War kein guter Tag. Kurzfassung – in der Früh recht hektisch wegen Besorgungen, Post, der gesamte Abfluss der Wohnung hat sich auch verabschiedet, Wasser schöpfen, also Installateur checken – der war recht schnell da, trotz halber Stunde Verspätung, der Arme hat aber allerdings geschuftet, geschwitzt und geflucht und auch eher nur zufällig dann auf den 9. Anhieb das Problem gelöst, viel Dreck und Wasser überall. Dann war noch ein Gotchi-Ausflug geplant, nichts geworden – denn nicht nur zu spät dran und Bus versäumt, sondern auch noch ein ausgelaufener Saft im Supermarkt, der sich über die Hose verteilte. Zuhause wieder dann beinahe den kleinen Zeh an der Bettkante gebrochen, hinter der Waschmaschine stundenlang eine Schere hervor gefrimmelt und eine schlaflose Nacht jetzt auch noch dazu. Was für ein Tag.
Dienstag. 4 Uhr in der Früh. Ich bin gespannt, was der heutige Tag bringt.
Mh, ich bin doch nicht weiter gekommen, obwohl ich es zuletzt angekündigt hatte. Aber dafür habe ich gestern auf der Wiese (wiedermal) einen kleinen, feinen Blogeintrag vom Joshua gelesen – und zwar welche Probleme man unter anderem mit Minimalismus lösen kann. Und zwar auch ganz abseits von irgendwelchem pseudo-idiotischen und esoterischen oder Wir-retten-die-Welt-Philosophien. Ich bin mal so frei und schreibe einen kurzen Auszug hier.
Das Problem kennen die Meisten, vor allem heutzutage: Ich hab nicht genug Geld… ein relativ simples Problem, das sich allerdings recht schwer lösen lässt. Die einfachste Lösung ist aber natürlich, einfach weniger auszugeben. Ich schätze völlig blindlings, dass 30% das sowieso tun und nicht mehr können, aber die anderen 70% hätten da und dort sicherlich Einsparungsmöglichkeiten. Weniger Geld für sinnlosen Konsum ausgeben, lässt mehr in der Tasche. Weniger ist mehr.
Wie so oft zuletzt – und ganz im Gegensatz zu den letzten Jahren – versuche ich ja soviel Zeit wie möglich abseits des viereckigen Kasterls zu verbringen und war deswegen auch heute wieder – bei wirklich herrlichem Wetter – unterwegs. Strahlende Sonne, Wald, Wiese, unzählige Rehe direkt vor mir, noch mehr Käfer, Bienen und Fliegen, Vogelgezwitscher in allen Variationen, ein Habicht und sogar zwei Schlangen waren da zu entdecken.
Und wie es halt so ist, liegt man dann nach dem kleinen Aufstieg in der Wiese, erholt sich, lässt sich die Sonne auf den noch immer viel zu weißen Bauch scheinen, genießt die singenden Vögel rundherum und schaut in den Himmel nach oben und folgt dem Kondensstreifen eines Flugzeuges, das sich langsam und geräuschlos über das blaue, unendliche Meer schiebt… und denkt dabei an die Wohnung.
Nerd-Outing! Was ist – nach Sex, Schokolade, Fotos machen und mit Freunden abhängen – das Beste, was man mit 31 Jahren als erwachsener und ernsthafter Mann, der felsenfest und seriös mitten in der Blüte seines Leben steht, so nebenbei am Abend machen kann…? Richtig!
Und wer sich übrigens ebenfalls zu den Nerds oder Geeks zählt oder mehr darüber wissen möchte, sollte am Samstag, dem 28. April um 22 Uhr ARTE schauen – da gibt es den Dokumentarfilm “Nerd-Alarm! Von Gamern, Geeks und großen Brillen“. Über das Klischee von verlorenen Nerd-Losern und erfolgreichen Geeks mit ihren gesellschaftlichen und finanziellen Erfolgen.
Und nein, ich habe keine Brille oder Kontaktlinsen. Ich glotze auch so in das Kasterl. Und nein, ich bin nicht übergewichtig. Und nein, ich trinke kein Cola, sondern trinke Bio-Karottensaft und futtere Kernölchips.
Mhhhhh! Ich liebe Gewitter! Gerade eben zieht eine Front über die Stadt und Umgebung. Es grummelt angenehm tief, man spürt dieses leichte Dröhnen und die Luft bekommt diesen ganz eigenen Geruch. Gewitter sind einfach herrlich und im Laufe der Zeit für mich auch so was wie Glücksbringer geworden – obwohl ich ansonsten keinerlei Bezug zu diesen eher abergläubischen Dingen habe.
Erst unlängst habe ich einem Gotchi erzählt, dass schon anno dazumal ein Gewitter fast immer ein Garant für einen Erfolg in meinem Leben war. Zum Beispiel hatte ich die besten Momente in meiner kläglichen und dunklen Schulzeit, wenn es draußen blitzte und donnerte und ich dabei gerade mein Wissen mündlich oder schriftlich unter Beweis stellen musste… ich konnte mich fast hundertprozentig darauf verlassen, dass ich eine gute Note bekam. Aber auch meinem Körper ging es nach einem Gewitter immer deutlich am Besten. Und als Erwachsener ist die Bedeutung für mich noch intensiver geworden als früher – Gewitter sind sozusagen so was wie Schokolade für meine Seele.
Völlig unüberraschend für treue Leser muss ich wieder mal hier festhalten, dass ich alten Film-Klassiker immer mehr und mehr mag. So zum Beispiel auch den Film Elf Uhr nachts aus dem Jahre 1965, den ich vorhin gerade zum ersten Mal sah. Besonders die Szenen am Meer (Mhhh… Freiheit!) und die überlagerte Stimme mag ich sehr (zumindest in der deutschen Fassung vorhanden).
Diese Form der Erzählung oder Gedanken findet man bei vielen Filmen von anno dazumal und hat mich immer schon sehr angesprochen. Ähnlich einem Autor, der aus seinem Buch vorliest – nur dass das Gelesene sich vor einem visualisiert und dabei zum Leben erwacht.
Aso – die Handlung… Pierrot (gespielt von Jean-Paul Belmondo) ist von seinem Leben gelangweilt. Gerade erst hat er seinen Job bei einem Fernsehsender verloren. Nun muss er sich mit seiner Ehefrau auf öden Partys der gehobenen Pariser Gesellschaft herumtreiben. Als seine Ex-Geliebte Marianne als Babysitterin eingestellt wird, beschließen die beiden, diesem gesellschaftlichen Gefängnis zu entfliehen. Auf ihrer Flucht in den französischen Süden wird das Paar jedoch von algerischen Waffenschmugglern verfolgt, die es auf die undurchsichtige Marianne abgesehen haben…