes mitzutragen&#8230; &#8211; der sollte sich vorher auch immer erst die andere Seite der Geschichten und solcher Hypes durchlesen &#8211; und dann erst entscheiden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil da gerade so ein Hype drum ist und weil jetzt alle (wieder) Afrika helfen möchten und sich plötzlich (wieder) berufen fühlen, da sofort aktiv zu werden und ja brav solche Hypes mitzutragen&#8230; &#8211; der sollte sich vorher auch immer erst die andere Seite der Geschichten und solcher Hypes durchlesen &#8211; und dann erst entscheiden, ob und wo und wie man helfen möchte. </p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/charlottenordahl/2359362808/" title="Uganda von Charlotte Nordahl bei Flickr"><img src="http://farm4.staticflickr.com/3152/2359362808_5a5665bfba_z.jpg" width="680" height="466" alt="Uganda"></a></p>
<p>Süddeutsche: <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittenes-video-kony-eine-kampagne-die-froesteln-laesst-1.1305052">Eine Kampagne, die frösteln lässt</a><br />
Zeit Online: <a href="http://www.derwesten.de/panorama/kony-2012-netzkampagne-gegen-massenmoerder-sorgt-auch-fuer-kritik-id6443778.html">Kony 2012 jagt den Falschen</a><br />
The Altlantic: <a href="http://www.theatlantic.com/international/archive/2012/03/solving-war-crimes-with-wristbands-the-arrogance-of-kony-2012/254193/">Solving War Crimes With Wristbands: The Arrogance of &#8216;Kony 2012&#8242;</a><br />
BoingBoing: <a href="http://www.boingboing.net/2012/03/08/african-voices-respond-to-hype.html">African voices respond to hyper-popular Kony 2012 viral campaign</a><br />
Prison Planet: <a href="http://www.prisonplanet.com/kony-2012-wrapping-imperialiam-in-activism.html">Kony 2012: Wrapping Imperialism in “Activism”</a></p>
<p>&#8230;und es gibt noch weit aus mehr Blog-Einträge und News dazu im Netz zu finden, den besten dazu finde ich leider prompt nicht mehr &#8211; über den bin ich bereits vor etlichen Tagen gestoßen und er zeigte sehr gut und nachdrücklich, wie der Hase so läuft &#8211; sollte ich ihn wieder finden, reiche ich ihn hier nach. </p>
<p><strong>Ganz was neues!</strong><br />
Auf jeden Fall &#8211; das Video von Kony 2012 ist für mich einfach ein recht plattes Emotional-Werk. Aber WFT? Das ist doch mehr als offensichtlich, oder? &#8220;Amüsanterweise&#8221; sieht man da mehr weiße Amerikaner und Co. als &#8220;schwarze&#8221; Afrikaner? Ich bitte, die Anführungszeichen zu beachten. Ich weiß nicht, sind alle schon solche blinde Lemminge geworden, ohne etwas zu hinterfragen? Die Idee mag prinzipiell gut sein und es ist ja schön, wenn alle aktiv werden und helfen wollen &#8211; aber so? Am besten gleich neu kolonialisieren?! Und warum erst jetzt? </p>
<p><span id="more-2494"></span></p>
<p>Warum nicht schon vor Jahren &#8211; ich meine der gute Joseph und seine Lord&#8217;s Resistance Army sind ja <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Kony">keine Unbekannten oder Neulinge</a> in den News und der Weltpolitik. Schon lange hat man nach einer &#8220;Lösung&#8221; gerufen und daran &#8220;gearbeitet&#8221;. Muss man erst ein Tränendrüsen-WehavePower-Video online stellen, damit die breite Masse hinschaut? Geht es wirklich nur mehr so stumpfsinnig? Gibt es kein Eigen-Interesse mehr von sich aus an der Umgebung, Nachrichten und dem Weltgeschehen? Es gab nämlich schon vor Jahren eine breite Berichterstattung, Dokus, Insider-Berichte, Blogs und was weiß ich alles rund um den Typen und seine Anhängsel &#8211; auch bei uns in Österreich&#8230; aber anscheinend muss man erst alles auf dem Silbertablett zum Sofa bringen, damit es registriert wird.</p>
<p><strong>Der &#8216;Westen&#8217; macht das mal. Besser als nichts!</strong><br />
Nebenbei &#8211; hat auch jemand mal &#8220;da unten&#8221; gefragt? Oder hoppeln wir alle einfach schnell los und kaufen uns ein Armband &#8211; und freuen uns, weil wir wieder mal den großzügigen, westlichen, barmherzigen Retter der armen, unterdrückten schwarzen Bevölkerung spielen können? Manche Dinge werden sich nie ändern &#8211; und Afrika wird nie selbstständig sein können. </p>
<p>Mir tut das Land immer mehr und mehr leid, wir pfuschen da alle auf Gutdünken und auf Grund irgendwelcher viraler Marketing-Kampagnen wie wild in komplexen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen in anderen Ländern (wie immer) herum und richten alles mal erst nach unseren Vorstellungen. Was daraus wird hat man ja eh auch die letzten 100 Jahre dort so gesehen. Erinnert mich an den Klassiker &#8211; die Grenzlinien, die man mal eben in ganz Afrika gezogen hat. Das beeindruckende Resultat sollte man kennen.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/37119711?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=d13030" width="400" height="225" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe></p>
<p><strong>Knallt ihn ab. Fertig!</strong><br />
Hollywood-Style, oder? &#8220;Join our Army of Peace!&#8221; Yeahhh! Aber gut &#8211; knallen wir mal den alten Sack Joseph Kony ab (ist er noch überhaupt am Hebel?) und dann&#8230;. ja, und dann? Aso? Aja, das war es schon! Na gut. Danach ist ja alles gut und wir können uns wieder zurück lehnen und dann dem nächsten Bösewicht widmen. So wie im Irak und so. Easy cheesy! Lustig übrigens, dass der Kony und seine Kindersoldaten so viele Waffen haben und so. Weiß nicht, warum ich gerade so nebenbei an die größten Waffen-Export-Länder denken muss. Und denken wir nur an die wirtschaftlichen Geflechte mit Europa und den USA und Import-Geschäf&#8230;. Stop &#8211; nein, nein, so kompliziert ist das alles gar nicht. Die Böse, die arm, wir gut, wir reich. Wir retten. Die gerettet sind. Wir! Yeaahh!</p>
<p>Das Blindlings-klickiklicki ist halt ein Massen-Lemming-Phänomen heutzutage geworden. Save the planet &#8211; oder so. Im Endeffekt treten alle blindlings auf Ziel XY ein &#8211; aber wir erinnern uns &#8211; sie retten ja alle. Na Gott sei Dank, alles wird gut! Ganz fest die Armbänder drücken! Und auch abwarten &#8211; denn der nächste &#8220;Rettet die Welt-Hype&#8221; wird jetzt sicher recht bald nachfolgen. Unsere Chance am Schreibtisch-Sessel aktiv zu werden. Um das was, wie und wo kümmern sich schon die anderen da. Schöne, neue Welt!</p>
<p><strong>Nachtrag</strong><br />
<em>Und ich weiß schon jetzt &#8211; sollte die Kampagne erfolgreich sein (wie eigentlich, Tötung von Joseph? Ok. Und dann?), wird die Geschichte wieder recht schnell aus dem Blickfeld verschwinden, man wendet sich was Neuem zu&#8230; und was mit der Bevölkerung und dem dortigen System sonst noch so ist&#8230; nun ja. Vielleicht bei der nächsten Kampagne dann. Oder so. Man kann schließlich nicht immer alles gleich machen. Klicken wir mal. Den Rest sehen wir später. Business like usual.</p>
<p>Und übrigens &#8211; ich bin sehr wohl dafür, dass man etwas dagegen tut &#8211; auch gegen Joseph Kony. Aber das klappt nicht, in dem man einfach mal eben einen &#8220;Bösewicht&#8221; ausschaltet. Das beginnt (wieder mal) bei uns selber. Mit wem und wo haben wir Import/Export-Handel, wo ist die Bevölkerung &#038; sind die Betroffenen in solche Aktionen direkt eingebunden, wo liefern wir unsere Waffen hin, wo unterstützen wir bewusst und unbewusst über 5 Ecken solche Konstrukte, wo setzen wir bei der Bildung und Infrastruktur der Regionen an, wo ist die nachhaltige Zukunftsvision, wo sind die Roadmaps, wo sind die alternativen Beschäftigungsfelder, wo und wem schütteln unsere Politiker wie die Hand, wo und wie und von wem werden unsere Produkte produziert und vertrieben, und so weiter und so fort&#8230; da reicht ein Armband, Video und ein &#8220;We have the Power&#8221;-Ruf nicht aus &#8211; und kannibalisiert zudem das Ganze erst recht.<br />
</em></p>
<p><strong>Update &#8211; Nachtrag 2</strong><br />
<em>Man darf mich nicht falsch verstehen &#8211; es ist prinzipiell gut, wenn man es schafft, schwierige Themen einer breiten Masse zugänglich zu machen. Das wird nicht in Frage gestellt. Was ich aber fragwürdig finde, ist das &#8220;Wie&#8221;. Ein Video wie das schafft keine Aufklärung, es bedient sich nur simpler und etwas billiger Polemik und verführt die junge Masse, so dass sie glauben, dass man mit einem Klick einfach so die Probleme mal eben löst und dabei noch zum Helden und Kämpfer wird. Das finde ich aber mittlerweile auch generell bei Hilfsaktionen ein Problem. Mir fehlt die weiterführende Aufklärung, Bildung und Einsicht in das Thema.</p>
<p>Zudem klicken alle auf &#8220;Gefällt mir&#8221; und Co., ohne sich auch selber weiter detaillierter mit Situation auseinander setzen zu wollen &#8211; und hinterfragen kaum, sobald flotte Youtube-Videos, Kinder-Lachen und moderne Bildsprache verwendet wird. Die ACTA-Demos waren nach langer Zeit wieder kritischer, aber auch da muss man sagen &#8211; am letzten Drücker. Das Thema gab es schon lange vorher, nur fehlt irgendwie das Interesse. Erst mit Piraten, Masken und Co. muss man dann winken, damit sich was tut. Und hier liegt der Hund begraben. Sich selber interessieren, informieren und etwas tun passiert heute kaum noch &#8211; man wartet, bis was in der Wall erscheint.</p>
<p>Und Formulierungen wie &#8220;Armee des Friedens&#8221; und Co&#8230; wir brauchen uns da nur an die &#8220;Koalition der Willigen&#8221; und ähnlichen Power-Reden wie unter Bush und anderen, auch europäischen Politikern erinnern &#8211; auch geschichtlich&#8230; für &#8220;Frieden und Freiheit&#8221;. Voller Stolz und Emotion. Welche Befreiung?</em> </p>
<p><small>Foto: Uganda. Von <a href="http://www.flickr.com/photos/charlottenordahl/2359362808/">Charlotte via Flickr</a></small></p>
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		<title>Egoismus</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 05:41:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Archiv]]></category>
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		<description><![CDATA[Sonnengotchi (weit weg in den fernen Gefilden) und ich unterhalten uns zur Zeit über das Thema Egoismus und Dummheit bei Menschen. Irgendwie spannend vom Inhalt her. Ich klatsche mal kurz wie bei einem Notizbuch einen kleinen Auszug hier rein, den ich gestern in der Konversation dazu geschrieben habe &#8211; für mich selber zum archivieren. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sonnengotchi (weit weg in den fernen Gefilden) und ich unterhalten uns zur Zeit über das Thema Egoismus und Dummheit bei Menschen. Irgendwie spannend vom Inhalt her. Ich klatsche mal kurz wie bei einem Notizbuch einen kleinen Auszug hier rein, den ich gestern in der Konversation dazu geschrieben habe &#8211; für mich selber zum archivieren. Ich muss mir das nämlich selber öfter vergegenwärtigen.</p>
<blockquote><p>
&#8220;Ich bin (werde) mehr und mehr der Naturtheoretiker. Gefressen oder gefressen werden. Denn da hat uns die Natur eines unglaublich weit voraus&#8230; sie funktioniert seit Jahrmillionen mehr als beeindruckend &#8211; und funktioniert Millionen Jahre länger als der Mensch, der zeitlich gesehen sowieso nur ein kleiner &#8220;Puff&#8221; auf dem Zeitstreifen ist.</p>
<p>In der Natur herrscht der pure Egoismus &#8211; es überlebt der, der den besten, effizientesten und schnellsten Weg für sich findet&#8230; nur mit einem gewaltigen Unterschied zum Menschen&#8230; sie kannibalisiert sich nicht selber dabei, sondern hält ein ausgewogenes Gleichgewicht. Es wird nur soweit egoistisch gehandelt &#8211; egal ob Tier- oder Pflanzenwelt &#8211; so dass andere weiterhin ihren Raum bzw. Ressourcen finden (können im Gesamten gesehen). Und das schafft sie (die Natur) extrem gut, seit langem und sehr artenreich und auch &#8211; für uns Menschen gesehen &#8211; in wunderschöner Form. (&#8230;)</p>
<p>Meiner Meinung nach, hat also die Natur den gesunden Egoismus (Vorankommen des Einzelnen und er dient zugleich dabei dem Ganzen &#8211; Masterplan) und eine gesunde Mischung an Wissen &#038; &#8220;Intelligenz&#8221; (Überlebenstechniken) und Dummheit (ein Grashüpfer ist dumm für sich gesehen) entwickelt. Und sie funktioniert für sich &#8211; unabhängig vom Mensch &#8211; einwandfrei in jeder Situation seit Anbeginn der Zeit. Egoismus (und Dummheit) ist also per se nichts Schlechtes!</p>
<p>Einzig &#8211; es klappt halt bei uns Menschen nicht mehr so in der natürlichen Form. :/&#8221;
</p></blockquote>
<p>Was in den Klammern steht, habe ich hier ergänzt, sonst kommt man als Außenstehender nicht mit. <img src='http://muli.nl/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Pinterest &#8211; der falsche Hype</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2012 17:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Copyright]]></category>
		<category><![CDATA[Illegalität]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Und jetzt ein kleiner Link zum Lesen &#8211; gut geschrieben: <a href="http://lovelife.typepad.com/my_weblog/2012/02/not-pining-for-pinning.html">Not pining for pinning</a>. Da werden ein paar sehr gute Punkte bezüglich Pinterest aufgeworfen, die die meisten User vermutlich nicht bedenken&#8230;</p>
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		<title>Mein Problem mit den &#8220;Alternativen&#8221;</title>
		<link>http://muli.nl/2012/02/mein-problem-mit-den-alternativen/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 07:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativ]]></category>
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		<category><![CDATA[Demonstrationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder der mich kennt weiß, dass ich schon aus Trotz heraus das Gegenteil wähle, aussuche oder mache und so weiter. Ich rege mich gerne über die Großen da oben auf, unabhängig davon, wie die Bewertung der Richtigkeit im ersten Moment ausschaut. Aber ich bin auch, glaube ich, vernünftig genug, Argumenten und Vorschlägen zuzuhören und sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder der mich kennt weiß, dass ich schon aus Trotz heraus das Gegenteil wähle, aussuche oder mache und so weiter. Ich rege mich gerne über die Großen da oben auf, unabhängig davon, wie die Bewertung der Richtigkeit im ersten Moment ausschaut. Aber ich bin auch, glaube ich, vernünftig genug, Argumenten und Vorschlägen zuzuhören und sie einfließen zu lassen in meine Meinung. Ich &#8220;versuche&#8221; zumindest offen zu sein. So viel mal dazu.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/29909773@N08/3916858850/" title="Die Piratenpartei auf der Demo Demo Freiheit statt Angst von humanoid23 bei Flickr"><img src="http://farm3.staticflickr.com/2534/3916858850_08fc8a34af_z.jpg" width="640" height="360" alt="Die Piratenpartei auf der Demo Demo Freiheit statt Angst"></a></p>
<p>Aber ich habe mehr und mehr ein Problem mit den &#8220;Alternativen&#8221; &#8211; sei es in der Politik, Veganer, Aussteiger, Hacker bzw. Cracker, generell Demonstranten, Tierpelzgegner oder was auch immer&#8230; und nein, nicht wegen dem was sie tun, sondern um das WIE. Genau um das geht es nämlich. </p>
<p><strong>Ich bin nämlich dafür.</strong><br />
Ich bin für politische Anti-Bewegungen, ich bin für veganes Essen und würde mir wünschen, dass ich es auch zu 100% schaffen würde, ich bin absolut für Aussteiger (braucht man ja nur die Wohnung- und Häuser-Geschichten anschauen hier im Blog &#8211; ich liebe das), wer kiffen will, soll es tun &#8211; ich brauche es nicht, aber wenn man die schweren Suchtmittel Zigaretten und Alkohol offiziell kaufen darf&#8230;. dann ppfff, ja warum nicht? Ich finde es gut, dass jemand Programme und Datenbanken crackt vom Prinzip her (mehr unten dann), ich finde es toll, wenn man auf die Straße geht und sich gegen den Sumpf an Politik, Korruption und Wirtschaft stellt, und in Zeiten von High-Tech-Textilien ist es begrüßenswert, wenn sich jemand hinstellt und klar macht, das echter Pelz Schwachsinn und Quälerei ist.</p>
<p><strong>Aber die Klischees?</strong><br />
Aber das wie. Das ist das Problem und es nervt mich zusehend. Warum haben Veganer dieses &#8220;Veganer-Klischee&#8221;? Warum müssen Aussteiger Dreadlocks, Bärte und Co. in unseren Köpfen haben? Warum ist der Kiffer für uns der klassische, gechillte Jugendliche auf der nächsten Parkbank während der Unterrichtszeit? Warum ist der Hacker oder Cracker ein fetter Milchbartträger oder dünn, 15 Jahre alt, hat Pickel und ist ganz weiß im Gesicht, dicke Brillen und keine Freundin? Warum sind Anti-Politik-Demonstranten immer Clowns, Chaoten und &#8220;Wir sind gegen alles, aber für nichts&#8221;? Warum haben Tierpelzgegner immer etwas anrüchiges in Form von Radikalität an sich?</p>
<p><strong>Das Spiegelbild</strong><br />
Weil sie es zulassen. Weil sie nichts dagegen tun. Tut mir leid, aber so ist es. Klar &#8211; die Medien und die konservative, gehobene Gesellschaft mischt da gehörig mit, formt und verzerrt das Bild zu ihren Gunsten, beeinflusst das allgemeine Stimmungsbild, schafft Vorurteile und drängt damit so manche tatsächlich auch in das gelebte Klischee. Sie versuchen damit, solche Bewegungen zu ersticken, sie in das lächerliche zu ziehen und sie klein zu halten. Aber dennoch &#8211; man muss sich selber zuerst bei der Nase fassen.</p>
<p><span id="more-2141"></span></p>
<p><strong>Beispiele</strong></p>
<p><strong>ACTA-Demos.</strong><br />
Ja, sie haben tatsächlich etwas bewirkt, sie haben Bewegung und Dynamik in ein lange verschwiegenes und verschobenes Thema gebracht. Auch wenn ein Großteil der Bevölkerung ja noch immer nicht genau verstanden hat, um was es geht &#8211; und auch wenn weiterhin ACTA, Urheberrechte und Entgelt für Künstler und Copyright-Inhaber fälschlicherweise vermischt werden &#8211; kapieren und sehen sie zumindest, dass Demonstrationen was bringen können (hoffentlich) und Abkommen näher durchleuchtet werden. Insofern wurde alles richtig gemacht. Man hat jemanden erreicht. Aber leider nur einen bestimmten Teil der Bevölkerung&#8230; ältere Semester haben keinen Zugang dazu&#8230; für sie ist das fremd&#8230; vor allem was sehen sie? </p>
<p>Junge, über-hippe, vermummte Menschen, die mit Masken und sonstigen Verkleidungen durch die Stadt marschieren und Transparente wie &#8220;Fuck ACTA&#8221; oder &#8220;Nieder mit dem Scheiß&#8221; hochhalten. Mal ehrlich? Was soll das??? Warum muss ich bei so einem gewichtigen Thema Fasching spielen? Warum nichtssagende Schilder hochhalten? Ich habe bei den Demos bisher nur zwei Gute gesehen &#8211; eines davon war &#8220;Urheberrecht &#8211; reformieren statt zementieren&#8221;. Da ist eine Aussage dahinter. Da ist klar, dass es eine Regelung braucht. Abr einfach nur &#8220;Nein&#8221; sagen, ist keine Antwort oder Position. Und warum mit der Guy-Fawkes-Maske? Warum beginnt man automatisch Anonymous und Co. mit solchen Dingen wild zu vermischen? Vor allem wette ich, dass 60% der Demonstranten die Maske nicht ernsthaft zuordnen können.</p>
<p>Warum lässt man es zu, dass man der restlichen Bevölkerung TV-Bilder und Fotos von bunt verkleideten Jugendlichen zeigt, die &#8220;Fuck&#8221;-Schilder hochhalten, in die Kameras &#8220;Nieder mit dem Staat&#8221; schreien &#8211; und dann wundert man sich, wenn man für die Zuseher als Chaoten, Kasperl und &#8220;Pseudo-Linke&#8221; abgestuft wird? Selber schuld, kann ich nur sagen. Ein ganz normaler, ernster Schweigemarsch (ja, wirklich! Ganz normal gekleidet), mit sinnvollen Schildern und ernsten Mienen, tatsächlich Kenntnisse vom Thema, so dass man auch vor Kameras argumentieren kann &#8211; das würde noch mehr erreichen. </p>
<p>Die Politik und höhere Gesellschaft hat vor den &#8220;Chaoten&#8221; weniger Angst, als wenn da plötzlich sich tausende Menschen auf den Straßen versammeln, die völlig ernst, ruhig und gezielt sich gegen etwas auflehnen und wo klar wird, dass sie mit ihren Beschlüssen nicht nur eine (in ihrer Ansicht) Unterschicht treffen, sondern plötzlich auch ihre eigenen Wähler. Eine ÖVP oder SPÖ muss sich um einen grölenden &#8220;Fuck it&#8221;-Hippie keine Gedanken machen, denn der wird die vermutlich so oder so nie wählen. Wenn hingegen ein junger Mann oder junge Frau normal gekleidet dort steht, die auch aus ihren eigenen Wähler-Reihen kommen könnte &#8211; dann kann so was auch für große Parteien brenzlig und gefährlich werden. Es wird auch schwieriger für sie, abzuschätzen, was da so passiert. Und damit muss man spielen. Die Demos waren ein Erfolg, aber sie könnten noch viel mehr davon haben.</p>
<p><strong>Aja, Piratenpartei Österreich</strong><br />
Also &#8211; die sind ja bei uns in Österreich eher im medialen Schatten zu finden. Aber ich sag&#8217;s direkt &#8211; ist irgendwie klar. Auch wenn es mir leid tut, denn ich würde mehr Bewegung in dem Lager unterstützen, wenn sie bodenständig bleibt. Aber wo ist die mediale Präsenz? Die News-Meldungen auf der Webseite wirken wie abgeschrieben aus anderen Nachrichten und Blogs, es wird dort kaum was erklärt &#8211; ein ahnungsloser Bürger wird dort nur von Demo-Infos und kurzen News empfangen, eine Möglichkeit sich umfassend zu informieren mit dem &#8220;Aha!&#8221;-Effekt bleibt völlig aus. Der Spruch &#8220;Freies Wissen, Freie Kultur, Freie Menschen, Freie Meinungsäußerung&#8221; als Programm &#8211; bitte! Jede, wirklich fast jede kleine Anti-Bewegung spuckt diese Sprüche aus, die sind schon so abgedroschen und ausgelaugt. Vor allem &#8211; ja, nette Idee. Aber wie? Wo ist das Programm zur Verwirklichung? </p>
<p>Wer steht dahinter? Wo sehe ich die Menschen, die da mitwirken? Keine Fotos oder sonstiges, stattdessen &#8220;Vorstände: lux_perpetua, Hellboy, MrCrazy (&#8230;)&#8221; und so weiter. Wie sollen sich denn &#8211; abgesehen von der kleinen Netzcommunity &#8211; die breite Bevölkerung für so was begeistern können? Und vor allem sieht man einen Schwachpunkt deutlich &#8211; die scheinen mehr mit sich selber beschäftigt zu sein, als mit ihrem Programm?! In den Foren streitet man gegenseitig rum und verliert sich in Satzungen, Bestimmungen, wer was wie wo macht und wie, und dass es gestern super war, weil 4 Personen da waren&#8230;. unter dem Punkt &#8220;Presse&#8221; findet man praktisch gar nichts?! WTF? Wie soll man da Lust bekommen, so eine Bewegung zu unterstützen? </p>
<p>&#8220;Viele andere Punkte befinden sich gerade in Arbeit oder müssen erst bei der nächsten Generalversammlung beschlossen werden.&#8221; Wenn man die Foren liest, dann kann das so lange dauern wie bei den großen Parteien. Schade.</p>
<p><strong>Veganer.</strong><br />
Die Idee ist ja nicht schlecht vom Prinzip, aber sie wird meiner Meinung nach viel zu sehr einseitig verbreitet. Wenn man heute Veganer als Idee vertritt, dann ist da fast immer &#8220;Für die Tiere, gegen das Leid&#8221; zu hören. Absolut. Stimmt. Ja. Gut so. Nur &#8211; es gibt, ob man will oder nicht, einen großen Teil der Bevölkerung, dem das einfach egal ist. Der hat keinen Bezug zu Tieren, dem fällt eine Emotionalisierung oder Bezugsherstellung schwer, der interessiert sich sowieso nicht dafür, ob da irgendwo Schweine eingepfercht werden und unter furchtbaren Bedingungen umkommen. Der geht arbeiten, hat seine Familie und will zuhause dann was essen. Das ist sein &#8220;Ziel&#8221;. Wie und was &#8211; um das will oder kann er sich keine Gedanken machen.</p>
<p>Aufklärung und Wissensvermittlung ist etwas, dass man bei der jungen Generation machen kann, dort muss man ansetzen, damit eine neue, kritische Jugend heranwächst, die damit auch schon in der Kindheit in Berührung geommen ist und sich dem Thema unvoreingenommen annehmen kann. Aber es gibt dennoch eine gewaltige Masse in der Bevölkerung, die dazu einfach zu sehr im Hamsterrad lebt und zu der älteren Generation gehört. Da macht es wenig Sinn, mit Hasten-Kostümen durch die Stadt zu laufen, oder Sprech- &#038; Chorgesänge vor irgendeinem Lokal zu machen. Das zeigt nur &#8220;Ich bin dagegen&#8221;&#8230; aber mehr nicht. Warum sollte sich der andere dadurch angesprochen fühlen? Es sollte doch vielmehr so sein, dass man mit ernsten Argumenten nicht nur die Problematik, sondern auch Vorteile präsentieren kann &#8211; und das auch ohne automatisch Tierbezug. </p>
<p>Es klingt vielleicht hart &#8211; aber ich finde &#8211; ebenso wie bei Pelz: mir ist es lieber, der eine trägt keinen Pelz oder isst kein Fleisch, weil er sich einen wirtschaftlichen, egoistischen Vorteil verspricht und der andere, weil er Tiere retten will. Auch wenn nur das Zweite &#8220;richtig&#8221; ist, bringt aber auch die erste Einstellung was. Besser so, als gar nicht. Aber meistens ist es in Diskussionen so, dass wenn einer sagt &#8220;Ich mag Tiere nicht&#8221;, dass er dann ausgeklammert und als &#8220;Hoffnungslos&#8221; abgestempelt wird. Ganz ehrlich &#8211; dann hole ich den Typen doch anders an Bord??! </p>
<p>Dann erkläre ich ihm halt, dass er sich was erspart oder dass seine Transportkosten geringer werden, dass er seine Gesundheit fördert, whatever &#8211; man muss halt dann andere Argumente finden als &#8220;Rettet die Hasen&#8221; und aus. Nur weil einer mit Tieren nichts anfängt, darf ich ihn ja nicht als &#8220;Unterstützer&#8221; ausklammern. Auch hier würde weniger Hasen-Kostüm und mehr Sachlichkeit viel mehr bringen.</p>
<p><strong>Hacker und Cracker</strong><br />
Abgesehen davon, dass man heute die Differenz eh schon völlig vermischt hat, hat das Ganze noch immer diesen Nerd-Touch von Pickel, Brille, weißes Gesicht, keine Freundin, dicklich oder extra-dünn und Minderjährigkeit an sich. Dabei ist es schon lange ein Geschäft der Anzugträger, der gewichtigen Multi-Millionen-Industrie, der Kriminialität und so weiter. Da gibt es schon lange keine Unschuld mehr, sondern da spielt Geld, Macht und Co. mit.</p>
<p>Anonymous &#8211; als kollektives, verzweigtes und dennoch zusammenhangsloses Netzwerk hat wieder ein wenig Romantik in die Rebellion der digitalen Krieger gebracht. Und ja, ich bin für sie. Unterstützenswert. Ich mag es durchaus, wenn man auch mal den Großen zeigt, dass junge Leute sich nicht einfach alles gefallen lassen, dass sie nicht dumm sind, dass sie technische Täuschungen oder Situationen schnell durchschauen, sich ungern ausspionieren lassen und so weiter. Aber man muss ja auch immer über den Tellerrand blicken. In der breiten Masse gibt es ein paar Sympathisanten, aber die breite Front besteht aus &#8220;Das sind Chaoten, die richten wirtschaftlichen Schaden an, usw&#8230;&#8221; aber das hat man auch selber geschaffen.</p>
<p>Auch hier fehlt die &#8220;Seriösität&#8221; und Ernsthaftigkeit bei dem Themen. Anstatt Webseiten einfach mit den (ich liebe sie!) süßen Ponys zu verschönern oder sie komplett lahmzulegen, stelle ich dort doch besser Infos online, wo sich überraschte User denken &#8220;Oha, DAS wusste ich nicht&#8221; &#8211; also bringt sie zum nachdenken, führt ihnen die Ziele von Anonymous vor Augen, regt Sympathien und fördert sich selber Fürsprecher. Aber das lahmlegen von Infrastrukturen wie im Zahlungsverkehr trifft dann doch meistens auch mehr, die von der ganzen Thematik wenig Ahnung haben und dann einfach angefressen ist. Da gibt es viel Potenzial zu holen &#8211; aber man müsste ein Eck mehr ernsthafter agieren, dann kann da richtig Bewegung reinkommen. Für den Fun-Stuff gibt es sowieso weiterhin 4Chan und Co.</p>
<p>Und was das offen legen von geheimen Daten angeht &#8211; ja, gut so, man soll ruhig zeigen, wie gefährlich das alles ist &#8211; aber zugleich auch die Ernsthaftigkeit und Seriosität zeigen, dass man es eben besser kann als die &#8220;Großen&#8221;. Wenn man Daten ins Netz stellt, dann so, dass jeder geschockt ist, beginnt das System zu hinterfragen &#8211; aber dabei dennoch die Persönlichkeit und Rechte einzelner Menschen gewahrt bleiben. Ich muss nicht alle Daten von Kreditkarten-Inhabern 1:1 offenlegen, man kann auch Familiennamen und die letzten Ziffern defacen &#8211; und hat das Gleiche erreicht, aber war ein besserer Teamplayer als die, die man kritisiert. Ich hoffe zumindest, dass sich die Bewegung da mehr auf einen gemeinsamen Konsens einigt und sachlicher wird &#8211; denn das verschafft wesentlich mehr Macht und Gewichtung im politischen und gesellschaftlichen Sinn bzw. Spiel. Enormes Potenzial.</p>
<p><strong>Meine Meinung</strong><br />
Ich wette, würden mehr &#8220;Anzug-Träger&#8221; und &#8220;Arbeiter&#8221; auf die Straße gehen, ganz ohne Masken, Schminke, &#8220;Fuck&#8221;-Schildern und ohne den Palästinenserschal (dessen Hintergrund (wie z.B. PLO) anscheinend auch nur wenige kennen) &#8211; und würde man nicht (nur!) einfach &#8220;lustige&#8221; Lieder singen und kiffend Gitarre spielen und von völliger Freiheit schwärmen, dann würde man viel mehr erreichen&#8230; man würde auch die breite, ängstliche und zurückhaltende sowie konservative Masse in Österreich ansprechen (und das ist der große Teil nun mal), auch die gehobene Mittelschicht und die einfachen Arbeiter &#8211; die von ACTA, 4Chan, Anonymous, veganem Leben, kiffen und &#8220;Cracker&#8221; kaum eine Ahnung haben&#8230; außer dem medialen Bild aus der TV-Glotze oder ihrer konservativen, politisch-wirtschaftlich angehauchten Print-Zeitungen. </p>
<p>Es gäbe soviel zu tun, es gäbe so viele Möglichkeiten &#8211; und die Zeit für&#8217;s lustig sein, ist jetzt wirklich vorbei. Dazu ist alles schon zu weit vorangeschritten. Man muss ernsthafter werden, sonst fährt der Zug ab. Denn bald heißt es nicht mehr &#8220;Nieder mit dem Rechtsstaat&#8221; sondern &#8220;Erhaltet den Rechtsstaat&#8221;. Und wir haben es selber zugelassen.</p>
<p><strong>Fazit</strong><br />
Man muss als Alternativer keine Guy-Fawkes-Masken tragen, wenn man gegen ACTA demonstriert, man muss nicht Hasen lieben, um Veganer zu sein, man muss keinen Bart und Dreadlocks tragen, um sich als Aussteiger zu positionieren, man muss kein Naturlieberhaber sein, um als Alternativ zu gelten, man muss nicht eine Che Guevara-Fahne schwenken, wenn man für &#8220;Freiheit&#8221; ist &#8211; und man muss nicht &#8220;Gegen das ganze System&#8221; sein, um sich gegen etwas aufzulehnen und sich damit zu behaupten. Es reicht mehr Ernsthaftigkeit, mehr seriöse Information und Offenheit, komplexe Themen auch von der anderen Seite her für Interessierte zu öffnen. Ob derjenige einen Palästinenserschal trägt und bunt gefärbte Haare hat &#8211; oder einen Anzug trägt und steif dasteht &#8211; sie können alle für das gemeinsam Ziel arbeiten. Aber das sieht man selten, denn man schließt sich gegenseitig aus &#038; ab. Man muss ja nicht für Gemeinsames die gleichen Ansichten unbedingt haben? </p>
<p>Man hat das Gefühl, das viele mehr damit beschäftigt sind, sich selber dem Klischee entsprechend zu verhalten und es offen zu zeigen, damit man sie ja ernst nimmt. Und verkommt damit aber zu einem Spielball &#8220;der da oben&#8221;. Genau das, was man eigentlich nicht wollte&#8230;?!</p>
<p><em>Und ja, vielleicht provokant &#8211; aber Diskussionen und Meinungen sind genau deswegen erwünscht und hier gerne gesehen.</em></p>
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		<title>Rübig erklärt ACTA.</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 17:52:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Emanuel Sprosec</dc:creator>
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<p>Anschauen. Aussprache vernachlässigen. Inhalt anhören&#8230; sich klar machen, was da vorgeht. </p>
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