So schwierig…

Ich lasse diverse Weihnachtsgeschichten und Erlebnisberichte der letzten Tage, sowie die zugehörige Familienfeier mit ihrem russischen und rumänischen Wodka und die heitere Tischrunde hier im Blog mal einfach (oder besser) aus… und widme mich dahier etwas viel Faderem und Ernsthafterem. Oder doch nicht?

Naja, von mir aus abgekürzt und vereinfacht… zu der Großfamilie in das Dorf zu fahren ist jedes Mal wie eine Reise in den tiefsten Osten der frühen 90er… graue, leergefegte und abgelegene Straßen, keine Menschen zu sehen, graue, eckige Gebäude, denen die Depression vom Verputz fällt, alles ein wenig staubig-winter-grau… Schachtelwohnungen in Wohnblöcken, darin kleine Wohnungen, mit schweren Stoff-Vorhängen vor den Fenstern, der Balkon im ersten Stock mit der Blickrichtung in den nackten, leeren und grauen Betoninnenhof, Kekse, Geschenke, Gläser, Flaschen, Kerzen und sonstiges Zeugs quer auf dem Tisch verteilt, rundherum auf Sofas und diversen beigestellten Sessel eine Großfamilie, die alle laut, lachend und wild durcheinander reden, ständig quer über den Tisch, sich dabei gegenseitig und gleichzeitig zurufen, sich köstlich über den Wodka amüsieren und dabei aus Kristallgläser mit den Verpackungs-Aufklebern trinken. Danach wird geseufzt, etwas gejammert, dann wird wieder ein bisschen gelacht und dann wird es plötzlich hektisch und man beginnt herum zu räumen und dann in diversen Grüppchen aufzubrechen. So schaut Weihnachten zumindest in einem Teil der Familie aus…

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Menschen und Vorlieben

Was mich immer wieder auf’s Neue erstaunt ist, dass es oft Blogs gibt, die völlig nichtssagend ausschauen, einen eher faden, aber sehr aufgebauschten Inhalt haben und mit Werbung völlig überfrachtet sind – aber dennoch hohe Userzahlen haben. Das ist deswegen für mich interessant, weil man darin dann auch oft markante Sprüche findet wie “Klicken Sie jetzt hier und erleben sie hautnah die Sicht eines Berliners” oder “Jetzt neu – unverfälscht, echt und tiefsinnig. Mein Blog.”…

Ich meine ganz ehrlich – spricht sowas wirklich die Leute an? Anscheinend. Das fasziniert. Weil die Form dieser Selbstbeweihräucherung erinnert mich eher ungut an den Homeshop-Kanal – an so Dinge wie energetische Stoffdelfine um über 100 Euro das Stück – “Kaufen Sie jetzt. Jetzt zuschlagen, nützen Sie Ihre einmalige Chance, denn das ist das Beste für Sie!” oder auch an Buchcover, auf denen der Autor des Buches mit einem selbstgefälligen Portrait in amerikanischer Ich-sitze-vor-meinem-Kamin Manier sitzt und allwissend in die Kamera schaut – mit Titeln alias “Jetzt die ganze Wahrheit über mich”. Das Bestseller-Buch.

Ist diese Mentalität von Pseudo-Ego-Marketing tatsächlich so erfolgreich? Ich selber schrecke vor solchen Angeboten eigentlich zurück – genauso wie wenn Blogger oder Künstler auf ihren Webseiten dann Pressetexte oder selbstgeschriebene Biografien über ihre Person dort stehen haben – “Susi schreibt hier in ihrer außergewöhnlichen und tiefsinnigen Art über das Leben. Es gelingt ihr dabei, besonders die schwachen Momente des Lebens in eine blablabla….” – wohlgemerkt selbst verfasst. Ich meine, dass man sich selber in Gedanken auf den Thron setzt ist das eine, aber in öffentlichen Darstellungen sich selber als das Non-plus-ultra darzustellen, finde ich erstaunlich und irgendwie auch etwas fragwürdig.

Mich stößt sowas ab und vor allem sind mir Angebote, Blogs und Co., die sich in dieser Form anbiedern, sehr suspekt. Ob jemand gut schreibt oder ein Gespür dafür hat, kann – oder besser sollte – doch noch immer von den anderen bewertet werden… oder? Denn sich selber sieht man schließlich fast immer an der Spitze der Evolution und irgendwie als etwas Besonderes… das ist aber keine große Kunst. Ein bisschen mehr Bodenständigkeit wäre also zumindest meiner Meinung nach durchaus öfter angebracht. Selbstverliebtheit ist wichtig – aber die Dosis macht auch da das Gift.

Aber der breiten Masse gefällt es so ‘platt’ anscheinend… sonst gäbe es zum Beispiel keine Bestseller, die schon Bestseller sind (und dann auch werden), bevor sie in den Handel kommen und auch keine Blogs, die trotz 300 Werbefenster und schwachem Inhalt Fuore machen… aber gut, schließlich steht ja auch drinnen “Ein besonderer Blog mit außergewöhnlichen und spannenden Eindrücken meines aufregenden Alltages. Geschrieben von dem Erfolgsblogger Thomas Soundso.” Mh, ja… was soll man da nich sagen.

Ich versteh nicht, warum so was immer so gut ankommt. Hat denn keiner mehr eine gesunde Skepsis heutzutage?

Ach ja – abseits von diesem Thema… das Video sollte man gesehen haben. Ich sage nur “Atlantis Matrix Quantenheilungs-Code”.

[ Video entfernt ]

Die vergessene Entdeckung

Ach ja! Was für eine feine Freude, als ich heute in einer kleinen Pause unterwegs einen Eintrag in meinem mobilen Gefährten namens “Handy” entdeckte, den ich schon längst vergessen hatte. Und zwar eine kleine Liste an sehr guten Blogs, die sich zum Lesen wirklich lohnen. Die Links dazu lasse ich jetzt deswegen weg, weil ich hier nicht über 100 Links wie eine kleine, nervende Spamschleuder einstellen möchte – aber vereinfacht gesagt, hat das Stöbern und Lesen darin überflugsweise soviel Spass gemacht, dass ich gleich Lust hatte, selber irgendwas zu schreiben. Damit entsteht gerade dieser wirklich sinnfreie Eintrag ohne besonderen Mehrgewinn für den Leser.

Aber wenn man wiederum auf die Liste schaut, dann kann ich auch ruhigen Gewissens sagen, dass die besten Einträge da und dort sich genau um das Nichts drehen. Also Einkaufen, Kaffee trinken oder ähnliches, im realen Alltag völlig unscheinbare Dinge. Nachdem ich blogologisch gesehen (ich erfinde das Wort mal schnell eben, in Anlehnung an psychologisch und so was) ein sehr unstetiger Mensch bin und einmal total verausgabt was dahin tippe und das nächste Mal wieder brav dezent fad, um völlig harmlos zu sein, tut es erfrischend gut, sich Input von anderen Blogologen (auch so ein Wort) zu holen. Also halt bei anderen Freaks, die glauben, sie müssen ihr Leben transparent wie abgelaufene Milch-Rückstände online posten und auch noch daran glauben, dass sie damit der Allgemeinheit irgendwas schenken oder sogar Gutes damit tun – außer, dass sie (und ich) Werbemenschen, Firmen und Identitätsklauern das Leben leichter machen.

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Blosxom ist tot. Lange lebe Blosxom!

Ich bin überrascht. Wirklich. Vor einiger Zeit hatte ich ja die Seite Muli.cc online gestellt – das ehemalige Archiv von Douglas, das er mir freundlicherweise vollständig zur Verfügung gestellt hatte. Es ist eine Sammlung von Plugins, Erweiterungen und ähnlichen Zusätzen für die alte/solide Blog-Engine “Blosxom”. Ein simples Perl-Script, welches schon seit mehr als einem Jahrzehnt mehr oder weniger unverändert geblieben ist, noch immer aus einer Datei besteht und absolut minimales Bloggen ermöglicht. Und treu wie ein Käfer läuft… und läuft… und läuft…

Das für mich Erstaunliche nun ist, dass ich nach dem Einrichten von einem Statistik-Tool kürzlich feststellte, dass pro Tag sich durchaus an die 10 User auf der Seite herumtreiben. Das ist nicht viel für normale Webseiten heutzutage – ja. Aber in Relation zu der kleinen Community an Blosxom-Bloggern weltweit und einer wirklich sehr, sehr kleinen Handvoll an (halb-) aktiven Seiten im gesamten Netz wie meine Muli.cc-Seite, ist es spannend zu sehen, dass es doch noch immer Interesse und Bedarf daran gibt. Den User-Statistiken nach werden fast täglich Plugins und Co. von der Seite herunter geladen – und auch die Seiten, die aufgerufen werden, zeugen davon, dass sich die User länger und intensiv mit dem Thema/der Blog-Engine auseinander setzen.

Ich finde das schön. Die Seite bringt also jemanden etwas… so soll es sein!

Die Qual der Wahl

Es ist wirklich mühsam. Die Sammlung der sogenannten “Bookmarks” oder Favoriten – also Webseiten-Links, die man sich für später aufhebt. Ich bin seit jeher einer, der ständig durch die Weiten des Netzes tigert, auch immer wieder einfach einer Webseite folge und dann der Nächsten und so weiter – sozusagen den Spuren im Schnee folge… dabei entdeckt man immer wieder völlig überraschende oder ungewöhnliche Dinge, Projekte, Design & Layouts oder spannende Menschen. Es macht Spass und hat halt ein wenig von Schatzsuche, vermischt mit etwas Abenteuer. Auch findet man dabei immer wieder neue und interessante technische oder konzeptionelle Ideen, die man mal später gut gebrauchen bzw. anderweitig auswerten kann – oder auch Wissen, das man bei einer bestimmten Gelegenheit verwenden möchte.

Und so sammeln sich im Laufe von einer Woche zwischen zehn bis hundert solcher Links in meiner Sammlung an. Meistens aufgeteilt in Technik, Design, Leben, Blogs, Mode & Fotografie, Architektur und Musik. Und dann gibt es noch Diverses. So weit, so gut.

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Neues Layout

Nachdem ich letztens bei einem der Gotchis mitbekommen habe, dass das mit dem Handy hier beim Blog-Lesen nicht immer optimal ist (war), habe ich mir bei dem sympathischen Elmastudio-Duo eines der kommerziellen Templates (Bugis) geschnappt – ich hatte sowieso schon länger damit geliebäugelt. Das Layout ist eine feine Sache – erstens muss ich nichts technisch machen, zweitens ist es auch für Smartphones, iPads und Co. geeignet und es ist auch wesentlich sauberer. Ein wenig Schuss Quietsch-Farbe fehlt vielleicht noch, aber es hat alles Zeit – ich habe es damit nicht eilig.

Ja, irgendjemand wird jetzt vermutlich sagen “Warum? Du könntest es doch selber machen.” Ja. Kenntnisse wäre schließlich nach all den Jahren ja genug da. Ich habe sogar ein Ähnliches vor ein paar Wochen mal gecodet und mit ein wenig Anpassung würde es sogar recht ähnlich ausschauen. Aber ich bin des Bastelns müde geworden. Es freut mich nicht mehr, stundenlang hier am Computer zu kleben und an technischen Anpassungen zu feilen – Änderungen, die den meisten sowieso nicht auffallen, ihnen oft sogar grundlegend der Bezug oder das Verständnis dazu fehlt und die sowieso denken, es ist immer nur Spaß und Fun dabei. Ja, sicher – manchmal hat es etwas von einem kleinen Abenteuer, einem technischen Rätsel alias Indiana Jones – etwas herausfinden, dass andere noch nicht haben. Aber irgendwann lässt auch das nach. Man möchte zwar weiterhin Abenteuer erleben, aber das immer alleine am Computer sitzen in seinen vier Wänden, kein Mensch da, der Computer surrt unendlich gleichtönig vor sich hin und dann starrt man auf eine weiße, leuchtende Fläche… auf irgendwelche Codezeilen. Und versucht Spaß zu haben. Das geht nicht. Nach 10 Jahren tut sich da nichts mehr. Es fehlt das gesellschaftliche Leben dabei.

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Blogsturm

Blograuschen

Es ist unglaublich, was sich auch in der heimischen Szene der Blogs mittlerweile getan hat, ernsthaft. Eigentlich wollte ich heute sehr zeitig aufstehen und etliche andere Dinge erledigen, bin auch seit halb fünf wach – aber bin dann irgendwie an etwas völlig anderem hängen geblieben… und zwar an diversen Listen verschiedener, österreichischer Blogs. Und man muss wirklich sagen – die Qualität hat sich ziemlich gesteigert.

Vor allem deswegen, weil man bei einigen nur per Zufall draufkommt, dass sie aus Österreich sind. Erst durch Querlinks oder Nebenbemerkungen da und dort stellt man fest – der ist aus Wien, Niederösterreich, aus Tirol, aus der Steiermark und so weiter… die Bloggerlandschaft ist stark gewachsen. Und viele davon sind zwar nicht besonders groß oder man kennt sie vermutlich nur in kleinen Kreisen, aber etliche unter ihnen arbeiten auch komplett mit eigenen Bildern und recherchierten Themen – und wenn man da sich mal so durchklickt, stellt man fest “Hey, das kann ja richtig was”.

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